Hallo,
wie würdet Ihr folgenden Fall sehen:
Er hat eine Schwester und einen Bruder, den Eltern gehört ein
Haus. Was wäre, wenn den Eltern etwas passiert?
Ohne Testament der Eltern wird er zum Miterben, und damit fängt für die beiden anderen Erben der Ärger auch schon an, denn für einen gemeinsamen Erbschein (den man zur Veräußerung des Objekts brauchen würde) müsste der verschollene Bruder mit unterschreiben. Da würde dann nur noch ein Verfahren auf Toterklärung helfen, wenn man den Mann anderweitig nicht auftreiben kann. Wenn das Objekt kurzfristig verkauft werden soll, nützt einem dies aber gar nichts, und nicht jeder potentielle Käufer wird sich auf Konstruktionen einlassen, die zunächst ohne Erbschein funktionieren (findige Anwaltskollegen und Notare kennen da diverse Dinge). Und ja, er wäre dann zu gleichen Teilen wie seine Geschwister am Erbe beteiligt.
Besser wäre daher ein Testament, das den Bruder enterbt, denn dann hätte er nur einen Pflichtteilsanspruch, den er aber auch geltend machen müsste. D.h. wenn er nicht kommt, dann bekommt er auch nichts.
Allerdings wird bei Testamentseröffnung nach allen potentiellen Erben gefragt, und da der verschollene Bruder potentieller Erbe ist (er könnte ja das Testament ggf. erfolgreich anfechten), müsste er hier benannt werden. Und da es mit dem Verschwinden in diesem Land gar nicht so einfach ist, ist es nicht ausgeschlossen, dass man ihn dann doch wieder auftreibt (hat die Familie mal in den letzten Jahren eine Meldeamts-Anfrage zur letzten bekannten Adresse gemacht?)
Noch pfiffiger fände ich natürlich in folgende Richtung zu überlegen: Die Eltern übertragen das Haus sofort gegen Nießbrauch auf die „greifbaren“ Kinder, und machen zusätzlich ein Testament wonach der verschollene Bruder enterbt wird. Sollten nach der Schenkung dann zehn Jahre vergehen, würde diese Schenkung keine Pflichtteilsergänzungsansprüche mehr auslösen und wäre somit der Wert des Hauses auch aus einem ggf. geforderten Pflichtteil raus.
Da diese ganzen Geschichten aber immer im konkreten Einzelfall entwickelt werden müssen, und es um viel Geld und ein nicht zu unterschätzendes Risiko geht, bleibt hier nur der dringende Rat, zu einem spezialisierten Anwaltskollegen zu gehen. Das ist gut investiertes Geld. Bei Interesse mehr gerne per Mail.
Gruß vom Wiz