Hallo Fragewurm,
- Es existiert ja diese Annahme das die damaligen Menschen
allesamt Idioten wären. Sie glaubten dass die Erde eine
Scheibe wäre und man vom Rand fallen könnte. Andererseits
wusste man scheinbar schon seit der Antike, (wenn nicht noch
früher)dass die Erde eine Kugel ist.
Nun, wie sah das wirklich aus? Wie sah es bei den Völkern und
in den Epochen aus? Gehörte es zur Allgemeinbildung oder
wussten nur die Gelehte davon?
Das kommt auch immer darauf an, wie relevant diese Erkenntnisse auf dein tägliches Leben sind.
Wenn ich einen Stadtplan verwende, betrachte ich die Erde auch als Scheibe, die paar cm Fehler sind mir beim Finden einer bestimmten Adresse schlicht egal. Selbst wenn ich eine Reise nach Italien plane, betrachte ich die Erde noch als Scheibe.
Als Astronaut bekäme ich aber echt Probleme, wenn die Erde doch eine Scheibe wäre … 
Ich bin zwar Elektronik-Entwickler, aber beim Einschalten meines Radios, mache ich mit auch keine Gedanken darüber, was ich mit dem Einschalter alles auslöse. Das kommt nur dann, wenn ich einschalte und der Lautsprecher stumm bleibt 
Bei einem BIOS-Update, steht bei mir auch nicht die Quantenmechanik (Tunnel-Effekt) im Vordergrund, sondern, dass nicht gerade in diesem Moment der Strom ausfällt…
Und wenn ich früher in den Bergen, im Ferienhaus meine Freundin war, beschränkten sich meine elektrotechnischen Erfahrungen auf die Batterien der Taschenlampen. Es gab dort keinen Stromanschluss, keinen Generator und auch keine Fotovoltaik-Anlage …
Gerade als Schüler stellt man die Relevanz der Lehrinhalte öfters in Frage, da der Bezug zum täglichen Leben oft nicht erkannt werden kann.
Allgemeinwissen beschränkt sich hauptsächlich auf dasjenige, was im täglichen Leben (über)lebenswichtig ist.
Wissen welches darüber hinaus geht, setzt vorraus, dass das Individuum nicht seine ganze Zeit fürs eigentliche Überleben benötigt.
Du kannst ja auch nur zur Schule gehen, weil deine Eltern und der Staat dafür sorgen, dass du dir deinen Lebensunterhalt nicht selber erwirtschaften musst.
Somit war, und ist, der Zugang zu Bildung in vielen Gesellschaften eine reine Frage des vorhandenen Reichtums. Auch hier und heute hat nicht jeder die Möglichkeit eine Privatschule zu besuchen …
Hinzu kommt noch, dass Bildung, welche über das überlebensnotwendige hinausgeht, auch ein Machtmittel ist.
Ein aktuelles Beispiel ist heute China. Internetseiten, welche sich zu kritisch mit der chinesischen Gesellschaft befassen, werden einfach gesperrt …
Vorhandenes Wissen und Allgemeinwissen sind zwei unterschiedliche Dinge. Es gab und gibt immer „helle Köpfe“ welche die Gesetze der Natur erkannten und durchschauten. Ob sich diese Erkenntnisse als Allgemeinwissen durchsetzen durften, war auch immer eine politische Frage. Um bei der Erde als Scheibe zu bleiben: Denke an Galilei und die Katholische Kirche.
Viel altes Wissen ist über die Jahrhunderte und Jahrtausende wieder verloren gegangen. Vermutlich hätten wir auch ein anderes Bild der Antike, wenn die Bibliothek von Alexandria komplett erhalten geblieben wäre …
Unser Bild der Vergangenheit beruht ja nur auf dem was an Wissen erhalten geblieben ist. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird ! Allgemein werden brauchbare Errungenschaften des unterlegenen Volkes als eigene ausgegeben und der Rest wird in den Überlieferungen einfach unterschlagen.
Ein aktuelles Beispiel hast du in der Propaganda rund um den Irak.
Ein weiteres Beispiel ist die neuere Geschichte Deutschlands. Weder Ossis noch Wessis erkennen ihr tägliches Leben in den allgemeinen Schilderungen der anderen Hälfte wieder, da diese hauptsächlich aus extremen Beispielen bestand.
Ein weiteres Beispiel über Geschichtsschreibung ist mir persönlich aufgefallen.
Ich bin jetzt seit 30 Jahren an der Entwicklung von Computern und rund um die Mikroprozessoren beteiligt. Schon seit Jahren ist viel falsches zu lesen, wie das so vor 25 Jahren gewesen sein soll …
MfG Peter(TOO)