Erdgasauto - Überlegungen und Tipps

Moin!

die Benzinkosten von ca. 2000 Euro pro Jahr (17000km * 8L pro
100km * 1,50 Euro) sehe ich nicht als unerheblich an.
Natürlich sollte man auch die anderen von Dir erwähnten Sachen
beachten, vor allem den Wertverlust. Wobei - egal bei welcher
Antriebsart - man natürlich keinen alten Wagen mit einem
Neuwagen vergleichen darf, aber dazu hat Toni ja schon was
geschrieben.

Ein kalkulierter Break-Even nach 12 Jahren…

Wie das?

Auch Du denkst das Thema offenbar nicht zuende.

Was kosten Kauf und Einbau der Gasanlage (einmalig)?
Was kostet die Wartung der Gasanlage (jährlich)?
Wie hoch sind die Spritkosten ohne Gas?
Wie hoch sind die Spritkosten (bei Gas)?
Wie hoch ist die daraus errechnete Erspanis bei den Betriebsstoffen?

Habe ich all diese Werte, kann ich mir ausrechnen, ab wann ich mit der Gasanlage anfange, gegenüber dem reinen Benzinantrieb zu sparen. Das ist dann der Break-Even-Punkt.

Eine ehrliche Beispielrechnung wurde hier vor einiger Zeit mal erarbeitet. Man wundert sich, wie lange es dauert, allein 2.000 Eur Anschaffungskosten zu amortisieren wenn man bedenkt, dass das Gasauto nicht durch Luft und Hoffnung betrieben wird, sondern Gas auch Geld kostet. Dass eine Gasanlage auch noch Wsartungskosten verursacht und meist trotzdem noch benzin zum Starten und für die ersten Km nötig ist, wird bei so gut wie allen Vergleichsrechnungen nicht berücksichtigt.

Ich habe diese Kalkulation für meinen (leider verflossenen) Volvo XC 90 2.5T Benziner einmal zuende gedacht und bin zu dem Schluß gekommen, dass selbst bei 20.000 Km im Jahr bei 13-15L/100 Km Benzinverbrauch sich ein Gasumbeu nicht gelohnt hätte.

Generell ist Gas etwas für Vielfahrer mit geringem Budget. Ein alter Diesel darf in keine Umweltzone und das Risiko teurer Reparaturen an Turbo und Einspritzung ist hoch, also kauft man einen soliden, alten, großen Saug-Benziner und baut ihn auf Gas um. So kann man dann zu vernünftigen Kosten viel fahren.

Für Wenigfahrer und/oder Neukäufer lohnt sich Gas aktuell nicht, denn entweder ist der Spareffekt, wenn überhaupt vorhanden, vernachlässigbar (und lohnt den Mehraufwand für Tankstellensuche und Wartung nicht) oder man kauft einen Diesel, wenn man erwartet, ggf. doch etwas mehr fahren zu müssen.

Gruß,
M.

Das wäre unsere Rechnung…
… das meinte ich mit den Anschaffungskosten. Unser derzeitiger Astra Bj95 oder so, kleiner Motor (waren das 75 PS?) Vor 7 Jahren Anschaffungspreis 2500 Euro. Den selben Betrag haben wir sicher schon reinreparieren lassen, aber trotzdem fahren wir extrem günstig, wenn man das mal hochrechnet. Zumal das Fahrzeug unter 8l/100km Benzin verbraucht.

Ein gebrauchtes Autogas-Auto in der selben Größe oder etwas größer bekommen wir sicher nicht unter 6-7000 Euro (und die sind dann sicher auch schon 6-7 Jahre alt). Da ist der Wertverlust einfach zu hoch, denke ich. Also im Vergleich zu unserem derzeitigen Auto, wobei wir verm. mit dem Preis auch nicht wegkommen werden, die Gebrauchten sind doch teurer geworden.

Wir werden uns man umschauen, ob wir einen wirklich günstigen Gaswagen bekommen, ansonsten bleiben wir dann wohl doch beim Benzin.

Ein Elsbeth-Passat wäre auch cool :smile:

Danke Euch allen für die Anregungen
Grüße
kernig

Hallo noch mal,

wie schon geschrieben: Wertverlust + Kraftstoffkosten sind bei einem älteren Auto mit Benzinbetrieb (selbst wenn gelegentliche Reparaturen kommen) oft günstiger als bei einem recht neuen Auto mit Gasbetrieb. Wobei man das einfach nicht vergleichen kann.

Beim Kauf eines umgerüsteten Autos ist zu bedenken: Warum verkauft jemand so ein Auto? Wenn die Anlage schon lange verbaut ist, dann kann es sich um einen normalen Verkauf handeln. Es gibt aber leider auch genügend Fahrzeuge, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht so 100%ig laufen. Vor allem, wenn die Anlage erst seit wenigen Jahren verbaut ist, sollten die Alarmglocken klingeln.
Und man sollte unbedingt darauf achten, dass die Gasanlage in die Papiere eingetragen ist (falls nicht nach ECE-115R eintragungsfrei).

Auch sind diese Autos meist überdurchschnittlich viele KM gelaufen, was die Gefahr von teuren Reparaturen natürlich erhöht.

Auf jeden Fall viel Erfolg beim Autokauf!
Guido

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Hallo Mathias,

Auch Du denkst das Thema offenbar nicht zuende.

Nein? Gut, dann denke ich mal laut zu Ende:

Was kosten Kauf und Einbau der Gasanlage (einmalig)?

Bei mir waren das ca. 2200 Euro

Was kostet die Wartung der Gasanlage (jährlich)?

Bei mir bisher pro Jahr unter 50 Euro. Bei der Umrüstung eines neuen Autos kann man damit rechnen, dass nach 10 Jahren der Tank erneuert werden muss. Also rechne ich mal pro Jahr pauschal 50 Euro dazu.

Wie hoch sind die Spritkosten ohne Gas?

Um bei meinem bereits genannten Beispiel zu bleiben: Ziemlich genau 2040 Euro.

Wie hoch sind die Spritkosten (bei Gas)?

Beim selben Beispiel: 17000km * 8L pro 100km *1,25 wegen 25% Mehrverbrauch auf Gas * 0,74 Euro (habe ich zuletzt gezahlt)=1258 Euro

Wie hoch ist die daraus errechnete Erspanis bei den
Betriebsstoffen?

782 Euro im Jahr, abzüglich Wartungskosten 682 Euro.

Habe ich all diese Werte, kann ich mir ausrechnen, ab wann ich
mit der Gasanlage anfange, gegenüber dem reinen Benzinantrieb
zu sparen.

Also 2200 Euro / 682 Euro = 3,23 Jahre. Oder habe ich noch was vergessen?
Selbst wenn die Wartungs- oder Reparaturkosten höher sein sollten und man (so wie ich es in meiner persönlichen Berechnung gemacht habe) Zinsausfälle für die Anschaffungskosten der Gasanlage genau so mit berücksichtigt wie Fahrten zum Umrüster (irgend welche Kleinigkeiten hat man immer mal), in die Nähe von 12 Jahre kommt man so schnell nicht.
Und da ist noch nicht mal berücksichtigt, dass ein Auto mit Gasanlage beim Verkauf i.d.R. einen höheren Wert hat.

und meist trotzdem noch benzin zum Starten und für die ersten Km nötig ist,

Gutes Argument. Allerdings spare ich in der Zeit Gas :wink: Aber selbst wenn ich das nicht berücksichtigen würde, ich zahle im Jahr weniger als 100 Euro an Benzin.

Beste Grüße
Guido

Wir werden uns man umschauen, ob wir einen wirklich günstigen
Gaswagen bekommen,

Davon würde ich, ähnlich wie Guido, dringend abraten.

ansonsten bleiben wir dann wohl doch beim
Benzin.

Was mit Sicherheit das Beste sein dürfte.

Gruß TL

Hallo Guido,

danke Dir für die Kalkulation.
Das ist das zweite von 15 Postings, welches dem TE möglicherweise helfen kann. Das erste war von mir… :wink:

Nach 3,23 Jahren beginnt also das Sparen.

Man muss das Auto also länger als diese 3,23 Jahre fahren, um mit dem Gasumbau Geld zu sparen.

Hier muss der TE nun wissen, wie lange er bisher seine Autos gefahren hat.
Ich für meinen Teil kam beim Volvo auf ein Break-Even nach mehr als 5 Jahren. Gefahren habe ich ihn 3 Jahre.
Die durchschnittliche Haltedauer von Fahrzeugen in Deutschland liegt m.W. um die 4 Jahre.

Fazit: Gas ja, wenn man das Fahrzeug lange genaug fahren möchte und da Auto neu genug ist, so dass es auch so lange hält.

Gruß,
M.

Hallo!

Wenn gas, dann Autogas. Denn das gibt´s auch im Ausland.

Das ist ziemlich pauschal und sehr optimistisch.
In Österreich gibt es gerade mal 17 Tankstellen.
http://www.fluessiggas.eu/autogas_folder_2010_ok_low…
http://www.oeamtc.at/a1098021/

Gruss Harald

das nicht rechnen von LPG bei der KM Leistung ist aber nicht
verständlich
etwa 2500€ für Einbau - etwa 10%mehr Verbrauch -
5cent pro Km Einbau
7cent pro km LPG
0,5cent pro km zusätl. Wartunskosten
Summe 12,5cent pro KM

Benzin bei momentan 1,50€ der Liter - 13,6cent
im ersten Jahr schon 1 cent pro km ersparnis - ab dem zweiten
Jahr 6cent - nicht lohnen kann es da nur wenn es keine

Hallo Gawen,

mal so nebenbei - den sehr hohen Verbrauch an Benzin in der Kaltstartphase, den hast Du hier aber „vergessen“?
Bei täglichen Fahrstrecken von 40 km am Stück hin und zurück war nach jeweils 1.300 km eine Füllung Benzin mit ca. 40 Litern fällig. Diese Kosten kommen zu der Milchmädchenrechnung noch dazu.

Ich habe mittlerweile kein LPG-Auto mehr und lege nicht unbedingt Wert darauf das wieder zu ändern.
Also einfach auch eine andere Meinung akzeptieren - auch wenn man sie nicht versteht :wink:

MfG
michael

Hallo Mathias,

ich möchte nicht abstreiten, dass ich bei meiner Berechnung zu optimistisch war bzw. noch etwas vergessen habe. Wenn man bedenkt, dass meine jährliche Fahrleistung etwas höher liegt hat das bei mir auch etwas länger gedauert. Aber wirklich nur etwas.
Und eine sehr positive Sache habe ich noch vergessen: Man verlässt die Tankstelle jedes Mal mit einem ganz anderen Bauchgefühl, wenn man für - bei mir sind es für 450km Reichweite max. - 25 Euro vollgetankt hat.

5 Jahre hören sich auch für den Volvo schon realistischer an als 12 :wink:
Aber stimmt, wer bei ähnlicher Fahrleistung davon ausgeht, dass das aktuelle Auto nicht so lange gefahren wird, sollte sich lieber nicht damit beschäftigen.

Sehr gut formuliert hast Du…

und das Auto neu genug ist, so dass es auch so lange hält.

…was ja nicht unbedingt bedeutet, dass der Wagen wirklich neu sein muss. Meine Kompaktklasse mit 35TKM auf dem Tacho hat mich gute 6000 Euro + Umrüstung gekostet. Das Alter von gut 6 Jahren war mir da relativ egal. :wink:
Beim Kauf habe ich übrigens noch nicht an Gas gedacht, das kam erst später. Kaufentscheidend war, dass ein vergleichbarer Wagen mit Dieselmotor fast 100TKM mehr auf dem Tacho gehabt hätte, was die Wahrscheinlichkeit möglicher Reparaturen doch deutlich erhöht hätte.

Beste Grüße
Guido

Hallo Guido!

Gutes Stichwort: Diesel.
Wenn hier ein Vielfahrer einen Vergleich zwischen einem „Werks-Gaser“, also einem ab Werk umgebauten Fahrzeug, und einem Turbodiesel angefrat hätte, wäre ich mittlerweile auch geneigt, Gas zu empfehlen.

Für Privatkäufer ist nicht nur der Kauf, sondern mittlerweile auch der Unterhalt eines Autos ein ziemlicher Luxus geworden. Man muss schon sehr genau hinsehen, um z.B. bei einem gebrauchten TDI nicht gewaltig auf die Nase zu fallen.

Der Normalmensch mit seinen 10 - 20.000 Km p.a. dürfte mittlerweile mit einem möglichst gut gepflegten Gebrauchtwagen mit Saugbenziner mit niedriger Literleistung und viel Hubraum am günstigsten fahren.

Die High-Tech Spritsparautos kosten oft an anderer Stelle so viel Geld, Stichwort Injektoren und Turbos beim Diesel oder frühzeitige Motorschäden bei Spielzeugbenzinern wie Smart, dass der Blick auf den Spritverbrauch zumindest bei meinen Privatwagenkäufen erst an 4. oder 5. Stelle kommt.

Ich kaufe meist gebraucht und hatte keinen Turbodiesel, der NICHT die üblichen Probleme gemacht hätte. Meine Benziner hingegen liefen alle mit deutlich weniger Schwierigkeiten. Es handelte sich in den letzten 12 Jahren immer um obere Mittelklasse oder SUV, 1-4 Jahre alt, 30 - 60.000 Km auf der Uhr bei Kauf. 1. Hand. Also kein zergurkter Schrott.

Mein neu gekaufter Ford kämpft (zum Glück) nur ab und an mit einem abgerutschten Turboschlauch. Das kriege ich selbst hin. Dennoch: hätte es das Modell mit Benzinmotor gegeben, hätte ich diesen vorgezogen. Auch bei einem Bus.

Gruß,
M.

Hallo!

Ich war zu wenig konkret.
Mir geht es um Südeuropa.

Für meinen Geschmack ist das Tankstellennetz auch hierzulande noch zu dünn, aber wenn man immer dieselbe Strecke fährt, auf der sich dann auch noch eine LPG-Tanke befindet, mag das passen…

Gruß,
M.