Erdrotation im Herbst

Hallo zusammen…

Ich glaube, mal gehört zu haben, dass sich die Erde im Herbst (Nordhalbkugel) schneller dreht, weil ziemlich viele Laubbäume ihre Blätter abwerfen und dadurch die Masse ebendieser Blätter näher am Erdmittelpunkt liegt.
Logisch klingt es für mich, bei Eiskunstläufern funktioniert das ja auch (schnellere Drehung, wenn sie die Arme anziehen).

Stimmt das mit der Erdrotation? Wie groß wäre die Zeitdifferenz zwischen Sommertag und Herbsttag?

chris h.

nicht nachweisbar
Hi,
ich würde schon fast für Witz plädieren, wäre nicht theoretisch ein Fünkchen Wahrheit dran.

Ich glaube, mal gehört zu haben, dass sich die Erde im Herbst
(Nordhalbkugel) schneller dreht, weil ziemlich viele Laubbäume
ihre Blätter abwerfen und dadurch die Masse ebendieser Blätter
näher am Erdmittelpunkt liegt.

Richtig.

Logisch klingt es für mich, bei Eiskunstläufern funktioniert
das ja auch (schnellere Drehung, wenn sie die Arme anziehen).

Stimmt das mit der Erdrotation? Wie groß wäre die
Zeitdifferenz zwischen Sommertag und Herbsttag?

Bin zu faul für eine Abschätzung, weil mir spontan Dinge einfallen, die diesen Effekt übertreffen würden.
Der Effekt ist garantiert nicht nachweisbar, wird garantiert von anderen Effekten um Zehnerpotenzen übertroffen, und ist somit allerhöchstens akademischer Natur.
Gruss,

Ich glaube, mal gehört zu haben, dass sich die Erde im Herbst
(Nordhalbkugel) schneller dreht -->

??? Dreht sich die Nordhalbkugel im Herbst schneller als die Südhalbkugel???

Hallo Chris,

schau mal hier:

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/…

War übrigens der erste Treffer der Google-Suche mit „Erdrotation Bäume Laub“ …

Grüße
Wolfgang

Hallo !

Mein Gott, was für ein Blödsinn!

Wir haben doch zwei Herbste auf der Erde!!

Wenn auf der Nordhalbkugel die Blätter fallen, wachsen auf der Südhalbkugel die Blätter oder sind schon gewachsen.
Unser Physikdozent würde jetzt sagen : hebt sich gegen hebt sich!

Andererseits : Das Gewicht der Blätter bringt die Erde ganz sicher nicht zum rotieren. Was müßte die Kugel dann schaukeln, wenn man an Ebbe und Flut denkt! Oder an Freitagabend, wenn die Bundeswehrsoldaten alle nach Haus fahren.

Gruß max

Hallo Max,

Wir haben doch zwei Herbste auf der Erde!!

Wenn auf der Nordhalbkugel die Blätter fallen, wachsen auf der
Südhalbkugel die Blätter oder sind schon gewachsen.

Es besteht aber ein deutlicher Unterschied der beiden Erdhalbkugeln bezüglich der Bewaldung: auf der Nordhalbkugel bestehen erheblich größere Flächen mit Laubbewaldung in Klimazonen, in denen die Bäume im Herbst überhaupt ihr Laub abwerfen.

Andererseits : Das Gewicht der Blätter bringt die Erde ganz
sicher nicht zum rotieren.

Ich glaube, das unterschätzt man leicht. Eine Stecknadel, die auf den Boden fällt, hört man ja auch nicht, aber eine Europalette von Stecknadeln, auf den Fußboden gekippt, macht ganz schön Krach. (Okay, blöder Vergleich …)

Wenn ich http://www.wettzell.ifag.de/publ/FGS/FGS_erdrot.html richtig verstehe, geht es den seriösen Forschern darum, herauszufinden welche Schwankungen der Erdrotation überhaupt bestehen. Welche verschiedenen Ursachen zu diesen Schwankungen beitragen, ist dann die zweite Frage. Dass man da das abgeworfenene Laub als einen unter vielen Faktoren mit in Betracht zieht, heißt ja nicht, dass diese These auch schon bewiesen wäre.

Grüße
Wolfgang

Hm, Max
was Du antwortest, hab ich zuerst auch gedacht - aber sieh nach mal in den Link der vorangehenden Antwort von Wolfgang rein.

Wenn auf der Nordhalbkugel die Blätter fallen, wachsen auf der
Südhalbkugel die Blätter oder sind schon gewachsen.

Außerdem: die meiste bewachsene Landmasse mit ausgeprägtem jahreszeiten-Wechsel ist eben doch auf der Nordhalbkugel - oder?

Andererseits : Das Gewicht der Blätter bringt die Erde ganz
sicher nicht zum rotieren. Was müßte die Kugel dann schaukeln,
wenn man an Ebbe und Flut denkt!

Vielleicht (wahrscheinlich!) tut sie das wirklich, nur merken wir das eben nicht.

Oder an Freitagabend, wenn die Bundeswehrsoldaten alle nach Haus fahren.

Wird bestimmt durch die Gegenbewegung der Soldados in Argentinien, Brasilien und Südafrika ausgeglichen, hihi!

Gruß qilo-bit

peinlich
Hi Wolfgang und Chris,

ich hab mir den Link mal angesehen.
Die Geschichte mit dem Laub ist wirklich peinlich. Da hat sich wieder mal ein Journalist an der Nase herumführen lassen.
Gruss,

Hallo helge,

darf ich nachfragen, was dich so sicher macht? Dein erstes Posting zu der Frage war deutlich differenzierter …

Übrigens: den Ringlaser zur Erforschung der Erdrotations-Schwankungen gibt es wirklich.
http://www.wettzell.ifag.de/
Dass auf der Homepage dieses Instituts nichts vom abgeworfenen Laub zu lesen ist, lässt hoffen, dass da seriöse Forschung betrieben wird!

Grüße
Wolfgan

Aaaarrgh,
der Max ist mir zuvorgekommen.
Hi,
Die Diskussion mit der unterschiedlichen Bewaldung Nord/Südhalbkugel
ist prinzipiell ok, jedenfalls einiges gescheiter als der 3sat Artikel.
Da es jedoch Effekte gibt, die realistischer erscheinen (Gezeiten, Meeresströmungen, Entfernung Erde-Sonne, Mond, Wetterlagen, Überschwemmungen,…) kann man die Belaubung ruhig ins Reich der Phantasie stellen, obwohl „theoretisch“ was dran ist.
Gruss,

Hallo

Die Diskussion mit der unterschiedlichen Bewaldung
Nord/Südhalbkugel
ist prinzipiell ok, jedenfalls einiges gescheiter als der 3sat
Artikel.
Da es jedoch Effekte gibt, die realistischer erscheinen
(Gezeiten, Meeresströmungen, Entfernung Erde-Sonne, Mond,
Wetterlagen, Überschwemmungen,…) kann man die Belaubung ruhig
ins Reich der Phantasie stellen, obwohl „theoretisch“ was dran
ist.

mir scheint als Reich der Phantasie wird damit der Bereich bezeichnet, wo es sehr mühsam ist, bestimmte Effekte nachzuweisen oder gegen überlagernde andere Einflüsse abzugrenzen.
Rein physikalisch betrachtet scheint mir die Sache mit dem Laub plausibel, auch wenn wir davon keine spürbare Fahrtwind-Steigerung der Erdrotation abkriegen, hehe!
gruß qilo-bit

Es besteht aber ein deutlicher Unterschied der beiden
Erdhalbkugeln bezüglich der Bewaldung: auf der Nordhalbkugel
bestehen erheblich größere Flächen mit Laubbewaldung in
Klimazonen, in denen die Bäume im Herbst überhaupt ihr Laub
abwerfen.

Sicher, sicher! Aber - wenn wir jetzt noch den Saft in den Bäumen mit in unsere Gewichtsberechnung nehmen, kommen wir schon auf den fast gleichen Wert. Denn der sackt im Herbst auch nach unten, bzw wird nicht hochgepumpt.

Wenn ich http://www.wettzell.ifag.de/publ/FGS/FGS_erdrot.html
richtig verstehe, geht es den seriösen Forschern darum,
herauszufinden welche Schwankungen der Erdrotation
überhaupt bestehen. Welche verschiedenen Ursachen zu
diesen Schwankungen beitragen, ist dann die zweite Frage. Dass
man da das abgeworfenene Laub als einen unter vielen Faktoren
mit in Betracht zieht, heißt ja nicht, dass diese These auch
schon bewiesen wäre.

Wenn überhaupt etwas die Erde aus den Trott bringt, ist es doch das Wasser und der Mond.

Gruß max

Betrachten wir das Phänomen mal anders:

Egal ob messbar oder nicht, theoretisch wird die Erde während und nach dem Laubfall schneller rotieren. Das ist aber unerheblich, weil sechs Monate vorher das Material für das Laub von den Bäumen nach Oben transportiert wurde und dadurch die Erdrotation gem. dem Satz über die Erhaltung des Impuls’ entsprechend langsamer wurde. Werden die Blätter abgeworfen, wird die Erde Blatt für Blatt wieder beschleunigen und annähernd*) die Drehzahl vor Beginn der Vegetationsperiode erreichen. Dabei setzte ich allerdings voraus, dass die der Luft entnommenen Laubbausteine beim Verwesen der auf dem Boden liegenden Blätter wieder frei werden.

*)Annähernd deshalb, weil wir das Verhalten des in einer Magmamasse schwimmenden Erdkerns betrachten müssen:
Der wird die Rotationsänderungen nicht sofort mitmachen sondern erst allmählich über die Flüssigkeitsreibung (des Magmas) beschleunigt oder abgebremst. Reibung bedeutet aber immer Verlust bzw. Umwandlung in Wärme. Fazit: Durch die Vegetationsperioden wird die Erde abgebremst und wird wärmer!

Hallo Wolfgang,

*)Annähernd deshalb, weil wir das Verhalten des in einer
Magmamasse schwimmenden Erdkerns betrachten müssen:
Der wird die Rotationsänderungen nicht sofort mitmachen
sondern erst allmählich über die Flüssigkeitsreibung (des
Magmas) beschleunigt oder abgebremst. Reibung bedeutet aber
immer Verlust bzw. Umwandlung in Wärme. Fazit: Durch die
Vegetationsperioden wird die Erde abgebremst und wird wärmer!

nein, wie Du selbst geschrieben hast, bleibt der Drehimpuls erhalten, also auch die mittlere Drehzahl, wenn man äußere Kräfte nicht berücksichtigt. Wenn trotzdem Energie durch Reibung verloren geht, muß diese von demjenigen aufgebracht werden, der das Trägheitmoment der Erde verändert. D.h. zum Anheben einer Masse brauche ich etwas mehr Energie als frei wird, wenn diese wieder herunterfällt. Das Erdinnere wird also über den Umweg der Photosynthese durch das Sonnenlicht erwärmt :smile:

Jörg