Erdung von Nähmaschine

Hallo!

Meine Oma hat mir ihre alte Nähmaschine aus Metall geschenkt. Sie hat einen zweipoligen Stecker, allerdings ohne Metallkontakte für die Erdung an der Seite.

Ist diese Maschine gefährlich für mich? Oder würd im Falle eines Defektes der FI fliegen?

Mir ist aufgefallen, dass auch neue Haushaltsgeräte (Fön, elektrische Zahnbürste, Tischlampe) so einen Stecker haben. Bedeutet das, dass die alle nicht geerdet sind?

Vielen Dank
Verena

Hallo,

Geräte ohne Erdung, also mit flachen Eurosteckern, die es heutzutage gibt, dürfen keine äußeren Metallteile haben, mit denen man in Kontakt kommen kann. Die haben immer Kunststoffgehäuse. Ich denke, daß ist auch die Voraussetzung für irgendwelche VDE- und TÜV Prüfabzeichen (auf die man achten sollte).

Das ist bei der alten Nähmaschine nicht gegeben: Wenn z.B. innen durch einen blankgewetzten Draht (Phase) ein Kontakt zum Gehäuse zustande kommt, dann kriegt man eine geknallt, wenn man die Maschine anfaßt. Da hilft auch keine Sicherung, also kann man kleben bleiben und sterben.

Ist das Gehäuse jedoch geerdet, dann fliegt in dem Moment, wo der blankgewetzte Draht das Gehäuse berührt, die Sicherung, weil dann Unmengen an Strom fließen - ein „Kurzschluß“.

Man sollte also das alte Kabel entfernen, ein neues dreiadriges montieren, und den gelbgrünen Erdungsleiter mit dem Gehäuse verbinden.

Ein FI ist übrigens wieder etwas anderes als eine klassische Sicherung, die ja nur gegen viel zuviel Stromfluß schützt. Zum Sterben reichen schon geringe Ströme.

Der FI mißt die Stromdifferenz zwischen Phase und Nulleiter, denn wenn der Strom über Dich und nicht über den gedachten Nulleiter abfließt, fließt mehr Strom über die Phase rein, als über den Nullleiter raus. Erst dadurch „weiß“ der FI, daß Strom an Stellen fließt, die nicht dafür gedacht sind - eine herkömmliche Sicherung würde das nicht merken.

Gruß
Moriarty

Meine Oma hat mir ihre alte Nähmaschine aus Metall geschenkt.
Sie hat einen zweipoligen Stecker, allerdings ohne
Metallkontakte für die Erdung an der Seite.

Ist diese Maschine gefährlich für mich? Oder würd im Falle
eines Defektes der FI fliegen?

Hallo,

Ja, sie ist gefährlich. Wenn drin ein Draht abgeht und das Metallgehäuse berührt und Du da anfasst dann passiert es. Und der FI bekommt davon nichts mit, der misst nämlich, ob über den Schutzkontakt im Fehlerfall Strom fliesst. Aber da der bei Deiner Maschine nicht angeschlossen ist, hilft Dir der FI leider nicht.
Tipps zum Beheben gebe ich nicht, geh zum Elektriker Deines Vertrauens.

Mir ist aufgefallen, dass auch neue Haushaltsgeräte (Fön,
elektrische Zahnbürste, Tischlampe) so einen Stecker haben.
Bedeutet das, dass die alle nicht geerdet sind?

Ja, aber das ist erlaubt und ungefährlich - diese Geräte sind nämlich schutzisoliert, im Gegensatz zur metallenen Nähmaschine.

Am besten Du kaufst Dir ne neue schöne Maschine und verklickerst die alte bei ebay, da machts Du bestimmt noch Gewinn. Und den teilst Du Dir mit der Oma.

OlafG

Hallo,

Und
der FI bekommt davon nichts mit, der misst nämlich, ob über
den Schutzkontakt im Fehlerfall Strom fliesst. Aber da der
bei Deiner Maschine nicht angeschlossen ist, hilft Dir der FI
leider nicht.

der FI misst normalerweise die Stromdifferenz zwischen Phase und Nullleiter. Überschreitet sie den Auslösewert (meist 30 mA), so schaltet der FI ab. Wäre es so wie du sagst, würde dar FI auch nicht vor dem Fön in der Badewanne schützen. Aber gerade das ist der Sinn und Zweck. Wenn also mehr als 30 mA (es gibt auch Schalter mit anderen Werten) fremd abfließen, wird abgeschaltet. Das kann über den Schutzleiter sein, aber auch über den Körper.

Aber nicht, dass jemand jetzt glaubt, man könne sich sorgenlos in der Wanne fönen: Trotz FI gibts immer noch einen mächtigen Schlag, nur bleibt man nicht mehr hängen (durch Verkrampfen der Muskulatur).

Die Nähmaschine würde ich also nicht mehr so bedenkenlos einsetzen.

Gruß, Niels

Am besten Du kaufst Dir ne neue schöne Maschine und
verklickerst die alte bei ebay, da machts Du bestimmt noch
Gewinn. Und den teilst Du Dir mit der Oma.

Das halte ich für übertrieben.
Ein neues Kabel (wie bereits erwähnt) tuts auch und last but not least sollte man auch bedenken, daß die Oma kaum eine wäre, wenn das Risiko wirklich derart groß wäre…

LG
Stuffi

Hallo,

Geräte ohne Erdung, also mit flachen Eurosteckern, die es
heutzutage gibt, dürfen keine äußeren Metallteile haben, mit
denen man in Kontakt kommen kann. Die haben immer
Kunststoffgehäuse. Ich denke, daß ist auch die Voraussetzung
für irgendwelche VDE- und TÜV Prüfabzeichen (auf die man
achten sollte).

Nein, schau dir nur mal einen Verstärker oder einen SAT-Receiver an und du wirst feststellen es gibt jede menge Geräte ohne Erde mit Metallgehäuse (die haben auch VDE).

Das Geheimnis ist, man muß dann doppelt gekapselte Netzteile verwenden.

Gruß
Stefan

Hi!

Was für eine Marke ist die Nähmaschine denn *neugierig schau*

Ich würde Dir raten bei einem Nähmaschinenhändler einen „Grundservice“ - also reinigen, ölen, Motorlagerkontrolle usw vornehmen zu lassen. Der kann Dir dann auch gleich einen neuen Stecker hinmachen.

Viel Spass!
für mehr Nählinks --> Vika

Sue

Danke für eure schnelle Hilfe (und auch die gegenseitige Kontrolle :open_mouth:))

Dh. wenn ich auf meiner Nähmaschine kein VDE oder anderes Prüfzeichen finde, schmeiße ich sie in den Müll.

Liebe Grüße
Verena

Hallo,
ganz so einfach und pauschal wie bisher beschrieben
ist es doch nicht.

Meine Oma hat mir ihre alte Nähmaschine aus Metall geschenkt.
Sie hat einen zweipoligen Stecker, allerdings ohne
Metallkontakte für die Erdung an der Seite.

Die Frage ist eher, welche Bauform der Motor hat.
Wenn der Motor die „doppelte Isolation“ hat, dann reicht
auch dieser einfachee 2-poliger Eurostecker.
Ein solcher Motor ist üblicherweise rundum mit einem
Plastikgehäuse gekapselt.

Ist diese Maschine gefährlich für mich? Oder würd im Falle
eines Defektes der FI fliegen?

Nein, der FI hilft nur bei Geräten mit Schutzkontakt.

Mir ist aufgefallen, dass auch neue Haushaltsgeräte (Fön,
elektrische Zahnbürste, Tischlampe) so einen Stecker haben.
Bedeutet das, dass die alle nicht geerdet sind?

Das ist richtig.
Schutzkontakt ist aber nur eine Möglichkeit die elektrische
sicherheit zu garantieren.

Ich empfehle das Maschinchen mal einem Elektriker
vorzustellen.
Der Nähmaschinenfritze hat erfahrungsgemäß eher nicht viel
Ahnung von der Elektrik, weil der meist kein gelernter
Elektriker ist.
Gruß Uwi

Hallo,

Nein, der FI hilft nur bei Geräten mit Schutzkontakt.

ich frage mich allen Ernstes, woher diese Aussage kommt? Wieso sollte er nicht auch bei anderen Geräten funktionieren?

schau dir mal diesen Link an:

http://www.vis-technik.bayern.de/de/left/fachinforma…

beachte insbesondere die Wirkungsweise der Prüftast: auch ohne Schutzleiter (gestrichelt dargestellt) kann damit der Schalter ausgelöst werden, indem ein kleiner Strom an der Differenzspule vorbeigeleitet wird. Dadurch wird ein Fehlerstrom simuliert. Ähnliches passiert, wenn man ganz ohne Schutzleiter mit Phase in Berührung kommt und dabei der Schwellwert des Fehlerstroms überschritten wird. Aus diesem Grund schützt der FI-Schalter (

Hallo,
ja, Du hast durchaus Recht.

Es reicht, daß man einen Fehlstrom von Phase nach Erde
ableitet. Dann löst der FI natürlich auch aus.

Allerdings kann man sich nicht auf diese Fehlerart verlassen.

Bei zweipolig angeschlossenen Geräten kann es auch leicht
passieren, daß man mit dem Körper den Kontakt zwischen Phase
und dem regulärem Nulleiter herstellt.
Dann merkt der FI das nicht.

Bei einem Gerät mit Schutzleiter an allen berührbaren
Metallteilen wird der angenommene Fehlerfall kaum
auftreten, weil der Fehlerstrom mit größter Wahrscheinlichkeit
über PE abfließt.
Gruß Uwi

Nein, der FI hilft nur bei Geräten mit Schutzkontakt.

ich frage mich allen Ernstes, woher diese Aussage kommt? Wieso
sollte er nicht auch bei anderen Geräten funktionieren?
schau dir mal diesen Link an:
http://www.vis-technik.bayern.de/de/left/fachinforma…
beachte insbesondere die Wirkungsweise der Prüftast: auch ohne
Schutzleiter (gestrichelt dargestellt) kann damit der Schalter
ausgelöst werden, indem ein kleiner Strom an der
Differenzspule vorbeigeleitet wird. Dadurch wird ein
Fehlerstrom simuliert. Ähnliches passiert, wenn man ganz ohne
Schutzleiter mit Phase in Berührung kommt und dabei der
Schwellwert des Fehlerstroms überschritten wird. Aus diesem
Grund schützt der FI-Schalter (