Erdungsproblem

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe folgendes Problem:

das Gehäuse meines Hifi Verstärkers, YAMAHA AS700, Schutzklasse 2, führt Spannung, was sich durch ein leichtes Kribbeln im Fingerrücken bemerkbar macht. Dabei spielt keine Rolle, ob das Gerät an - oder aus geschaltet ist. Wohl aber die Tatsache, dass das Gerät via Chinchkabel jeweils mit Sat Receiver, TV und DVD Player verbunden ist. Insbesondere die Verbindung mit dem TV scheint sich auszuwirken.
Es handelt sich durch die Bank um neue und moderne Geräte der Schutzklasse 2.
Ich habe einen Elektriker mit dem Durchmessen der
Anlage beaftragt. Danach ist die Steckdose in Ordnung und die wahrzunehmende Spannung am Gehäuse des Verstärkers harmlos und im „zulässigen“ Bereich.
So weit so gut. Mich nervt aber dieses Kribbeln und ich suche nach Möglichkeiten, es abzuschaffen.
Beim Googlen reichen die Tipps von Erden des Verstärkers am Schutzkontakt der Steckdose bis hin zu der Mitteilung, das ein leichtes Kribbeln bei Geräten der Schutzklasse 2 völlig normal ist.
Wie ist Ihre Meinung bzw. was wäre ggf. zu tun?
Der Verstärker wurde im Übrigen bereits gegen ein gleiches Modell ausgetauscht. Auch das TV wurde ausgetauscht. Kein Unterschied.

herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Joachim

Das Problem kann viele Ursachen haben. Sie empfinden die statische Ladung stark und das stört, evtl. Teppichboden, Geräte in unterschiedlichen Stromkreisen (Sicherungen), usw. usw.

Die eigentliche Frage wie kann man Potentialunterschiede innerhalb von elektrischen Geräten und hier speziell hochfrequente Geräte ausschließen?

Unter Potentialunterschied versteht man eine vorhandene Spannung zwischen einem Gerät und dem Fußboden usw. und evtl. zwischen den Geräten.

Bei ihrem Fehler würde ich eine hochfrequente Spannung als die Ursache annehmen.

Alle ihre Geräte haben eins gemeinsam (Fernseher evtl. nicht) sie sind wahrscheinlich über Mischpult oder zusammenschalten über Netzkabel (Hier ist der Schutzleiter, der mit dem Fußboden direkt verbunden ist), sowie abgeschirmte Kabeln miteinander verbunden.
Sollte dies sein, so probieren sie aus welches Gerät für sich alleine die Störungen verursacht. Anfassen von Kabelabschirmung usw. Ein Netzbrummen stellt oft eine Fehlerquelle dar. --> Filter

Normalerweise grenzen sie so den Störenfried ein und können durch Filter repariert werden. (Radio- Fernsehmechaniker).

Die Spannungsverschleppung könnte auch vom Receiver herkommen. Hier wird je nach Anlage eine Schaltspannung zusätzlich eingespeist von ca. 8-12 Volt. Diese macht sich normalerweise nicht bemerkbar, weil keine Leistung vorhanden ist und bei Berührung sie zusammenbricht. Auch eine mögliche Fehlerquelle!!

Wenn alles nichts hilft, so müssen sämtliche Abschirmungen, Gerätegehäuse usw. probeweise mit einem Kabel untereinander verbunden werden (Probebetrieb). Wenn sie in einem „Neubau“ wohnen, so hat ihr Haus einen Fundamenterder. Das Verbindungskabel mit dem Fundamenterder verbinden. Jetzt haben sie auf jeden Fall keine Potentialunterschiede mehr.

Hat ihr Haus keinen F-Erder, so können sie sich probeweise mit einem Metallrohr zufrieden geben. Diesen im Erdreich, unter Fußboden Keller -> sonst wie F-Erder. Hilft dies, so kann jetzt ein verzinkter Kreuzerder ca. 1,5 m lang ausreichen.

Ich hoffe, einige Quellen aufgezeichnet zu haben mit deren Hintergrund und Lösung.

Jetzt kann ich nur ein frohes Arbeiten mit Erfolgserlebnis wünschen.

LG Heinz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Vielen Dank für Ihre Mühe. dann werd ich mal…

Mike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!
Dieses „Kribbeln“ wird durch den Verstärker hervorgerufen bzw. übertragen, heißt aber nicht, das dieser defekt ist! Der Verstärker wird von außen aus Metall sein. Die Chincheingänge auf der Rückseite des Verstärkers sind außenrum mit dem Gehäuse verbunden, und bilden somit die sogenannte Masse. Diese ist auch von Fahrzeugen bekannt, der Minus wird an die Karosse angeschlossen. Durch welchen Umstand auch immer, gibt es spürbare Spannungunterschiede zwischen der Erde, und dem Gerät, wahrscheinlich hervorgerufen bzw. übertragen durch ein Chinchkabel. Als erstes würde ich mal schauen, ob das Antennenkabel des TV´s geerdet ist! Das heißt, das egal ob Kabel oder Sat am TV hängt, die Abschirmung des ankommenden Kabels (das außen liegende Geflecht des Kabels)muß!!! geerdet sein, und zwar direkt hinter dem LNB, oder bei Kabel- TV direkt am Übergabepunkt. Also noch weit vor der TV- Dose! Am TV sind nämlich das äußere des Antennenkabels bzw. des Scartsteckers mit den äußeren Kontakten des Chinchsteckers verbunden (dort gibt es auch eine Masse)! Am TV nicht spürbar, da aus Kunststoff, überträgt es sich schön auf den metallenen Verstärker über Chinch, der es dann über die Masse ans Gehäuse weitergeben wird! Meiner Meinung nach ist dann das Problem gelöst! Ansonsten kann man auch selbst „mal eben zum testen“ vom äußeren Metallrand vom Sat- Stecker eine Brücke zur Steckdosenerde bzw. zu einer blanken Stelle zu einem Heizkörper legen. Dadurch erstellen wir einen Potentialausgleich, der eigentlich bei korrekter Installation schon viel weiter vorne in der Installation der Sat- Anlage hätte vorgenommen werden müssen . Somit kann durch Anfassen des Verstärkers kein Strom durch den Menschlichen Körper fließen (wir haben ja eine besser leitende Brücke zur Erde hin eingebaut, die sich durch die Chinchkabel über alle Geräte überträgt) und es ist kein Kribbeln mehr spürbar!
Optional könnte man versuchen, das äußere eines Chinchkabels auch mal mit der Erde zu verbinden, es also auf gleiches Potential zu bringen!
Habe noch ein paar andere Lösungswege, aber dieser wird es erfahrungsgemäß sein! :wink:
Ansonsten nochmal melden, bin gerne zu weiteren Hilfen bereit! :smile:
d

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ganz herzlichen Dank.
Das hilft mir weiter.

LG Mike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Abhilfe:

Die einfachste Methode, die man zu allererst mal probieren sollte bevor man Geld ausgibt, ist die Netzstecker der in Frage kommenden Geräte mal zu drehen, sprich also von Receiver, TV, Videorekorder, PC, Aktivsub, allen Geräten einfach, die direkt auf eine Art mit der Erde verbunden sind.
Manchmal hilft es schon, da dadurch die Phasenlage auf der Masse des Gerätes gedreht wird, und die spannung unter Umständen ausgelöscht wird.
Sollte dies Funktionieren, kann es aber auch ein Hinweis auf ein Gerät mit einer defekten bzw. fehlerhaften Isolation sein.
Dann sollte man auch darauf achten, das die Steckdosen der angeschlossenen Geräte möglichst Nah beieinander liegen. Solche schleifen müssen nämlich nicht immer in Verbindung mit einer Antennenleitung auftreten!!!

Auch kann es hilfreich sein, den Spannungsabfall dadurch zu verringern, das man einfach eine niederohmigere Verbindung zwischen den Geräten herstellt. Das bedeutet, man nimmt dickere Chinchkabel, die also eine dickere und größere Abschirmung haben. Diese hat Gesetzmäßig auch einen kleineren Widerstand, also ist der Spannungsfall auch kleiner, die spannung niedriger.
Es kann auch hilfreich sein, zwischen den Geräten eine zusätzliche Masse oder Gehäuseverbindung durch ein dickes Kabel herzustellen. Auch kann es helfen, an die Abschirmung des Antennenkabels ein zusätzliches Kabel anzubringen, welches dann mit der Erde der Steckdose verbunden wird.
Noch besser ist in so einem Fall die Verbindung zwischen Antennenmasse und Erde direkt am ersten Verteiler oder gleich nach dem Hausanschlussverstärker im Keller zu machen. Ein Erdungskabel mit 16mm² zwischen Verteiler und einem Wasserrohr reicht schon aus. So gemacht ist es z.B. bei mir zuhause.
Fliegt bei diesem Versuch der FI Schutzschalter, bedeutet dies keine schleife im herkömmlichen Sinne, sondern eine defekte Isolierung an einem der Geräte!!

Wenn das alles nichts hilft, dann muss man leider Geld ausgeben.

Falls die spannung durch die Antennenleitung ausgelöst wird, kann man sich im Handel, z.B. Conrad, ProMarkt usw., einen so genannten Mantelstromfilter kaufen. Dieser wird dann einfach zwischen Antennensteckdose und Empfangsgerät gesteckt. In diesem Teil ist nichts anderes als ein kleiner Ferritkernübertrager und ein Kondensator. Die Verbindung zwischen Kabelnetz und Empfangsgerät ist dann nur noch magnetisch, die spannung kann nicht mehr über die Gerätemassen fließen. Solche Mantelstromfilter kosten zwischen 15 und 30 Euro. Allerdings kann es vorkommen, dass die Empfangsqualität durch solch einen Filter beeinträchtigt wird.

Eine weitere Möglichkeit ist, einen NF Übertrager in die Chinchleitung zwischen Receiver und Aktivsubwoofer / PC zu schalten. Diese Übertrager sind eigentlich für den Car HiFi Bereich gedacht, da man dort häufig das Problem mit einer Masseschleife bekommt, die sich durch das Surren der Lichtmaschine in der Anlage bemerkbar macht.
Diese NF Übertrager, oder auch Trennübertrager, helfen in solchen Fällen aber auch einwandfrei im Heimbereich.
Das Prinzip ist dass selbe wie beim Mantelstromfilter, es sind zwei Übertrager drin, für links und rechts, welche die Leitung Unterbrechen und die einzelnen Gerätemassen voneinander trennen. Die Verbindung besteht dann ebenfalls nur noch magnetisch.

Diese Übertrager helfen aber nur bei Tonsignalleitungen. Bei Verbindungen, wo auch Bildsignale mit übertragen werden, helfen sie nicht, da sie nicht in der Lage sind, solch hohe Frequenzen Verlustfrei zu übertragen.
Der Preis liegt ebenfalls zwischen 15 und 30 Euro.

Elektronisch versierte Bastler können sich auch eine Galvanische Trennung mittels Optokopplern realisieren. Diese ist ebenfalls überaus Wirkungsvoll, und mit ihr können sogar Bildinformationen übertragen werden, da es Optokoppler gibt, die schnell genug sind. Wichtig nur dabei, das man für Ein- und Ausgang auch zwei verschiedene Netzteile nimmt, und nicht nur eins, welches dann die Masse am Ein- und Ausgang wieder zusammenführt.
Das wäre sogar die sauberere Lösung, da diese NF Übertrager den Höhenfrequenzgang beeinflussen können (was ja jetzt im Falle eines Subwoofers nicht so dramatisch ist).

Sollte das Problem der Masseschleife bei einer sehr hochwertigen Anlage auftreten, welche über Chinch und Symmetrische Verbindungen verfügt, so sollten auf jeden Fall die Symmetrischen Anschlüsse genutzt werden, da sich hierbei jegliche Störung selbst auslöscht.

haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre große Mühe.
Beeindruckend.

Dann werd ich mal.

LG Mike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Joachim,

das lässt sich m.E. nur über einen umfassenden Funktionspotenzialausgleich - gleiches Elektronik-Bezugspotenzial (0V) für alle Geräte - verhindern. Bedeutet aber mglw. einen Eingriff in ein Gerät (Ein Gerät, z.B. der Verstärker, ist das „Systemzentrum“, in diesem ist Funktionserde mit leitendem Gehäuse Verbunden, von dort Funktionspotenzialausgleich über Verbindungskabel zu den anderen Geräten, in denen die Elektronik inkl. Schnittstellen zu den Gehäusen sauber isoliert ist.
Wenn der Fernseher - oder ein anderes Gerät als Quelle identifiziert sind, vom jeweiligen Hersteller Unterstützung anfordern.

Gruß

Hartmut

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Joachim,

entschuldige bitte, daß ich jetzt erst antworte, aber ich war ein paar Tage unterwegs.

Leider kann ich dir bei deinem Problem nicht helfen,
da der Hifibereich nicht zu meinem Fachgebiet gehört.
Mir ist das Problem grundsätzlich bekannt, aber habe es bis dato nicht als so schwerwiegend empfunden, als das ich nach einer Abhilfe gesucht hätte.

Gruß
Andreas

Hallo Joachim,
es könnte sein dass diese kribeln von einer statischen aufladung kommt. dann müsste zumindest durch Anschluß des Verstärkers an die Erdung dieses Problem beseitigt werden können. Eine Elektrofachkrat sollte das wissen.
Ich würde die Geräte durch einen E-check zugelassenen Betrieb überprüfen lassen, um alle evtl Gefahren auszu- schliessen.

PS: bin mit der Antwort so spät dran, weil in meinem Wohnort schlechte Funkverbindung besteht.
Heute bin ich in München, und da gehts schneller.

viel Erfolg