Erdwärme

Hallo,

wir wollen unsere Wohnung mit Erdwärme beheizen. Wir haben gehört, dass man die Sonden in verschiedenen formen setzen kann (Loch bohren, Graben, Meander). Welche davon ist zu empfehlen?

Hat jemand sonst allgemein Erfahrung mit Erdwärme?

Vielen Dank,

Victoria

Hallo Victoria

Das kommt auf die Gegebenheiten und die Heizlast an.
Je geringer die berechnete Heizlast um so weniger Sonden bzw. Leitungen werden benötigt; kommt aber auch noch zusätzlich auf die Energieausbeute des Bodens (Beschaffenheit) an. Ist das Grundstück groß genug, kann man auf einen Flächenkollektor zurückgreifen. Ansosnten kann man auf die Erdsonden- oder Spieße zurückgreifen.
Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen sind die Aufstellungskosten sehr hoch, würde deswegen auch mal in Betracht zeihen auf eine Luftwärmepumpe zurück z greifen, da entfallen die Bohrungen oder Gräben.

Hoffe ich konnte helfen?
Schönen Abend noch :smile:
Gruß
Nelsont

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Moien

wir wollen unsere Wohnung mit Erdwärme beheizen. Wir haben
gehört, dass man die Sonden in verschiedenen formen setzen
kann (Loch bohren, Graben, Meander). Welche davon ist zu
empfehlen?

Gegenfrage: wo wohnst du ?

Die unterschiedlichen Sondentypen und Systeme funktionieren in unterschiedlichen Regionen.

Hat jemand sonst allgemein Erfahrung mit Erdwärme?

Es ist verdammt viel Schlangenöl in dem Gebiet alternative Heizungen unterwegs. Vertraue nur Zahlen die dir 3-4 Unternehmen unabhängig voneinander gegeben haben.

cu

Hallo Victoria!

wir wollen unsere Wohnung mit Erdwärme beheizen. Wir haben gehört, dass man die Sonden in verschiedenen :formen setzen kann (Loch bohren, Graben, Meander). Welche davon ist zu empfehlen?

Erdwärme nutzt man per Wärmepumpe. Dabei hebt eine elektrisch betriebene Apparatur das aus der Erde gewonnene Temperaturniveau so weit an, daß es zur Raumheizung genutzt werden kann. Damit die Sache wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll funktioniert, muß die winterliche Temperatur in der Erde möglichst hoch sein und die zum Heizen benötigte Temperatur möglichst niedrig sein. Damit man mit niedriger Temperatur (Heizungsleute sagen Vorlauftemperatur dazu und meinen die Temperatur des Wassers, das den Heizkörpern zugeführt wird) heizen kann, müssen die Heizkörper sehr großflächig sein. Deshalb kommen in Zusammenhang mit Wärmepumpen hauptsächlich Fußboden- und Wandheizungen in Frage (nicht die üblichen Konvektoren). Damit das aus der Erde kommende Temperaturniveau möglichst hoch ist, nutzt man idealerweise Grundwasser. Dafür sollte in nicht viel mehr als 15 m Tiefe Grundwasser vorhanden sein. Das Grundwasser hat ganzjährig eine Temperatur von reichlich 10°C. Zum Heizen braucht man für eine Fußbodenheizung ungefähr 35°C Vorlauftemperatur, so daß die Wärmepumpe die Temperaturdifferenz von 25°C zustande bringen muß. Unter diesen Voraussetzungen hat man die Chance auf wirtschaftlich sinnvollen Betrieb.

Zur Nutzung des Grundwassers braucht man 2 Bohrungen. Aus einer Bohrung wird das Grundwasser nach oben gefördert, ihm wird die Wärme entzogen und das abgekühlte Grundwasser führt man über die zweite Bohrung wieder zurück in die Erde. Die Nutzung von Grundwasser ist genehmigungspflichtig. Sofern man schweren, feuchten Boden hat, kann man auf die Bohrungen verzichten und statt dessen Wärmetauscher in 1 bis 2 m Tiefe verlegen.

Bei ungeeigneter Bodenbeschaffenheit oder zu kleinem Grundstück läßt sich trotzdem eine Wärmepumpe betreiben. Man kann nämlich auch der Außenluft Wärme entziehen. Weil die Außenluft im Winter ziemlich kalt sein kann, holt man sich die Luft aus einiger Entfernung heran und leitet sie zur Vorwärmung durch ein in der Erde in frostfreier Tiefe verlegtes Rohr.

Man kann viel machen, aber alles kostet Geld. Fünfstellige Beträge sind dabei schnell verbaut. Wirtschaftlich sinnvoll kann der Betrieb einer Wärmepumpe nur unter günstigen Voraussetzungen sein, also großflächige Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur und geeignete Bodenbeschaffenheit bzw. nutzbares Grundwasser. Sobald Investition und Betriebskosten einer Wärmepumpe die Kosten einer Heizung mit Öl oder Gas übersteigen, handelt man auch nicht mehr ökologisch vernünftig. Der zum Betrieb einer Wärmepumpe benötigte Strom muß schließlich irgendwo erzeugt werden und belastet die Umwelt. Für jede für den Betrieb der Wärmepumpe eingesetzte kWh an Strom muß ungefähr der dreifache Heizwert irgendeines Brennstoffs in einem Kraftwerk eingesetzt werden. Günstiger ist diesbezüglich nur per Wasserkraft, solar oder mit Windrädern erzeugter Strom, der aber insgesamt nur einen kleinen Teil der gesamten Stromerzeugung ausmacht.

Fazit: Wer seinem Portemonnaie und der Umwelt etwas Gutes tun will, investiert in ordentliche thermische Isolation und zeitgemäße Belüftungstechnik seines Hauses. Dabei läßt sich der Energiebedarf so weit senken, daß die Art der Heizung und Brennstoffkosten zur Nebensache werden.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

siehe dazu auch die Antworten und die Links in den
Antwortpostings.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Gruß Uwi

wir wollen unsere Wohnung mit Erdwärme beheizen. Wir haben
gehört, dass man die Sonden in verschiedenen formen setzen
kann (Loch bohren, Graben, Meander). Welche davon ist zu
empfehlen?

Hat jemand sonst allgemein Erfahrung mit Erdwärme?

Vielen Dank,

Victoria