Erektion beim Morden im Nahkampf

Hallo zusammen,

mein Religionslehrer, der eigentlich ein sehr kluger Mensch ist, hat uns vor einer Weile erzählt, dass es unzählige Berichte darüber gibt, dass Männer eine Erektion beim Töten eines Menschen im Nahkampf bekommen, aber durch die moderne Gesellschaft verdrängt wird, dass Mord erregend sein kann. Er bezog sich dabei nicht auf Triebtäter, sondern auf einfache Soldaten. Weiß jemand, wo man hierzu seriöse Berichte bekommen kann?

Gruß,
Hekate

Liebe Hekate!

mein Religionslehrer, der eigentlich ein sehr kluger Mensch
ist, hat uns vor einer Weile erzählt, dass es unzählige
Berichte darüber gibt, dass Männer eine Erektion beim Töten
eines Menschen im Nahkampf bekommen, aber durch die moderne
Gesellschaft verdrängt wird, dass Mord erregend sein kann.

Da könnte dein kluger Religionslehrer vor einiger Zeit ein Buch wie dieses gelesen haben:
http://www.amazon.de/M%C3%A4nnerphantasien-1-2-Klaus…

Da sind alle drei Thesen enthalten:

  • sexuelle Lust beim Töten im Krieg
  • Verdrängung der Verbundenheit von Sex und Tod durch die kulturellen Moralvorstellungen
  • nicht nur bei pathologischen Fällen

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eines Menschen im Nahkampf bekommen, aber durch die moderne
Gesellschaft verdrängt wird, dass Mord erregend sein kann.

Hmm. Ist aber durchaus das Thema manches Krimis. Na gut, die Dichter sind oft näher am menschlichen Wesen dran als die Psychologie und Religion.

bezog sich dabei nicht auf Triebtäter, sondern auf einfache
Soldaten.

Na ja, möglicherweise sind einfach nur die Emotionen so nah beieinander im Hirn lokalisiert, dass dieser Megastress des Tötens in die Bereiche die für sexuelle Erregung zuständig sind übersprechen. Oder es geschehen dabei vergleichbare Erregungen im Gehirn (Kontrollverlust) wie beim Geschlechtsakt.

Vielleicht bei dem da: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Peter_Duerr

Der Link zu dieser Infoseite ist nämlich hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Erektion

Gruß

Stefan

Danke, das Buch klingt wirklich sehr interessant, vielleicht werde ich mir das sogar bestellen.

Gruß,
Hekate

Hi Candide
Auf diese Art der sexuellen Befriedigung greifen wir aber nur im äußersten Notfall zurück, stimmst?
*g*
Es grüßt dich
Branden

ja, leider, ich wurde als we(h)rektions-untauglich

Auf diese Art der sexuellen Befriedigung greifen wir aber nur
im äußersten Notfall zurück, stimmst?

… eingestuft (owt) - passte nicht mehr in die Betreffzeile - darum, lieber vanBranden, bleibt mir dieser erotische Hochgenuß bedauerlicherweise versagt.

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hi,

Ich koennt mir vorstellen, dass das (wenn ueberhaupt) nur bei „gestoerten“ Persoenlichkeiten der Fall sein kann, die gewisse Leidenschaften beim Toeten empfinden.

Im Gegensatz dazu hab ich eher die Informationen, dass sich die maennlichen Geschlechstteile, gerade im Nahkampf, eher besonders „klein machen“ oder sogar fast vollstaendig in den Koerper zurueckziehen. Ein kleiner Trick der Natur um diese empflindlichen Organe zu schuetzen.

Ausserdem frage ich mich, wer solche Berichte verfasst hat und wer bezuegliche Beobachtungen angestellt hat und wie.

Ja, Reli-Lehrer und ihre komischen Geschichten^^ kenn ich

also, ich, die ja sowieso einen schaden hat, kann mir sowas sogar sehr gut vorstellen, da ja jungs/männer bei allem ihre freude finden können.
vielleicht kennt ja jemand das buch die show. da ist das so ähnlcih^^

Hallo auch,

ich bin zwar kein Psychologe, möchte mich aber dennoch zu Wort melden.

Erstens, was denn nun: morden oder töten? Du verwendest beide Begriffe äquivalent, dabei besteht da ein himmelweiter Unterschied! „Töten“ ist der allgemeine Begriff für Leben nehmen, „Morden“ nennt man den Vorgang erst bei bestimmten, niederen Beweggründen (wie z.B. Gier). Juristisch ist das sogar noch feiner unterteilt, zB fahrlässige Tötung, Totschlag oder Mord.
Ein Soldat im Krieg mordet nicht, sondern er tötet! Ein Soldat, der im Krieg tötet, macht seine Arbeit. Ein Soldat, der im Krieg mordet, ist hingegen ein Kriegsverbrecher und ein Fall fürs Kriegsgericht.

Zweitens, eine männliche Erektion muß nicht unbedingt etwas mit (sexuellem) Lustempfinden zu tun haben. Die Schlußfolgerung, daß man bei einer Erektion erregt sein muß, ist nicht unbedingt richtig. Männer bekommen zB auch Erektionen im Schlaf, wenn sie auf Toilette müssen. Man hört auch, das manche Männer bei Anspannung und Angst Erektionen bekommen.

Drittens ist es doch absolut vorstellbar, daß ein Kampf auf Leben und Tod tatsächlich stimulierend und erregend sein kann. Der Kampf ums Überleben und damit verbundenes Töten ist ein jahrmillionenaltes, eigentlich „normales“ Verhaltensschema, ein tiefsitzendes Ur-Programm, gekoppelt mit extremen Emotionen und Instinkten, von außerordentlicher Erregung bis panische Angst. In extremen Situationen, die wir nicht gewöhnt sind, reagieren wir sicher völlig anders, als wir uns vorstellen können (Filmtip „Lawrence von Arabien“). Zahllose Gräuel- aber auch Heldentaten in allen Kulturen und Epochen dieser Welt beweisen das doch.

Es ist für mich absolut vorstellbar und wundert mich kein bischen, daß Männer beim Kampf auf Leben und Tod auch Erektionen bekommen können. Das ist ja ein Vorgang, der nicht der Willenskontrolle unterliegt.

Gruß
Moriarty

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Hallo

Erstens, was denn nun: morden oder töten? Du verwendest beide
Begriffe äquivalent, dabei besteht da ein himmelweiter
Unterschied! „Töten“ ist der allgemeine Begriff für Leben
nehmen, „Morden“ nennt man den Vorgang erst bei bestimmten,
niederen Beweggründen (wie z.B. Gier). Juristisch ist das
sogar noch feiner unterteilt, zB fahrlässige Tötung, Totschlag
oder Mord.

Die Beweggründe zählen nicht, das ist nur eine
Ausprägung der Schuldmechanik, die sich auf die
eigene bzw. fremde Gruppe bezieht. Ein Soldat der aus
„niederen Beweggründen“ „seine Arbeit ordentlich tut“
bekommt einen Orden oder entsprechenden Respekt.

Ein Soldat im Krieg mordet nicht, sondern er tötet! Ein
Soldat, der im Krieg tötet, macht seine Arbeit. Ein Soldat,
der im Krieg mordet, ist hingegen ein Kriegsverbrecher
und ein Fall fürs Kriegsgericht.

Genau. Seit My Lai ist klar, daß der Soldat hier
schlechter gestellt ist als seine Maschinerie, die
er für gewöhnlich bedient.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_My_Lai)
Denn wenn die „Technik“ das tut (mit diesem Resultat),
nennt man dasselbe „Kollateralschaden“.

Drittens ist es doch absolut vorstellbar, daß ein Kampf auf
Leben und Tod tatsächlich stimulierend und erregend sein kann.
Der Kampf ums Überleben und damit verbundenes Töten ist ein
jahrmillionenaltes, eigentlich „normales“ Verhaltensschema,
ein tiefsitzendes Ur-Programm, gekoppelt mit extremen
Emotionen und Instinkten, von außerordentlicher Erregung bis
panische Angst. In extremen Situationen, die wir nicht gewöhnt
sind, reagieren wir sicher völlig anders, als wir uns
vorstellen können (Filmtip „Lawrence von Arabien“). Zahllose
Gräuel- aber auch Heldentaten in allen Kulturen und Epochen
dieser Welt beweisen das doch.

Da ist imho etwas dran. Immerhin: der überlegene Soldat,
der mit dem Schnellfeuergewehr die Reihen der Feinde
niedermäht, hat etwas phallisch-supranaturales. Er selbst
dürfte diese Machtposition außerordentlich stark empfinden.
Wo bei altertümlichen Kampfesweise noch Körperkontakt
dazukommt, dürfte der Körper von einem beträchtlichen
Hormoncocktail überschwemmt werden.

Aber doch halte ich das ganze für eine absolute
Ausnahme. Sowohl hinsichtlich der Situation
als auch hinsichtlich der Soldaten.

Grüße

CMБ

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also, ich, die ja sowieso einen schaden hat, kann mir sowas
sogar sehr gut vorstellen, da ja jungs/männer bei allem ihre
freude finden können.
vielleicht kennt ja jemand das buch die show. da ist das so
ähnlcih^^

Wobei man sagen muss, dass offenbar eher die Frauen hauptsaechlich aus Leidenschaft toeten,waehrend der Mann oefter aus anderen Beweggruendenn wie z.B. Habgier oder im Krieg (also eher unfreiwillig) toetet.

… du weißt schon, dass z.B. in Mexiko der Großteil aller Frauen von ihren eigenen Ehemännern ermordet werden, häufig aus Eifersucht und vergleichbarem?

Ich fürchte die Theorie lässt sich nicht halten.

Dazu kommt, das Frauen weniger gewaltsame (im direkten Sinne) Tötungsmethoden benutzen wie Gift oder Erschießen, grade weil sie weniger Kraft haben als Männer.
Diese erschlagen oder erwürgen häufiger und bei Messergebrauch stechen sie öfter zu. Die Männer sind ihren Opfern also „näher“.

lg
Kate

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