Erektionsstörung

Hallo,
ich habe das Archiv durchforstet aber das wirklich passende nicht gefunden.
Also ein Prostataproblem ist ausgeschlossen, da ist eine nur minimale Vergrößerung festgestellt worden.
Diabetes liet vor und das mach natürlich Probleme.
Die Erektion wird im Prinzip im Laufe der Zeit immer weniger, also im Laufe von Monaten ist sie immer schwerer herzustellen und immer schwächer, obwohl die Lust ausreichend da ist. Die Orgasmen sind nach wie vor befriedigend und schön.
Allerdings stellt sich phasenweise in der Penisspitze ein verstärktes Gefühl von Harndrang ein. (ich bin Frau, warum ist die Erwähnung der Penisspitze dabei so wichtig?? Wo findet das Gefühl sonst statt??)Und dieses Gefühl stört dann auch die Lust (klar!) Und auch Viagra hilft dann nicht immer richtig gut (obwohl da schon ein erheblicher Unterschied ist).
Auch Morgenlatten können immer seltener begrüßt werden und die vorhandene Erektion bricht während des Verkehrs oftmals schnell ein.
Die Beziehung ist ansonsten stabil, lustvoll, sinnlich und befriedigend (auch sexuell)
Was könnte da noch im Busch sein, wer kennt so was sonst noch? Oder was ähnliches?`?
Lieben Dank vorab
Susanne

Hallo Susanne,

ich habe das Archiv durchforstet aber das wirklich passende

[…]

Was könnte da noch im Busch sein, wer kennt so was sonst noch?
Oder was ähnliches?`?

mal ganz davon abgesehen, was sich da körperlich noch so abspielen kann, sollte man bestimmt nicht vernachlässigen, was sich da so im Kopf des Mannes abspielt.

Man(n) setzt sich allein durch Deine (und seine) Erwartungshaltung mächtig unter Druck. Das ist sicherlich kontraproduktiv. Stell ich mir so vor, als wenn ich auf Befehl „einen hoch“ kriegen sollte. Natürlich ist das übertrieben, aber letztlich läuft es auf Ähnliches hinaus. Die Angst zu versagen wird dadurch nur geschürt und mit jedem „Mißerfolg“ sicherlich immer schlimmer. Als unförderlich kommt hinzu, daß man(n) sich zu diesem Thema nicht jedermann anvertrauen und offen darüber reden mag.

Interessant fand ich jüngst einen Zeitungsartikel unter der Überschrift „Schlapp geraucht“. Leider weiß ich nicht mehr, in welcher Illustrierten ich das las. Letztlich ging es darum, daß Rauchen absolut auf die Potenz schlägt.

Ist Dein Mann Raucher, womöglich starker Raucher? Dann kann das allein schon eine Menge ausmachen.

Gruß,
Gerhard

Hallo Susanne,

warum Dein Mann das Gefühl von Harndrang in der Penisspitze zu haben glaubt kann ich Dir nicht erklären. Ich empfinde das mehr im Unterbauch, was auch logisch erscheint weil dort an der Blase der zuständige Schließmuskel sitzt.

Aber zu den Erektionsstörungen. Ich werde immer ganz schnell hellhörig wenn eine Frau hier danach fragt und zugleich im Brustton der Überzeugung mitteilt daß die Stimmung in der Beziehung ja bestens wäre. Ich will Dir da auch nicht partout etwas anderes einreden, aber ich kann Dir ja mal eine Story von mir erzählen:

Ich war damals ca. 25 und hatte „unter schwierigen äußeren Umständen“ eine Beziehung zu einer Gleichaltrigen. Zwischen uns war zwar alles OK, aber man kann seinen grundsätzlichen Streß, sei es im Job, finanziell, oder wie in unserem Fall durch irgendwelche sonstigen Dinge nicht so einfach ablegen. Das ist einem manchmal gar nicht bewußt.
Ich habe mich damals total erschrocken und war mir selber völlig fremd weil ich nie zuvor einen Hänger hatte und das auch immer für ein „Alte-Männer-Problem“ gehalten hatte; und plötzlich erwischte es mich selber.

Der (dann auch bewußte) Streß ist damit natürlich vorprogrammiert und das setzt eine Teufelskreis in Gang: man fürchtet daß man beim nächsten Mal wieder einen Hänger hat, ist nervös, das fördert natürlich eine erneute Erektionsstörung und - oh Wunder, natürlich passiert es dann erst recht wieder…

Je mehr frau sich dann bemüht das Problem zu lösen um so mehr sieht man sich unter „Erfolgszwang“, weil man die Bemühungen ja nun auch nicht enttäuschen möchte.

Lange Rede, wenig Sinn: Vermittle Deinem Mann daß Du es wirklich nicht schlimm findest und man sich auch aneinander anschmiegen kann und so Nähe geniessen kann. Mach nix was mehr oder weniger offensichtlich nur wieder eine „Überrumpelungsmethode“ sein soll damit er eine Erektion bekommt. Je lockerer Du bleibst und je besser Du vermitteln kannst daß es kein Weltuntergang ist und Du es nicht schlimm findest um so eher verschwindet das Problem.

Bei mir war es damals so daß ich mir eine Viagra besorgen konnte, damit war die Sorge daß es nochmal passiert weg - und siehe da, nachdem es einmal funktioniert hatte funktionierte es wieder so wie immer davor und ich hatte niemals wieder irgendein Problem.
Ich bin noch heute verwundert und „fasziniert“ wie massiv die Psyche eine Rolle spielt und wie wenig man sich darüber im Klaren ist.

Also problematisiere vor allem nicht, sondern mach glaubhaft klar daß es kein großes Problem ist.

Alles Gute,

MecFleih

Hi Mec Fleih,
nein, ich glaube wirklich, dass es sich um ein medizinisches Problem handelt.
Wir haben mehrfach gute Gespräche zum Thema gehabt und meist ist er es, der einer gemütlichen Kuschelei den sexuellen Drive gibt. Er weiß, es ist in Ordnung, wenn eine ganze Weile gar nichts sexuelles stattfindet und wir sind ja keine Teenager, wir haben ja auch Plan B in der Tasche:wink:
Er hat Viagra benutzt ( das neuere Zeugs heißt nur anders), und es war hilfreich während der Wirkzeit.
Und ich bemühe mich hier nicht krampfhaft den Mann zu reparieren, ganz im Gegenteil, es war seine Idee, dass ich hier mal nachfragen könnte, weil weder ihm noch seinem Arzt etwas kluges einfällt. (nun weiß ich nicht wirklich wie klug der Arzt ist - und erfahrungsgemäß wissen viele Laien zusammen mehr als die meisten Fachleute.)

Und mein größtes Problem ist, dass er ein Problem damit hat, nicht weil er nicht „funktioniert“.
Aber vielleicht weiß ja noch jemand mehr, so auf der Ebene der körperlichen Symptome.
Lieben Dank für dein Statement
Susanne

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Hallo Gerhard,
nee, ich glaube der Druck ist gar nicht so überaus groß, jedenfalls nicht von meiner Seite, er selbst ist natürlich sehr genervt, aber wir haben befriedigenden Sex, haben beide Spaß und können auch beide ohne. Meist ist er derjenige der mehr will.
Das mit dem Rauchen fand ich interessant, gibt es das Phänomen auch umgekehrt? Solange er noch rauchte, war die Erektion voll da, als er aufhörte, begannen auch die Blutgefäße in dem Bereich schlapp zu machen. Kann natürlich Zufall sein, aber wer weiß?
Ich war auch triebhafter, als ich noch rauchte (was jetzt allerdings 8 Jahre her ist).
Ich hoffe da fällt noch jemand was ein. Lieben Dank erst mal.
Susanne

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Hallo.

Das mit dem Rauchen fand ich interessant, gibt es das Phänomen
auch umgekehrt? Solange er noch rauchte, war die Erektion voll
da, als er aufhörte, begannen auch die Blutgefäße in dem
Bereich schlapp zu machen. Kann natürlich Zufall sein, aber
wer weiß?

Wenn man sich anschaut, was Nikotin bewirkt (nämlich das Zusammenziehen der Blutgefäße), ist das durchaus vorstellbar, allerdings m.E. nicht über einen längeren Zeitraum. Soll heißen, der Körper ist so sehr an das Nikotin gewöhnt, dass ohne es nicht mehr der notwendige „Druck“ aufgebaut werden kann.

Gruß Eillicht zu Vensre

off topic
Hallo Eillicht (mit 2 L),
mir fällt da nur der (hier unpassende, ja, ich weiß)
Witz ein, den ich neulich im Witzebrett gelesen habe.

Mann kauft Zigaretten und deutet auf eine Packung.
Die Verkäuferin gibt sie ihm. Es steht als Warnung
drauf: „Rauchen kann impotent machen.“
Der Mann schüttelt den Kopf und meint: „Geben Sie mir
lieber die Packung mit dem Krebs.“

Grüße
Elke

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*ROTFL* owT
Stern hast.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo Susanne,

Das mit dem Rauchen fand ich interessant, gibt es das Phänomen
auch umgekehrt? Solange er noch rauchte, war die Erektion voll
da, als er aufhörte, begannen auch die Blutgefäße in dem
Bereich schlapp zu machen. Kann natürlich Zufall sein, aber
wer weiß?

Umgekehrt wohl eher nicht. Denn in dem Artikel stand, daß bei erfolgreicher Abstinenz, die wiedererlangung der „normalen“ Potenz im Rahmen des Möglichen läge.

Allerdings sollte Dein Mann sich mal auf Kalkablagerungen in den Adern untersuchen lassen. Blutfett und Cholesterin bestimmen lassen.

Artheriosklerose verstopft die Adern, die Kalkablagerungen können sich nicht nur an den Herzkranzgefäßen oder der Halsschlagader bilden, sondern eben an allen Gefäßen.

Und wenn verstopfte Blutgefäße nicht mehr die für eine pralle Erektion erforderliche Menge Blut fördern, dürfte dies ein Problem sein.

Desweiteren gibt es eine Erkrankung namens „Induratio Penis Plastica“. Eine Kalkablagerung auf den Innenseiten der Penisschwellkörper. Der (oder heißt es die?) Plaque kann heftig groß und hart werden und eine Ausdehnung der Schwellkörper verhindern oder auch für eine einseitige Ausdehnung sorgen.

Durch damaligen Rauschgiftkonsum und den automatisch mitgespritzten Streckmitteln, hab ich derzeit eine IPP erlitten. Gott sei Dank keine ausgeprägte Variante.

Der Plaque konnte mit sogen. „weichen Röntgenstrahlen“ bis zu völligen Beschwerdefreiheit aufgelöst werden.

Markantes und unangenehmes Indiz für eine IPP ist, daß sich der Plaque nicht gleichmäßig bildet, was in der Regel eine mehr oder weniger ausgeprägte und schmerzhafte Penisverkrümmung im erigierten Zustand zur Folge hat.

Wobei die Verkrümmung nach oben vielleicht noch ganz witzig wäre, nach unten, nach links oder nach rechts ist das wohl eher hinderlich, von der Optik ganz zu schweigen.

Gruß und gute Besserung,

Gerhard

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Und mein größtes Problem ist, dass er ein Problem damit hat,
nicht weil er nicht „funktioniert“.

hallo susanne,

und du schreibst, er stünde nicht unter stress? diese haltung dazu ist großer stress.
davon abgesehen, könnte das thema beim urologenbesuch mit angesprochen werden.

strubbel

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Hi Strubbel,
also, ich gebe zu ich komme in Streß.
Ich verstehe die Reaktion „der Männer“ erst mal den Geschlechtsgenossen vor der schwierigen, gierigen, fordernden Partnerin zu beschützen. Damit wäre ich dann auf dem Lust und Liebe Brett besser aufgehoben gewesen, und ich hab auch überlegt, ob das nicht besser gewesen wäre.
Ich kann doch hier auf die Reaktionen nur fragmentarisch reagieren und natürlich ist das Problem vielschichtig. Also kommt hier auch Unterschiedliches von mir rüber. Hier und an dieser Stelle war ich auf der Suche nach dem medizinischen Anteil des Problems. Ob das jemand in dieser Form kennt, ob jemand mehr weiß als wir.

Natürlich läßt es mich nicht emotional unberührt, wenn mein Liebster Frust wegen der Erektionsstörungen hat. Das ist es, was ich meine: es ist nicht so tragisch, dass er nicht „funktioniert“, dass Sex mit Komplikationen behaftet ist, dass ich nicht das kriege, was ich mir für mich wünschen würde.
Mich berührt es tief, dass er traurig ist, genervt, frustriert. Das ist die Stelle, an der ich das größte Mitgefühl habe und ich kann ihm nicht helfen. Wenn das etwas ist, was ihn unter Stress setzt, ja wie sollte ich denn dann reagieren??? Ok, keine wirklich medizinische Frage, aber was würdest du dir denn in so einem Fall wünschen.
Mal abgesehen davon, dass ich wirklich nicht glaube, dass ich hier den Stress mache.
Der Urologe zuckt an diversen Stellen aber auch nur mit den Schultern.
Und er soll gut sein, Fachklinik mit gutem Ruf etc
Susanne

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hallo susanne,

ich hätte sicher dazuschreiben sollen, daß ich seine einstellung dazu meine, nicht deine.

strubbel
§:open_mouth:)