Seit etwa einem 3/4 Jahr nehme ich eine minimale Dosis Citalopram ein (10 mg Cipramil) habe im Frühjahr diesen Jahres ein ausschleichendes Absetzen begonnen aber leider wieder einen Rückfall erlitten, der sich bei mir mit starker Übelkeit, Magenschmerzen, Bewegungslosigkeit, Herzrasen auswirkt (Was jeweils mit Diazepam „beruhigt“ wurde.) Eine Gesprächstherapie wurde beendet, weil ich es laut Therapeutin alleine schaffen würde. Seit dieser Zeit stehe ich ständig an der Schwelle zum nächsten Rückfall - arbeite aber gegen an, soweit mir möglich (Sport, Spaziergänge, Sonne, Entspannungsübungen, Ablenkung). Jetzt mache ich mir einige Sorgen, dass ich, da bereits 35, in nächster Zeit gerne schwanger werden würde, auf unbestimmte Zeit dieses Medikament nehmen muss und dies sich möglicherweise fruchtschädigend auf den Empryo auswirken wird. Wer hat Erfahrungen damit ? Oder - was kann ich noch machen, um diese zwar „leichten“ aber lästen Depressionen endlich zu beenden? Vielen Dank, Nicole
Hallo Nicole,
für Psychopharmaka gilt generell die Empfehlung, diese Medikamente nicht während einer Schwangerschaft einzunehmen. Die Häufigkeit und Schwere schädlicher Effekte ist jedoch von Medikament zu Medikament unterschiedlich. Im Hinblick auf Antidepressiva (trizyklische und SSRI, u.a. Citalopram) konnten bei einigen Neugeborenen leichte und vorübergehende schädliche Effekte festgestellt werden, wobei aber unklar war, ob diese Effekte tatsächlich auf die Medikamente zurückgingen. Insgesamt gesehen besteht nach heutiger Befundlage für diese Antidepressiva nur ein geringes Risiko. Ein höheres Risiko besteht dagegen für Benzodiazepine (u.a. Diazepam). Insgesamt gesehen bleibt die obige Richtlinie sinnvoll, Psychopharmaka möglichst nicht in der Schwangerschaft einzusetzen.
Ich empfehle Dir zusätzlich aber dringend, Dich in diesem Fall von (D)einem Arzt vor Ort beraten zu lassen (ich bin Psychologe, kein Arzt).
Ein Wort zu Deinen Beschwerden: Das, was Du beschreibst, hört sich ziemlich nach Panikattacken an. Deren Häufigkeit kann mit den Medikamenten, die Du einnimmst, in vielen Fällen minimiert werden. Allerdings besteht ein recht hohes Rückfallrisiko nach Absetzen der Medikamente. Daher ist begleitende Psychotherapie wichtig und kann das Rückfallrisiko effektiv senken. Versuche, das anzuwenden, was Du in der Therapie im Umgang mit Deinen Beschwerden gelernt hast (hast Du doch, oder?). Dann hast Du eine gute Chance.
Viel Erfolg wünscht
Oliver Walter
Hallo Oliver,
vielen Dank für Deine Antwort.
Werde natürlich auch noch meinen Arzt dazu befragen. Man will nur möglichst viel darüber hören, um alle Möglichkeiten zu nutzen und damit die Panik-Attacken zu vermeiden. Geht nur nicht immer so leicht
Kopf, Geist und Körper unter einen Hut zu bringen.
Wäre natürlich sehr froh, wenn ich absolut keine Medikamente mehr
benötigen würde…
Ich bemühe mich!
Viele Grüße
Nicole