Erfahrung mit Spritverbrauch

Hallo,

rein Interessehalber: Wie verhält sich der vom Hersteller angegebene Spritverbrauch (nach EU-Norm) zu den in der Praxis erzielten Verbrauchswerten ? Bzw.: Wie praxistauglich sind die Angaben? Gibt es da Unterschiede bei den Herstellern?

Geht das Fahrzeuggewicht / Bereifung / Luftwiderstand usw. mit in die Ermittlung ein oder sind das Werte, die sich nur vom Motor her ergeben und dann nach einem allgemeinen Schlüssel auf Kilometerverbrauch umgerechnet werden?

Klar, wenn die Verbrauchswerte aller in gleicher Weise ermittelt werden, können sie untereinander verglichen werden, von daher hat die Angabe so oder so schon einen gewissen Sinn. So kann ich als Verbraucher ein Auto mit relativ geringem Verbrauch finden. Aber wie gut geben sie auch den tatsächlichen Verbrauch wider?

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch liegen. Das sind 20-30% mehr als angegeben! Und da sind keine „Heizer“ dabei - alles „normale“, gesittete, erfahrene Fahrer(innen). Sollten die Herstellerwerte einfach fehlerbehaftet sein, dann sollte man doch auch viele Leute finden, die 20-30% weniger verbrauchen als angegeben. Sojemand habe ich aber noch nicht gefunden. Wo liegt der Haken?

Grüße
Jochen

Hallo Jochen!

Ich fuhr 'mal einen 2l-Benziner (1,4t Eigengewicht), der hatte laut Werk einen Verbrauch von 7,7l bei konstant 90 km/h. Mit dem 80l-Tank kam ich immer locker über 1.000 km, d.h. ich verbrauchte im Schnitt ca. 7,0 - 8,0 l. (Ich fuhr selten in der Stadt). Den Rekord stellte ich bei einem Kurztrip nach Frankreich auf: Insgesamt 2,400 km (davon ca. 2.200km Autobahn - nicht Kriechspur) mit insgesamt 160l Verbrauch - macht im Schnitt 6,7l/100km. Leider musste der Wagen bei einem Real-Life-Crash-Test sein Leben aushauchen :frowning:

Mfg,
Pürsti

Hallo Jo!

rein Interessehalber: Wie verhält sich der vom Hersteller
angegebene Spritverbrauch (nach EU-Norm) zu den in der Praxis
erzielten Verbrauchswerten ? Bzw.: Wie praxistauglich sind die
Angaben? Gibt es da Unterschiede bei den Herstellern?

Also nach meiner Erfahrung (überwiegend auf japanischen Fahrzeugen mit Ottomotor) sind die Werte schon recht realistisch, wobei eine Unsicherheit von ca. 10% nach oben und unten Einkalkuliert werden muss.

Ob die Zuverlässigkeit der Angaben vom Hersteller abhängt, kann ich schlecht beurteilen, da man dafür ja quasi die gesamte Fahrzeugpalette des Herstellers mal durchtesten müsste.

Jedenfalls war es bei meinen beiden Toyotas (Starlet 1,3L und Yaris eco 1,0L) so, dass ich den Normverbrauch ziemlich genau getroffen habe bzw. nicht selten sogar um einen halben Liter unterschritten habe.

Bei meinem Daihatsu Cuore (L251, 1,0L) fällt es mir dagegen deutlich schwerer den angegebenen Verbrauch zu treffen, hier liege ich bisher im Mittel fast einen halben Liter über der Werksangabe. (Allerdings kam hier auch direkt nach der Einfahrphase erstmal der Wintereinbruch)

Mit den Mazdas 626 (2L Otto) und 323 (1,6L Otto) sowie einem Ford Fiesta 1,6L Saugdiesel hatte ich eigentlich auch nie größere Mühe beim Verbrauch unter der Werksangabe zu fahren.

Geht das Fahrzeuggewicht / Bereifung / Luftwiderstand usw. mit
in die Ermittlung ein oder sind das Werte, die sich nur vom
Motor her ergeben und dann nach einem allgemeinen Schlüssel
auf Kilometerverbrauch umgerechnet werden?

So weit ich weiß wird der Verbrauch mit den Fahrzeugen durch Abfahren einer Teststrecke nach dem Vorgeschriebenen Zyklus ermittelt. Aber das dürfte doch durch eine Web-Recherche 'rauszufinden sein, oder?

So kann ich als Verbraucher ein Auto mit relativ
geringem Verbrauch finden. Aber wie gut geben sie auch den
tatsächlichen Verbrauch wider?

So gut, dass du anhand dieser Angaben eine enge Vorauswahl an Fahrzeugen treffen kannst, und dich anschließend nach einer Probefahrt (bei der du dann ja ggf. auch den Verbrauch ermitteln kannst) für das Fahrzeug entscheiden kannst, welches am besten deinen Anforderungen entspricht.

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben
Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller
angegebenen Verbrauch liegen. Das sind 20-30% mehr als
angegeben! Und da sind keine „Heizer“ dabei - alles „normale“,
gesittete, erfahrene Fahrer(innen).

Hast du denen denn mal beim Fahren zugeschaut? Normal und gesittet heißt nämlich noch lange nicht kraftstoffsparend. Ich kenne auch Leute die sich beklagen, dass ihr Wagen viel mehr verbraucht als angegeben, obwohl sie „ganz sparsam“ fahren und „spätestens bei zweieinhalbtausend Umdrehungen“ schalten.
Wenn ich dann mal mit im Wagen sitze, und sehe wie sie in der Stadt im dritten Gang mit 2.300 Umdrehungen pro Minute unterwegs sind, wundert mich das dann nicht mehr wirklich.

Den Vogel abgeschossen hat mal jemand, der meinte, dass der Verbrauch zwar ziemlich hoch wäre, aber „dass das schon 'ne Menge bringt, wenn man auf der Autobahn in den fünften Gang schaltet“. Da sagt man dann gar nichts mehr zu…

Wo
liegt der Haken?

Unter anderem daran, dass in dem Testzyklus nur maximal mit 120km/h gefahren wird.
In einem Kleinwagen, kannst du davon ausgehen, dass du bei einer Autobahnfahrt mit soweit wie möglich konstanten 110km/h ungefähr den Verbrauch hast, der als Gesamt- bzw. Durchschnittsverbrauch in der Werksangabe steht.

Bei einem Fahrzeug mit Ottomotor kannst du ferner davon ausgehen, dass der Kraftstoffverbrauch (L/100km) in etwa proportional mit der gefahrenen Geschwindigkeit zunimmt.

Wenn du nun davon ausgehst, dass deine Bekannten „ganz normal“ mit 140km/h unterwegs sind - was ich ja auch wirklich nicht als „Heizen“ bezeichnen würde - hast du schon einen Verbrauch der knappe 30% über der Werksangabe liegt.

Was mir noch einfällt, wäre die Zuladung des Wagens, die ja gerade im Stadverkehr mit den häufigen Beschleunigungsvorgängen von Bedeutung ist.
Hier weiß ich allerdings nicht ob bei der genormten Verbrauchsermittlung bereits eine gewisse Zuladung berücksichtigt wird, oder ob da nur der Fahrer im ansonsten leeren Fahrzeug sitzt.
Praktisch kommt letzterer Fall ja eher selten vor…

Gruß

Stefan

Hallo,

rein Interessehalber: Wie verhält sich der vom Hersteller
angegebene Spritverbrauch (nach EU-Norm) zu den in der Praxis
erzielten Verbrauchswerten ? Bzw.: Wie praxistauglich sind die
Angaben? Gibt es da Unterschiede bei den Herstellern?

Ich brauche immer 30-60% mehr, mein Vater braucht meist 20-30% weniger als die Herstellerangabe. Da die Verbrauchermittlung nach einem genormten Verfahren abläuft dürften da kaum herstellerspezifische Unterschiede bestehen. Es gibt zwar ein Gerichtsurteil, nach dem bei permanent mehr als 10% Mehrverbrauch ein Recht zur Wandlung des Kaufvertrages besteht, aber das nützt mir wenig, da ein anderes Auto auch nicht anders verbraucht.

Geht das Fahrzeuggewicht / Bereifung / Luftwiderstand usw. mit
in die Ermittlung ein oder sind das Werte, die sich nur vom
Motor her ergeben und dann nach einem allgemeinen Schlüssel
auf Kilometerverbrauch umgerechnet werden?

Den genauen Ablauf des Verfahrens kenne ich nicht.

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben
Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller
angegebenen Verbrauch liegen. Das sind 20-30% mehr als
angegeben! Und da sind keine „Heizer“ dabei - alles „normale“,
gesittete, erfahrene Fahrer(innen). Sollten die
Herstellerwerte einfach fehlerbehaftet sein, dann sollte man
doch auch viele Leute finden, die 20-30% weniger verbrauchen
als angegeben. Sojemand habe ich aber noch nicht gefunden. Wo
liegt der Haken?

Eindeutig in der Fahrweise. Ich verbrauche deutlich mehr, mein Vater deutlich weniger. Ein Testfahrer hat mal einen Serien-Passat mit 90PS TDI von Moskau nach Berlin gefahren. Durchschnittsverbrauch war, wenn ich mich recht errinnere bei 1,7 oder 1,9 Liter. Jedenfalls hätte der mit dem in Moskau gefüllten Tank so noch bis Paris weiterfahren können.

Beim Benziner nie Vollgas geben und extrem geringe Drehzahlen, wegen der Vollastanfettung und beim TDI immer unterhalb der Ansprechdrehzahl des Turboladers fahren (max. 1500 U/min), dann wird’s mit dem Verbrauch in den Keller gehen. Solch extremes Fahren ist dann aber auch wie konzentriertes Arbeiten.

Gruß
Tilo

Hallo Stefan,

danke für deine ausfühliche Antwort.

Hast du denen denn mal beim Fahren zugeschaut? Normal und
gesittet heißt nämlich noch lange nicht kraftstoffsparend.

Ganz genau das ist des Pudels Kern! Ich habe den Eindruck, dass die Verbrauchs-Normwerte für eine sehr spritsparende Fahrweise gelten. Leider Fahren die meisten nicht sonderlich sparsam; die meisten fahren ‚unbedacht‘ - so würde ich das formulieren.

Natürlich sollte jeder möglichst sparsam fahren, blöderweise geht die Vorstellung, der Durchschnittsfahrer führe so, an der Realität vorbei.

Weiß jemand, ob in diesem Testzyklus das durchschnittliche Fahrverhalten oder ein sparsames Fahrverhalten simuliert wird?

Den Vogel abgeschossen hat mal jemand, der meinte, dass der
Verbrauch zwar ziemlich hoch wäre, aber „dass das schon 'ne
Menge bringt, wenn man auf der Autobahn in den fünften Gang
schaltet“. Da sagt man dann gar nichts mehr zu…

=:-S

Aber nein, solche Leute würde ich nicht nach den Verbrauch fragen - höchstens um mal echte Negativbeispiele zu haben.

Wenn du nun davon ausgehst, dass deine Bekannten „ganz normal“
mit 140km/h unterwegs sind - was ich ja auch wirklich nicht
als „Heizen“ bezeichnen würde - hast du schon einen Verbrauch
der knappe 30% über der Werksangabe liegt.

Ja, diese Sachen sollten aber aus den Einzelmessungen hervorgehen. Es wird ja der Verbrauch für Autobahn/Überland/Stadt angegeben und dann eben der „Drittelmix“. Wenn man fast ausschließlich BAB (120-140 km/h) fährt, sollte dann aber der Autobahnverbrauch das Maß sein und nicht der Drittelmix.

Gruß
Jochen

Hallo,

Danke für die Antwort.

Solch extremes Fahren ist dann aber auch
wie konzentriertes Arbeiten.

Autofahren ist eigentlich sowieso konzentriertes Arbeiten. Alles andere ist fahrlässig, im doppeldeutigen Sinne des Wortes.

Gruß
Jochen

Hallo nochmal!

Ganz genau das ist des Pudels Kern! Ich habe den Eindruck,
dass die Verbrauchs-Normwerte für eine sehr spritsparende
Fahrweise gelten.

Ich würde es etwas anders formulieren. Meiner Meinung nach gelten sie für eine vernünftige, auch auf den Verbrauch konzentrierte Fahrweise.

Mit einer sehr spritsparenden Fahrweise kann man auch mehr als 20% unter der Werksangabe fahren. Allerdings muss man sich dafür schon extrem auf die Fahrweise konzentrieren um a) sich nicht den Verbrauch zu versauen und b) um andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig zu behindern bzw. zu belästigen.
Da dies aber auf die Dauer sehr anstrengend ist, und sich möglicherweise auch negativ auf die Lebenserwartung der Maschine auswirkt würde ich diese Fahrweise nicht als überaus vernünftig bezeichnen.

Die bei vielen Leuten „normale“ vermeintlich sparsame Fahrweise ist aber oft die reinste Verschwendung. Wer meint sparsam zu fahren ist damit getan, bei 2500 Umdrehungen zu schalten ist einfach schief gewickelt. Dritter Gang beim Mitschwimmen im Innerortsverkehr ist in meinen Augen nicht „normal“, sondern Verschwendung. Der 4. oder 5. Gang hätte dafür auch ausgereicht.
Oder auf eine rote Ampel hin zu beschleunigen, um dann wenig später um so stärker abbremsen zu müssen - das ist zwar, wie ich jeden Morgen beobachten kann, für viele Leute „normal“, hat aber in meinen Augen nichts mit einer Vorausschauenden Fahrweise zu tun.

Der Punkt ist eben, dass man nicht nur sparsam fahren muss, sondern dass man eben auch vermeiden sollte, in Verbrauchsfallen zu tappen.
Ein praktisches Beispiel, das ich jeden Morgen wieder bewundern darf: Außerortsstrecke auf der irgendwann einige miteinander verschaltete Ampeln im Abstand von wenigen hundert Metern aufeinander folgen. Auf der gesamten Strecke sind 70km/h erlaubt.
Da bringt es nix, wie der Kollege der jeden Tag an der ersten Ampel neben mir steht, bei grün noch so vorbildlich sparsam auf die 70km/h zu beschleunigen, wenn man dann an jeder der folgenden Ampeln stehen bleiben muss.
Spätestens nach einer Woche sollte auch der letzte gemerkt haben, dass man ganz komfortabel und ohne zu Bremsen durchkommt, wenn man im konkreten Beispiel bis zur ersten Ampel 50 fährt, und danach mit 65 weiterfährt.
Alles andere ist dann einfach Unwissenheit oder eben völlig unnötige Verschwendung.

Leider Fahren die meisten nicht sonderlich
sparsam; die meisten fahren ‚unbedacht‘ - so würde ich das
formulieren.

Genau das wollte ich sagen. Um beim Verbrauch auf die Werksangaben zu kommen, muss man nicht übermäßig sparsam fahren, man muss nur vermeiden, unbedacht zu fahren.

Weiß jemand, ob in diesem Testzyklus das durchschnittliche
Fahrverhalten oder ein sparsames Fahrverhalten simuliert wird?

Vom Geschwindigkeitsprofil her ist es eher das durchschnittliche Fahrverhalten, mit der Einschränkung, dass eben nur mit maximal 120 km/h gefahren wird.
Ich weiß allerdings nicht, ob die Beschleunigung und das Schalten dabei auch exakt reproduzierbar festgelegt ist.

Wenn du nun davon ausgehst, dass deine Bekannten „ganz normal“
mit 140km/h unterwegs sind - was ich ja auch wirklich nicht
als „Heizen“ bezeichnen würde - hast du schon einen Verbrauch
der knappe 30% über der Werksangabe liegt.

Ja, diese Sachen sollten aber aus den Einzelmessungen
hervorgehen. Es wird ja der Verbrauch für
Autobahn/Überland/Stadt angegeben und dann eben der
„Drittelmix“. Wenn man fast ausschließlich BAB (120-140 km/h)
fährt, sollte dann aber der Autobahnverbrauch das Maß sein und
nicht der Drittelmix.

Das ist ja an sich auch kein Problem, die Verbrauchswerte für den Innerorts- und Ausserortsteil der Messung sind ja üblicherweise einzeln ausgewiesen.

Und ansonsten kannst du diese Angaben - ungeachtet dessen, was du bei deiner persönlichen Fahrweise verbrauchst - doch einfach als „Verbrauchsindex“ betrachten.
Wenn du bei deinem aktuellen Fahrzeug A sagen wir mal 30% über der Werksangabe liegst, wirst du mit der gleichen Fahrweise und den in Größe und Motoriserung vergleichbaren Fahrzeugen B oder C auch etwa 30% über deren jeweiliger Werksangabe liegen.
Somit geben die Werte doch unabhängig von der persönlichen Fahrweise einen brauchbaren vergleichsmaßstab her.

Gruß

Stefan

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Hallo,

rein Interessehalber: Wie verhält sich der vom Hersteller
angegebene Spritverbrauch (nach EU-Norm) zu den in der Praxis
erzielten Verbrauchswerten ? Bzw.: Wie praxistauglich sind die
Angaben? Gibt es da Unterschiede bei den Herstellern?

Hier: Ford Fiesta Diesel Bj. 1997. Herstellerangabe: knapp 7 Liter. Realwert: 6-6,5 Liter je nach Fahrweise. Ebenso: Fiesta Diesel Bj 1989. Gleicher Motor, aber gut 250kg weniger Leergewicht, Hersteller sagt: 7 Liter, Realwert 5,2 - 5,5 Liter.

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben
Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller
angegebenen Verbrauch liegen. Das sind 20-30% mehr als
angegeben! Und da sind keine „Heizer“ dabei - alles „normale“,
gesittete, erfahrene Fahrer(innen).

Gesittete Fahrweise ist nicht spritsparend. Sprindsparend faehrt, wer vorausschauend faehrt. Dennoch wird man oft genug zu einer Fahrweise gezwungen, die suboptimal im Bezug auf den Verbrauch ist. Aber Sicherheit geht vor. Andererseits: Bei meiner Fahrleistung von knapp 25000km/Jahr waere der Unterschied zwischen spritsparend und „sportlich“ - sofern man bei einem Saugdiesel von sportlich reden kann - bei max. 200 Litern oder 180 Euro. Im Jahr wohlbemerkt. Das sind 15 Euro im Monat. Ob man sich dafuer irgendwie besonders bemuehen sollte, muss jeder selbst wissen.

Sollten die
Herstellerwerte einfach fehlerbehaftet sein, dann sollte man
doch auch viele Leute finden, die 20-30% weniger verbrauchen
als angegeben. Sojemand habe ich aber noch nicht gefunden. Wo
liegt der Haken?

Nun, ich halte 6 Liter fuer signifikant weniger als 7. Aber es kommt halt auf das Auto an, wuerde ich die Kiste entruempeln, waeren noch ein Paar 100ml drin. Ist mir aber nicht wert. Auf 7 krieg ich die Kiste gar nicht, nicht mal bei Dauervollgas auf der BAB.

Grüße
Jochen

Gruss
Paul

So wirds gemacht

Hallo Jo,

Geht das Fahrzeuggewicht / Bereifung / Luftwiderstand usw. mit
in die Ermittlung ein oder sind das Werte, die sich nur vom
Motor her ergeben und dann nach einem allgemeinen Schlüssel
auf Kilometerverbrauch umgerechnet werden?

Die Werte werden auf einem Rollenprüfstand mit genau definierten Geschwindigkeiten und genauen Zeiten ermittelt.

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben
Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller
angegebenen Verbrauch liegen. Das sind 20-30% mehr als
angegeben! Und da sind keine „Heizer“ dabei - alles „normale“,
gesittete, erfahrene Fahrer(innen). Sollten die
Herstellerwerte einfach fehlerbehaftet sein, dann sollte man
doch auch viele Leute finden, die 20-30% weniger verbrauchen
als angegeben. Sojemand habe ich aber noch nicht gefunden. Wo
liegt der Haken?

Der Hacken liegt bei Dir. Dein persönlicher Fahrstil entscheidet über den Verbrauch. Wer ruhig und gelassen, vorrausschauend und „verbrauchsorientiert“ fährt kann die Herstellerangaben locker untertreffen. Wer immer nervös am Gas „spielt“ und keine Gelegenheit ausläßt sich der Höchstgeschwindigkeit zu nähern braucht eben mehr.

Danke für Deine Aufmerksamkeit
Klaus

Hallo Jochen,

ich fahre einen Toyata Yaris (5,7 l/100km im 1/3-Mix), der standardmäßig mit Verbrauchsanzeige ausgestattet ist. Damit kann ich sofort die Wirkung meiner Fahrweise sehen.
Derzeit pendelt mein Verbrauch zwischen 4,7l im Sommer und 5,2l im Winter (auf eine Tankfüllung gerechnet). Wenn ich mal zügiger Unterwegs bin liegt der Verbrauch dann auch bei 6l.

Kurz gesagt, der persönliche Fahrstil ist entscheidend.

Gruß
Carlos

Hallo,

die „neuen“ Verbrauchswerte nach ECE-Norm sind näher an der Praxis, als die alte Norm, da sie den Kaltstart beinhalten.

Außerdem gibt es die „Stur 90“ „Stur 120“ nicht mehr, sondern „Innerorts“, „Außerorts“ und „Gesamt“.

Ich erreiche die angebenen Werte, wenn auch mit Mühe. http://www.langzeittest.de Siehe „Carcost“, da kanst Du alle meine Tankbelege einsehen.

gruß

dennis

Moin!

Hintergrund: Die meisten Leute, die ich so gefragt habe, haben
Verbrauchswerte, die gut 2l/100km (!!) über dem vom Hersteller
angegebenen Verbrauch liegen.

Die Fahrweise ist ja schon hinreichend beleuchtet worden. Es kommen aber noch weitere Faktoren dazu:

  • Klimaanlage: Kann einen Mehrverbrauch von 0,5l/100km verursachen
  • Standheizung: Sofern benzinbetrieben…
  • Elektrische Verbraucher: Heckscheibenheizung, Radio, Gebläse, Licht usw. benötigen Strom, der von der Lichtmaschine erzeugt wird. Einfache Rechnung: Ein Strom von 10A bei Bordspannung 14,4V „frißt“ eine Leistung von 144W, hätte die LiMa einen Wirkungsgrad von 1, dann müßte der Motor diese Leistung zusätzlich erzeugen. Mit einer fetten Humpadumpa-Endstufe im Kofferraum und einigen weiteren Gimmicks sind die 10A aber schon eher lächerlich.
  • Reifen: Der Rollwiderstand der Reifen hat ebenfalls nicht unerheblichen Einfluß auf den Spritverbrauch. Bei der Reifenwahl sollte man also auch auf seine Verbrauchseigenschaften achten.
  • Luftwiderstand: Fahren mit offenem Fenster oder Anbauteile am Fahrzeug, die die Aerodynamik beeinflussen, „ziehen“ auch mehr Sprit.

Es gibt also außer der Fahrweise noch viele Faktoren, die den Spritverbrauch beeinflussen können. Dazu kommen noch technische Defekte, schlechte Motoreinstellungen…

Munter bleiben… TRICHTEX