Erfahrungen Bodenverbesserung mit Holzkohle

Hi.

Vorgeschichte:
Ich habe eine Ecke im Garten, ca. 8 m², in der lange Jahre Nadelbäumchen standen, die ich nun entfernt habe.
Der Boden ist entsprechend sauer, trocken und sandig. Standort sonnig bis halbschattig.

Ich würde dort gerne wuchsschwache Obstbäume (Sauerkirsche, Nektarine, Aprikose) und Beerensträucher (Johannisbeeren, Blaubeeren und evtl. Heidelbeeren) anpflanzen.

Ich plane, dem ausgelaugten Boden vorher noch ca. 1 m³ Komposterde zuzumischen und den pH evtl. mit etwas Gartenkalk anzuheben, damit die Nährstoffe/Dünger nicht gleich wieder ausgewaschen werden.

Nun zur Frage:
Ich überlege, ob es sinnvoll wäre, der Erde (naja, dem Sand) Holzkohlepulver á la Terra Preta unterzumischen. Der Einfachheit halber würde ich zerstoßene Grillholzkohle verwenden wollen. Ca. 1/2 kg pro m².
Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt?
Welche Menge habt dabei ihr ausgebracht?
Und: Hats was gebracht?

Grüße,
Grünblatt

Hallo!

ad 1: auf 8qm passen selbst von den wuchsschwachen Bäumen nicht allzu viele hin! - selbst mein kleiner und schon 3/4 den Weg alles irdischen gegangene „Sauerkirscherich“ füllt alleine so eine Fläche!

ad 2: weisst Du wo die Grillkohle her ist?

ich selbst grille grunzipiell nur noch mit den Zapfen meiner eigenen Schwarzkiefern (geht schneller als mit Holzkohle) und die Asche streue ich wieder in den Garten… - kann jetzt keine Zuwachssteigerung oder so nachweisen, aber eben auch keine Schäden feststellen…

mehr konkrete Erfahrungen kann ich leider nicht beisteuern…

cu kai

Hi.

ad 1: auf 8qm passen selbst von den wuchsschwachen Bäumen
nicht allzu viele hin! - selbst mein kleiner und schon 3/4 den
Weg alles irdischen gegangene „Sauerkirscherich“ füllt alleine
so eine Fläche!

Joa, vielleicht sinds auch ein bissel mehr als 8 qm, aber die Fläche is auch eher länglich, daher die Idee mit einer „Breitseite“ von kleinen Bäumchen. Möglicherweise hast Du aber recht und es reicht eben für zwei…

ad 2: weisst Du wo die Grillkohle her ist?

ich selbst grille grunzipiell nur noch mit den Zapfen meiner
eigenen Schwarzkiefern (geht schneller als mit Holzkohle) und
die Asche streue ich wieder in den Garten… - kann jetzt
keine Zuwachssteigerung oder so nachweisen, aber eben auch
keine Schäden feststellen…

Naja, also ich meinte keine Asche, sondern tatsächlich die (unverbrannte) Kohle…

Grüße,
Grünblatt

Hallo!

Joa, vielleicht sinds auch ein bissel mehr als 8 qm…

wenn eine Mauer dahinter steht (oder ein Gebäude…) wäre evtl. auch Spalierobst eine Idee? = da passen auch Beerensträucher und/oder Rosen davor…

Naja, also ich meinte keine Asche, sondern tatsächlich die
(unverbrannte) Kohle…

Die Asche ist ein guter Dünger, bei Holzkohle mag die Umsetzung länger dauern = der Vorrat länger halten, es sind aber die gleichen Mineralien…

cu kai

Hi nochmal.

wenn eine Mauer dahinter steht (oder ein Gebäude…) wäre
evtl. auch Spalierobst eine Idee? = da passen auch
Beerensträucher und/oder Rosen davor…

Jupp, Bäume sind als Spalier geplant…

Naja, also ich meinte keine Asche, sondern tatsächlich die
(unverbrannte) Kohle…

Die Asche ist ein guter Dünger, bei Holzkohle mag die
Umsetzung länger dauern = der Vorrat länger halten, es sind
aber die gleichen Mineralien…

Klar, Asche kommt bei mir auch meist auf den Kompost. Is wohl ein Mißverständnis…
Der Sinn der Beimischung unverbrannter Holzkohle soll sein, dass Nährstoffe/Mineralstoffe an diese gebunden werden und (insbesondere in saurer Erde) verfügbar bleiben, also nicht so leicht ausgewaschen werden.

Nuja, danke trotzdem, ich werds einfach ausprobieren :wink:

Grüße,
Grünblatt

Hallo!

Jupp, Bäume sind als Spalier geplant…

na dann sieht es ja besser aus mit dem Platz :smile:

wobei: eine Spalierbirne kann alleine schon 8m breit sein :smile:)

Nuja, danke trotzdem, ich werds einfach ausprobieren :wink:

eben! mehr wie schwarze Finger kann nicht passieren…

das mit der Terra preta hab ich schon auch mitbekommen; nur ist es wie bei allen Wunderheilmitteln: es fällt nix vom Himmel…

wenn die Erde noch so optimal puffert und speichert und sonstwas: auf Dauer kann ein Entzug durch Ernte nicht ohne Wirkung sein…

IMHO ist es eher wichtig, ein gesundes Ökosystem zu erhalten und mehr Struktur ist immer gut fürs Leben, ob es die Unkräuter auf dem Feldweg, die Spechtbäume im Wald oder eben von mir aus Kohlestückchen im Boden sind… - in den Tropen sind fast die gesamten Nährstoffe in der Humusschicht gebunden = da ist jeder cm mehr essentiell…

bei uns - mein alter Bodenkundeprof sagte mal, die Europäer wissen gar nicht wie gt sie es haben, weil sie ihre Böden nicht kaputt machen können (gemeint ist, dass selbst nach Ernte/Kahlschlag usw. nicht sofort alles weg ist wie bei den Bauxitböden am Amazonas…) - hab ich z. B. Stellen alter Holzkohlemeiler im Wald gesehen, da ist die Erde tatsächlich tief runter tief schwarz - aber an den Bäumen sieht man keinen wirklichen Unterschied zu denen neben dran oder 100m weiter…

Fazit es wird sicher nicht schaden, ich würde aber eben keine Wunder erwarten - Pflege Deiner Regenwürmer durch liegen lassen von „Futter“ hilft mindestens genauso viel… :smile:

ok? cu kai

Aus der Erfahrung kann ich für so einen Standort nicht zu Sauerkirschen raten. Die brauchen viel Wasser und wachsen auf sauren Böden nicht so toll. Mit Johannisbeeren ist´s dasselbe.

Blaubeeren (das sind Heidelbeeren! ;o)) gehen gut auf Sandboden, auch Himbeeren, Brombeeren und Preiselbeeren.
Nektarinen, Pfirsiche, Aprikosen und echte Mandeln wachsen dort auch gut, wenn man ab und zu wässert.
Wenn´s ein Erdstreifen ist, leg einen Bewässerungsschlauch. Das schützt die Bäume vor der Kräuselkrankheit.

Bei der Terra Preta gehe ich nicht davon aus, daß die Ureinwohner die Asche entsorgt haben, um nur die Kohle zu nutzen. ;o)
Wahrscheinlicher ist es, daß beides zusammen ausgebracht wurde.
Wir kippen die kalten Aschenreste mit kleinen Kohleresten vom Grillen immer unter die Bäume und Büsche. Die Asche wird eingeharkt oder Mulch drüber gestreut.
Daß Asche reichlich Kalium und Phosphor enthält, ist ja bekannt, siehe Brandrodung.

lg

Die alten Indiokulturen in Südamerika haben Holzkohle zur Bodenverbesserung eingesetzt. Man hat solche Böden gefunden und als „anthropogene schwarze Erden“ bezeichnet. Das Wissen ging wohl mit der Kolonialisierung verloren. Suche mal unter „Terra Preta Phänomen“. Personen die sich wissenschaftlich damit befassen sind u.a. Haiko Pieplow und Robert Wagner (FU Berlin).
Udo Becker