Erfahrungen im Umgang mit großen Dokumenten

Hallo,
ich schreibe zur Zeit meine Diplomarbeit in Word. Sie hat inzwischen eine Größe von 11MB, was für Word scheinbar ein größeres Problem ist. Zum zweiten mal bekam ich beim Speichern die Fehlermeldung, dass der Datenträger voll sei, was nicht der Fall war. Das Dokument ließ sich daraufhin nicht mehr speichern. Nach dem Löschen und anschließenden hineinkopieren der Formeln ging es wieder. Das dauert aber Zeit, die ich nicht mehr habe. Zudem werden ständig meine Bilder zerstört. Sie haben schwarze Striche. Einmal ließ sich das Dokument gar nicht mehr öffnen. Direktes Schließen des Programms beim Öffnen der Datei. Was kann ich tun? Auf zwei Dokumente aufteilen ist auch nicht so toll wegen dem Inhalts- und Abbildungsverzeichnis. Vielleicht hat ja einer einen guten Rat.

Vielen Dank im Voraus.

Was kann ich tun?

a) auf LaTeX, RagTime, Open Office oder sowas ausweichen.
b) einen rechner nur für word aufsetzen und nur dafür verwenden.
c) beten.

Hallo,

ich schreibe zur Zeit meine Diplomarbeit in Word.

Mein Beileid.

Zum zweiten mal bekam ich beim Speichern
die Fehlermeldung, dass der Datenträger voll sei, was nicht
der Fall war. Das Dokument ließ sich daraufhin nicht mehr
speichern.

Ja, das Phänomen kenne ich. Es tritt aber nicht nur bei großen Dateien, sondern einfach zufällig irgendwann auf, wenn Word mal wieder seine fünf Minuten hat. Welche Version nutzt Du eigentlich?

Nach dem Löschen und anschließenden hineinkopieren
der Formeln ging es wieder.

Urghs. Wie jemand, der ernsthaft Formeln braucht überhaupt auf die Idee kommen kan, mit Word zu arbeiten, ist mir schleierhaft. Aber naja, der „Fortschritt“ ist an den Hochschulen wohl nicht mehr aufzuhalten.

Das dauert aber Zeit, die ich nicht mehr habe.

Wieviel Zeit ist denn konkret noch bis zur Abgabe?

Ein Umstieg auf LaTeX kann wirklich eine große Zeitersparnis bringen, je nachdem, wieviele Tabellen Du im Dokument hast und wieviele obskure Quellen (Powerpoint Folien, Excel-Sheets, etc.) Du eingebunden hast.

Vorteile eines Umstiegs:

  • Geradezu diamantene Stabilität auch bei sehr großen Dokumenten!
  • Hervorragender Formelsatz
  • Durchgängiges professionelles Layout ohne eigenes Zutun.
  • Direktes erzeugen von PDF Dateien ohne Umwege und mit allen Features wie hyperlinks, etc.

Nachteile:

  • Es kann nur der „nackte“ Text einfach kopiert werden. Alle Formeln müssten neu getippt werden, komplexe Tabellen sind mühsam und können nicht ohne weiters von anderen Anwendungen importiert werden (Excel z.B.).
  • Du müsstest ein bis zwei Tage investieren, um Dich mit dem Konzept LaTeX vertraut zu machen: ftp://ftp.dante.de/tex-archive/documentation/german/…

Da TeX/LaTeX frei erhältlich sind, entstehen keinerlei Kosten. LaTeX für Windows gibts hier: http://www.miktex.org/, einen Editor/IDE findest Du hier: http://www.texniccenter.org/

Gruß & Viel Erfolg für Deine Arbeit!

Fritze

Hallo,

ich verweise einfach mal auf den Artikel in den Word-FAQ:

http://mypage.bluewin.ch/reprobst/WordFAQ/LangDok.htm

Gerhard

Nur mal so… wenn man keine Zeit mehr hat mit der Abgabe seiner Diplomarbeit, dann kann man sich einfach sehr schlecht in LaTeX bzw. andere Systeme arbeiten.

Und wenn man Word nunmal kann, dann nimmt man eben Word. Mit allen Konsequenzen…

Viele Grüße,
Marco

P.S.: Bei dem konkreten Problem kann ich leider nicht helfen.

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Nur mal so… wenn man keine Zeit mehr hat mit der Abgabe
seiner Diplomarbeit, dann kann man sich einfach sehr schlecht
in LaTeX bzw. andere Systeme arbeiten.

Dann ist es möglicherweise in der Tat zu spät. „Wenn man keine Zeit mehr hat“ ist möglicherweise das Kämpfen gegen typische Word-Fehler ein echtes Problem.

Und wenn man Word nunmal kann, dann nimmt man eben Word. Mit
allen Konsequenzen…

Andersrum: wer ein Problem damit hat, an seiner Diplomarbeit plötzlich nicht mehr weiterarbeiten zu können, weil typischerweise Programmfehler das Weiterarbeiten vehindern, ist mit Word gut bedient. Das ist Deine Meinung, nehme ich also an?

Meine Meinung: Wer eine Diplomarbeit macht, ist möglicherweise mit dem Weg des geringsten Widerstandes nicht gut bedient. LaTeX eignet sich auch gerade für Diplomarbeiten sehr gut und st mit vernünftigen Werkzeugen gut erlernbar. Nein, ich meine nicht NOTEPAD.EXE

Se „auctex, reftex, bibtex“ bastian

Hallo,

Nur mal so… wenn man keine Zeit mehr hat mit der Abgabe
seiner Diplomarbeit, dann kann man sich einfach sehr schlecht
in LaTeX bzw. andere Systeme arbeiten.

Erfahrungsgemäß ist die anfangs erforderliche Einarbeitungszeit in LaTeX um mehrere Größenordnungen geringer, als die vertrödelte Zeit, Fehler von – oder im Umgang mit – Word auszubügeln. Desweiteren ist es so, dass die LaTeX Probleme eher am Anfang der Arbeit auftauchen, d.h. man hat „noch Luft“, während die Zahl der Wordprobleme gegen Ende der Bearbeitungszeit exponentiell steigt. Genau dann, wenn man am wenigsten Zeit und Nerven hat, sich auch noch darum zu kümmern.

Und wenn man Word nunmal kann, dann nimmt man eben Word. Mit
allen Konsequenzen…

Ich halte die Konsequenz, wegen einer verspäteten Abgabe den Unmut der Gutachter zu provozieren, für nicht tragbar. Daher ist ein Umstieg auf funktionierende Software, wenn es nicht gerade zwei Tage vor dem Abgabetermin passiert, sogar dann lohnenswert, wenn man schon Teile der Arbeit mit einer unbrauchbaren Software geschrieben hat.

Ich biete meine Hilfe beim Umstieg gerne an.

Gruß

Fritze

Zwei Tage vor Abgabe macht es vielleicht Sinn, die große Word-Datei in mehrere Kleine (z. B. kapitelweise) aufzuteilen.

  • = mehr Stabilität, keine Umstellung in der Software
  • = man darf das Inhaltsverzeichnis und die Seitenzahlen manuell erstellen

Aber als allerletzte Panikaktion mag das taugen.

Viele Grüße,
Marco

FAQ
Hi!

Das ist eine tolle FAQ!

Du beziehst Dich allerdings auf Word 2000 und älter. Hast Du Erfahrungen mit der Stabilität bei großen Dokumenten mit Word 2003?

Viele Grüße,
Marco

Zwei Tage vor Abgabe macht es vielleicht Sinn, die große
Word-Datei in mehrere Kleine (z. B. kapitelweise) aufzuteilen.

zwei tage vor der abgabe, wenn der ganze text geschrieben ist, geht es sich durchaus noch aus, sich mit jemandem, der von LaTeX eine ahnung hat, zusammenzusetzen.

tabellen sind in LaTeX zugegeben ein klein wenig mühsamer als in word, und auch die mit dem wordinternen grafikdingsbums gezeichneten sachen kann man nicht eins zu eins übernehmen. ansonsten würde ich sagen, daß eine arbeit, die hauptsächlich text und von mir aus ein paar abbildungen (die als externe bilddateien vorliegen) enthält, in 3-4 stunden komplett in LaTeX nachgebaut werden kann (und dann um einiges besser aussieht).

Hallo, Christoph!

ich schreibe zur Zeit meine Diplomarbeit in Word.

Mit dieser Fehlentscheidung haben schon viele Leute sehr viel Zeit verloren. Office 97 war noch ehrlich: Als ich (auf Forderung eines Kunden, ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen) eine mehrhundertseitige Dokumentation mit Word erstellen musste, kam irgendwann eine Meldung: Das Dokument ist zu groß, unterteilen Sie es in mehrere Einzeldokumente." Was die Gestaltung eines einheitlichen Inhaltsverzeichnisses, Indexes usw. wieder zur manuellen Arbeit degradierte. Die Nachfolgeversionen können komplexe Dokumente zwar auch nicht verarbeiten, aber Microsoft verschweigt das inzwischen.

Zum zweiten mal bekam ich beim Speichern die Fehlermeldung, dass der
Datenträger voll sei, was nicht der Fall war.

Die Meldung dient zur Beruhigung des Anwenders. Um den Anwender nicht zu verwirren, gibt Microsoft möglichst nur solche Fehlermeldungen aus, die der Anwender auch versteht. Ob der Sachverhalt mit der Fehlermeldung etwas zu tun hat, ist dabei unwichtig.

Meist liegt die Ursache darin, dass ein Verweis auf eine andere Datei im Dokument gespeichert ist, diese Datei aber nicht gefunden wird. Lösung: VBA-Maske aufrufen (Alt+F11), unter „Extras“ | „Verweise“ denjenigen Verweis ausfindig machen, hinter dem so etwas wie „…not found“ steht, das Häkchen vor diesem Verweis entfernen. VBA-Maske schließen - schon kann man wieder speichern.

Diesen Hinweis gebe ich aber nur, damit Du vielleicht noch ein bisschen mehr von Deinem Word-Dokument retten kannst. Im übrigen wird es höchste Zeit, auf eine stabile Software zu wechseln.

Besten Gruß, multze

Hallo,

ich schreibe zur Zeit meine Diplomarbeit in Word.

Mein Beileid.

Zum zweiten mal bekam ich beim Speichern
die Fehlermeldung, dass der Datenträger voll sei, was nicht
der Fall war. Das Dokument ließ sich daraufhin nicht mehr
speichern.

Ja, das Phänomen kenne ich. Es tritt aber nicht nur bei großen
Dateien, sondern einfach zufällig irgendwann auf, wenn Word
mal wieder seine fünf Minuten hat. Welche Version nutzt Du
eigentlich?

Microsoft Word 2000 9.0.3821 SR-1

Nach dem Löschen und anschließenden hineinkopieren
der Formeln ging es wieder.

Urghs. Wie jemand, der ernsthaft Formeln braucht überhaupt auf
die Idee kommen kan, mit Word zu arbeiten, ist mir
schleierhaft. Aber naja, der „Fortschritt“ ist an den
Hochschulen wohl nicht mehr aufzuhalten.

Das dauert aber Zeit, die ich nicht mehr habe.

Wieviel Zeit ist denn konkret noch bis zur Abgabe?

Es sind noch knappe 4 Wochen. Also schon noch ein bischen. Ich habe aber keine Zeit zum Verschenken, wie es Word scheinbar fordert.

Ein Umstieg auf LaTeX kann wirklich eine große Zeitersparnis
bringen, je nachdem, wieviele Tabellen Du im Dokument hast und
wieviele obskure Quellen (Powerpoint Folien, Excel-Sheets,
etc.) Du eingebunden hast.

Es sind schon ein paar Tabellen und PowerPoint Schematas dabei, würde es aber trotzdem versuchen. Ich habe mir das Programm heruntergeladen und die ersten Tests begonnen. Es ist aber doch schwieriger als zunächst gedacht. Wie kann ich ein einfaches Bild einfügen (.JPG oder .TIF)? Die Kurzbescheibung gibt dort keine verständliche Erklärung. Wie ist es möglich ein Blatt im Querformat zu formatieren? Kann man ein Abstact auch in der documentclass{article} schreiben?

Vorteile eines Umstiegs:

  • Geradezu diamantene Stabilität auch bei sehr großen
    Dokumenten!
  • Hervorragender Formelsatz
  • Durchgängiges professionelles Layout ohne eigenes Zutun.
  • Direktes erzeugen von PDF Dateien ohne Umwege und mit allen
    Features wie hyperlinks, etc.

Nachteile:

  • Es kann nur der „nackte“ Text einfach kopiert werden. Alle
    Formeln müssten neu getippt werden, komplexe Tabellen sind
    mühsam und können nicht ohne weiters von anderen Anwendungen
    importiert werden (Excel z.B.).
  • Du müsstest ein bis zwei Tage investieren, um Dich mit dem
    Konzept LaTeX vertraut zu machen:
    ftp://ftp.dante.de/tex-archive/documentation/german/…

Da TeX/LaTeX frei erhältlich sind, entstehen keinerlei Kosten.
LaTeX für Windows gibts hier: http://www.miktex.org/, einen
Editor/IDE findest Du hier: http://www.texniccenter.org/

Ich habe mir den Editor WinEdt heruntergeladen. Man kann ihn für 30 Tage kostenlos testen. Bis dahin bin ich hoffentlich fertig.

Gruß & Viel Erfolg für Deine Arbeit!

Fritze

Soweit erst mal vielen Dank für die Hinweise. Ich habe auch von anderen Leuten gehört, dass Latex sehr gut wäre. Desshalb möchte ich es ausprobieren und hoffe auf weitere Unterstützung

Viele Grüße Christoph

Hallo,

Es sind noch knappe 4 Wochen. Also schon noch ein bischen. Ich
habe aber keine Zeit zum Verschenken, wie es Word scheinbar
fordert.

Wieviele Seiten Text und wieviele Seiten „Füllmaterial“, wie z.B. diese Powerpoint-Folien, hast Du bisher? Was sind das für Tabellen? Seitenlanger Krams, der eigentlich in den Anhang gehört, oder eher das Textverständnis fördernde, kurze Übersichten?

Wie kann ich ein einfaches Bild einfügen (.JPG oder .TIF)? Die :Kurzbescheibung gibt dort keine verständliche Erklärung. Wie ist es :möglich ein Blatt im Querformat zu formatieren? Kann man ein Abstact
auch in der documentclass{article} schreiben?

Bilder einfügen: \usepackage{graphicx} in der Präambel, dann im Text \includegraphics[width=0.8\linewidth]{}. Das Format sollte „encapsulated postscript“ sein. Es gibt säckeweise Tools, die per Batch ganze Verzeichnisse von Bildern in dieses Format umwandeln können. Imagemagic wäre eines. http://www.imagemagick.org/ Schlankere Tools gibt es bei CTAN (tif2eps und jpg2ps).

Querformat: \uspackage{rotating} und dann (je nachdem) \begin{sideways} … \end{sideways} bzw. \begin{sidewaystable}…\end{sidewaystable} oder \begin{sidewaysfigure}…\end{sidewaysfigure}. Achtung! Für einen funktionierenden Preview muss der DVI Treiber mit Postscript klarkommen. Um sicherzugehen, kann man per dvips erstmal umwandeln. Das Resultat eignet sich auch hervorragend, um es einem Drucker zu geben, um die gebundenen Exemplare Deiner Arbeit zu erzeugen.

Die Dokumentenklasse ist anfangs global und für das gesamte Dokument festgelegt. Du kannst sie nicht mittendrin welchseln. Warum auch? Im übrigen steht die die „Abstract“ Umgebung überall zur Verfügung.

Ich habe mir den Editor WinEdt heruntergeladen. Man kann ihn
für 30 Tage kostenlos testen. Bis dahin bin ich hoffentlich
fertig.

Texniccenter ist frei unter GPL verfügbar, sollte also WinEdt klar vorgezogen werden. Aber es ist Deine Entscheidung :smile:

Gruß & Viel Erfolg!

Fritze