Hallo Dusan,
Ich weiß ja jetzt nicht genau, was das mit der Reifenkante zu
tun hat.
das bezog sich auf die Zusammensetzung der Straßen in den Alpen aus Kurven. Ein Biker, der ständig am „herumkurven“ ist, entwickelt viel schneller ein Gefühl als ein Flachländer, der alle 3km zwischen zwei PKW’s durch eine Einheitskurve fährt(übertrieben dargestellt).
Sportmotorräder haben schon ihren Reiz, vor allem die
Fahrwerke sind ein Traum geworden. Da können selbst die besten
Nakeds nicht mit. Mit den Seriengeräten von heute hätte man
vor 6-7 Jahren noch in der WM mitfahren können. Eine heutige
1000er, mit 180Ps will ich für die Straße auch nicht mehr
haben, hie und da ein Runderl damit reicht mir vollkommen.
Da hast Du sicher recht. Aber trotz des so guten Fahrwerks habe ich den Eindruck, dass zumindest hier in der Gegend mit weniger Bikerfreundlichen Straßen und massivem PKW-Verkehr, die Breite der Angsstreifen mit der Motorleistung wächst. Bei einem 180PS-Bike mit 3cm breiten Angststreifen am HINTERRAD vermute ich, dass der Fahrer nicht wirklich glücklich ist mit der Wahl seines Fahrzeugs. Und wenn mich wie vor einiger Zeit eine Ducati mit Ihrem Leistungsüberschuß kurz vor der Kurve überholt um dann in halber Schräglage mit schlingerndem Fahrwerk (vermutlich hat der Fahrer am Lenker das Flattern bekommen, weil die Schräglage 20 Grad erreicht hat) als Hindernis durch die Kurve zu eiern, dann kommen mir halt Zweifel am Sinn solcher Hochleistungsgeräte, auch wenn sie zweifellos wunderschön anzusehen sind.
Leistung ist aber auch Sicherheit, es kann ja auch mal
passieren, daß man eine Situation falsch einsetzt. Wenn man
dann locker 2 Gänge runterklopfen kann und so die Situation
bereinigen kann, schlägt nicht mal der Puls höher. Das Gleiche
Der oben beschriebene Ducati-Fahrer hätte niemals runtergeschalten, sondern wäre vor Schreck erstarrt!
beim Bremsen. Die heutigen Bremsen in Verbindung mit den
Reifen gewähren Verzögerungen, da können irgendwelche
Fantasten noch so mit alten Mühlen auf der Vorder- und
Hinterbremse stehen, da kommen sie einfach nicht mit.
Das war einer der Gründe, warum ich meine Enfield verkauft habe. 200m Sicherheitsabstand habe ich damit schon gebraucht um bei einer Notbremsung des Vordermannes noch eine Chance zum Anhalten zu haben. Das Ganze aber mit der Angst, dass der Bowdenzug gleich reißt, wenn ich mit höchster Kraftanstrengung am Bremshebel zerre.
Die MT-03 hat übrigens Gabel und Bremsen der R6.
Ich finde es wesentlich vernünftiger, wenn jemand, der gerne
flott fährt, das mit geeignetem Material macht und dadurch
Reserven hat und nicht auf der letzten Rille daherkommt. Meine
Frau ist bei weitem nicht in der Lage die CBR auszunutzen,
Ich schätze, dass 90% der Fahrer nicht in der Lage sind, ihr Bike richtig auszunutzen. Viele müssen aber unbedingt ein PS-Monster fahren um was darzustellen. Inzwischen gibt es ja auch die passenden Reifenbürsten dazu, um beiden Reifen bis zur Kante zu „fahren“. Ich vermute aber, dass diese angenommenen 90% mit einem kleineren und wendigern Bike auch selbst mehr Spaß am fahren hätten. Die restlichen 10% sollen von mir aus gern auch mit 240PS fahren, wenn sie wirklich Freude damit haben.
Aber um nochmal auf deine Frage zurückzukommen, wozu braucht
man überhaupt ein Bike?
Um zum Eiscaffee zu fahren??? 
Mit freundlichen Grüßen
schubtil