Hmm danke,
die Zuweisung dieser Rolle ist durch die Gruppenrollen (Anführer, Anhänger, Fachmann evtl. und Sündenbock) und durch den Mechanismus „Projektion“ zu erklären. Was Du wahrscheinlich weißt, aber der Vollständigkeit halber schreibe ich es nochmal dazu.
Der Anführer braucht einen, den er sozusagen als Vertreter seiner eigenen dunklen Seiten (dunkler Fleck o.ä.) sehen kann. Er muss ja der strahlende Held sein, damit die Anderen ihm folgen (ist ja auch ne ganz angenehme Position in der Gruppe, zumindest eine sichere- er gerät als letztes in die Sündenbockrolle).
Er projiziert also auf den Sündenbock, was er bei sich selbst nicht sehen will und die anderen bei ihm auch nicht sehen sollen. Den Anhängern passt das, weil sie dasselbe mit ihren eigenen dunklen Seiten machen können und die Angst auch gebündelt wird (die Quelle / Ursache ist klar). (Angst vor dem Versagen etc.)
Der Anführer bietet Schutz vor der Außenwelt (beschützt, auch durch „Verhaltensregeln“, geben Sicherheit), die durch den Sündenbock in der Gruppe vertreten wird (daher ist auch oft jemand in dieser Rolle, der irgendwie anders erscheint als es die Gruppenmitglieder von ihrer bisherigen Umgebung gewohnt sind).
Der Sündenbock ist wichtig für die Gruppe. Er wird zwar „ausgeschlossen“, aber als Ausgeschlossener soll er trotzdem dabei sein (am Rande). Es gibt nur Anführer, Anhänger und Sündenbock. Würde sich jemand neben den Sündenbock stellen (hinter ihn), wäre er selbst auf der falschen, machtlosen Seite und bald selbst Sündenbock.
Was hilft, ist der Gruppe das Gefühl der Kontrolle und direkten Einflussnahme auf diese Person zu entziehen, wie auch immer. Von allein wird alles immer nur schlimmer.
Bei der SItuation in der Schule sieht man, dass auch in erweiterten Gruppen sich die Menschen auf die Seite der Machthabenden stellen. Die Lehrer haben Angst vor den Schülern und Kollegen, die Eltern vor anderen Eltern und vielleicht Lehrern. Keiner möchte Sündenbock sein, daher wird dem Sündenbock weiterhin die Schuld zugeschoben und seine Rolle nicht hinterfragt (die Mutter ist natürlich auch Sündenbock, sie steht ja hinter ihrem Kind. Daher halten nun auch die anderen Mütter, Lehrer usw. gegen sie zusammen, die anwachsende Macht des Kindes muss ja durch absolute Übermacht der anderen Seite ausgeglichen werden). Er wird garnicht als Mensch GESEHEN (die Anderen wohl auch nicht, aber die behandeln sich zumindest gegenseitig menschlich, bzw. beachten die Menschenwürde). Als Sündenbock ist man für die Anderen kein Mensch, mehr, zumindest wird man nicht so behandelt.
Ich bin der Meinung, dass das Verhalten aufgearbeitet werden muss. Die Schüler müssen kapieren und Verantwortung übernehmen, nicht nur rumheulen und sich trösten lassen. Da fehlt dann die Einsicht.
VG
Anwärter
ersönlichkeiten immer wieder gemobbt werden.