Erfahrungen mit suizidgefährdeten Jugendlichen?

Hmm danke,

die Zuweisung dieser Rolle ist durch die Gruppenrollen (Anführer, Anhänger, Fachmann evtl. und Sündenbock) und durch den Mechanismus „Projektion“ zu erklären. Was Du wahrscheinlich weißt, aber der Vollständigkeit halber schreibe ich es nochmal dazu.

Der Anführer braucht einen, den er sozusagen als Vertreter seiner eigenen dunklen Seiten (dunkler Fleck o.ä.) sehen kann. Er muss ja der strahlende Held sein, damit die Anderen ihm folgen (ist ja auch ne ganz angenehme Position in der Gruppe, zumindest eine sichere- er gerät als letztes in die Sündenbockrolle).

Er projiziert also auf den Sündenbock, was er bei sich selbst nicht sehen will und die anderen bei ihm auch nicht sehen sollen. Den Anhängern passt das, weil sie dasselbe mit ihren eigenen dunklen Seiten machen können und die Angst auch gebündelt wird (die Quelle / Ursache ist klar). (Angst vor dem Versagen etc.)

Der Anführer bietet Schutz vor der Außenwelt (beschützt, auch durch „Verhaltensregeln“, geben Sicherheit), die durch den Sündenbock in der Gruppe vertreten wird (daher ist auch oft jemand in dieser Rolle, der irgendwie anders erscheint als es die Gruppenmitglieder von ihrer bisherigen Umgebung gewohnt sind).

Der Sündenbock ist wichtig für die Gruppe. Er wird zwar „ausgeschlossen“, aber als Ausgeschlossener soll er trotzdem dabei sein (am Rande). Es gibt nur Anführer, Anhänger und Sündenbock. Würde sich jemand neben den Sündenbock stellen (hinter ihn), wäre er selbst auf der falschen, machtlosen Seite und bald selbst Sündenbock.

Was hilft, ist der Gruppe das Gefühl der Kontrolle und direkten Einflussnahme auf diese Person zu entziehen, wie auch immer. Von allein wird alles immer nur schlimmer.

Bei der SItuation in der Schule sieht man, dass auch in erweiterten Gruppen sich die Menschen auf die Seite der Machthabenden stellen. Die Lehrer haben Angst vor den Schülern und Kollegen, die Eltern vor anderen Eltern und vielleicht Lehrern. Keiner möchte Sündenbock sein, daher wird dem Sündenbock weiterhin die Schuld zugeschoben und seine Rolle nicht hinterfragt (die Mutter ist natürlich auch Sündenbock, sie steht ja hinter ihrem Kind. Daher halten nun auch die anderen Mütter, Lehrer usw. gegen sie zusammen, die anwachsende Macht des Kindes muss ja durch absolute Übermacht der anderen Seite ausgeglichen werden). Er wird garnicht als Mensch GESEHEN (die Anderen wohl auch nicht, aber die behandeln sich zumindest gegenseitig menschlich, bzw. beachten die Menschenwürde). Als Sündenbock ist man für die Anderen kein Mensch, mehr, zumindest wird man nicht so behandelt.

Ich bin der Meinung, dass das Verhalten aufgearbeitet werden muss. Die Schüler müssen kapieren und Verantwortung übernehmen, nicht nur rumheulen und sich trösten lassen. Da fehlt dann die Einsicht.

VG
Anwärter

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Hi

dem stimme ich zu: dass man nicht in die Falle geraten darf,
dass zu tun, was die Mobber tun: dem Gemobbten die Schuld
zuweisen.

Er ist nicht „schuld“, sondern tatsächlich Opfer bzw. macht
sich dazu (solange, wie er selbst in dieser Gruppe / Situation
verbleibt). Er muss sich außerdem selbst damit zurechtfinden,
dass ihm ständig von allen schuld zugewiesen wird.

Du hast dir jetzt nur das von tefans Posting rausgesucht, was dir passt und dir keine Probleme macht. Das ist schön einfach für dich, wird dich aber nicht weiterbringen, fürchte ich.

Gruß,
Branden

Hi Jürgen
Du hast es auf den Punkt gebracht - danke dir!
Gruß,
Branden

Moin,

Ich sehe hier (vielleicht ganz altklug), dass Du einen ganz
normalen „Mobbingschaden“ davongetragen hast: Du glaubst, das
Mobbing hätte an Deiner Verhaltensauffälligkeit gelegen. Das
stimmt nicht. Es gibt keinen Grund, jemanden zu mobben, der
bei demjenigen liegt.

Das ist doch objektiv Unsinn. Es wird der gemobbt, der sich in einem mobbingförderlichen System bewegt (ja, das ist definitv z.B. eine Schule mit Pubertierenden), der sich exponiert und der „Schwäche“ zeigt. Es wird der dauerhaft gemobbt, der in der Situation exponiert verharrt und weiter „Schwäche“ zeigt. An allen drei Dingen (exponiern, Schwäche, verharren) kann man selber arbeiten.
Es gibt doch nicht die Gruppe und Dich als statisches System. Du beeinflusst über die Position, die Du beziehst, die Gruppe. Änderst Du Deine Position, dann wird sich auch das Gruppenverhalten ändern. (Und eben nur dann und nicht durch Anweisung von außen.)
Und genau das schreibe ich: Derjenige muss zum aktiv handelnden werden und nicht darauf warten, dass irgendwer anderes für ihn handelt. Denn mit dieser Position bestärkt er nur die Gruppe in ihrer Meinung bzgl. „Schwäche“.

Herzlichen Glückwunsch, dafür dass Du rechtzeitig rausgekommen
bist. Vermutlich war jemand auf Deiner Seite (z.B. Eltern) und
Du warst nicht ganz allein. Das ist das größte Problem, denn
dann glaubt man den Mobbern.

Nö, das hat sich über den bewußten Klassenwechsel ergeben, bzw. mir wurde zusätzlich irgendwann klar, dass ich mich ändern muss, um etwas zu bewegen. Und diese Erkenntnis hilft mir seitdem ungemein weiter. Und deswegen lehne ich Deinen expliziten Vorwurf, ich sei „beschädigt“ auch vehement ab.

Grüße
Jürgen

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Hallo Branden,

wie meinst Du das?
Meinst Du mich würde das nich weiterbringen, wenn ich mal in eine Mobbingsituation geraten würde? Und dass ich dann gucken müsste, inwieweit es an mir selbst liegt?

In einer solchen Situation muss man sich abgrenzen, sonst geht man drauf. Wenn man erst einmal überlegt, in wie fern man selbst eine „Teilschuld“ hat, hat man, zumindest wenn man in diesem Schuldbegriff denkt, schon verloren. Das wollen die Anderen ja, dass man seine „Schuld“ zugibt (am besten auf ewig). Es ist sehr schwierig, die ständigen Beschuldigungen nicht anzunehmen, nicht daran zu glauben, dass man die Situationen nicht aktiv mitbeeinflusst (das tut man schon, aber reaktiv). Es ist schwierig, nicht daran zu glauben, dass man aus bösem Willen, Unfähigkeit, Disziplinlosigkeit, Dummheit o.ä. Anteil hat an jeder einzelnen Mobbingsituation.

Außerdem bringt es in der Situation überhaupt nichts (d.h. es hilft nicht weiter, womit wir bei Deiner Aussage wären), sich über seine eigenen Anteile klar zu werden. Mobbing ist ein Gruppenprozess und hat mit den Schwächen von jedem einzelnen zu tun (nicht von einem einzelnen mehr), äußert sich aber in einer Gruppen-Destruktivität, in der die Persönlichkeiten der Einzelnen keine Rolle mehr spielen (es sei denn die des Anführers, denn der hat die ganze Sache ja angeleiert und gestaltet sie auch).

In einem Krieg zwischen zwei Völkern z.B. bringt es dem schwächeren Volk auch nichts, sich über seine eigenen Fehler Gedanken zu machen. Die eigenen Fehler dieses Volkes sind nicht der Grund für den Krieg gewesen, für den Angriff des stärkeren Volkes, sondern nur die Unterlegenheit des schwächeren Volkes und der Machtwille / die Zerstörungswut und andere innenpolitische Probleme im Lande des Angreifers (oder psychische Probleme / Eigenheiten des politischen Führers des starken Volkes).

Es bringt dem schwachen Volk wie gesagt nichts, sich darüber Gedanken zu machen. Es ist eh dem Untergang geweiht.

Das einzige, was Sinn macht, ist sich dem Krieg zu entziehen, nicht mitzuspielen (was in einer Mobbingsituation möglich ist) oder die Spannung herauszunehmen (durch Mediation). Dafür brauchts einen Mediator, jemanden von außen.

Wenn der Gemobbte diese Situation überstanden hat, oder vorher, kann er sich psychotherapeutische Hilfe suchen, um sich selbst besser kennen zu lernen. Wahrscheinlich muss er das dann, weil er eben in seinen Grundfesten erschüttert ist. Das heißt aber nicht, dass er schon vorher solche Hilfe benötigt hätte.

Manche Menschen können es nicht ertragen, wenn andere Anders sind und sie an das erinnern, was sie noch nicht aus sich gemacht haben.

Wie meintest Du nun das, was Du geschrieben hast? Du hast ja auch mich persönlich gemeint, obwohl ich doch garnicht über mich geschrieben habe.

Danke
Anwärter

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Hi,

sorry, ich wollte Dich nicht beleidigen. Jeder, der gemobbt wird, spürt die Auswirkungen und behält etwas davon zurück (und wenn es die Erinnerung ist).

Mir ist aber wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben und sie nicht „aus Versehen“ zu vertuschen.

Mit dem „Schaden“ meinte ich, dass Du daran glaubst, Du hättest einen relativ großen Anteil an der Situation und hättest eine relativ große Macht, in der Situation zu handeln. Das ist für mich ein Fehlschluss somit kein wirklicher „Schaden“, aber ein typischer aus dieser Situation der Machtlosigkeit resultierender Denkfehler.

Moin,

Ich sehe hier (vielleicht ganz altklug), dass Du einen ganz
normalen „Mobbingschaden“ davongetragen hast: Du glaubst, das
Mobbing hätte an Deiner Verhaltensauffälligkeit gelegen. Das
stimmt nicht. Es gibt keinen Grund, jemanden zu mobben, der
bei demjenigen liegt.

s.o.

Das ist doch objektiv Unsinn.

Danke für das Kompliment ; )

Es wird der gemobbt, der sich in
einem mobbingförderlichen System bewegt (ja, das ist definitv
z.B. eine Schule mit Pubertierenden), der sich exponiert und
der „Schwäche“ zeigt. Es wird der dauerhaft gemobbt, der in
der Situation exponiert verharrt und weiter „Schwäche“ zeigt.
An allen drei Dingen (exponiern, Schwäche, verharren) kann man
selber arbeiten.

Man wird solange auf die Sündenbockrolle festgelegt, wie sich kein anderer Sündenbock findet (der sich bereit dazu zeigt, den Sündenbock zu spielen). Du hast Dich einmal dazu bereit gezeigt. Das hat gereicht. Du / der Sündenbock bist / ist exponiert, daran kannst Du / der Sündenbock nichts ändern. Die Anderen exponieren Dich immer wieder, sie hören damit auch nicht auf. Es passt ihnen sehr gut so.

Dir werden alle Arten von Schwächen zugeschrieben, Du brauchst sie nicht mehr offensiv zu zeigen. Aber Du wirst Schwächen zeigen, da Du am laufenden Band fertig gemacht wirst. Was anderes kannst Du mir nicht erzählen. Das einzige, was Du selbst als Sündenbock machen kannst, ist, sich abzugrenzen (also nicht zu verharren, wie Du auch schriebst), innerlich (wenn Du es kannst, wird aber nichts an dem Verhalten der anderen ändern, nur wirst Du nicht mehr durch Reaktionen so viel Verhalten der Anderen provozieren und Schwäche zeigen, das ist aber eine höhere Anforderung), mit Dir befreundet sein will dann aber immer noch keiner, Du wirst Außenseiter bleiben.

Also bleibt nur noch, die Situation zu verlassen. Das hast Du ja auch gemacht. Das meinte ich damit, dass Du gut aus der Situation rausgekommen bist. Andere werden zuerst krank. Du konntest Dich einigermaßen abgrenzen und hast den Sprung geschafft.

Es gibt doch nicht die Gruppe und Dich als statisches System.
Du beeinflusst über die Position, die Du beziehst, die Gruppe.
Änderst Du Deine Position, dann wird sich auch das
Gruppenverhalten ändern. (Und eben nur dann und nicht durch
Anweisung von außen.)

Nix da. Das System ist nicht statisch, aber es gibt in jeder Gruppe einen Sündenbock. Wenn Du die Position ändern willst, braucht es einen anderen. Entweder Du machst jemanden anderen fertig, der noch schwächer ist als Du (bzw. sich einmal schwach gezeigt hat), oder es kommt ein Neuer dazu, der sich wunderbar als Sündenbock eignet. Z.B. Aber meistens bleibt es bei dem einen. Wie soll er denn mal eben die Rolle wechseln? Er hat sie sich ja nicht freiwillig ausgesucht!

Durch „Anweisung“ von außen ändert sich auch oft nichts, das meinte ich auch nicht. Ich meinte einen Mediator. Nichtsdestotrotz kann auch eine „Anweisung“ von außen helfen, wenn der Anweisende mächtiger ist und die Erfüllung der Interessen der Einzelnen abhängig von dessen Wohlwillen sind. Dafür muss der Außenstehende die Situation durchschauen und es ernst meinen, was auch Ausdauer haben bedeutet.

Du hast es ja auch nicht „geschafft“, was Du Dir hier schreibend vorstellst. Du bist ausgestiegen, dass einzige was Dir übrig blieb (außer selbstzerstörerischen Möglichkeiten oder einem anstrengenden Aufrechterhalten des Status Quo):

Und genau das schreibe ich: Derjenige muss zum aktiv
handelnden werden und nicht darauf warten, dass irgendwer
anderes für ihn handelt. Denn mit dieser Position bestärkt er
nur die Gruppe in ihrer Meinung bzgl. „Schwäche“.

Du glaubst, Du hättest in dieser Situation eine gewisse Macht. Hast Du aber nicht, zumindest nicht so viel wie Du meinst. Natürlich darf er nicht warten. Aber viel anderes kann er auch nicht tun. S.o.

Er wird die Anderen immer in ihrer Meinung bestärken. Sie haben eine selbst erfüllende Prophezeiung ausgesprochen.

Nö, das hat sich über den bewußten Klassenwechsel ergeben,
bzw. mir wurde zusätzlich irgendwann klar, dass ich mich
ändern muss, um etwas zu bewegen. Und diese Erkenntnis hilft
mir seitdem ungemein weiter. Und deswegen lehne ich Deinen
expliziten Vorwurf, ich sei „beschädigt“ auch vehement ab.

Was Du geändert hast, war das Aussteigen. Das hat Dir sehr viel gebracht, weil Du andere Erfahrungen sammeln konntest. Das war es dann aber auch schon. Du hast nichts an der Gruppensituation verändert. Du bist nur rausgegangen.

Grüße
Jürgen

Gruß Anwärter

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hi,

  1. mit der behandelnden klinik und den dort tätigen profi´s über eine ambulante nachbehandlung sprechen, die geben kontakte raus

  2. eine wartezeit von 1 jahr verkürzt sich meistens, da öfter man leute abspringen, die info lautet oft „1 jahr warten“, die realität ist aber meistens deutlich kürzer.

  3. die wartezeit lässt sich überbrücken mit nachgesprächen bei kliniken, durch lokale krisenzentren, auch krisengespräche bei kinder- und jugendpsychiatern (mit und ohne medikation) werden von denen angeboten.

  4. selbsthilfegruppen nicht vergessen, sich danach erkundigen

Hallo Anwärter

Meinst Du mich würde das nich weiterbringen, wenn ich mal in
eine Mobbingsituation geraten würde? Und dass ich dann gucken
müsste, inwieweit es an mir selbst liegt?

Das wäre auf jeden Fall hilreich, denke ich.

In einer solchen Situation muss man sich abgrenzen, sonst geht
man drauf.

Auch das ist nicht falsch.

Wenn man erst einmal überlegt, in wie fern man
selbst eine „Teilschuld“ hat, hat man, zumindest wenn man in
diesem Schuldbegriff denkt, schon verloren.

Das ist schon eher falsch, mit Verlaub. Man hat eher (etwas) gewonnen. Introspektion ist meist von Vorteil.

Das wollen die
Anderen ja, dass man seine „Schuld“ zugibt (am besten auf
ewig).

Missverständnis! Hat wenig mit Schuld zu tun!

Außerdem bringt es in der Situation überhaupt nichts (d.h. es
hilft nicht weiter, womit wir bei Deiner Aussage wären), sich
über seine eigenen Anteile klar zu werden.

Sich über seine eigenen Anteile klar zu werden, ist der Königsweg bei dieser Angelegenheit.

Mobbing ist ein
Gruppenprozess und hat mit den Schwächen von jedem einzelnen
zu tun (nicht von einem einzelnen mehr), äußert sich aber in
einer Gruppen-Destruktivität, in der die Persönlichkeiten der
Einzelnen keine Rolle mehr spielen (es sei denn die des
Anführers, denn der hat die ganze Sache ja angeleiert und
gestaltet sie auch).

Absolut falsch. Du vergisst dabei völlig, dass spezielle Persönlichkeiten immer wieder gemobbt werden.

In einem Krieg zwischen zwei Völkern z.B. bringt es dem
schwächeren Volk auch nichts, sich über seine eigenen Fehler
Gedanken zu machen. Die eigenen Fehler dieses Volkes sind
nicht der Grund für den Krieg gewesen, für den Angriff des
stärkeren Volkes, sondern nur die Unterlegenheit des
schwächeren Volkes und der Machtwille / die Zerstörungswut und
andere innenpolitische Probleme im Lande des Angreifers (oder
psychische Probleme / Eigenheiten des politischen Führers des
starken Volkes).

Der Krieg ist eine völlig andere Angelegenheit als das Mobbing. Das sind zwei Paar Schuhe und man ist gut beraten, da nichts durcheinander zu werfen.
Gruß,
Branden

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Hallo Branden,

ich verstehe Deine Denkrichtung, und weiß, dass Introspektion immer gut ist. Nur hat man manchmal genug damit zu tun, sich selbst zu schützen. (Besonders nötig hätten es allerdings die Mobber, zumindest nötig für die Gemeinschaft- für sich selbst weniger, denn es lassen sich immer woanders Sündenböcke / „Schwächere“ finden).

Missverständnis! Hat wenig mit Schuld zu tun!

Hat es auch nicht, aber dem Missverständnis unterliegen auch die Anderen. Und die haben nun mal das Sagen, worum es geht. Zumindest in dieser Mobbingsituation, die einen ja meist den ganzen Tag umgibt. Da bleibt keine Zeit für Introspektion (mal überspitzt gesagt), man muss sich den ganzen restlichen Tag damit beschäftigen, sich selbst klar zu machen, dass es nicht um das geht, was die „Anderen“ behaupten um das es geht (Schuld).

Sich über seine eigenen Anteile klar zu werden, ist der Königsweg bei dieser Angelegenheit.

Sehr interessant. Dazu braucht man den Raum, die Zeit und den unterstützenden Partner / Menschen. Dazu muss man erstmal darauf kommen, dass man nicht wirklich der Dumme, Miese, wirklich Schuldige ist. Wenn alle anderen das behaupten (gerade in der Pubertät ist man oft mehr oder minder abhängig von der Meinung der Gruppe), ist das schwer. Was ich mir allerdings vorstellen kann, ist, dass eher Leute in diese S-Rolle geraten, in deren Familie „Schuld“ eine große Rolle spielt und die auch dort schon das eher weniger geliebte Kind waren (der familiäre Sündenbock), besonders in unsicheren Familien.

Mobbing ist ein GRUPPENPSYCHOLOGISCHES Phänomen (Literatur…). Es hat mehr mit der Gruppe als dem Einzelnen zu tun, und dem Gemobbten wird nur eine herausragende Position zugewiesen.

Mobbing ist ein
Gruppenprozess und hat mit den Schwächen von jedem einzelnen
zu tun (nicht von einem einzelnen mehr), äußert sich aber in
einer Gruppen-Destruktivität, in der die Persönlichkeiten der
Einzelnen keine Rolle mehr spielen (es sei denn die des
Anführers, denn der hat die ganze Sache ja angeleiert und
gestaltet sie auch).

Absolut falsch. Du vergisst dabei völlig, dass spezielle :stuck_out_tongue:ersönlichkeiten immer wieder gemobbt werden.

Nein, das hat mit der Sache wenig zu tun, s.o. Der Fokus (Blickrichtung) ist FALSCH.

Der Krieg ist eine völlig andere Angelegenheit als das Mobbing. Das :sind zwei Paar Schuhe und man ist gut beraten, da nichts :durcheinander zu werfen.

Nein. Es ist eben nichts völlig anderes. Wie kommst Du darauf? Mobbing ist Kleinkrieg.

Warum hast Du nochmal mich persönlich angesprochen (erste Zeile des ersten Beitrags (Blickrichtung?). Ich möchte bitte dass mein Person da aus dem Spiel bleibt, darum ging es mir nicht.

Gruß,
Branden

Gruß
Anwärter

Anlaufstellen: Adressen, Links?
Hallo Branden,

Es gibt Anlaufstellen, die dich an KInder- und Jugendpsychotherapeuten vermitteln. Ohne längere Wartezeiten.

Kannst Du dazu bitte etwas mehr sagen? Sind mir leider nicht bekannt… ( oder ich stehe grad völlig auf dem Schlauch, kenne das nur als „Therapie-Sofort“ Angebot für Drogenkonsumenten)
Hast Du evtl. Namen, Adressen oder Links?

Vielen Dank und Grüße nach Berlin,
Finjen

Hallo Wiz,

diese Antwort geht wieder in die falsche Richtung. Die Mutter ist auch auf der Seite der Gemobbten (so ziemlich als einzige), alle anderen wollen auf der Seite der Machthabenden sein. Es ist doch kein Wunder, wie sie sich verteidigt- und dass sie sich und ihre Tochter verteidigt.

Viele Antworten folgen hier demselben Muster (auch sonst wird oft auf dem Fragesteller herum gehackt, der „nicht belehrbar“ ist o.ä.).

Aber gerade in diesem Thread ist es besonders deutlich und „passt“ zur Fragestellung: Es wird auf dem Opfer herumgehackt, also sich in die Riege der Mobber eingegliedert, nach dem Motto: Guck doch erstmal bei Dir selbst.

Da stimmt die Blickrichtung nicht!!! Alle (Schule…) starren eh schon auf den Gemobbten, zu dem nun auch die Mutter zählt, da sie sich hinter die Tochter stellt. Hier muss man mal die Blickrichtung des Gemobbten, der Tochter (und der Mutter) einnehmen. DARUM GEHTS! (Ich glaube, das nennt man Empathie…)

Eigentlich sollte das bei jeder Fragestellung so sein, den jeder Fragestellung möchte eine hilfreiche Unterstützung, sonst würde er sich nicht an das Forum wenden.

Diese Mutter braucht ganz viel emotionale und daneben auch fachliche Unterstützung.

Ich glaube nicht, dass sich die Mutter keine Gedanken um ihre Tochter macht. Danach sieht es überhaupt nicht aus und ich frage mich auch, wie man die Mutter in ihrer bedrängten Situation infrage stellen kann, auch noch persönlich, wobei sie sich eh im wirklichen leben schon ständig rechtfertigen muss (vor den Schulzuweisungen der Anderen).

Die Mutter muss sich eben auch schützen (und ihre Tochter), und sie versucht beides gleichzeitig: Sich um ihre Tochter zu kümmern und weiteren Schaden von ihrer Familie zu wenden. Sich zu wehren und sich nicht von Anderen psychisch den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen.

VG
Anwärter

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Hi

Hast Du evtl. Namen, Adressen oder Links?

Da ich kein Kinder- und Jugendtherapeut bin (darf erst Patienten ab 18 Jahre behandeln), hab ich auch keinen Einblick in deren Vereinigungen, Anlaufstellen usw.
Bei mir bekommt jeder anrufende Patient innerhalb von 2 Wochen einen ersten Termin.
Gruß,
Branden

Hi

(Besonders nötig hätten es allerdings die
Mobber, zumindest nötig für die Gemeinschaft- für sich selbst
weniger, denn es lassen sich immer woanders Sündenböcke /
„Schwächere“ finden).

So ist es ja überall im psychotherapeutischen Bereich. Die aggressiven Persönlichkeiten, die andere verletzen, die Mobber, die schwierigen Persönlichkeitsgestörten, kommen ja nicht in die Therapien. Es kommen immer nur die Schwachen, die Verletzten, die Gedemütigten. Das war schon immer so. Daran wird sich kaum etas ändern. Du kannst ja niemanden zur Therapie zwingen.

Nein. Es ist eben nichts völlig anderes. Wie kommst Du darauf?
Mobbing ist Kleinkrieg.

Das soziale Phänomen eines KRieges ist imho zu komplex, um es (politisch) auf mobbing zu reduzieren.

Warum hast Du nochmal mich persönlich angesprochen (erste
Zeile des ersten Beitrags (Blickrichtung?).

Zumindest scheinst du dich stark mit dem Opfer, dem Gemobbten, zu identifizieren.

Hallo,

netter Text, passt nur nicht zum Thema. Es geht hier überhaupt nicht darum auf der Mutter herumzuhacken, oder sich auf die Seite der „Machthaber“ zu stellen. Aber wenn jemand ständig den Kopf gegen die Wand haut, und mitteilt, dass er schon mit dem Bauamt, einem Statiker und einem Architekten über das Problem gesprochen hat, und diese es nicht lösen konnten, dann hilft es nichts, sich in die Perspektive des ständig in die Wand rennenden hineinzufühlen, und sich dessen Schmerzen vorzustellen, und dann hat es auch nichts damit zu tun, sich auf die Seite der bösen, nicht nachgebenden Wand zu stellen, wenn man rückfragt, was derjenige selbst schon ganz persönlich dagegen unternommen hat, nicht mehr in die Wand zu rennen.

Es ist doch vollkommen richtig, Schule, … einzubinden, und dort Hilfe einzufordern, aber muss man deshalb den Mantel des Schweigens über eine klar zutage tretende Auffälligkeit in der Darstellung der Fragerin decken? Stellt man sich automatisch auf Seite der Mobber, nur weil man darauf hinweist, dass es da auch noch eine andere Baustelle geben könnte? Muss man darin bestärken weiter einseitig einen bislang nicht erfolgreichen Weg zu gehen, nur weil man nicht sagen will/darf, dass es da auch noch einen anderen Weg gibt, der ggf. erfolgversprechender ist, weil dies Reflexion der Fragestellerin erfordert?

Sorry, aber da komme ich einfach nicht mit. Es ist klar, das Vorwürfe nicht viel bringen, aber ganz sachlich eine Auffälligkeit anzusprechen, hinter der ggf. eine Ursache und damit auch eine Lösung des Problems liegen könnte, muss doch wohl noch möglich sein.

Gruß vom Wiz

Hallo Branden u.a. ; )

(Besonders nötig hätten es allerdings die
Mobber, zumindest nötig für die Gemeinschaft- für sich selbst
weniger, denn es lassen sich immer woanders Sündenböcke /
„Schwächere“ finden).

So ist es ja überall im psychotherapeutischen Bereich. Die
aggressiven Persönlichkeiten, die andere verletzen, die
Mobber, die schwierigen Persönlichkeitsgestörten, kommen ja
nicht in die Therapien. Es kommen immer nur die Schwachen, die
Verletzten, die Gedemütigten. Das war schon immer so. Daran
wird sich kaum etas ändern. Du kannst ja niemanden zur
Therapie zwingen.

Klar. Die „Gewinner“ kommen immer gut aus der Sache raus und haben sich (mit Unterstützung untereinander) so weit gerechtfertigt, dass sie ein reines Gewissen haben. Vielleicht bekommen sie später nochmal Probleme wegen wenig Reflektiertheit (ich denke, dass in besonders heftig mobbenden Gruppen die Reflektiertheit oft nicht so groß ist), aber es ist ja wahrscheinlich, dass sie den Projektionsmechanismus wieder einsetzen. Hat ja gut funktioniert.

Nein. Es ist eben nichts völlig anderes. Wie kommst Du darauf?
Mobbing ist Kleinkrieg.

Das soziale Phänomen eines KRieges ist imho zu komplex, um es
(politisch) auf mobbing zu reduzieren.

Es hat aber viel damit gemein. Hinter der Komplexität stecken ganz einfache psychologische (u.ä.) Vorgänge, und es bringt Klarheit, die Gemeinsamkeiten zu erkennen. Die „Komplexität“ lenkt auch von der simplen Wahrheit ab, hat aber ansonsten nicht viel zu bedeuten. Meine Meinung.

Warum hast Du nochmal mich persönlich angesprochen (erste
Zeile des ersten Beitrags (Blickrichtung?).

Zumindest scheinst du dich stark mit dem Opfer, dem Gemobbten,
zu identifizieren.

Aus folgenden Gründen:

  1. In einer konkrete Mobbingsituation, um diese herum und sogar beim theoretischen drüber schreiben identifiziert sich keiner mit dem Gemobbten- zumindest nicht „endgültig“, sondern nur ein wenig. Wenn man merkt, dass die „andere Seite“ mächtiger ist und wird, nimmt man wieder Abstand von der Identifikation mit dem Gemobbten. So kann man diesen aber nicht verstehen.
  2. In diesem Thread wurde auch viel „von der anderen Seite, mit dem anderen Blickwinkel“ geschaut oder aus einer Beobachterperspektive (eher „von außen“). Um die Situation zu verstehen, muss man sich in einem gewissen maß mit dem Gemobbten identifizieren. Außerdem dienen verschiedene Standpunkte und Perspektiven der Diskussion. Zumal die Mobber und Außenstehende auch im real life die Situation oft nicht durchschauen.

Der Gemobbte kann sich nur selbst aus dem Dreck ziehen, aber er braucht jemanden, der hinter ihm steht.

Die Identifikation dient also der Sache. Ich habe aber kein Problem, das mich betrifft, hier zur Diskussion gestellt. Nur zur Information.

VG
Anwärter

Hallo Wiz,
habe gerade nur kurz Zeit, daher nur Antwort auf den ersten Absatz,

netter Text, passt nur nicht zum Thema.

Ah, über solche deckelnden Antworten freu ich mich immer besonders ; )

Es geht hier überhaupt nicht darum auf der Mutter herumzuhacken,
oder sich auf die Seite der „Machthaber“ zu stellen.

Gut!

Aber wenn jemand ständig den Kopf gegen die Wand haut, und mitteilt, :dass er schon mit dem Bauamt, einem Statiker und einem Architekten :über das Problem gesprochen hat, und diese es nicht lösen konnten, :dann hilft es nichts, sich in die Perspektive des ständig in die :Wand rennenden hineinzufühlen, und sich dessen Schmerzen :vorzustellen, und dann hat es auch nichts damit zu tun, sich auf die :Seite der bösen, nicht nachgebenden Wand zu stellen, wenn man :rückfragt, was derjenige selbst schon ganz persönlich dagegen :unternommen hat, nicht mehr in die Wand zu rennen.

Schiefer Vergleich.

  1. Ist die „Wand“ nicht statisch, sondern dynamisch, und Statiker etc. (passt auch nicht ganz, denn die „Wand“ kann ja selbst denken, und da passt ein Psychotherapeut besser) können schon etwas daran ändern- mithilfe der „Wand“ natürlich. Die kann sich aber auch „überreden“ lassen, denn der fehlt meistens auch etwas (Unterstützung, Verständnis für Stresssituation, Leistungsdruck, Verlorenheitsgefühle o.ä.)
  2. Doch, es hilft, sich dessen Schmerzen vorzustellen. Aber es könnte wehtun.
  3. Als ob jemand freiwillig gegen eine Wand rennt! Natürlich tut er es auch in der Mobbingsituation nicht. (Ich finde es auch krass, dass Du der Fragenden so eine Dummheit zutraust.) Ich würde es eher so beschreiben, wenn man bei Deinem Beispiel bleibt (so wenig es auch passt): Die „Wand“ besteht nicht nur in einer Richtung. Sie geht sozusagen um die Ecke und schließt den Einzelnen ein. Zusätzlich wird der verbleibende Raum immer enger, die Wand kommt auf den Einzelnen zu und scheint ihn zu erdrücken (und wird ihn auch erdrücken, wenn er nicht schnell einen Ausweg findet. Dazu braucht er evtl., wahrscheinlich, jemanden, der ihm heraushilft, weil er schon so verunsichert und geschwächt ist. Jemand, der HINTER ihm steht. Denn er hat gelernt, dass er den Menschen nicht vertrauen kann. Um das zu lernen, reichte diese Situation. Gerade jetzt, wo er so verunsichert ist, braucht er jemanden, der ABSOLUT hinter ihm steht und seine Schmerzen zumindest ANNIMMT, wenn er sie auch nicht versteht.)

!!!

Den Rest Deines Beitrages les’ ich später.

Gruß
Anwärter.