Erfahrungen mit Wunschkaiserschnitt

Hallo Gemeinde,

aus bevorstehendem Anlaß suche ich nach Erfahrungsberichten zum Thema Wunschkaiserschnitt.
Hintergrund: mein erstes Kind kam 2005 á la Hollywood auf die Welt und ich habe das Gefühl, dass diese Form der Geburt für meinen Sohn und mich hervorragend geeignet war. Keine Angst um das Wohl des Kindes, Baby entspannt und rosig, Mutter und Vater happy. Danach war ich länger auf häusliche Unterstützung durch meinen Mann und Schwiemu angewiesen, als das bei einer Spontangeburt normalerweise(!) der Fall gewesen wäre. Das war aber kein Drama, da so ein kleines Mäuschen ja auch wenig Arbeit macht. Jetzt ist aber schon ein niedlicher Satansbraten von 1einhalb Jahren zu Hause, der mich auch ohne Bauchwunde schon ganz schön schlaucht.

Das ist jetzt der einzige Grund, warum ich den Versuch einer vaginalen Geburt in Erwägung ziehe.
Aber die Waagschale mit den pro’s für den WKS hängt ganz schön nach unten.
Gibt es denn Frauen unter Euch oder kennt Ihr welche, die einen WKS bereut haben? Wenn ja, aus welchen Gründen???

Schöne Grüße
T.

Hallo Talüü.
Ich hatte jetzt bei unserem dritten Kind einen WKS, da ich mich gleich habe sterilisieren lassen.
Meine Kinder sind fast 3 Jahre, 13 Monate und der jüngste jetzt 6 Wochen alt.
Ich hatte anfangs auch Bedenken, ob es klappen würde gerade mit unserem Mittlerem klarzukommen. Da er noch nicht richtig laufen kann muss er ja viel durch die Gegend getragen werden.
Aber das hat sich zuhause schnell relativiert.
Der Kaiserschnitt ist so gut gemacht gewesen, daß ich am 5. Tag schon so fit war wie einen Tag nach den normalen Geburten. Auch das Heben unseres Wonneproppens war kein Problem, wenn man sich an ein paar Regeln hält und alles aus den Beinen und nicht aus dem Bauch hebt.
Mittlerweile kann ich schon wieder alles machen, wonach mir der Sinn steht.
Und wenn ich nicht sterilisiert worden wäre, würde ich mich wieder dafür entscheiden!
Denn wenn man bei einer spontanen Geburt reisst oder geschnitten wird, dann sind die Beschwerden langwieriger.
Lieber Gruß
Anja.

Hi Anja,

schön, dass mir jemand antwortet, der beide Methoden erlebt hat, denn ich kenne ja nur den WKS aus eigener Erfahrung. Mich wundert, dass ich bisher noch niemanden getroffen habe, der was negatives über den eigenen WKS erzählt hat.

Schöne Grüße
T.

Hallo,

ich hatte zwar keinen wunschkaiserschnitt, aber er war lange vorher geplant aus medizinischen Gründen (und ich war gar nicht sooo unfroh, weil ich doch ein bisschen Schiss hatte vor Schmerz und Kontrollverlust etc). Ich konnte mich also darauf einstellen und meine Umwelt aúch.

Aber: Ich würde es nicht wieder machen. Meine OP verlief gut, trotzdem war ich erst nach 3 Tagen in der Lage überhaupt aus dem Bett aufzustehen und mit Hilfe(!) aufs Klo zu gehen. Nach 10 Tagen durfte ich aus dem KH nach Hause, die Wunde ist schnell geheilt, aber mich hat jeder Schritt und jeder Handgriff mit der Kleinen total angestrengt - nach 1x Wickeln war ich fertig und musste mich hinlegen. (Normalerweise bin ich kein Weichei - ich kann schon was ab!) Und dass man in so einem Zustand nicht wirklich für sein Kind da sein kann, hat mich schon belastet.

Ich habe die Frauen auf der Station beneidet, die vormittags entbunden hatten und nachmittags mit ihrem Kind auf der Terrasse saßen.

Außerdem empfand ich es als Nachteil für mich und mein Kind, dass wir den ersten halben Tag so gut wie keinen Kontakt hatten - ich musste aus der Narkose ja erst aufwachen.

Viel Glück bei deiner Entbindung - so oder so -
wünscht dir

Ally

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Hallo Talüü,

Keine Angst um
das Wohl des Kindes, Baby entspannt und rosig,

Hmmm, so weit ich mich erinnere haben KS-Kinder im Gegensatz zu den „normalen“ Geburten meist in den ersten Minuten beste Apgarwerte, die dann später aber schlechter werden können. Bei den normalen Geburten ist’s genau umgekehrt, das Baby kommt zwangsweise dunkelblau aus dem Geburtskanal, erholt sich aber schnell und hat zum Beispiel den Vorteil, daß durch den engen Kanal das Wasser aus der Lunge gepresst wurde. Aber es soll noch weitere Vorteile geben, wenn das Baby so kommt wie es die Natur vorgesehen hat.

D.h. vielleicht bei diesem Thema auch an das Baby denken?

Nur ein Denkanstoß, keine Kritik.

Liebe Grüße,
Christiane

Hallo Ally,
danke für Deine Antwort.

Nach 10 Tagen durfte ich aus dem KH nach Hause,

weia, warum denn erst nach 10 Tagen? Gab es bei Dir Komplikationen (wenn ja, welche?) oder andere besondere Umstände? Ich durfte nach vier Tagen raus.

Außerdem empfand ich es als Nachteil für mich und mein Kind,
dass wir den ersten halben Tag so gut wie keinen Kontakt
hatten - ich musste aus der Narkose ja erst aufwachen.

Vollnarkose? Man hat mir den Kleinen nach 20 Minuten (Zunähen, auf Station bringen) auf den Bauch gelegt, vorher hatte ihn mein Mann. Und von da an war er dann fast ununterbrochen bei mir.
Was es da für Unterschiede gibt…

Viel Glück bei deiner Entbindung - so oder so -
wünscht dir

Ally

Vielen Dank und auch Dir viel Glück. Wir freuen uns schon so doll!

Hi Christiane,

D.h. vielleicht bei diesem Thema auch an das Baby denken?

Klar, das Wohl des Kindes steht an erster Stelle. Gerade weil in unserem Bekannten-/Freundeskreis viele Babies nach der Geburt auf der Intensiv-Station lagen, ist mir der Gedanke mit dem WKS damals bei unserem Kleinen überhaupt gekommen. Ob ich selbst während der Wehenphase Höllenschmerzen oder nach dem Kaiserschnitt wochenlang Wundschmerzen habe, ist mir einerlei. Es geht mir um den Ausschluß von Komplikationen, soweit irgend möglich.

Grundsätzlich finde ich gut, dass man hier so eine Frage stellen kann, ohne gleich virtuell angespuckt zu werden. Ihr müsstet mal sehen, wie’s in den einschlägigen Foren zugeht, da liest man Sachen, die gehen echt unter die Gürtellinie.

Nur ein Denkanstoß, keine Kritik.

Habe ich auch so aufgefaßt, danke!

Liebe Grüße,
Christiane

Ebenso!

Hi,

Gerade weil
in unserem Bekannten-/Freundeskreis viele Babies nach der
Geburt auf der Intensiv-Station lagen, ist mir der Gedanke mit
dem WKS damals bei unserem Kleinen überhaupt gekommen.

Ah, o. K., konnt ich nicht wissen. Tja, man ist natürlich immer beeinflußt durch private Erlebnisse. Ist ja ähnlich beim Impfthema.

Grundsätzlich finde ich gut, dass man hier so eine Frage
stellen kann, ohne gleich virtuell angespuckt zu werden. Ihr
müsstet mal sehen, wie’s in den einschlägigen Foren zugeht, da
liest man Sachen, die gehen echt unter die Gürtellinie.

Kann ich mir gut vorstellen:wink: Ich selbst wäre ein absoluter Gegner des Wunsch-KS. Aber ich denke ich habe nicht das Recht Dir das abzusprechen. Und Du bist ja durch o.g. Erlebnisse betroffen und beschäftigst Dich ja auch ausreichend mit dem für und wider.

Liebe Grüße,
Christiane

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Hallo Talüü!
Ich habe beide Erfahrungen gemacht, mein Großer war eine Spontangeburt, der Kleine ein Wunschkaiserschnitt. Nach der Geburt des Jüngsten habe ich meine Entscheidung allerdings schnell bereut. Ich konnte mich aufgrund der Schmerzen nicht so gut um den Kleinen kümmern, wie ich es gewollt hätte und war des öfteren auf fremde Hilfe angewiesen, wobei es mir dann doch schwer fiel diese anzunehmen.
Was ich allerdings am meisten vermisst habe war diese unglaubliche Euphorie (durch Adrenalin?? keine Ahnung) nach der Spontangeburt, die mich damals über längere Zeit mit ordentlicher Energie versorgt hat. Vielleicht war es bei mir natürlich auch nur Zufall, nach dem Kaiserschnitt konnte ich von dieser Euphorie nur wenig spüren, ich brauchte eigentlich viel Schlaf und körperliche Ruhe (bekam ich natürlich nicht…!). Eine Freundin hat beide Arten der Geburt ganz ähnlich empfunden wie ich.
Egal wie Du Dich entscheidest, ich wünsch Dir eine schöne Geburt und vor allem ein glückliches Kind!!
Alles Gute
buebchen

Hallo

die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, weil ich freiwillig keinen KS machen würde (musste ich aber, leider; irgendwie fehlt mir das Geburtserlebnis, obwohl ich keine Vollnarkose hatte).

Ich wollte nur noch als Argument noch bringen, dass nach einem Kaiserschnitt meines Wissens eine (normale) Geburt irgendwie schwieriger sein soll, weil das Gewebe da nicht mehr so elastisch ist oder so. Hab ich mal so gehört, weiß nicht, ob das zutrifft.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

unsere Jungs sind beide auf natürlichem Weg geschlüpft, daher keine eigenen Erfahrungen mit Kaiserschnitt.
Unsere Hebammen haben aber kein so gutes Verhältnis zu Kaiserschnitt. Wenn er sen muß, ist er ein Segen, ansonsten hat er wohl viele Nachteile.

Er ist immer eine recht massive Operation, bei der das Bauchfell zerschnitten wird, auch wenn heute weit kleiner geschnitten wird.
Es scheint so zu sein, daß viele Mütter nach einem Kaiserschnitt eher ein Problem haben, das Kind ‚anzunehmen‘. Die Hebammen sprachen von Fällen, daß Mütter berichteten, ihr Kind emotional gar nicht als das ihre ansehen konnten. Das Gefühl hat sich zwar in den meisten Fällen eingestellt, aber es muß wohl für die Mütter eine eigenartige Erfahrung gewesen sein.
Anfangs bist Du meist weniger fit.
Der Prozentsatz der Frauen, die Stillprobleme haben soll höher sein.

Mittlerweile sehen auch immer mehr Gyns ein Problem im Wunschkaiserschnitt, ähnlich wie in den 70ern, als die programmierte Geburt der Renner war,

Was die Schmerzen betrifft; die meisten Mütter die ich kenne sagen, daß kurze Zeit nach der Geburt die Erinnerung daran zwar noch da war, aber eher verklärt und selten traumatisch, auch wenn sie während der Geburt den Verursacher (also der Vater) am liebsten gekreuzigt hätten.

Gandalf

Hallo!
Bei mir war der KS geplant, wg BEL und recht großem Baby (55 cm, 4000 g). Er sollte mit PDA gemacht werden, das klappte aber nicht (mein Bauch war sooo dick, dass ich mich nicht genügend nach vorne beugen konnte - die sind mit der Nadel einfach nicht zwischen meine Wirbel gekommen…) - also Vollnarkose. Deshalb hat es so lang gedauert, bis ich mein Kind stillen und in die Arme nehmen konnte. Außerdem habe ich bei der OP recht viel Blut verloren, was laut Arzt schon vorkommen kann, und war entsprechend schwach und matschig. Bis sich die Blutwerte erholt haben, hat es ein paar Wochen gedauert (und das, obwohl sie in der SS auch am Ende noch super waren…)
In „meiner“ Klinik war es aber Standard, dass man bei KS 8-10 Tage bleiben musste. Bei „normaler Geburt“ ohne Komplikationen lassen sie einen nach 4 Tagen raus. Und dann gibt es ambulante Geburten, wo man nach 4 STunden bzw am nächsten Morgen (wenn die Geburt Nachts war) gehen darf.
Du siehst, bei mir ist es nicht optimal gelaufen. Aber ein KS ist eben auch eine OP mit allen Risiken - bei mir war es ja auch nicht so geplant :wink:
Viel Glück, und erzähl doch dann mal, wie du dich entschieden hast!
Ally

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Ich wollte nur noch als Argument noch bringen, dass nach einem
Kaiserschnitt meines Wissens eine (normale) Geburt irgendwie
schwieriger sein soll, weil das Gewebe da nicht mehr so
elastisch ist oder so. Hab ich mal so gehört, weiß nicht, ob
das zutrifft.

Das ist definitiv nicht richtig - das war uU früher mal so - ich habe mich darüber asuführlichst mit verschiedenen Ärzten und Hebammen unterhalten. Nur unter ganz besonderen (und besonders blöden) Umständen gibt es Komplikationen (und das kann immer vorkommen). Und es sollte mindestens 1 Jahr zwischen KS und vaginaler Geburt liegen, damit alles Zeit hat zuzuwachsen.
Ally

Obwohl nur der Vater von 3 mittlerweile erwachsenen Söhnen, hier unsere Erfahrungen mit KS und natürlicher Geburt:
Bei der ersten Schwangerschaft mußte meine Frau auf Anraten des Frauenarztes wegen verfrühter Wehen die letzten 2½ Monate in der Klinik zubringen. Der Chefarzt hat dann beschlossen, einen KS zu machen, da er der Meinung war, dass durch das lange Liegen eine nG zu riskant wäre. Wir haben das akzeptiert und alles ging gut, wobei uns natürlich jeder Vergleich fehlte.
Bei der zweiten Schwangerschaft, meine Frau hatte inzwischen den Frauenarzt gewechselt, traten im 8.Monat wieder verfrühte Wehen auf. Mit Zustimmung des Frauenarztes hat meine Frau diese ignoriert und bis zum Termin passierte nichts. Wir waren dann in der gleichen Klinik. Der Chefarzt war (gottseidank?) im Urlaub und der Oberarzt wollte wieder einen KS machen. Ich habe ihm gesagt, dass wir uns noch ein drittes Kind wünschen und wie die Chancen dafür nach einem zweiten KS wären. Daraufhin hat er (zwar etwas widerstrebend) dem Versuch zu einer nG zugestimmt. Die Geburt war nicht einfach, aber insgesamt doch ohne größere Probleme.
Bei der dritten Schwangerschaft die gleichen Probleme (verfrühte Wehen, …), die nG in einer privaten Entbindungsklinik, in der der Frauenarzt Belegbetten hatte, war ganz ohne Probleme und die Atmosphäre viel persönlicher als in der Klinik und sehr angenehm, z.B. war hier der Besuch durch die Geschwister möglich (das mag heute anders sein, schließlich liegen unsere Erfahrungen ca. 30 Jahre zurück).
Gruß Fritz

Hallöchen,

also ich hatte zwei Kaiserschnitte. Der erste musste sein, nach 24 Stunden Wehen… Danach Untersuchung und der Grund wurde klar: der knöcherne Beckendurchgang ist bei mir zu klein fürs Babyköpfchen. Also war klar - die nächste Geburt würde auf jeden Fall sofort ein Kaiserschnitt. Und jetzt kurz zu den Vorurteilen.

Er ist immer eine recht massive Operation, bei der das
Bauchfell zerschnitten wird, auch wenn heute weit kleiner
geschnitten wird.

Das war früher so, heute ist der Eingriff sogar bis zu viermal problemlos zu machen.

Es scheint so zu sein, daß viele Mütter nach einem
Kaiserschnitt eher ein Problem haben, das Kind ‚anzunehmen‘.

Na, das ist nun absoluter Quatsch! Ich hatte überhaupt kein Problem damit und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich irgendwie anders empfunden hätte, wenn die Geburten natürlich verlaufen wären.

Die Hebammen sprachen von Fällen, daß Mütter berichteten, ihr
Kind emotional gar nicht als das ihre ansehen konnten. Das
Gefühl hat sich zwar in den meisten Fällen eingestellt, aber
es muß wohl für die Mütter eine eigenartige Erfahrung gewesen
sein.

Auch das halte ich für ein blödes Vorurteil. Natürlich sieht man das Kind mit einer Mischung aus Staunen und Neugier an - aber keiner kann mir erzählen, dass das bei einer natürlichen Geburt anders wäre…

Anfangs bist Du meist weniger fit.

Auch das ist Quatsch. Natürlich kann man sowas nie vorhersagen, da ist jeder Mensch verschieden. Aber ich war nach dem zweiten Kaiserschnitt nach vier Tagen schon wieder zuhause, während meine Freundin nach natürlicher Geburt acht Tage im Krankenhaus war.

Der Prozentsatz der Frauen, die Stillprobleme haben soll höher
sein.

Stillprobleme kann es immer geben, der Geburtsverlauf ist dabei nicht ursächlich.

Mittlerweile sehen auch immer mehr Gyns ein Problem im
Wunschkaiserschnitt, ähnlich wie in den 70ern, als die
programmierte Geburt der Renner war,

Weil ja immer alles sooooo natürlich sein muss… Wenn ich so große Angst habe, kann ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind m.M. die bessere Lösung sein.

Was die Schmerzen betrifft; die meisten Mütter die ich kenne
sagen, daß kurze Zeit nach der Geburt die Erinnerung daran
zwar noch da war, aber eher verklärt und selten traumatisch,

Na gottseidank ist unser Schmerzgedächtnis nur temporär… Man vergisst die Schmerzen nach einiger Zeit.

auch wenn sie während der Geburt den Verursacher (also der
Vater) am liebsten gekreuzigt hätten.

Na, tut mir leid - SO eine Einstellung hab ich nie verstanden! Als ob die Männer schuld daran wären, dass die Natur nun mal so ist…

Meine Meinung: ein Wunschkaiserschnitt kann durchaus gut sein! Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir noch nicht mal von den Ärzten „verurteilt“ werden, sondern oft eher von den Frauen mit natürlichen Geburten, weil wir immer als Gebärende zweiter Klasse angesehen werden - warum auch immer.

Lieben Gruß,

thewritingcat

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Hallo,

Natürlich sieht
man das Kind mit einer Mischung aus Staunen und Neugier an -
aber keiner kann mir erzählen, dass das bei einer natürlichen
Geburt anders wäre…

Also hier muss ich dir dringendst widersprechen. Sicher ist es bei jeder Frau anders, aber mein Gefühl nach den (normalen) Geburten war ein absolut überwältigendes (von mir total unerwartetes) und extrem intensives Gefühl der LIEBE und des „Haben-Wollens“ (im Sinne von: Ich will dich sofort ganz nah bei mir haben und geb dich nie mehr her!)
Ich hatte von meiner Schwägerin auch gehört, dass ihr das Baby erstmal ganz fremd vorkam, und hatte daher eher mit so etwas gerechnet. Daher haben mich meine Gefühle total unerwartet regelrecht überrumpelt und überwältigt.

Keiner kann dir das erzählen? Doch ich kann, bei mir war es so.

Viele Grüße,

Julia

Hallo Julia,

das kann nichts mit natürlicher Geburt oder KS zu tun haben, denn was ich empfunden habe, als ich mein Baby gesehen habe, kann ich nur als bedingungslose Liebe und perfektes Glück beschreiben. Ich hatte auch keine postnatale Depression, wie viele andere, sondern das Gegenteil trat ein. Auch das würde ich nicht auf die Geburtsmethode zurückführen, sondern auf einen individuellen Hormoncocktail.

Schöne Grüße
T.

Hallo nochmal,

ich möchte mich an der Stelle für die Beiträge bedanken, auch für solche, die jetzt noch kommen. Nun steht die Entscheidung, heute nachmittag mache ich den Termin für den KS in dem Krankenhaus, in dem ich auch beim letzten Mal entbunden wurde.
Wen’s interessiert - ich hab bei Wiki eine für mich recht hilfreiche Abhandlung gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wunschkaiserschnitt
Vor allem eines möchte ich noch loswerden. Ich kann mir vorstellen, dass eine Frau, die stundenlang in den Wehen lag und dann wg. Geburtsstillstand o. ä. einen KS verpaßt kriegt, große Probleme damit hat. Unter Umständen auch damit, das Kind anzunehmen. Da bereitet man sich monatelang auf dieses große Ereignis vor, schindet sich wie ein Tier mit den Wehen rum und dann wird einem doch der Bauch aufgeschnitten. Ich könnte mir vorstellen, dass daher dieser Mythos vom „Nicht-Annehmen-Können“ rührt.
Mein Geburtserlebnis hingegen stellt für mich immer noch den Höhepunkt meines bisherigen Lebens dar. Allein bei der Erinnerung daran könnte ich immer noch vor Glück heulen.
Meine beste Freundin hingegen konnte weder das erste noch das zweite Kind in den ersten 10 bis 14 Tagen richtig annehmen, trotz „natürlicher“ Geburt.

Man kann es drehen und wenden wie man will: persönliche Erfahrungen lassen sich nicht beliebig übertragen. Jedenfalls lasse ich mich jetzt nicht mehr von Hebammen beraten, denn was ich bisher von denen zu hören bekam, war so militant und dogmatisch, dass ich schön langsam richtig wütend werde, wenn ich nur von diesem Berufstand höre. Sry, das musste jetzt raus.

Schöne Grüße
T.

Hallo thewritingcat,

daß bei Dir alles super gelaufen ist, freut mich für Dich, dann aber zu behaupten daß es immer so zu sein hat, ist etwas daneben.
Ich schrieb, daß es Fälle gibt, wo die beschriebenen Sachen auftraten, nicht, daß sie immer auftreten.

Ein Kaiserschnitt, auch wenn in den meisten Fällen komplikationslos ist immer noch eine große Operation mit alle Risiken.
Und wie schon geschrieben, wenn er sein muß ist er ein Segen, so wie bei Dir.
Problematisch halte ich die Mode der Wunschkaiserschnitte. Die sind m.E. genauso unnötig/blödsinnig wie die meisten kosmetischen Operationen.

Und auch wenn Du es Dir nicht vorstellen kannst, die von mir geschilderten Fälle kommen vor, sogar nicht mal selten. Von gelungenen, problemlosen Fällen auf alle Fälle zu schließen, halte ich für sehr gewagt. Das hat nichts mit ‚ach so natürlich‘ zu tun, sondern ist eine schlichte Risikoabwägung.

Gandalf

Hallo Gandalf,

Ein Kaiserschnitt, auch wenn in den meisten Fällen
komplikationslos ist immer noch eine große Operation mit alle
Risiken.

Ja, so ist das unbestritten.

Und wie schon geschrieben, wenn er sein muß ist er ein Segen,
so wie bei Dir.
Problematisch halte ich die Mode der Wunschkaiserschnitte. Die
sind m.E. genauso unnötig/blödsinnig wie die meisten
kosmetischen Operationen.

Du bist ja nicht der einzige, der vom Wunschkaiserschnitt als Modeerscheinung spricht, aber die seit dem Weltkrieg stetig gestiegene Rate an KS’en könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass es sich hierbei um die progressivere Geburtsmethode handelt. Und wenn es um die Abwägung von Risiken für’s Baby geht, dann schneidet der KS wohl im Schnitt besser ab, das haben sogar die Hebammen eingeräumt, mit denen ich mich auseindersetzen durfte.

In dem Link von Wiki steht u. a., dass im Laufe der Evolution der Beckenumfang der Frau in etwa gleichgeblieben ist, der Kopfumfang des Säuglings jedoch kontinuierlich zugenommen hat. Ich meine, dass es unter diesen Umständen ok ist, wenn man medizinische Alternativen zur natürlichen Geburt sucht und es der Frau überläßt, was sie sich zutraut und was nicht. Hier von unnütig/blödsinnig zu sprechen ist, entschuldige, etwas schlicht.

Ich beneide jede Frau, die auf natürlichem Weg (keine PDA, Saugglocke, Zange etc.) ihr Kind zur Welt bringen durfte und sowohl Mutter und Kind danach gesund waren. Aber wie häufig glückt das heute noch?

Schöne Grüße
T.

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