Hallo Pat,
ich kann in puncto Reisen mit Kleinkind auch eine Erfahrung beisteuern:
Bin - als meine Mini gerade ein gutes Jahr alt war - mit ihr allein 2 Wochen auf die Kapverdischen Inseln geflogen. Pauschalreise, all inclusive, ****-Hotel.
Der Flug war völlig unproblematisch. Wie hier schon geschrieben wurde, gibt es für Kinder unter 2 Jahren sogar die Möglichkeit zur Platzreservierung in der 1. Reihe. Das Baby reist kostenlos, hat allerdings keinen eigenen Platz. Wenn es ganz klein ist (ich glaube, 9-10 kg durfte es wiegen), kannst du sogar eine Babyschale vor dir befestigen und es kann da schlafen. Meine Lütte war knapp drüber, ich hatte eine 3er Reihe aber für mich und hab ihr auf dem Boden ein Bett bereitet. Sie war recht pflegeleicht und hat sowohl Hin- als auch Rückflug so ziemlich verschlafen. Wenn sie wach war, war es allerdings anstrengend, denn sie wollte gucken, laufen und nicht sitzen bleiben. Auch Start und Landung, also die Zeiten, bei denen sie auf dem Schoß sitzen MUSSTE, waren nicht ganz easy, aber zu bewältigen. Insgesamt 6 Stunden Flug, ich meine 1 Stunde Zeitverschiebung, aber das wars auch schon. Kein Problem für meine Maus. Was man auch nicht vergessen darf ist die Tatsache, dass die Kleinen den Druckausgleich nicht selber hinkriegen. Man soll ihnen dann etwas zu trinken geben, damit der Ausgleich über das Schlucken geschicht. Aber wenn das Kind nicht mag, kann das schon sehr schmerzhaft werden oder der Wurm bekommt einfach Angst. Und wenn ein Kind dann erst einmal schreit, ist man als Mutter ganz schön gefordert. Denn wer bleibt schon ruhig, wenn Babygebrüll über lange Zeit durch den Flieger hallt und man eben nicht Reihe 1-15 für sich alleine hat. So ein Flug, bei dem man nicht mal eben nach draußen gehen kann, kann also schon ganz schön anstrengend werden. Muss er aber nicht. ;o)
Richtiggehende ferne Länder würde ich mit den Minis nicht bereisen; bei mir lag die Grenze bei 6 Stunden Flugzeit. Erst recht keine, in denen es Malaria und Co. gibt. Das halte ich für verantwortungslos, zumal der kleine Organismus noch keine Impfungen/Prophylaxen wegsteckt. Kapverden war insofern gut, als es dort im Grunde keine Krankheiten gibt (es gibt auch so gut wie keine Tiere, die Krankheiten übertragen könnten). Nur Durchfall, den kannst du natürlich überall kriegen - und davon haben wir rege Gebrauch gemacht. Und DAS war alles andere als easy. Abgesehen vom Flüssigkeitsverlust, den es irgendwie zu kompensieren gilt, brauchten wir Uuuunmengen an Windeln. Mein eigentlich reichhaltiger Vorrat war schnell erschöpft, Nachschub gab es vor Ort zwar zu kaufen, aber es war importierter brasilianischer Plastikmüll, dazu noch horrend teuer. Also bekam meine Maus massivste Probleme mit der Haut - alles offen. Wenn die Kinder etwas haben, einmal mehr, wenn sie ganz klein sind, sind die Ärzte vor Ort meist mit ihrem Latein am Ende. Auf Erwachsene sind sie eingestellt, vielleicht noch auf ältere Kinder - aber Klein(st)kinder? Entsprechend mau sieht es dann auch mit der Behandlung aus, für die du trotzdem Unmengen berappen musst. Ein gutes Gefühl hatte ich dabei nicht.
Die Hotelanlage, in der wir waren, war damals brandneu (RIU Funana), also gerade wenige Monate in Betrieb. Abgesehen von einer Großbaustelle gleich nebenan - rein zufällig unmittelbar neben dem Kinderpool und -spielplatz :oOOO - war das Hotel eigentlich ganz nett.
Im Großen und Ganzen war der Aufenthalt dort recht unproblematisch, aber man kann eben nicht viel machen, wenn man allein mit Kind unterwegs ist. Wenn es regnet, bist du ebenfalls verraten und verkauft. Diese Gefahr besteht zwar nur geringfügig auf den Kapverden, aber auch das durfte ich miterleben, dazu 3 Tage Sandsturm non-stop. Man konnte nichts mehr sehen, ich habe den Kinderwagen meiner Kleinen mit Handtüchern eingewickelt. Die wiederum fing dann an zu schreien, weil sie nichts mehr sah. Also hab ich ihr ein Guckloch gebastelt, dann wiederum heulte sie, weil sie den Sand in die Augen kriegte. Lustige Tage, echt. :o(((
Für mich war es doch recht stressig. Die Kleinen schlafen mittags ja noch, und so war ich eigentlich ständig unterwegs. Das Hotel selber mit weiten Wegen. Während der 2 Wochen boten mir andere Hotelgäste dann sogar an, meine Maus auch mal zu nehmen, weil ich wohl so geschafft aussah. :oD
Aus jetziger Sicht und mit dieser Erfahrung würde ich es nicht noch einmal machen. Jetzt ist meine Lütte gute 2,5 Jahre. Wenn sie 3 ist, fliege ich mit ihr in den Robinson Club Esquinzo nach Fuerteventura. Ob der Papa mitkommt, steht noch nicht fest, aber ich habe keine Sorge, dass es ähnlich wird wie mein damaliger Urlaub. Es gibt Kinderbetreuung für Mäuse ab 2 Jahren, ein Meer, dass sich auch für die Kleinen zum Baden eignet (konntest du im kapverdischen Atlantik ebenfalls vergessen, da haben die hohen Wellen und die starke Strömung sogar die Erwachsenen umgehauen), exzellente Verpflegung, so dass Montezuma mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf der Bildfläche erscheinen wird.
Solltest du also tatsächlich so einen Urlaub mit Minimaus planen, würde ich mich an deiner Stelle wirklich gut beraten lassen. Es gibt so viele Faktoren, die dir einen erwarteten tollen Urlaub vergällen können. Mit Kleinkind muss man m. E. an so vieles denken. So langsam verstehe ich allerdings die Eltern, die ihre Lütten einpacken und sich für Strandurlaub in den Niederlanden entscheiden. ;oDDD
Viele Grüße
Kirsten