Hallo ihr :o)
Gestern durfte ich mich mal so richtig austoben, das Spielzeug hatte 145 PS, ein unsynchronisiertes 4-Ganggetriebe und das war´s eigentlich schon.
Zuerst die Frage des Instruktors „Hat wer eigenes Zeug dabei ?“ Mist, denke ich mir, ich dachte man darf nicht, wegen feuerfest und so, deshalb hab ich meinen Cart-Overall zu Hause gelassen. War aber gut so, die zur Verfügung gestellten Anzüge sind wattiert und es war recht kalt. Nur mit dem Helm war ich nicht recht glücklich, einfach nicht der eigene … Gottseidank gab es auch das richtige Schuhwerk. Handschuhe hatte ich sicherheitshalber die eigenen mit.
Einsteigen und Sitzposition waren … äh … gewöhnungsbedürftig, aufgrund meiner Körpergröße (184 cm) wurde der Sitz einfach rausgeschmissen und durch Schaumgummimatten ersetzt. Mit den Schultern stieß ich trotzdem links und rechts an, aber daran gewöhnt man sich rasch. Schalthebel ist winzigklein und liegt praktisch am rechten Oberschenkel an, beim Zurückschalten auf die Erste war das anfangs echt problematisch. Meine 44er streiften beim Gasgeben das Bremspedal leicht, also bewußt den Schuh etwas nach rechts drehen … paßt. Dann wird man mit dem 6-Punkt-Gurt festgezurrt, das Lenkrad wird wieder montiert, fertig.
Dann auf zur Schaltlektion, also Gewöhnung an das Getriebe, die Sitzposition etc. … Zündung ein, die Benzinpumpe beginnt zu surren und mit einem kurzen Druck auf den Starterknopf erwacht das Tier hinter dir zum Leben. Erste rein … Mist, geht nicht. Ach ja, unsynchronisiert … also Kupplung sanft kommen lassen und den Ganghebel nach vorne drücken … °klack°. Gut, jetzt aber ab auf die Strecke. Die war noch naß, aber es waren eh Regenreifen drauf. Der Instruktor sagte noch „Paß auf, West Zwei ist ziemlich rutschig“. Ich °jaja, rutschig, schon recht …° und ab gings. Erste, Zweite, Dritte … läuft ja prächtig … Naja, in der zweiten Kurve ringelte ich mich schon ein °kicher° Das Ding ist irre giftig, wenn du nicht vor der Kurve mit dem Bremsen fertig bist kannste schon das Kreuz drüber machen. Vom Gas gehen hilft nur ein bißchen, der Rest ist Hoffen von °Oh Gott, hoffentlich geht sich das ohne Bremsen aus° bis °Kurvenscheitelpunkt erreicht, jetzt nur nicht zuviel Gas sonst schmiert das Heck weg°.
Als ich die Kiste aus dem Gras wieder raus hatte gings ein bißchen besser, aber das Gefühl war wie auf Schmierseife. nach einer Viertelstunde wurden wir wieder reingaholt und gingen die Strecke zu Fuß ab. Schaltpunkte, Ideallinie, Bodenwellen etc. wurden gezeigt. Mittlerweile war es aufgetrocknet, Slicks wurden auf die Autos montiert und dann der erste freie Turn. Vor dem Bergauf-S sollten wir auf die Erste zurückschalten. Klingt lächerlich, die geht aber immerhin bis 95. Dann Zweite, eine kleine Schikane mit Hütchen, Dritte und da kommt schon West-1 … aaaaah, nicht in der Kurve bremsen … ab Kurvenscheitelpunkt sanft beschleunigen, die Linie halten, in West-2 innen möglichst an die Curbs ran und dann volles Rohr … Jessas, unglaublich wie der in der Dritten anreißt … vor dem leichten Rechtsknick die Vierte und feste druff … ein Gefühl als ob du durch ein bewegtes Zoom schaust, der Motor brüllt nochmals auf und preßt dich nach hinten, alles fliegt an dir vorbei … aaaaarggghhhh da ist schon die nächste Schikane, da sollte vorher die Zweite rein … zu spät, aber die Start-Ziel-Kurve grade noch gekriegt. Dann innen an der Bodenwelle vorbei, sonst hebst du ab und landest im Reifenstapel, Dritte voll … runter auf Zweite, Erste und wieder hinein in das Bergauf-S …
Mit der Zeit ging es besser, man wird übermütig bis mich ein Instruktor mit der roten Fahne reinholte und mir sanft erklärte daß am Ende der Geraden knapp 170 anlägen und ich doch BITTE daran denken solle. Immerhin wäre es noch ein bißchen naß und so ein Ding kostet knapp 60.000 DM °schluck°.
Na gut, also etwas schaumgebremster auf der Geraden, den Bremspunkt ein wenig vorverlegt, was das Gesicht des Instruktors ein bißchen entspannt :o)
Aber so richtig wohl fühle ich mich noch nicht, die Schaltung hakt und will nachdrücklich bedient werden, der Motor brüllt und vibriert, das Gaspedal hat einen viel zu kurzen Weg, einmal antippen und das Heck fängt an zu rutschen …
Im nächsten Turn läuft alles viel besser, mittlerweilen hat es zu regnen begonnen, die Reifen wurden wieder umgesteckt auf Regen und alle Schaltpunkte sind +1, also alles einen Gang höher zu fahren. Die Rundenzeiten liegen etwa 10 Sekunden über jenen vom ersten Turn und man hat jetzt echt Zeit sich auf die Linie zu konzentrieren. Ich hänge mich außerhalb der Gischtfontäne an einen wahnsinnigen Deutschen °grins° an und wir drehen vergnügt unsere Runden. Plötzlich die karierte Flagge … was, schon aus ? Schade … jetzt begann es grade Spaß zu machen …
Die Zeit verging wie im Flug, alle sind voller Adrenalin und total aufgekratzt. Die Rundenzeiten werden ausgedruckt … na, nichtmal so schlecht. Oberes Drittel, aber zur Top-Zeit fehlen zwei Sekunden. Nächstes Mal … °grins°
Tiger
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