Erfahrungswerte Wärmepumpe

Hallo liebes Forum,

ich hoffe, jemand kann mir mit seiner Erfahrung helfen.
Wir werden demnächst eine 24 kW Erdwärmepumpe für unser Haus betreiben. Wie Viel Kosten an Strom kommen dafür auf uns zu? Hat schon jemand Werte, wie viele kwh pro Jahr dafür in etwa anfallen?

Danke für Eure Hilfe,

Karino

hier ist Radio Eriwan: es kommt darauf an…

demnächst eine 24 kW Erdwärmepumpe für unser Haus
betreiben.

moin moin,
24 KW ist hoffentlich die Heizleistung und nicht der Elektrische Anschlusswert. Dann kommt es darauf an, ob dein Lieblingsenergieversorger dir einen Sondertarif (bei mir ist es z.B. Nachtstrom für ca 11Ct/kWh) zur Verfügung stellt und wieviel qm du beheizen musst und und und

meine Heizung als Beispiel: 2 kW -Anschluss, 135 qm Haus, absolute Energie-Spar-Muffel im Haushalt (12-jähriger Sohn der immer noch nicht den Zusammenhang zwischen Dauerlüften und Heizkosten begriffen hat, wenigstens lüftet er …) >>> das macht dann ca 65 (jetzt nach der Erhöhung wohl eher 70) Euronen im Monat (incl. Warmwasser)

cu Tom

An Radio Eriwan
Hallo Tom,

ja ja, 24kW ist die Heizleistung ( obwohl mir gestern mein Mann erklärte das sei die Stromleistung, aber ich bin ja keine kleine Dumme!)
Also, der Strom den das Gerät so ziehen wird liegt wohl im Schnitt bei 7 - 8 kW ( hab ich heute morgen aus den Unterlagen entnommen)
Ja und alles andere? Wir haben bisher nur mit Holz und einzelne Zimmer beheizt, das wird was ganz neues für uns. Deshalb wollte ich nur ein paar Werte von Menschen die ihr ganz normales Haus ganz normal beheizen. Damit ich mal eine Hausnummer bekomme.

Danke für die Mühe, Karino

Moin,

Ja und alles andere? Wir haben bisher nur mit Holz und
einzelne Zimmer beheizt, das wird was ganz neues für uns.
Deshalb wollte ich nur ein paar Werte von Menschen die ihr
ganz normales Haus ganz normal beheizen. Damit ich mal eine
Hausnummer bekomme.

so ganz normal ist das aber nicht, was auch immer „normal“ heissen soll. 24 kW Heizleistung ist nämlich schon eine ganze Menge. Also entweder ist es stark überdimensioniert oder Euer Haus ist sehr alt bzw. schlecht gedämmt oder eben auch sehr groß. Darüber müsstest Du mal was schreiben.
Falls die 24 kW wirklich gebraucht werden, kann man es ja mal grob überschlagen: Man kann ansetzen, dass die Heizung 2000 Stunden im Jahr in Betrieb ist. Bei 8 kW elektrischer Leistung sind das dann eben 2000 h mal 8 kW = 16000 kWh jährlich. Bei 25 Cent pro kWh wären das 4000 Euro Heizkosten im Jahr. Das ist schon OK, da es sich ja wahrscheinlich um ein kleines Schloss mit 20 Zimmern handelt.
Vielleicht ist es ja auch so gedacht, dass Ihr nen 5000 l - Pufferspeicher habt und die WP nur nachts für ein paar Stündchen an ist mit billigem Nachtstrom - dann sieht die Rechnung ganz anders aus.

Und mal nebenbei: Schreib mal was über den Erdkollektor. Der müsste ja auch ordentlich dimensioniert sein.

Olaf

Nochmal Radio Eriwan
Also, ich bin durchschaut. Es ist ein kleines Schloss und ich bin die Prinzessin…

Nee, mal ganz ehrlich, es handelt sich um eine Alte Mühle (240 m2, schlecht gedämmter Altbau) und einen Neubau (100 m2 und natürlich auf dem neuesten Stand) und einer Ferienwohung (30m2, eigentlich garnicht gedämmt, aber auch nur selten in Benutzung)die damit beheizt werden werden.

Wie viele Liter der Pufferspeicher hat : 500.

Der Kollektor wird 1200m lang und so 1,20m tief.

Ich weiss noch gar nichts, ich bin gerade in der Findungsfrage wie das mit den Stromtarifen gehen soll, deshalb frach ich ja.

Danke für Euer miträtseln,

Karino

Hallo Prinzessin,

OK, dann könnte das mit den 24 kW schon passen.

Wie viele Liter der Pufferspeicher hat : 500.

Na gut, der hat nicht wirklich diesen Namen verdient. Der ist doch bestimmt nur fürs Warmwasser da.

Der Kollektor wird 1200m lang und so 1,20m tief.

Könnte reichen. Hauptsache die 1200 m sind auf einer schön großen Fläche verteilt.

Ich weiss noch gar nichts, ich bin gerade in der Findungsfrage
wie das mit den Stromtarifen gehen soll, deshalb frach ich ja.

Danach musste aber Deinen Energieversorger fragen. Viele haben Sondertarife für Wärmepumpen.

Vielleicht solltet Ihr auch irgendwo einen Holzofen stehen lassen, man weiß ja nie…

Olaf

Hallo,

Wie viele Liter der Pufferspeicher hat : 500.

Das kann irgendwie nicht sein. Wie soll denn in dem kleinen Ding die Wärme für den ganzen Tag gespeichert werden? Die Wärmepumpe soll doch nur nachts laufen. 500l reichen ja nicht mal für das Brauchwasser bei drei Wohnungen - zumal in einer Ferienwohnung meist auch noch öfter geduscht wird als normal.
Gruß
loderunner

Hallo,

Wie viele Liter der Pufferspeicher hat : 500.

Das kann irgendwie nicht sein. Wie soll denn in dem kleinen
Ding die Wärme für den ganzen Tag gespeichert werden? Die
Wärmepumpe soll doch nur nachts laufen.

nein, es gibt auch Wärmepumpen ganz ohne Pufferspeicher. Die laufen eben nicht nur nachts sondern immer wenn Wärmebedarf ist. So ein kleinerer Pufferspeicher soll dann nur übermäßiges Takten verhindern.
Natürlich kann die Pumpe dann nicht mit Nachtstrom betrieben werden. Trotzdem gibt es oft Sondertarife. Die haben aber manchmal die Bedingung, dass die Pumpe während der Spitzenzeiten nicht laufen darf.

Olaf

Hallo,

Nee, mal ganz ehrlich, es handelt sich um eine Alte Mühle (240
m2, schlecht gedämmter Altbau) und einen Neubau (100 m2 und
natürlich auf dem neuesten Stand) und einer Ferienwohung
(30m2, eigentlich garnicht gedämmt, aber auch nur selten in
Benutzung)die damit beheizt werden werden.

Da den Heizbedarf zu schätzen ist nicht sehr einfach.

Ein EFH nach gutem Stand der Technik braucht ca. 50…100 KWh
Heizenergie pro Jahr und 1 m² Wohnfläche.
Die 100m² Neubau rechnen wir also mal 8000kWh.
Dazu kommt Warmwasserverbrauch (natürlich von individuellen
Verbrauchsverhalten abhängig).

Bei Altbau kann der Bedarf das doppelte aber auch das fünffache sein.
Nehmen wir mal ca. 200 kWh pro 1m² und pro 1Jahr.
Das wären dann ca. 50000kWh pro Jahr.

Für die Ferienwohnung nehmen wir dann nochmal poplige 5000kWh dazu.
Macht Summe incl Warmwasser ca. 70000 kWh/Jahr.

Nun kommt aber der Leistungsfaktor der Wärmepunpe zum tragen.
Unter günstigen Umständen mit niedrigen Vorlauftemp.
(Fußbodenheizung) und günstiger Verlegung des Kollektors in
einer wasserführenden Schicht mit Eingangstemp. um min.10°C
kann man von einem Leistungsfaktor 3…5 rechnen.

Wir nehmen mal 4 an.
70000KWh / 4 = ca. 18000kWh.
Bei 20Cent pro kWh macht das also ca. 3600€ pro Jahr
Verbrauchskosten. Bei opt. Nutzung von Nachtstrom kann man auch
mit ca. 2000€ /Jahr auskommen.

Wie viele Liter der Pufferspeicher hat : 500.
Der Kollektor wird 1200m lang und so 1,20m tief.

Das halte ich nicht für eine weniger optimale Verlegung des
Kollektors. Falls im Winter bei hartem Frost das Erdreich
tief einfriert und dann noch ständig Wärme durch die Heizung
entzogen wird, kann die Eingangstemp. stark sinken und der
Leistungsfaktor wird deutlich unter 4…5 ausfallen.
Im schlechtesten Fall wird die Wärmepumpe einem Leistungsfaktor
kleiner 2 bekommen, wenn die Kollektorleitungen komplett
einfrieren sollten.

Gut, du wohnst nicht in der Lausitz, wo nachts Fröste bis unter
-20°C den Boden bis ca. 1,2m tief durchfrieren lassen können.
Ansonsten ist es noch stark von den Bodenverhältnissen
und der Wohnlage (Höhenlage) abhängig).

Ich weiss noch gar nichts, ich bin gerade in der Findungsfrage
wie das mit den Stromtarifen gehen soll, deshalb frach ich ja.

Rechnet mal mit einem enormen Verbrauch ab ca. Januar bis
März. Die restliche Zeit wird nicht so schlimm sein.

Gruß Uwi

Moin,

Im schlechtesten Fall wird die Wärmepumpe einem
Leistungsfaktor
kleiner 2 bekommen, wenn die Kollektorleitungen komplett
einfrieren sollten.

na so dramatisch wird es nicht. Leistungszahlen von 5 würde ich sowieso niemals glauben. Im Jahresmittel ist ein Wert von etwa 3 realistisch.
Es gibt Anlagen, da geht die abgekühlte Sole mit -5°C raus und kommt „erwärmt“ mit -2°C wieder rein - und es funktioniert. Also negative Temperaturen sind für die Sole kein Problem.

Gut, du wohnst nicht in der Lausitz, wo nachts Fröste bis
unter
-20°C den Boden bis ca. 1,2m tief durchfrieren lassen können.

Häh? Was ist denn das jetzt? Über die Lausitz gehen ja viele merkwürdige Gerüchte um, aber dass hier Temperaturen von -20°C üblich sind, ist mir neu. Ich wohne nämlich in der Lausitz. Das Wetter ist hier vielleicht etwas extremer als anderswo. Aber -20°C waren in den letzten 10 Jahren vielleicht in insgesamt 5 Nächten.

Olaf

Hier nochmal die Prinzessin
Hallo alle die mit mir miträtschen,

Danke schonmal für die Diskussion! Nur nochmal zur Klärung:

Warmwasser läuft nicht über die Wärmepumpe und wird lokal in Durchlauferhitzern in meinem Schloss erzeugt. Fällt aus dieser Rechnung also raus.

Ein Pufferspeicher von 500l wurde vom Heizungs-Man als genau der richtige errechnet.

Wir betreiben in meinem Schloss noch zusätzlich einen Kachelofen mit Warmwasseraufsatz, der nochmal bis zu 6kW Heizleistung in den Pufferspeicher schickt (und 6kW in den Raum abgibt).

Bei uns in Rheinhessen wird es an 10 Tagen im Jahr maximal unter 10°minus kalt, in den letzten Jahren haben wir allerhöchstens ca. 2 Monate Temparaturen unter dem Gefrierpunkt gehabt.

Ich danke Euch allen fürs mitmachen und schicke feudale Grüsse aus meinem Schloss,

Prinzessin Karino

Hallo,

na so dramatisch wird es nicht. Leistungszahlen von 5 würde
ich sowieso niemals glauben. Im Jahresmittel ist ein Wert von
etwa 3 realistisch.

Ja, das kann schon sein.
Das Problem ist IMHO nur, daß gerade dann, wenn viel Wärme
gebraucht wird, die Bedingungen am schlechtesten werden.
Ich denke, eine mittlere Leistungszahl von 3 ist kein guter
Grund, sich eine Wärmepumpe anzuschaffen. Damit spart man kaum
bei Verbrauchskosten (zumindest nicht mit normalen Stromtarif),
geschweige denn, daß man die hohen Anschaffungskoten wieder
reinbringt. Leistungszahl von 4…5 wären eigentlich anzustreben.

Es gibt Anlagen, da geht die abgekühlte Sole mit -5°C raus und
kommt „erwärmt“ mit -2°C wieder rein - und es funktioniert.
Also negative Temperaturen sind für die Sole kein Problem.

Nein, für die Sole nicht, aber für die Leistungszahl der
Wärmepumpe. Wenn man in einer wasserführenden Schicht ist,
kann die Temp. kaum unter +10°C sinken. Da ist die Temp. diff
zu 35°C Vorlauftemp. = ca. 25grd.
Wenn die Sole bis unter -5°C kommt, dann wird die Temp.diff.
über 40grd. Das wird sich deutlich bemerkbar machen.

Leider passiert das ja gerade dann, wenn man die meiste Wärme
braucht, was die Absenkung der Bodentemp. weiter forciert.
Irgendwo bei ca. -20°C wird die Wärmepumpe zur reinen
Elektroheizung.

Gut, du wohnst nicht in der Lausitz, wo nachts Fröste bis
unter
-20°C den Boden bis ca. 1,2m tief durchfrieren lassen können.

Häh? Was ist denn das jetzt? Über die Lausitz gehen ja viele
merkwürdige Gerüchte um, aber dass hier Temperaturen von -20°C
üblich sind, ist mir neu.

Was ist schon üblich? Ich habe ja nicht behauptet, daß es
Wochenlang -20°C kalt ist .

Zumindest ist es fat jedes Jahr einige Nächte bis ca. -20°C kalt
und mit -5…-10°C auch Tagsüber kommt auch regelmäßig vor.
Die kältesten Nächte hier habe ich Ende der 90iger Jahre mit
knapp -25°C erlebt.
Gut, in den letzten Jahren waren richtig kalte Winter eher
selten.

Ich wohne nämlich in der Lausitz.

Kommt ja auch drauf an, wo du wohnst, also weit unten im Flachland
z.B. nördlich von Cottbus oder etwas weiter oben auf 300-400m
in der Oberlausitz ?
Hier bei mir ist es deutlich kälter als untem im Elbtal, obwohl
das nur 15km weit weg ist. In Richtung Pulsnitz und Kamenz wird
es nochmal ca. 1…2 grd kälter.

Das Wetter ist hier vielleicht etwas extremer als anderswo.
Aber -20°C waren in den letzten 10 Jahren vielleicht in
insgesamt 5 Nächten.

Gut, bis minus 20°C geht’s nicht so oft. Aber unter minus 15°C
haben wir schon jedes Jahr über kurz oder lang.
Solche Temp. kennen die im Raum Frankfurt,Köln gar nicht,
das kommt denen glatt wie Sibirien vor :wink:
Deshalb ist die Lage schon recht wichtig, für Wärmepumpenkonzepte.

Gruß Uwi