Erfolglose Behandlung einer Depression

Hallo zusammen,

ich habe vor einiger Zeit schonmal über meine Mutter geschrieben die an Depressionen leidet.
Anfang September ist sie in eine psychiatrische Klinik gegangen in der sie 10 Wochen behandelt wurde, letzte Woche kam sie wieder nach Hause.
Wir Familienmitglieder halten den Aufenthalt für fehlgeschlagen, sie hat einfach zu wenig getan, hat sehr selten das Angebot zum Einzelgespräch beim Therapeuten wahrgenommmen und sich hauptsächlich auf die Einnahme von Tabletten verlassen - genauso wie sie es vorher schon getan hat.

Auf einer Seite die sich mit Depressionen beschäftigt habe ich gelesen dass viele Erkrankte sich selbst die Schuld an ihrer Situation geben.
Wie ist es aber wenn das Gegenteil der Fall ist, wenn man Vorwürfe gemacht bekommt, dass man nicht nett genug ist und zu wenig Sympathie zeigt, und dass man Vorschläge machen soll wie ein Weg aus der Krankheit gefunden werden kann?
Wie verhält man sich als Angehöriger dieser Aggresivität gegenüber?

Mit den Ratschlägen auf dieser Interseite konnte ich nicht soviel anfangen. Man soll viel Verständnis zeigen und die Krankheit ernst nehmen. Das tun wir, aber kein Impuls bringt eine Änderung, das ganze spitzt sich in letzter Zeit ziemlich zu und für die Mitbewohner im Haus wird es immer schwerer, darunter ist auch ein kleiner Junge, der Schwierigkeiten hat das alles zu verstehen.

Hat jemand vielleicht Hilfestellungen für uns?

Danke für eure Antworten.

Gruß, Miriam

Liebe Miriam,

da ich selbst Betroffene bin, kann ich Dir über die „andere“ Seite kaum was sagen. Was ich aber empfehlen kann ist dieses Buch:

„Welchen Sinn macht Depression?“ Ein integrativer Ansatz. von Daniel Hell von Rowohlt Tb. (Broschiert - Oktober 1994)

ISBN: 3499196492 Buch anschauen

zu lesen. Das ist sowohl für Betroffene, widmet sich aber auch intensiv den Angehörigen. Alles so nach dem Motto „Depressionen verstehen“.

Lieben Gruß,

Anja

(die sich zu der Fraktion zählt, die sich selbst für alles die Schuld gibt)

Hallo Miriam,

als Angehöriger ist es sicher nicht leicht. Der davon Betroffene muss natürlich selbst der Meinung sein, dass es eine Krankheit ist, die heilbar ist und man es schnellstmöglich ändern möchte, da man auf diesem Weg weniger Lebensqualität hat. Einfach in eine Klinik gehen, andere wohl machen lassen und selbst einfach nur „rumsitzen“ bringt natürlich rein gar nichts.

Das Andere die Schuld bekommen kommt bei vielen Depressiven vor, manchmal auch nur phasenweise. Man soll schon auf die Leute eingehen, Verständnis zeigen, die Symptome und das Gemüt der Person ernst nehmen.
Allerdings finde ich, kann man der Person auch mal gegen den Kopf stoßen und ihr sagen, dass vielleicht nicht alles nur an den Anderen liegt, bzw. manches nicht geändert werden kann was ist oder passiert ist, man aber lernen muss es zu akzeptieren und sich nicht die Gegenwart und Zukunft verbauen sollte, weil man gefrustet ist. Man kann andere Menschen nicht ändern, nur sich selbst, und damit sollte man anfangen.

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Liebe Miriam,

da ich selbst Betroffene bin, kann ich Dir über die „andere“
Seite kaum was sagen. Was ich aber empfehlen kann ist dieses
Buch:

Hallo Anja,

danke für deine Antwort und den Tipp mit dem Buch.

Wie sind deine Angehörigen oder dein Umfeld mit dir umgegangen? Welche „Behandlung“ würdest du dir wünschen?
Meine Tante war auch depressiv, bei ihr hat sich das aber ganz anders gezeigt, sie war sehr ängstlich und hat sich immer für alles verantwortlich gefühlt, so wie du es auch beschreibst.

Manchmal hab ich das Gefühl dass es gar keine „richtige“ Depression ist bei meiner Mutter. Man hat oft den Eindruck dass es ihr gefällt wenn sie Aufmerksamkeit durch ihr „Nicht-Können“ bekommt, nur sind wir es mittlerweile leid sie als den Nabel der Welt zu betrachten (vielleicht ist diese Einstellung auch völlig falsch, eine dominante Person war sie schon immer).
Auf der einen Seite möchte sie von uns wissen was sie tun soll damit sie da rauskommt, auf der anderen Seite ist sie nicht bereit etwas zu tun.

Knifflige Sache.

Schöne Grüße
Miriam

der Oberknaller
Die Tatsache, dass die depressive Haltung die positive überwiegt ist der Inhalt einer Depression.

Frosch
*gleich ausflippend*

Ich dachte hier sollte Miriam geholfen werden…?

das ist ja witzig
Hi!

Man muß halt versuchen die eigene Depression zu überlisten :wink:

Du kannst eine schlechte Laune „überlisten“.
Einfach, weil du zwar in mieser oder trauriger Stimmung bist, aber du gleichzeitig die Gründe dafür und die Wege heraus siehst und auch etwas unternehmen kannst.

Ein Mensch, der an echten Depressionen leidet, sieht dies nicht - genau das unterscheidet eine Depression von einfach mieser Laune!

Dein Ratschlag, „einfach mal wieder gutgelaunt sein“ ist ein Schlag ins Gesicht für die Betroffenen!
Das ist genauso, als würdest du einem Blinden sagen: „du brauchst doch nur hinzugucken, dann siehst du das schon“ - ha ha…

Gruß,
Sharon

Ich dachte hier sollte Miriam geholfen werden…?

Ja. Allerdings halte ich es, unter der Annahme, dass dies noch ein paar andere Menschen (Betroffene) lesen, richtig und wichtig einzuschreiten, wenn jmd. derartige Dinge veröffentlicht.

Wenn ich im Medizinbrett sage, gehe gegen Deine Lungenentzündung am besten joggen, werden sich hoffentlich Mediziner finden, die dazu etwas sagen.

Team: Erfolglose Behandlung einer Depression
Hallo zusammen,

ich halte es für gefährlich und nicht ratsam, einer an Depression erkrankten Person zu unterstellen, sie sei gar nicht krank. Oder anders formuliert: Hätte die Fragestellerin einen esoterischen Rat gesucht, hätte sie sich an das Esoterikbrett gewandt.

Sie hat sich aber für dieses Brett entschieden. Deshalb würde ich auch darum bitten, ihre Frage in dem Rahmen dieses Brettes zu klären.

@ Thorshammer: du hast es vielleicht auch nur gut gemeint, aber deine Aussagen sind für dieses Brett off topic. Ich werde deshalb gleich einen Großteil löschen.

@ Myriam: ich wünsche dir noch viele hilfreiche Antworten, nachdem wir hier erst einmal das Grundsätzliche geklärt haben :wink:

Viele Grüße
Jessica

Hallo Counterpart,

danke für deinen Beitrag.

Der davon Betroffene muss natürlich selbst der Meinung sein, dass es
eine Krankheit ist die heilbar ist

Ich bin mir nicht sicher ob sie das schon umgesetzt hat. Es kommt mir vor als handelt es sich um eine Lebenseinstellung. „Mir geht es schlecht, basta“.

und man es schnellstmöglich ändern möchte, da man auf diesem Weg
weniger Lebensqualität hat

Daran scheitert es auch, im Moment möchte sie gar nichts ändern, da sie damit Aufmerksamkeit bekommt. Allerdings ist bei uns geduldsmäßig das Ende der Fahnenstange erreicht.

Allerdings finde ich, kann man der Person auch mal gegen den
Kopf stoßen und ihr sagen, dass vielleicht nicht alles nur an
den Anderen liegt, bzw. manches nicht geändert werden kann was
ist oder passiert ist, man aber lernen muss es zu akzeptieren
und sich nicht die Gegenwart und Zukunft verbauen sollte, weil
man gefrustet ist. Man kann andere Menschen nicht ändern, nur
sich selbst, und damit sollte man anfangen.

Wie wahr, wie wahr. Auf den Ereignissen der Vergangenheit herumzureiten hilft nichts, das ist abgeschlossen und vorbei. Sie sollte nach vorne schauen und ihre Heilung in Angriff nehmen.
Ich hoffe dass es bald gelingt.

Gruß
Miriam

Hallo,

ich habe vor einiger Zeit schonmal über meine Mutter
geschrieben die an Depressionen leidet.
Auf einer Seite die sich mit Depressionen beschäftigt habe ich
gelesen dass viele Erkrankte sich selbst die Schuld an ihrer
Situation geben.
Wie ist es aber wenn das Gegenteil der Fall ist, wenn man
Vorwürfe gemacht bekommt, dass man nicht nett genug ist und zu
wenig Sympathie zeigt, und dass man Vorschläge machen soll wie
ein Weg aus der Krankheit gefunden werden kann?
Wie verhält man sich als Angehöriger dieser Aggresivität
gegenüber?
Das tun wir, aber kein Impuls bringt
eine Änderung, das ganze spitzt sich in letzter Zeit ziemlich
zu und für die Mitbewohner im Haus wird es immer schwerer,
darunter ist auch ein kleiner Junge, der Schwierigkeiten hat
das alles zu verstehen.

Hat jemand vielleicht Hilfestellungen für uns?

die anderen Vorschläge und Deine Antworten in diesem Thread habe ich gelesen. Die vorherigen Threads habe ich jetzt nicht nachgelesen.
Trotzdem gewinne ich den Eindruck, das Ihr einen „schwierigen Fall“ in der Familie habt. Wie wäre es, wenn Du, evtl. auch die ganze Familie ohne Mutter, einmal fachärztlichen/psychotherapeutischen Rat einholen würdet? Es scheint sich die Patientin hier zu einem Problem für die Familiengemeinschaft entwickelt zu haben, das es eine erhebliche Belastungsprobe darstellt. Da scheint mir eine fachliche Beleuchtung zur Frage, wie ihr euch in diesem einzelnen Fall geschickt verhalten solltet, angebracht. Da können auch ausführlicher Gegenstrategien entwickelt/diskutiert werden.

Ich will Dich hier nicht abwürgen, aber mir fallen dazu nur krasse Maßnahmen ein, die sehr unangebracht sein könnten, weil eine Ferndiagnose/Einschätzung eben schwierig ist. Jedenfalls erscheint mir ein Punkt erreicht, wo auch ein Angehöriger fachlichen Rat suchen sollte, damit die eigenen Interessen nicht unter die Räder kommen und Wege für eine angemessene Abgrenzung gefunden werden können.

HTH

Gruß
Carsten

P.S. Bessere Ideen anderer Leser hier? Von den üblichen Verdächtigen? :wink:

Hallo Miriam,

Depression ist wohl eine der fehleingeschätzten Krankheiten. Ich kenne mind. 2 betroffene Personen (die eine davon ist geheilt, die 2. hält es mit Tabletten im Griff, so gut das geht)

Von diesen beiden weiß ich, dass sie oft zu hören/hörten bekommen „sie sollten sich mal zusammennehmen/am Riemen reißen“. Dass das aber gar nicht geht, ist ja gerade die Krankheit. Die eine (mit Tabletten) hat mir gegenüber auch schon erwähnt, dass sie gar nicht ohne die Tabletten leben könnte. Einige der Tabletten scheinen wohl eine Abhängigkeit zu fördern. Und sie sagte mir, dass sie niemals in eine Klinik ginge, die „gegen“ Medikamente sei. Vielleicht ist bei Deiner Mutter was ähnliches?

Da Deine Mutter ja Medikamente nimmt, ist sie ja bei irgendeinem Arzt. Ich würde das Gespräch mal mit diesem Arzt suchen.
Vielleicht war Deine Mutter einfach in der falschen Einrichtung? Ehrlich gesagt, wenn diese Einrichtung mit der Vergabe von Medikamenten ihren Job gemacht hat, dann ist es gewiss nicht die beste gewesen.

Wie ist es aber wenn das Gegenteil der Fall ist, wenn man
Vorwürfe gemacht bekommt, dass man nicht nett genug ist und zu
wenig Sympathie zeigt, und dass man Vorschläge machen soll wie
ein Weg aus der Krankheit gefunden werden kann?
Wie verhält man sich als Angehöriger dieser Aggresivität
gegenüber?

Ich denke, das ist aber meine Laien-Meinung, dass es nicht wesentlich ist, ob man nun sich oder anderen die Schuld gibt. Fakt ist ja, dass der Betroffene keinen Weg aus seiner Krankheit findet. Aber immerhin hat Deine Mutter erkannt, das sie Hilfe braucht. Das ist ja auch schon mal ein Schritt.

Ich weiß nicht, wo Du wohnst (Größe der Stadt). Aber bei uns gibt es z.B. Selbsthilfegruppen für Angehörige Depressiver (den exakten Namen weiss ich jetzt nicht) Sowas wäre vielleicht für Dich nicht verkehrt. Zum einen kannst Du Dich mit Menschen in ähnlicher Situation austauschen. Zum anderen hilft es Dir vielleicht weiter, dass Du nicht schließendlich noch die Schuld bei Dir suchst. Ich kann mir gut vorstellen, wie belastend die Sitation für Dich ist. Im Gespräch mit anderen findest Du vielleicht Hilfe für Dich und ggf. auch Rat, wie Du Deiner Mutter weiterhelfen kannst.

LG

Sarah

nun zur Sache
Schuldige, ich musste erst mal durchkühlen… :smile:

Das Problem ist folgendes:
Es ist teilweise nur schwer möglich mit jmd. sachlich zu sprechen und eben auch therapeutisch tätig zu sein, wenn er schwer depressiv oder auch psychotisch und ohne medikamentösen Einfluss ist. Da redet man so ziemlich gegen eine Wand- das Gegenüber ist nicht empfänglich für Sachlichkeiten oder Fakten, Ratschläge oder therapeutische Manöver. Die Medikation bei psychischen Krankheiten hat keinen Heilungseffekt, wie zb. Antibiotika bei einer Grippeerkrankung. Man wird damit also nicht gesund. Sie verändert lediglich den Stoffwechsel im Gehirn und „fährt die Erkrankung runter“. Die Medikation ermöglicht, dass therapeutische Maßnahmen überhaupt beim Gegenüber ankommen, verarbeitet und überdacht werden. Man kann sich das vorstellen wie ein Dosenöffner. Durch die Medikation ist die Dose nun zwar offen, der Inhalt muss nun aber noch gekocht werden. Und zwar mit dem richtigen Topf und der richtigen Flamme, damit es anschließend auch schmeckt.

Mit dem Kochen- der eigentlichen Therapie- ist das allerdings so eine Sache. Kein Therapeut kann gegen den Willen eines Patienten therapeutisch tätig werden. Er ist auf die Mitarbeit und den Willen des Patienten angewiesen. Wenn das nicht passiert kann das verschiedene Gründe haben. Denkbar ist zb. dass der Therapeut unsympathisch ist, dass nicht ausreichend Krankheitseinsicht besteht, dass die Medikation verändert werden muss (zu viel, zu wenig, anderer Wirkstoff) usw. usf.

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es doch auch Probleme bei einer ambulanten Therapie- die i.S. einer Psychotherapie im Grunde nicht stattfand, sondern ebenfalls eine vorrangig medikamentöse Therapie bei einer Psychiaterin…? *korrigier mich, wenn ich falsch liege*
Aus irgendwelchen Gründen ist demnach an Deine Mutter derzeit psychotherapeutisch nicht heranzukommen und die Medikation- die in der Klinik überprüft worden sein sollte- scheint dies nicht zu ändern. Um eine maßgebliche Veränderung herbeizuführen wäre dies jedoch notwendig. Was Du tun kannst, wenn Du etwas tun möchtest: Setze Dich mit der ambulanten Ärztin in Verbindung. U.U. hinterlässt Deine Mutter in der ambulanten Therapie ein ganz anderes Bild. Die Ärzte vor Ort können Dir ganz andere Informationen geben, als wir als Außenstehende. Die behandelnde Ärztin wird Dir ein Prozedere vorschlagen, wie das am besten laufen kann- aufgrund der Schweigepflicht usw.- dass Du zb. bei einer der nächsten Termine mitkommst…

Wer für was in welchem Ausmaß „beschuldigt“ wird ist von Fall zu Fall verschieden. Ist es jedoch so, dass die Verantwortung an die Familie abgegeben wird, ist es auch zunehmend schwieriger die erkrankte Person emotional zu unterstützen. Warum helfen, wenn man dauernd aufn Deckel bekommt. Das ist schwierig auszuhalten und in einem solchen Fall sollte man sich Unterstützung holen, damit sich Situationen nicht unnötig hochschaukeln. Wie das aussehen kann ist geschmackssache. Angehörigengruppen finde ich persönlich besonders wertvoll, aber das mag nicht jeder. Es gibt eine ganze Reihe Ratgeber- unten hast Du hierzu schon einen Tip bekommen- und Foren für Angehörige depressiver Patienten bzw. psychisch Erkrankten allgemein (wo sich ebenfalls viele im Zusammenhang mit Depression tümmeln). Wichtig finde ich, nicht nur zu lesen und zu hören wie man es machen soll, sondern eine Anlaufstelle zu haben, wenn etwas nicht klappt wie gewünscht, obwohl es zb. irgendwo schlau steht. Denn auch bei Angehörigen läuft zwischendurch immer mal das Fass über und auch ein Angehöriger MUSS nicht alles aushalten, verstehen und mitmachen. Probier ein bißchen herum, was Dir liegt und wo(mit) Du Dich wohlfühlst.

Frosch

Weitere Literaturlinks
http://www.special-depression.de/depression/erste-hi…
http://www.special-depression.de/depression/angehoer…
http://www.special-depression.de/depression/erste-hi…
http://www.depressionen-verstehen.de/angehoerige/lit…

Forumbeispiel:
http://www.kompetenznetz-depression.de/agora/index.p…
http://www.depression-diskussion.de/

Gruppen vor Ort nennt Dir zb. der
Landesverband Hessen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Prof. Dr. Reinhard Peukert
Ludwigstraße 32
Postfach 10 11 09 (PLZ 63011)
63067 Offenbach
Tel. 0 69 - 81 12 55
Fax 0 69 - 81 12 53

Hallo Frosch,

hoffe du bist wieder auf Normaltemperatur :wink:

Danke für deinen Beitrag, hat mir sehr gut gefallen, vor allem der Vergleich mit den Tabletten und dem Dosenöffner.
Ich bin mir sicher, dass sie das noch nicht verstanden hat. Die Tabletten sind das Allheilmittel, und wenn es mit einer Sorte nicht hinhaut muss eine andere probiert werden (mal krass ausgedrückt).

Ja, es ist schwierig sachlich mit ihr zu sprechen. Wenn es ihr nicht gut geht ist sie für fast gar nichts empfänglich, wenn sie einen guten Tag hat versucht sie das Ruder an sich zu reißen und über andere zu bestimmen wie es schon immer ihre Art war. In der letzten Zeit war es oft so dass auf ein Hoch am nächsten Tag gleich wieder ein Tief folgte z.B. hat sie mir am Tag ihrer Rückkehr auf den AB gesprochen (geflötet muss ich fast sagen) „Halloooo, ich bin wieder zu Hause“. Als ich sie am nächsten Tag zurückrief war alles furchtbar und schuld waren natürlich die Tabletten mit ihren Nebenwirkungen. Dass sie eher Angst vor dem daheim und allein sein hat streitet sie ab.

Gestern war ich bei ihr und nach ihrem Rundumschlag dieser Woche natürlich nicht unbedingt bester Laune. Ihr Kommentar dazu war „wegen EINEM Telefonat??“ (sie hatte mir das alles bei einem Anruf auf der Arbeit an den Kopf geknallt). Ich hätte versuchen sollen zu erklären was sie damit bei mir bewirkt hat aber ich hatte das Gefühl es macht keinen Sinn.

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es doch auch Probleme bei
einer ambulanten Therapie- die i.S. einer Psychotherapie im
Grunde nicht stattfand, sondern ebenfalls eine vorrangig
medikamentöse Therapie bei einer Psychiaterin…? *korrigier
mich, wenn ich falsch liege*

Nein, du liegst richtig. Zu dieser Psychiaterin will sie auch nicht mehr gehen. Letzte Woche war sie bei einem Psychotherapeuten, der ihr aber nicht sympatisch war und sich nur 10 Minuten mit ihr beschäftigt hat, hat wohl außer evtl. Nebenwirkungen der Medikamente nicht viel wissen wollen. Sie will sich einen anderen suchen und ich hoffe das geschieht bald. Ich hatte ihr geraten den Kassenärztlichen Dienst anzurufen, die ihr gezielt jemanden nennen können, sie ist aber lieber mit dem Finger übers Telefonbuch gefahren.

Was Du tun kannst, wenn Du etwas tun möchtest: Setze Dich mit der
ambulanten Ärztin in Verbindung

Das wird jetzt nicht mehr gehen wenn sie nicht mehr bei ihr in Behandlung ist, oder?
Hingefahren hatte ich sie hin und wieder. Länger als 15 Minuten war sie meistens nicht im Behandlungsraum, ich glaube dort ging es auch meistens um die Tabletten und ob sie irgendwelche Beschwerden damit hat.

Ich glaube sie weiß selbst nicht so recht was sie von einem Therapeuten erwartet. Einmal sagt sie „was soll ich denen denn noch sagen, die Vergangenheit ist rum, ich hab damit abgeschlossen“ ein andermal „ich bräuchte mal einen mit dem man nicht nur über die Tabletten spricht“.

Probier ein bißchen herum, was Dir liegt und wo(mit) Du Dich
wohlfühlst.

In meiner Nähe gibt es eine Angehörigengruppe, vielleicht schaue ich dort mal rein. Mit den Links werde ich mich auf jeden Fall beschäftigen, vielen Dank dafür und für deinen guten Beitrag.

Gruß
Miriam

Hallo,

Hallo Carsten,

danke für deinen Beitrag.

Trotzdem gewinne ich den Eindruck, das Ihr einen „schwierigen
Fall“ in der Familie habt.

In der Tat…

Ich will Dich hier nicht abwürgen

Tust du nicht, deinen Vorschlag finde ich gut. So wie es jetzt ist kann es auch nicht weitergehen.
Ich kann mich dadurch dass ich bisschen weiter weg wohne leichter abgrenzen, aber meine mit im Haus wohnende Schwester kann das nicht und ihre Stimmung dreht sich entsprechend der meiner Mutter.
Meiner Meinung nach hat sie es derzeit am nötigsten.

HTH

Danke nochmal

Gruß
Miriam

Hallo Miriam,

Hallo Sarah,

dir auch danke für’s Schreiben.

Einige der Tabletten scheinen wohl eine Abhängigkeit
zu fördern. Und sie sagte mir, dass sie niemals in eine Klinik
ginge, die „gegen“ Medikamente sei. Vielleicht ist bei Deiner
Mutter was ähnliches?

Ich glaube bei ihr ist das die „Sicherheit“ wenn man das so sagen kann, dass sie mit den Tabletten etwas tut. Wenn sie jetzt keine mehr nehmen würde wäre ihr praktisch die Grundlage für die Heilung entzogen - wenn ich ihre Denkmuster richtig deute.

Da Deine Mutter ja Medikamente nimmt, ist sie ja bei
irgendeinem Arzt. Ich würde das Gespräch mal mit diesem Arzt
suchen.

Zu dieser Ärztin geht sie nicht mehr, sie ist gerade auf der Suche nach einem neuen.

Vielleicht war Deine Mutter einfach in der falschen
Einrichtung? Ehrlich gesagt, wenn diese Einrichtung mit der
Vergabe von Medikamenten ihren Job gemacht hat, dann ist es
gewiss nicht die beste gewesen.

Sie war dort schonmal, wahrscheinlich dachte sie, das kenne ich alles schon, da weiß ich was mit mir passiert.
Beim letzten Mal gabs noch eine Beschäftigungstherapie, leider wurde das aufgrund zu kleiner Patientenzahl stark eingeschränkt.

Ich denke, das ist aber meine Laien-Meinung, dass es nicht
wesentlich ist, ob man nun sich oder anderen die Schuld gibt.

In ihrem Fall schon, sie kann dann ganz schön austeilen.

Danke nochmal für deine Zeilen.

Schönen Gruß
Miriam