Erggas oder Erdöl? Umstieg von Kohle

Hallo Experten,

in unserm Zweifamilienhaus steht die Umstellung von einer Kohleheizung auf ? an.

Welche Lösung würdet Ihr unter den verschiedenen Aspekten (Umwelt, Kosten, Förderung …) empfehlen?

Vielleicht könnt Ihr mir auch informative, neutrale Internetadressen nennen, auf denen ich mich schlau machen kann.

Vielen Dank für Eure Antworten.

Michael

GAS natürlich!

Hi,
Kurzum: Öl ist langfristig billiger, und zwar im wesentlichen deshalb, weil du das Öl dann kaufen kannst, wenn es gerade billig ist.
Wenn man eh ein Haus hat und sogar noch selbst drin wohnt, dann ist die Installation eines Öltanks eigentlich kein Problem. (möglicherweise da, wo bisher die Kohle lagerte).
Gruss,

in unserm Zweifamilienhaus steht die Umstellung von einer
Kohleheizung auf ? an.
Welche Lösung würdet Ihr unter den verschiedenen Aspekten
(Umwelt, Kosten, Förderung …) empfehlen?

Hi.
Auf jeden Fall Gas. Keine Lagerhaltung. Bei Spezialkesseln genaue Dosierung des Mediums (Modulierende Flamme).
Öl= Elektromotor, Hochdruckpumpe, bewegliche Teile.
Gas= Magnetventil. Wartungsfreundlich. Sehr hoher Wirkungsgrad.
MfG Vanic.

Hallo Michael

Wenn du heute sowohl auf dem Öl alsauch dem Gasbereich modernste Technik verwendest , sind die Kosten des Betriebes in etwa gleich. Ein Kostenvergleich lohnt sich aber doch. Du musst zum einen die Anschaffungskosten beim Öl für Kessel + neuer Schornstein + Öltank rechnen. Vorteile beim Einkauf von Öl sind nur dann in Betracht zu ziehen, wenn du tatsächlich mindestens eine Bevorratung von mind. 2 Jahren Öl in deinem Haus unterbringen kannst. Wenn du von Kohle umstellt, gehe ich mal davon aus, dass das Haus auch nicht unbedingt ein hochwärmegedämmtes ist. Beim Gas sind Kosten für Kessel + Schornstein + Gaszuleitung von der Strasse zu rechnen. Bei der Gasleitung ist ein Minimlplatzbedarf von Vorteil, der sich nur dann auswirkt, wenn man tatsächlich auch diesen benötigt. Diesen zusätzlichen Platz in Geldwert umzurechnen halte ich für müssig.

Ein ganz anderes Thema sollte dich aber ebenso interessieren. Bei einem Heizkessel für ein Zweifamilienhaus, dass auch von zwei unterschiedlichen Parteien genutzt wird, taucht sofort die Frage der Abrechnung auf. Hier ist die Gasseite bezgl. der Abrechnungsseite klar im Vorteil . Beide erhalten einen eigenen Gaszähler und eine eigenen Kessel (Therme) und streiten sich nicht eher untereinander , sondern maximal mit den Gaswerken. Über die Heizkosten bei gemeinsamer Abrechnung gibt es immer Streit. Und wenn es nur heisst: Weil du sowenig heizt, muss ich für dich mitheizen usw. . Bei einem Zweifamilienhaus würde ich mir als Eigentümer so etwas nicht mehr antun. Die anderen können von mir aus soviel heizen, verpulvern , sparen und sonst was tun, ich laufe meinem Geld nicht mehr hinterher. Du trittst ja als Vermieter in Vorlage

Viel Spass noch

Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Michael,

schon mal an eine Pelletheizung gedacht???

Ist viel Umweltfreundlicher als Gas und Öl und wird zum Teil auch noch von KFW und deinem Regionalen Bereich gefördert…

Die Handhabung ist wesentlich einfacher wie Öl und Kohle sowiso.

Brauchst halt ein Lagersilo, so wie die ganze Zeit auch Platz für Kohlen notwendig war.

Für weitere Info’s Google doch mal nach Pelletheizung.

Viel Spaß
Christian

Hi Vanic,

Auf jeden Fall Gas. Keine Lagerhaltung. Bei Spezialkesseln
genaue Dosierung des Mediums (Modulierende Flamme).
Öl= Elektromotor, Hochdruckpumpe, bewegliche Teile.
Gas= Magnetventil. Wartungsfreundlich. Sehr hoher
Wirkungsgrad.

Im Prinzip hast du Recht, nur nicht was den „sehr hohen Wirkungsgrad“ angeht.
Der Wirkungsgrad zwischen Ölbrennwert und Gasbrennwert ist identisch, wenn man vom Brennwert des Mediums ausgeht. Vergleicht man dann die Heizwerte, schneidet Gas erheblich schlechter ab als Öl. Das liegt daran, dass die Energieausnutzung von Gas ohne Brennwertnutzung deutlich schlechter ist, als bei Öl.
In den üblichen Werbepublikationen wird jedoch falsch der höhere Brennwert von Gas angegeben, der nur deshalb höher ist, weil der Heizwert mit 100% angesetzt wird. Des wegen kommen auch Brennwerte von über 100% raus, was allerdings technischer Unsinn ist. Es gibt keine Gesamtwirkungsgrade von über 100% und genau deshalb muss man bei einem exakten Vergleich vom Brennwert ausgehen.

Den exakten wissenschaftlichen Hintergrund dazu findest du in den Veröffentlichungen vo Prof.Dr.-Ing. Barbara Kaimann von der FH Münster. Ich habe das vor ein oder zwei Jahren auch zum ersten Mal gelesen und war erstaunt, das selbst während des Studiums (Dipl-Ing f. techn. Gebäudeausrüstung) nie so gehört zu haben. Trotzdem hat die Frau Kaimann eindeutig richtig gerechnet. Auch wenn jetzt plötzlich die Ölheizung die mit der höheren Energieausnutzung des Brennstoffs ist. Ausser in Brennwertgeräten, da sind beide Energieträger gleich gut.

Gruß
Tilo

Im Prinzip hast du Recht, nur nicht was den „sehr hohen
Wirkungsgrad“ angeht.
Der Wirkungsgrad zwischen Ölbrennwert und Gasbrennwert ist
identisch, wenn man vom Brennwert des Mediums ausgeht.
Vergleicht man dann die Heizwerte, schneidet Gas erheblich
schlechter ab als Öl. Das liegt daran, dass die
Energieausnutzung von Gas ohne Brennwertnutzung deutlich
schlechter ist, als bei Öl.

Ich glaube dir die theoretische Berechnung, vermutlich ausgelegt auf max-leistung bei Dauerbrand. Bedenke, die Praxis sieht anders aus. Öl, sofort hohe Temperatur beim Anfahren. Überwinden der Trägheit beim Aufheizen. Abschalten über Wunschtemperatur. Tausende Schaltvorgänge mit entsprechenden Wunschtemperaturschwankungen, Kondenswasser.
Bei Gas, entsprechende Steuerung vorausgesetzt, kontinuierliches (modulierendes) Brennen ohne Schwankung. In der Dosierung liegt der Vorteil, nicht in der (kaum genutzten) max- Leistung.

Gruß Vanic.

Hallo Vanic,

Ich glaube dir die theoretische Berechnung, vermutlich
ausgelegt auf max-leistung bei Dauerbrand. Bedenke, die Praxis
sieht anders aus. Öl, sofort hohe Temperatur beim Anfahren.
Überwinden der Trägheit beim Aufheizen. Abschalten über
Wunschtemperatur. Tausende Schaltvorgänge mit entsprechenden
Wunschtemperaturschwankungen, Kondenswasser.
Bei Gas, entsprechende Steuerung vorausgesetzt,
kontinuierliches (modulierendes) Brennen ohne Schwankung. In
der Dosierung liegt der Vorteil, nicht in der (kaum genutzten)
max- Leistung.

Bei Heizwertgeräten hast du prinzipiell Recht. Der Vorteil der Energieausnutzung bei Heizwertgeräten Öl gegenüber Gas ist jedoch so groß, dass man sicher von einer Gleichstellung der Energieträger reden kann. Bezieht man Wartungsaufwand mit ein hat Gas schon einen Vorteil. Mich stört dort aber massiv die Abhängigkeit vom örtlichen Gasversorger, aber dass ist hier nicht das Thema.

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass ein Öl-Brennwertkessel (Abgastemperatur liegt bei modernen Anlagen nur 3-5 Kelvin über der Rücklauftemperatur, egal ob Voll- oder Teillast) gegenüber einem Gas-Brennwertkessel keine Nachteile hinsichtlich der Energieausbeute hat. Die Angaben von 109% gegenüber 104% sind schlichtweg falsch und erwecken bei den normalen Kunden völlig falsche Vorstellungen. Beide Systeme haben einen Wirkungsgrad (auf den Brennwert bezogen) von sagen wir mal 96-98% (wenn sie gut sind). Der Wirkungsgrad von Heizwertwärmeerzeugern liegt dann bei Gasgeräten eben nur noch bei ca. 88% und bei Ölgeräten eben bei ca. 93%, wenn richtigerweise vom Brennwert ausgegangen wird. Im Anlagengesamtwirkungsgrad dürfte die Ölkanlage (aber nur bei Geräten ohne Brennwertnutzung) wegen deiner oben genannten Nachteile ebenfalls auf das Niveau der Gasanlage absinken. Mit einer Jahresbrennstoffverbrauchberechnung nach VDI könnte man das mal nachrechnen, wenn man Lust dazu hätte. Jedoch beruht die auch wieder auf viel zu vielen theoretischen Annahmen (trotzdem stimmen die Ergebnisse meist recht gut mit der Praxis überein).

Noch mal zusammengefasst: Die Brennwertangaben 109% Gas bzw. 104% Öl sind einfach völliger Nonsens, weil von falschen Vorraussetzungen ausgegangen wurde. Öl wird damit ungerechtfertigt benachteiligt. Fast Niemand hat das bisher genauer hinterfragt.
Eine Gasanlage ist trotzdem einfacher zu warten, preiswerter und macht weniger Dreck.
Ich habe nichts mit Gas - oder Ölverkauf zu tun, bin also völlig unparteiisch. Mein Haus wird von einer Wärmepumpe beheizt. Die ist wartungsfrei, ich brauche weder Öl noch Gas, keinen Schornsteinfeger und keinen der meinen Wärmeerzeuger wartet. Mein Haus hat keinen Schornstein, keinen Gasanschluss und kein Öllager, die Wärmepumpe steht hinter dem Haus im Freien. Heizkosten 2003 waren 400 Eu’s inkl Warmwasser und ich heize ohne Nachtabsenkung alle Räume (außer Schlafzimmer) auf ca. 21-24Grad (36er Poroton-Ziegel ohne zusätzliche Dämmung). Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden.

Gruß
Tilo

Eine Gasanlage ist trotzdem einfacher zu warten, preiswerter
und macht weniger Dreck.
Ich habe nichts mit Gas - oder Ölverkauf zu tun, bin also
völlig unparteiisch. Mein Haus wird von einer Wärmepumpe
beheizt. Die ist wartungsfrei, ich brauche weder Öl noch Gas,
keinen Schornsteinfeger und keinen der meinen Wärmeerzeuger
wartet. Mein Haus hat keinen Schornstein, keinen Gasanschluss
und kein Öllager, die Wärmepumpe steht hinter dem Haus im
Freien. Heizkosten 2003 waren 400 Eu’s inkl Warmwasser und ich
heize ohne Nachtabsenkung alle Räume (außer Schlafzimmer) auf
ca. 21-24Grad (36er Poroton-Ziegel ohne zusätzliche Dämmung).
Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden.

Gruß
Tilo

Hi.

Das ist sehr billig. Wieviel qm werden beheizt? Wäre interessant zu wissen.

MfG Vanic.

Hi,

Das ist sehr billig. Wieviel qm werden beheizt? Wäre
interessant zu wissen.

120qm

Gruß
Tilo