Ergonomische Bildschirme

Hi,
Ich bin noch ziemlich jung, arbeite als Programmierer und will mir jetzt nen neuen Bildschirm anschaffen. Am wichtigsten ist mir, dass er „gesunde“ ist. Ich habe schon gelesen, dass Widescreens besser sind, da das Nachobengucken anstrengender ist als nach rechts oder links gucken und auch ungesünder. Je besser das Bild desto gesünder wohl auch… Was gibts es noch zu beachten? Sind alle Flachbildschirme TFT, oder finde ich in Elektronik-Märkten auch andere? Denke da an TV, bei dems ja Plasma, LCD usw. gibt. Hat Jemand Tipps irgendeiner Art?

Im Groben gibts zunächst mal TFT- und LCD- Monitore

TFTs werden von hinten beleuchtet und haben daher eine Schwäche, wenns um die Darstellung von Schwarz geht.

Nicht von hinten beleuchtete LCDs sind dafür bei weiß etwas schwächer.

Allen Flachbildschirmen ist die native Auflösung gemein. Sprich: Jeder Monitor ist auf eine bestimmte Auflösung (1280x1024 Pixel, 1440X900, 1600x1200, 1680x1050, 1920x1200…) ausgerichtet. In dieser nativen Auflösung hat er das besste-tollste-schönste Bild. Andere Auflösungen werden interpoliert und zurechtberechnet, das endet meist in verwaschenen, unscharfen Bildern.
Was die Ergonomie anbelangt: Ich würd auf nen großen Betrachtungswinkel achten, sonst passiert es gerne mal, dass man, wenn man von der Seite auf den Monitor schaut ziemlich verfälschte Farben - und im Extremfall gar nix mehr - sieht.
Beim Kontrast gilt: je höher, desto besser, wobei nach meiner Erfahrung ab Werten oberhalb von 2000:1 für das normale Auge kaum noch Unterschiede auszumachen sind.
Die Helligkeit: 300cd/m² sind mittlerweile Standard und auch ausreichend.
Die Reaktionszeit: Fürs Büro reichen 5ms vollkommen aus, je mehr es in Richtung Animation, Filme und Spiele geht, desto niedriger sollte sie sein.

Wenn man sowieso an Allergien und Anfälligkeiten leidet, dann sollte man mal nach dem RoHS–Zertifikat Ausschau halten. Das besagt nämlich, dass entsprechende Geräte mit ihren Schadstoffen (Weichmacher, Lösungsmittel, was weiß ich was da alles ausdünsten kann) unter von der EU festgelegten Grenzwerten bleiben.

KB

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Hallo,

Was die Ergonomie anbelangt:

ich möchte hier noch ergänzen, dass es matte und glänzende Panels gibt. Letzteres wird von jedem Hersteller mit einem eigenen blumigen Begriff beworben und soll die Farbwiedergabe verbessern, die Nebenwirkung ist allerdings, dass du penibel darauf achten musst, wo im Raum Lichtquellen sind, weil sich sogar dein weißes T-Shirt sonst im Monitor spiegelt. Für Office-Anwendungen ist der Farbunterschied sowieso egal.

Was auch ganz interessant ist, ist die Möglichkeit, den Bildschirm mechainsch optimal einzustellen. Gerade die Höhe ist wichtig, lässt sich aber besonders bei billigen Monitoren meist nicht verstellen.

mfg
MB

Danke für eure Antworten! Ging ja ganzschön schnell :smile: Ist es entscheidend, ob ich einen TFT- oder LCD-
Bildschirm kaufe? Haben die unterschiedliche Wirkung auf das Auge?

Ich habe schon gelesen, dass
Widescreens besser sind, da das Nachobengucken anstrengender
ist als nach rechts oder links gucken und auch ungesünder.

Halte ich persönlich für genau umgekehrt.
Ich arbeite eigentlich nur mit dem Monitor im Hochkant-Format. Ich find’s übersichtlicher, weil’s halt dem gewohnten Arbeiten (Blatt Papier hochkant) am nächsten kommt. Im Allgemeinen (Surfen etc.) passen auch mehr Informationen drauf.
Außnahme natürlich Excel-Tabellen, Filme und Spiele . . . da wird er auf quer gedreht.

Oh, oh . . .

Im Groben gibts zunächst mal TFT- und LCD- Monitore

Ist das gleiche.

TFTs werden von hinten beleuchtet und haben daher eine
Schwäche, wenns um die Darstellung von Schwarz geht.

Nur bei ganz beschi**nen Geräten oder uralten.

Nicht von hinten beleuchtete LCDs sind dafür bei weiß etwas schwächer.

Solche Panels gibt’s - wenn überhaupt noch - nur bei PDAs.

Die Reaktionszeit: Fürs Büro reichen 5ms vollkommen aus, je
mehr es in Richtung Animation, Filme und Spiele geht, desto
niedriger sollte sie sein.

Au Backe, ich brauch nen neuen Monitor.
Meiner hat 25 ms, darauf kann ich prima spielen, Filme sehen . . ja, und arbeiten auch.

Ergonomisch bei Flats bedeutet:

  1. Matte Oberfläche. Die modernen, hochglanz-spiegelnden Panels nerven total ab, wenn man alles, was sich hinter einem abspielt, dadrin sehen kann.
  2. Möglichst ein PVA-Panel. So gut wie keine Helligkeits- oder Farbänderungen auch aus extrem flachen Bickwinkeln. Für Pivot-Monitore (das sind drehbare) besonders wichtig! Kosten aber 'n Happen mehr.
  3. Eine möglichst gleichmäßige Beleuchtung. Monitore mit einer dunkleren Kante oder Ecke nerven total.
  4. Helligkeit muss über einen weiten Bereich einstellbar sein - vor allem auch nach unten! Einige Geräte sind selbst, wenn man die Helligkeit auf’s Minimum herabstellt, immer noch so hell, das es in schwach beleuchteten Räumen blendet.
  5. Nicht zu groß! Muss zwar jeder selber ausprobieren, aber ich würde mir nichts größeres als 21 Zoll holen. Unsere Cad-Abteilung hat 24-Zöller. Bei normalem Abstand ist das so groß, das Augenbewegungen nicht mehr ausreichen, man dreht die ganze Zeit den Kopf hin- und her. Ich bekomm davon Kopfschmerzen . . .
  6. Arbeit - defnier das mal näher. Für „normale“ Arbeiten würde ich die Finger von einem Widescreen lassen. Für Video nett, aber ansonsten arbeitet man eher selten von links nach rechts, meist von oben nach unten. Ich würde mir immer wieder einen Pivot holen.

lg, mabuse

Hi,

Danke für eure Antworten! Ging ja ganzschön schnell :smile: Ist es
entscheidend, ob ich einen TFT- oder LCD-
Bildschirm kaufe?

letztlich hat mabuse ja schon alle Punkte, auf die es ankommt, ganz super erläutert. Mit TFT und LCD meinen die Leute letztlich dasselbe, TFT bedeutet Thin Film Transistor (Dünnschichttransistor) und LCD Liquid Crystal Display (Flüssigkristall-Bildschirm). Die Transistoren sind als Folie auf das Display geklebt und steuern die Flüssigkristallzellen. Beide Technologien gehören also zusammen und ergeben insgesamt das Panel (die Anzeigeeinheit) eines TFT-Monitors. Technisch korrekter ist es, den Begriff ‚TFT-Monitor‘ zu verwenden, da LCDs auch anders angesteuert werden können, allerdings nicht bei Computermonitoren.

Es gibt jedoch unterschiedliche Panel-Typen, die in TFT-Monitoren verbaut werden und sich im Aufbau der LC-Zellen deutlich unterscheiden. Mabuse hat hier schon PVA-Panel empfohlen. Grob gibt es 3 Gruppen von Paneltypen: TN (Twisted Nematics), VA (Vertical Alignment, mit den Untertypen MVA, PVA und S-PVA) und IPS/ S-IPS (muss ich jetzt passen ^^). Die billigsten, aber auch schlechtesten Panel sind TN-Panel. Sie schalten zwar sehr schnell, haben sonst aber viele Nachteile (geringer Kontrastumfang, Probleme bei der Farbdarstellung, Blickwinkelabhängigkeit), obwohl es mittlerweile auch hier schon recht gute gibt.
Die besten Panel sind VA-Panel, das beste unter Ihnen ist wiederum das S-PVA Panel von Samsung. Wenn der Monitor entsprechend kalibriert ist, stellt es den 24bit-Farbraum sehr korrekt dar, es hat ein hohes Auflösungsvermögen für Helligkeit und Kontrast und ist nicht blickwinkelabhängig.

LG Jesse

Die besten Panel sind VA-Panel, das beste unter Ihnen ist
wiederum das S-PVA Panel von Samsung.

Genau so eines hab ich (Syncmaster 191T) - sagenhaft. Selbst wenn man fast genau von der Seite draufsieht kann man immernoch alles klar erkenen und lesen. Den Aufpreis allemal wert.
Schließlich wird ein wirklich guter Monitor viele viele jahre halten, und nicht wie der PC alle paar Jahre ausgetauscht werden.

Hallo,

Jo :wink:

Im Groben gibts zunächst mal TFT- und LCD- Monitore

Das ist eine Unterscheidung, wie zwischen 3er-BMW und Automobil!
Jeder 3er-BMW ist auch ein Automobil. Jesse Bee hat es gut beschrieben.

TFTs werden von hinten beleuchtet und haben daher eine
Schwäche, wenns um die Darstellung von Schwarz geht.

Alle PC-Monitore werden von hinten beleuchtet.
Das Schwarzproblem hat damit aber gar nix zu tun.

Nicht von hinten beleuchtete LCDs sind dafür bei weiß etwas schwächer.

LOL, das wären passive LCD. Die stellen aber gar kein weiß dar!

Was die Ergonomie anbelangt: Ich würd auf nen großen
Betrachtungswinkel achten, sonst passiert es gerne mal, dass
man, wenn man von der Seite auf den Monitor schaut ziemlich
verfälschte Farben - und im Extremfall gar nix mehr - sieht.

Diese Parameter werden hauptsächlich durch die Paneltechnologie
bestimmt. Genaueres wurde schon gesagt.

Beim Kontrast gilt: je höher, desto besser,

Wofür besser? da man als Programmierer mit dem Tel üblicherweise
keine Filme schaut, spielt sowas eher eine untergeordnete Rolle.

Die Helligkeit: 300cd/m² sind mittlerweile Standard und auch
ausreichend.

Wie schon geschrieben, sollte die Helligkeit vor allem gut
einstellbar sein.

Die Reaktionszeit: Fürs Büro reichen 5ms vollkommen aus, je
mehr es in Richtung Animation, Filme und Spiele geht, desto
niedriger sollte sie sein.

Als Programmierer sieht man die allermeiste Zeit Quelltext.
Darzustellen sind primär: Editor, Compiler, Linker, Debugger, Versionsverwaltung, Dateimanager usw.

Wenn man sowieso an Allergien und Anfälligkeiten leidet, dann
sollte man mal nach dem RoHS–Zertifikat Ausschau halten. Das
besagt nämlich, dass entsprechende Geräte mit ihren
Schadstoffen (Weichmacher, Lösungsmittel, was weiß ich was da
alles ausdünsten kann) unter von der EU festgelegten
Grenzwerten bleiben.

Die Aussage ist so kompletter Unsinn.
Die RoHS-Richtlienien habe komplett andere Gründe als die
z.B. MAK -Richtlinien (max. Arbeitsplatzkonz.).
http://de.wikipedia.org/wiki/RoHS

Seit eh und je sind die Grenzwerte einzuhalten. Nur unter diesen
Bedingungen darf der Hersteller bzw. Vertrieb ein CE-Zeichen
draufpappen.

Leider mehr falsch als richtig.
Gruß Uwi

Ergonomischer Arbeitsplatz
Hallo,

Ich bin noch ziemlich jung, arbeite als Programmierer und will
mir jetzt nen neuen Bildschirm anschaffen. Am wichtigsten ist
mir, dass er „gesunde“ ist.

Zur Qualität des Bildschirms wurde schon einiges gesagt.
Ob z.B. der Schirm hochkant oder quer besser ist, hängt aber
hauptsächlich von der Anwendung ab.
Klar, Tabellen und Texte werden eher hochkant mögen,
CAD und verschiedene Tools, die man gleichzeitig benutzt, werden
eher nebeneinander angeordnet.

Ich habe schon gelesen, dass
Widescreens besser sind, da das Nachobengucken anstrengender
ist als nach rechts oder links gucken und auch ungesünder.
Je besser das Bild desto gesünder wohl auch… Was gibts es noch
zu beachten?

Fast jeder Mittelklassemonitor ist diesbezüglich eher unkritisch.
Viel wichtiger als die Schärfe des Monitors sind grundsätzliche
Betrachtungen der Ergonomie. Da wird auch mit bester Hardware oft grausiges aufgebaut, und sowas rächt sich nach Jahren tatsächlich.

-\> Stühle: Was an manchen Arbeitsplatz steht, ist eine Katastrophe.
 Die Hardware darf aller 2...3 Jahre 2k€ kosten, aber als Stuhl 
 muß ein Schrottteil für 100€ über 10 Jahre halten. 
 Nach paar Jahren gibt's dann akute Rückenprobleme, Nacken und 
 Kopfschmerzen sowie Durchblutungsstörungen in den Beinen. 

-\> Tische/Arbeitsflächen: Gute Büromöbel haben ihren Preis.
 Dann hat man aber genügend Platz (vor allem in der Tiefe) 
 und hockt nicht wie ein Karnickel vor dem Bildschirm.
 Tastatur und Mausfläche sind in der richtigen Höhe und an der
 richtigen Stelle angeordnet. Dazu müssen die Höhen passend zur
 Körpergröße einstellbar sein. Andernfalls dauert es 10-15 Jahre,
 dann hast du chronische Sehnenscheidenentzündungen und "Mausarm".

-\> Beleuchtung: Dir nutzt der beste Bildschirm nix, wenn du 
 im Zimmer falsch sitzt, z.B. mit Gesicht zum Südfenster oder 
 auch mit dem Rücken zum Fenster. Dazu fehlende Abschattung und
 miese Deckenlampen, die auf dem Bildschirm spiegeln.

-\> allg. Anordnung von Tastatur und Bildschirm.
 Ich sehe auch desöfteren, daß Monitor und Tastatur über Ecke
 angeordnet sind, weil z.B. die Tiefe das Tisches sonst nicht 
 reicht und man nsicht mal ein A4-Blatt hinlegen kann. 
 Sowas führt zuverlässig zu einem steifen Hals. 

Sind alle Flachbildschirme TFT, oder finde ich in
Elektronik-Märkten auch andere? Denke da an TV, bei dems ja
Plasma, LCD usw. gibt. Hat Jemand Tipps irgendeiner Art?

Zum Thema „Ergonomie am PC-Arbeitsplatz“ gibt es vieles.
Auch die Berufsgenossenschaften kümmern sich darum.

Gruß Uwi

Viel wichtiger als die Schärfe des Monitors sind grundsätzliche
Betrachtungen der Ergonomie.

-> wenn ich mich da mal einklinken darf, wie genau weißt du, wie wichtig die Schärfe des Monitors ist? Ich habe mal von einem Bekannten gehört, der zwar kein Augenarzt aber Allgemeinmediziner ist, dass ein unscharfes Bild nicht so gut für die Augen wäre, wie ein scharfes…

WIE SEHR das nun schädlich ist weiß ich nich… würd mich aber auch mal interessieren ! Vor allem bei LCDs, wenn man die auf geringerer Auflösung betreibt, ist das Bild ja recht unscharf.

-> wenn ich mich da mal einklinken darf, wie genau weißt
du, wie wichtig die Schärfe des Monitors ist? Ich habe mal von
einem Bekannten gehört, der zwar kein Augenarzt aber
Allgemeinmediziner ist, dass ein unscharfes Bild nicht so gut
für die Augen wäre, wie ein scharfes…

Das ist absolut richtig. Aber:

Vor allem bei LCDs, wenn man die auf
geringerer Auflösung betreibt, ist das Bild ja recht unscharf.

wer einen LCD nicht mit seiner nativen Auflösung betreibt, hat nicht besseres als Augenkrebs verdient.

Wenn man die Schrift nicht lesen kann, dan holt man sich entweder einen größeren Monitor in der gleichen Auflösung („normale“ 17 er und 19 er haben die gleiche Auflösung, 1280 * 1024, rate mal, wodrauf man besser lesen kann).

Oder man stellt unter Eigenschaften der Anzeige größere Schriftarten ein . . .

Aber wer die Auflösung runter schraubt, der isses wirklich selber schuld . . .

lg, mabuse

Aber wer die Auflösung runter schraubt, der isses wirklich
selber schuld . . .

Fundieren deine Aussagen auf Wissen oder persönlichem Empfinden?

Wenn man sich im Vergleich einen LCD Fernseher von Nahmen anschaut, ist er auch total unscharf - die Entfernung machts.

Und wenn man den Monitor weiter wegstehen hat, die Auflösung jedoch niedriger stehen hat ist das ja vergleichbar.

Hallo,

Nein. Ein Flachbildschirm mit einer Auflösung von z.B. 1900x1200 hat genau 1900x1200 Punkte, die das Bild anzeigen. Wenn ich jetzt eine Auflösung von z.b. 1024x768 einstelle, müssen die 1024 Signale auf 1900 Punkte aufgeteilt werden - das passt nicht, und deshalb wird es unscharf.

Bei den Röhrenmonitoren war das anders, die konnten unterschiedliche Auflösungen tatsächlich darstellen.

Cheers, Felix

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Vielen Dank für alle Infos!! Hab mich dennoch entschieden keinen neuen Bildschirm zu kaufen. Aber dafür nen neuen Schreibtisch und hab erstmal die Helligkeit auf 40% gemacht - jetzt bekomm ich auch nicht mehr so schnell Kopfschmerzen :wink: