Gibt es eine generelle Auswirkung auf die Erhöhung des Leitzinses innerhalb einer Währungsgemeinschaft auf deren Aktienkurse?
Wenn ja welche und wie kann dies begründet werden?
Gruß Christian
Gibt es eine generelle Auswirkung auf die Erhöhung des Leitzinses innerhalb einer Währungsgemeinschaft auf deren Aktienkurse?
Wenn ja welche und wie kann dies begründet werden?
Gruß Christian
Erhöhen sich die Leitzinsen,
gibt’s mehr Geld fürs Sparbuch,
und Anleihen, damit wird die Aktie
uninteressanter, zumal sie nicht
sicher ist. Zudem werden Unternehmen
und auch Privatleute ausstehende
Investitionen sein lassen, da durch die
nun höheren Zinsen weitere Finanzierungskosten
anfallen, betehende aber auslaufende Zinsbindungen,
sollten sich verteuern und auf den Gewinn schlagen,
zumindest bis sich diese zusätzlichen Zinskosten am
Markt durch erhöhte Preise durchreichen lassen.
wenn das dann geht, sollten die Zinsen weiter angehoben
werden, und s.o.
Andereseits könnten nun alle Firmen mit der
zinsbedingten Preiserhöhung weitere Preiserhöhungen
einschmuggeln, was gut ist für die Gewinne, ferner
würde manche Firma und auch manche Privatperson
eine langfristig gute und wichtige Investition mit strategischer Bedeutung nun endlich durchführen, die sie ständig in der Erwartung niedriger oder fallender Zinsen aufgeschoben hat. „Bevor diese
wichtige Investition durch weitere Zinserhöhungen nicht mehr finanzierbar ist, dam machen wir sie doch jetzt“
Es könnte einen richtigen Konjunktur und Aktienboom geben.
Sollten dann durch Konjunkturbelebung weitere
Zinserhöhungen drohen, bricht sogar ein richtes
Investitions und Kauffieber aus.
hallo christian,
eine erhöhung sicherlich nicht.
aktienkurse werden durch nachfrage und angebot bestimmt, wirtschafliche rahmendaten spielen eine rolle und vor allem die des unternehmens.
schau dir mal die entwicklung des japanischen leitzinses und der aktienkurse der letzten 10 jahre an, ob du einen zusammenhang siehst.
und den amerikanischen der letzten 5 jahre.
strubbel
L:open_mouth:)
Hallo Christian,
ich versuche das Ganze mal das mit verständlichen Worten zu schreiben.
Aus dem längerfristig unbestreitbaren Zusammenhang zwischen der Zinsentwicklung und der Höhe der KGVs von Aktien heraus wurde ein direkter Bewertungsvergleich zwischen Aktien und Anleihen entwickelt.
Dabei wird der Anleihenrendite die so genannte Aktienrendite gegenübergestellt,die rechnerisch dem Kehrwert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses entspricht. Liegt die Aktienrendite über der Anleihenrendite, so werden Aktien gemeinhin als gegenüber Anleihen relativ günstig bewertet erachtet und umgekehrt.
Während der Zins einer festverzinslichen Anleihe für die gesamte Laufzeit garantiert ist, unterliegt der jährliche Unternehmensgewinn jedoch mitunter kräftigen Schwankungen, weshalb die Aktienrendite im Regelfall – sozusagen als Prämie für das höhere Risiko – über der Anleihenrendite liegen wird.
Grundüberlegung: Die Aktie ist ein Risikopapier. Der Anleger wird also nur bereit sein Aktien zu kaufen, wenn das durch den Kauf der Aktie eingegangene Risiko durch einen höheren Ertrag bezahlt wird.
Beispiel
Ertrag der Aktie X: 20,–
Marktzins: 6%
Unter der Annahme, dass der Ertrag der Aktie im Zeitablauf konstant ist und die Laufzeit der Aktie unbegrenzt ist wird vereinfacht gerechnet:
Gewinn der Aktie : Alternativrendite = theoretischer Kurs der Aktie (Barwert)
20 : 0,06 = 333
Die Annahme, dass für die Bewertung des Risikopapiers Aktie der gleiche Zinssatz herangezogen werden kann wie für risikolose Anlagen ist nicht realistisch.
Der Anleger erwartet wegen des höheren Risikos eine höhere Rendite.
Beispiel: Ertrag der Aktie: 20,–
Marktzins 6% (Rentenrendite)
Erwartete Rendite für Aktien 8% (Aktienrendite)
Theoretischer Kurs der Aktie: 20,-- : 0.08 = 250,–
Steigt der Marktzins auf 8% erwartet der Aktienanleger jetzt einen Zins aus der Aktienanlage von z.B. 10%.
Theoretischer Kurs der Aktie:
20,-- : 0,10 = 200,–
Bei gleich bleibender Gewinnerwartung der Aktie wird bei steigenden Zinsen der Kurs der Aktie fallen. Fallen die Zinsen werden die Aktienkurse steigen. Steigt der Gewinn der Aktie von 20,-- auf 40,-- ergibt sich folgender Aktienkurs. 40,-- : 0,10 = 400,–
Steigt der Gewinn, wird auch der Aktienkurs steigen.
Empirische Untersuchungen für den deutschen Aktienmarkt kommen zu dem
Ergebnis, dass die Kursbewegungen in den vergangenen Jahrzehnten bis zu 95 % durch die Entwicklung dreier Größen erklärt werden können.
Den wichtigsten Erklärungsbeitrag bietet dabei mit 50 % der durchschnittlich erwartete Unternehmensgewinn pro Aktie.
Die Rentenrendite liefert einen Erklärungsbeitrag von 25 %
Die Liquiditätskomponente von 20 %. (Hielscher, 1990)
Da die Aktie eine eher längerfristige Anlage ist, macht es wenig Sinn, einen kurzfristigen Zins wie den Leitzins als Vergleich für die Aktienbewertung heranzuziehen. Die Einflüsse kurzfristiger Zinsen sind meiner Meinung nach eher psychologischer Natur.
Beste Grüsse aus dem Süden
Roland
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