Erinnerung an die Kindheit

Ich kann mich an nicht viel aus dieser Zeit erinnern und frage mich, ob das normal ist.
Bis zu welchem Jahr und in welchem Umfang könnt ihr euch noch erinnern?

Grüße

Sebastian

Hallo Sebastian
Ganz vage Erinnerungen gehen zurück auf eine Zeit, da dürfte ich so 2,5 bis 3,5 Jahre alt gewesen sein. Inwieweit das aber Erinnerungen sind, die ich von meinen Eltern „implementiert“ bekommn ghabe, weiss ich nicht…

Gruß

Weikko

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Hi Sebastian,

ich hab vor einiger Zeit einen Artikel gelesen (Newsletter von Leonardo (WDR5)?), daß die frühesten bewusten Erinnerungen eng mit dem Spracherwerb zusammenhängen, alles was vor dem Spracherwerb liegt ist also bestenfalls unbewust abgespeichert.

Ich persönlich glaube mich an ein Erlebniss zu erinnern, als ich ca. 2,5 Jahre alt war.

Gandalf

Hallo Sebastian,

zum einen ist es sehr schwierig festzustellen, ob man sich wirklich an etwas erinnert, oder nur später Fotos davon gesehen hat. Ich kann mich als erstes an ein krasses Ereignis erinnern, als ich ca. 5 Jahre alt war. Davor: nichts, bzw. ich bin mir sicher, ich weiss das davor nur von Fotos.

Unterscheiden kann man es anhand der Gefühle: Sind Gefühle involviert, dann deutet es auf echte Erinnerungen hin, wenn nicht, dann nicht. ABER: In der frühen Kindheit speichert man auch Gefühle und später können dann diverse Dinge durchaus triggern, ohne dass man sich des Zusammenhangs bewusst ist.

Ich habe ein paar Freunde aus Afrika, die können sich allesamt an sehr sehr frühe Kindheit erinnern. Mich hat das immer sehr erstaunt. Ob das für die meisten heutigen Afrikaner (also die heute Kinder sind) noch gilt, ist eine ganz andere Frage, weil viels der modernen Welt auch dort Einzug gehalten hat, auch wenn es lange noch nicht jedem zur Verfügung steht. Aber ich vermute, die moderne Vielfalt von Sinneseindrücken ist einfach zu überwältigend, so dass mensch sich nicht mehr viel merkt.

Soweit die Worte eines Laien.

Alles Gute wünscht
Michael

Hallo,

etwas, an das ich mich definitiv erinnere muß so um mein 4. Lebensjahr liegen - mein kleiner Bruder mußte ins Krankenhaus, weil er vom Wickeltisch gefallen war. Ich glaubte, ich sei schuld. Nachdem ich ihn im Krankenhaus auch nur durch eine Scheibe sehen konnte, bestärkte das wohl mein Gefühl, daß ich ihn fallen ließ (was nicht der Fall war).

Und ich war mit meiner Oma mal als kleines Mädchen (muß wohl auch so mit 4 oder so gewesen sein) auf der Galopprennbahn und erinnere mich, daß ein Jockey das Pferd schlug. Niemand glaubte das, weil gar niemand wußte, daß wir dort waren. Erst Jahre später fragte ich meine Oma, ob ich mir das einbilde - aber sie erinnerte sich auch noch daran.

Grüße

Wendy

Hallo Sebastian,

zu unterscheiden wäre natürlich zwischen der Erinnerung an ein einzelnes ggf. außergewönhliches Ereignis und einer mehr oder weniger kontinuierlichen Erinnerung. Ich meine damit den Zeitraum ab dem man eine größere Menge von Erinnerungen abrufen kann und z.B. auch in der Lage ist auf Fragen zu Zusammenhängen zu antworten.

Durch die diversen Umzüge meiner Familie kann ich für mich diese Dinge ganz gut abgrenzen. Es gibt genau eine Einzelerinnerung in Form von zwei Einzelbildern an den ersten Wohnort, von dem ich mit ca. 2,5 Jahren weggezogen bin. Aufgrund der Wettersituation (Winter) lässt sich belegen, dass ich damals knapp 2 Jahre alt gewesen sein muss. Das Ereignis selbst war gar nichts Besonderes, aber meine Mutter kann sich auch an die Situation erinnern. Witzig ist, dass das eine Bild einen grafisch gestalteten textlichen Werbeaufdruck auf einem LKW betrifft, also etwas, was ich damals noch überhaupt nicht verstehen konnte. Das Bild war immer da, verstanden habe ich es natürlich erst viel später.

Eine weitere Einzelerinnerung in Form einer kurzen Bildsequenz bezieht sich auf ein Bild aus einem Urlaub, der auch rund um den ersten Umzug stattgefunden hat.

Eine kontinuierliche Erinnerung setzt dann im Laufe der Zeit am zweiten Wohnort ein, wo die Kindergartenzeit mit diversen Erlebnissen abrufbar ist (die auch schon mit dem ersten Besuch im Kindergarten mit knapp 3 Jahren beginnen). Wir wohnten dort bis zu meiner Einschulung, und z.B. aus der Wohnung ist noch der Grundriss klar abrufbar, allerdings auch eine „Fehlspeicherung“, die sich erst vor wenigen Jahren aufgeklärt hat.

Gruß vom Wiz

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Hallo Sebastian,

ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich ein ein paar Situationen erinnern kann, da muss ich so ca. 3 gewesen sein. Es sind aber wirklich nur Frequenzen und keine längeren Zeitabschnitte. Es sind ganz sicher keine Erlebnisse, die ich erzählt bekommen habe.

Grüße
Gerry

Ich erinnere mich an eine Sequenz, da saß ich bei meinem Vater auf der Schulter. Der ging an einer Mauer vorbei und ich konnte über die Mauer sehen.

Das war im Sommerurlaub. Ich war damals 3 Jahre und 3 Monate alt.

Fotos gibts aus diesem Urlaub nicht.

Ebenfalls in diesem Urlaub ein Gespräch zwischen meinem Vater und mir: Der legte mich ins Bett. Ich meinte zu meinem Vater: „meine Füße sind eingeschlafen“.Er antwortete: „Macht nichts, du schläfst ja auch bald.“

Wie gesagt knapp nach meinem 3. Geburtstag.

Dann kommen noch einzelne (2 - 3 Erinnerungen) mit meinem Großvater. Dass der mich z. B. nicht im Kindergarten ablieferte, weil ich da nicht hin wollte und statt dessen mit mir bis zum Abholzeitpunkt spazieren ging. Da ich aber später erfahren habe, dass dies öfter vorkam, ist es wohl eher schon ein kontinuierliches Ereignis.

Ansonsten aber vor der Schulzeit nichts.

Gisela

unterschiedlich
Hi,

ich kann mich an ziemlich viel erinnern, vorwiegend „belanglose“ Dinge - wenn ich davon erzähle, bestätigt meine Mutter auch, dass sich die Dinge wirklich ereignet haben und wundert sich, dass ich noch davon weiß.

Auf der anderen Seite kommen mir einige Sachen völlig unbekannt vor, wenn davon mal im Rahmen eines Familientreffens erzählt wird. So typische Schwänke eben. Meistens sind das größere Ereignisse, an die sich dann alle anderen erinnern können, nur ich eben nicht.

Meine älteste Erinnerung ist eine orange Decke. Ich hatte wohl damals so eine orange Babydecke, in der haben meine Eltern mich immer geschaukelt, und daran kann ich mich erinnern, an das Schaukeln und an das orange Licht in der Decke.
Meine Mutter meint, ich müsse da etwa 2 gewesen sein.

Ich erinnere mich aber zum Beispiel nicht daran, meiner Schwester (hi Kleine *g*) die Windeln gewechselt zu haben, obwohl ich das wohl häufig durfte und da auch schon was älter war. Weiß ich nur noch aus Erzählungen.

LG,

Cess

Ich kann mich an nicht viel aus dieser Zeit erinnern und frage
mich, ob das normal ist.
Bis zu welchem Jahr und in welchem Umfang könnt ihr euch noch
erinnern?

Umfangreich an die früher Kindheit nicht.
Ab und zu tauchen Fragmente auf, manchmal ist es auch eher eine Ahnung. Wenn ich dann nachfrage, bekomme ich aber Bestätigung, dass es so war.
Ich kann mich auch nur an Bruchstücke meiner Einschulkung erinnern und da war ich ja immerhin schon 6.

Bye, Vanessa

Hai, Sebastian,

auch in meinem Kopf befinden sich ein paar Fragmente.
Die Szene, die ich als die früheste bezeichnen würde, betrifft eine Zeit, in der ich nicht, oder zumindest noch nicht richtig laufen konnte: ich wurde gebadet - in der großen Wanne, muß mich unglaublich beeindruckt haben - und danach auf den gegenüberstehenden Wickeltisch gesetzt. Mein Bruder hat mir Schaum aus der Badewanne auf den Kopf gemacht…
Soweit meine eigene Erinnerung, mein Bruder (übrigens 10 Jahre älter als ich) hat die Geschichte dann später darum ergänzt, daß er wohl auf mich aufpassen sollte und versucht hat, mich dazu zu bringen „Mama hat mir länger Baden erlaubt“ zu sagen - hat aber wohl nicht geklappt…

Dann gab es da später einen Trog, dessen Kante bis zu meiner Brust reichte und die Flüssigkeit stand so hoch, daß ich die Arme bis zu den Oberarmen eintauchen und darin rumplantschen konnte - das war warm und sooo schön rot, nur die Kante hat gedrückt…
Dazu gehört auch ein Bild von einem langen Gang oder Flur mit großen Türen links und rechts und einer Kuh, die auf mich zu rennt und dann das Gefühl, von hinten zur Seite hochgerissen zu werden - spätere Nachforschungen, wo der Trog und dieses Bild herstammt, ergaben, daß mein Vater mich mitgenommen hatte zum Fleischmarkt bevor ich drei war und ein Kollege von ihm mich einer ausgebüxten Kuh aus dem Weg gerissen hatte.

Dann gibt es Erinnerungen an einen Urlaub in Birnbaum (der Name kommt von den Verwandten): Da wurde eine Kuh geboren (die wurde auf mein Betreiben August genannt), ein Haus fing erst oben an (die hatten das Untergeschoß abgerissen und neu gebaut und in der Zwischenzeit den oberen Teil des Hauses auf Stelzen gestellt) und Kartoffeln kamen aus der Erde *staun* - kurz nach meinem dritten Geburtstag.

Die Vorhänge und die Tapete im Schlafzimmer meiner Eltern… die Stelle, wo die Nachbarin von unter uns die Kuchenteigschüssel hingestellt hat und der genaue Weg dahin. Komischerweise kann ich mich genau daran erinnern, wie anstrengend es war, die Stufen herunterzukommen und das mein Bruder nicht auf mich gewartet hat - an die Nachbarin nicht… meine Mutter weint… die Küchenvorhänge meiner Oma… ich hab gesehen, wie jemand von einer Krankenschwester Blut abgenommen wird und wollte auch unbedingt… das Schild einer Malerei, daß über unserer Haustür hing… daß mein Bruder mir gesagt hat, daß er nur die Spitze unten von meiner Eistüte abbeißen würde - und dann hat er einfach mein Eis weggesaugt… das mein Bruder mir im Sandkasten erzählt hat, daß seine Seele bei mir bleiben würde, während er mit seinem Freund weggeht und ich nur rufen müßte und dann würde er gleich wiederkommen, weil seine Seele das ja hören würde - er kam aber nicht…
…lauter winzige Szenen, die alle stattgefunden haben, bevor ich 4 1/2 war.

Alles sehr emotionsgeladene und für mich scheinbar wichtige Sachen.
Aber Erinnerung, wie ich sie heutzutage an Ereignisse abspeichere, sind das irgendwie nicht, mehr so Gefühle in Verbindung mit Bildern

Gruß
Sibylle

Ich kann mich an nicht viel aus dieser Zeit erinnern und frage
mich, ob das normal ist.
Bis zu welchem Jahr und in welchem Umfang könnt ihr euch noch
erinnern?

Meine allererste bewußte Erinnerung ist der Tag, an dem mich meine Mutter das allererste Mal in eine neue Kinderkrippe brachte. Da dürfte ich ca. 2 Jahre gewesen sein, ich erinnere mich an lauter Holzroller und die vielen Kinder, die mich neugierig anstarrten…dann weiß ich noch genau, wie ich das erste Mal zum Haus meines neuen Papas mitgenommen wurde…da war ich dann wohl schon drei Jahre alt. Diese Erinnerungen sind eher wie so markante Momentaufnehmen. Alles dazwischen liegt eher im Nebel. Genauere Erinnerungen habe ich erst so ab dem vierten Lebensjahr, da erinnere ich mich dann auch schon an Tagesabläufe und Zusammenhänge, an Spielzeug und Tiere die wir damals hatten und an meine kleine Schwester die zur Welt kam.

Interessant finde ich immer wieder, daß meine fast gleichaltrige Stiefschwester sich teiweise an Begebenheiten erinnert, die mir völlig entfallen sind und umgekehrt. Da ist es manchmal lustig, wenn wir uns heute gemeinsam unsere ‚Vergangenheit‘ zurechtbasteln. :wink:)

Gruß Maid :wink:

Grüße

Sebastian

Ich habe viele frühkindliche Erinnerungen aus meinem zweiten Lebensjahr.
Es sind Szenen und deutliche Bilder. Alles zeigt eine schwebende Grundstimmung, in der die Einheit mit der Welt mitschwingt - ich war für mich noch nicht von meiner Umgebung unterschieden und konnte deshalb weder Angst oder Wut, noch Freude empfinden. Unangenehmes empfand ich zwar, aber auch dieses unangenehme Empfinden berührte mich nicht im Innersten, sondern fand sozusagen in den Außenbezirken meiner selbst statt, also da, wo ich mit der Umwelt auf eine zerlaufende, unscharf verschwimmende Weise vermischt war wie der eine Klecks Wasserfarbe auf dem Löschblatt mit dem anderen.
Viel zentraler traf mich die warme Milch, ihre Süße empfand ich nicht als süß, sondern als das, was der Weißweinkenner „brilliant“ nennt, und auch hier breitete sich diese Empfindung angenehmster Brillianz über meine definitionslosen Außengrenzen hinaus auf z.B. die Wolldecke aus, die meine Wonne mit mir mitempfand.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Schade, ich wüßte gerne mehr
Ich kann mich nur erinnern an Dinge, da war ich etwa 5. Die sind dann wie ein Kurzfilm ohne Ton. So 1 Minuten Sequenzen, wie ich z:b: an der Hand meiner Mutter eine dunkle, regennasse beleuchtete Strasse runtergehe zur Straßenbahn. Ohhhh da fällt mir ein. Ich glaube ich kann mich an noch was, etwas früher erinnern, den Kindergarten. Also da war ich dann ca. 4 oder so. Aber das sind wirklich nur Momentaufnahmen.
Davor - nichts.

Hallo Sebastian,

meine frühste Erinnerung ist im Kindersportwagen, als eine Blindschleiche vor uns vorbeischlängelte. Ich muss um die zwei gewesen sein (ich bin froh, dass meine Oma keine Angst vor solchen Tieren hatte).

Als ich 2,5 - 3,0 war lebten wir ein halbes Jahr in Tunesien und ich war seitdem nie mehr im Orient. Aus dieser Zeit (vor 31 Jahren)habe ich also bruchstückhafte Erinnerungen, die zeitlich gut einzuordnen sind (die Hunde meines Vaters, meine Mutter mit Gewehr, der Hauswart der mit mir Schildkröten sucht, das auf Obstkisten aufgebockte Auto am Rand einer Schotterpiste, die Löcher im Umhang der Putzfrau, eine Teppichknüpferei mit einem tollen violetten Teppich etc.). Es sind also alles Flashlights, nichts hängt zusammen, es gibt nicht mal einen Überblick über die damalige Zeit. Aber es handelt sich offenbar um Dinge, die mich irgendwie beeindruckt haben. An die grosse Wüstentour von der meine Mutter heute noch schwärmt habe ich jedoch keinerlei Erinnerung.

Viele Grüsse, Nicola

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