kann mir jemand eine gute Einführung in die Erkenntnistheorie für Anfänger (der westlichen Philosophie) empfehlen? Der Skeptizismus sollte nicht zu kurz kommen oder eventuell noch ein zusätzliches Buch über den Skeptizismus?
da weder philosophische Begriffe, noch Disziplinen, Richtungen oder Schulen ohne deren Geschichte verstanden werden können, kommt deinem Interesse am besten entgegen:
Ritter, Gründer, Gabriel (Hrg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie
Dort die Stichworte
Erkenntnis, Erkenntnistheorie (beide Bd. 2) und
Skepsis/Skeptizismus (Bd. 9)
Dort haben die umfangreichen Artikel (alle von ausgewiesenen spezialisierten Experten) haben den Vorteil, daß man leicht auch Querverweisen auf andere, zugehörige Stichworte nachgehen kann.
Die Artikel sind so geschrieben, daß sie auch für Anfänger geeignet und auch zu empfehlen sind.
Die 13 Bände dürften in jeder gut bestückten Bibliothek vorhanden sein. Ganz sicher aber in Uni-Bibliotheken.
kann mir jemand eine gute Einführung in die Erkenntnistheorie
für Anfänger (der westlichen Philosophie) empfehlen? Der
Skeptizismus sollte nicht zu kurz kommen oder eventuell noch
ein zusätzliches Buch über den Skeptizismus?
Ich würde für den Anfang KR Popper empfehlen,
vor allem, da es sich bei Dir nicht um einen
„absoluten Anfang“ handelt
... Drei Jahre schrieb er an einem über
1000seitigen Manuskript, das heute nur teilweise
erhalten ist, die erhaltenen Teile erschienen
1934 als erheblich gekürzte Fassung unter dem
Titel „Logik der Forschung“ und erst 1979 unter dem
Titel <u>"Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie"</u>.
Während dieser Zeit lernte er Werner Heisenberg und
Alfred Tarski kennen ...
Au weia, Semjon
Moin Semjon:Ich würde für den Anfang KR Popper empfehlen,
Das war jetzt aber ironisch, oder?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein mit Dialektik gesegneter Intellektueller wie du ernsthaft diese Dumpfbacke Popper, der sein „Sir“ nur bekam, weil er die letzten halbverfaulten Bastionen des Positivismus noch zu retten schien, empfiehlt.
Sag, dass das euin Scherz war, damit ich wenigstens an deinen Verstand glauben kann, nachdem ich schon an deiner Ideologie verzweifle.
Gruß,
Branden
Ich glaube, dass trifft es nicht ganz. Mir geht es schon speziell um die Erkenntnistheorie und den Skeptizismus. Nachdem ich gesehen habe, dass Sextus Empiricus nichtmal im Personenregister vorkommt, ist es vielleicht in den Bereichen doch nicht ausführlich genug.
Aber trotzdem vielen Dank. Sollte ich mal eine allgemeine Einführung in die Philosophie suchen, werde ich es mir sicher anschauen.
Das ist sicher interessant, aber nicht für den Anfang.
vor allem, da es sich bei Dir nicht um einen
„absoluten Anfang“ handelt
Das macht es zwar einerseits vielleicht etwas einfacher, ist aber andererseits auch Teil des Problems. Es geht um einen Dialog zwischen indisch/buddhistischer und westlicher Erkenntnistheorie. Das ist so ähnlich wie wenn man in England Autofahren gelernt hat, und dann plötzlich in Deutschland fahren soll. Irgendwie ähnlich, aber irgendwie auch völlig anders und ständig begegnet einem etwas, was einen völlig aus dem Konzept wirft
Damit ein Dialog überhaupt möglich ist, muss man erstmal die Begriffe klären. Ich brauche also zum einen eine Art Nachschlagewerk, um Begriffe, die westliche Philosophen in diesem Zusammenhang verwenden, nachschlagen zu können.
Da sagt dann der westliche Philosoph: „Das Explikat soll wissenschaftlich fruchtbar sein.“ (häh? Watt meint der mit „Explikat“ und „wissenschaftlich fruchtbar“)
Und da antwortet dann der buddhistische Erkenntnistheoretiker: „Das durchdringt sich nicht“. (Häh auf der Seite des westlichen Philosophen).
Andererseits muss es aber auch inhaltlich was hergeben. Der Positivismus wurde z.B. in der buddhistischen Philosophie ziemlich schnell abgetan und auch kaum weiterverfolgt. Wie ich am Beispiel Popper sehe, scheint das in der westlichen Philosophie anders gewesen zu sein. Da frag ich mich, warum? Welche Faktoren haben diese Entwicklung im Westen begünstigt?
Also Popper steht auf jeden Fall auf meiner Merkliste
Lieben Gruß,
Marion
Uh…danke. Aber meinst du, sie lassen es mich dann auch da :rausschleppen und als Nachschlagewerk behalten ?
Dein Charme wird es sicher meistern
Ja nee, aber du kannst dir Kopien von den Artikeln machen. Stichwort „Erkenntnis“ hat 19 Seiten (DIN A4 zweispaltig). Und dieses Stichwort ist mutmaßlich für dein Anliegen wesentlicher als „Erkenntnistheorie“.
Wenn du schon in einer Unibib bist, dann hol dir die 4-Bändige:
„Enzyklopädie Philosophie und Wissenschftstheorie“.
ISBN-13: 978-3476020123 Buch anschauen
Dort schreibt u.a. Kuno Lorenz. Er ist unter den deutschen Philosophen einer der wenigen Kenner der indischen Logik und generell der hinduistischen und buddhistischen Philosophie und bearbeitet viele entsprechende Items.
Auch zB dies:
ISBN-13: 978-3406419454 Buch anschauen
dürfte für dich im Sinne des Vergleichs der Denkwege nicht uninteressant sein.
Ich werde mal einen Blick reinwerfen, versuche gerade die CD-Rom aufzutreiben, aber weißt du nichts, was irgendwie „handlicher“ ist?
Handlicher hat leider meist auch den Nachteil, daß es auch mental handlicher ist. You know what I mean. So wie oben eine der Empfehlungen, von denen es Hunderte auf dem Markt gibt. Sowas vedirbt dir nur das Interesse … Der o.g. Artikel ist kurz, und zugleich gründlicher und vor allem kompetenter gehts kaum.
Stichwort „Erkenntnis“ hat 19 Seiten (DIN A4 zweispaltig). Und
dieses Stichwort ist mutmaßlich für dein Anliegen wesentlicher
als „Erkenntnistheorie“.
Mal sehen. Wenn noch Fragen offen bleiben, kann ich die hier ja vielleicht loswerden.
Wenn du schon in einer Unibib bist, dann hol dir die
4-Bändige:
„Enzyklopädie Philosophie und Wissenschftstheorie“.
ISBN-13: 978-3476020123 Buch anschauen
Mit „holen“ wird wohl nichts. Das gehört zum Präsenzbestand. Aber ich werde mal hinfahren und reinschnuppern. Sieht echt lecker aus, zumal Logik vermutlich meine nächste größere Baustelle wird.
Sowas vedirbt dir nur das Interesse …
Das (Interesse an westlicher Philosophie) hat man mir schon zu Schulzeiten gründlich verdorben. So dachte ich zumindest. Bis kürzlich innerhalb von 5 Tagen ein wirklich unglaublicher Philosophieprofesser (Jay Garfield http://www.smith.edu/philosophy/jgarfield.html) diesem bei mir todgeglaubten Pflänzchen wieder Leben einhauchte. Es geht eben doch nichts über Kontakte im real life
(Sehr gutes Kapitel über die aktuelle Diskussion des Skeptizismus. Ferner wird das Gettier-Problem, der Wert des Wissens sowie Tugendepistemologien abgehandelt. Pritchard vertritt in diesem Buch auch eigene Ansätze. Alles sehr lesbar und auf dem aktuellen Stand der Diskussion)
Thomas Grundmann (2008): Analytische Einführung in die Erkenntnistheorie. Berlin: de Gruyter.
(Diskutiert eher die Themen, über die BonJour selbst gearbeitet hat: Fundmentalismus versus Kohärenztheorie, Internalismus-Externalismus, naturalisierte Erkenntnistheorie, Wahrnehmung, Induktionsproblem, apriorische Rechtfertigung,… Auch ein wenig schwieriger als die anderen beiden Bücher, aber dennoch sehr lesenswert. Sehr gutes kommentiertes Literaturverzeichnis).
Falls Dich die nicht-analytische Erkenntnistheorie interessiert, kann ich Dir nicht weiterhelfen. Weiß auch nciht, ob es da überhaupt eine Einführung gibt. Denke mal, dass derartige Philosophen eher klassische Autoren lesen würden…