Hallo,
kann mir jemand bei der erläuterung des Zitates vom MARX „Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“ weiterhelfen???
Schon mal Danke im Voraus!!!
Hallo,
kann mir jemand bei der erläuterung des Zitates vom MARX „Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“ weiterhelfen???
Schon mal Danke im Voraus!!!
Auch hallo.
kann mir jemand bei der erläuterung des Zitates vom MARX „Die
Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“
weiterhelfen???
Rein aus dem Bauch heraus bedeutet das, dass wirkliche Veränderungen von Systemen aller Art (von aussen ?) gewaltsam hervorgerufen wurden. Bspl.:Frz. Revolution, amerik. Unabhängigkeitskrieg, …
Obeohl es auch Revolutionen gab, die auf Initiative der Herrschenden ausgingen (Bismarck & Sozialgesetzgebung)
Und das Wort ‚Lokomotive‘ soll wohl andeuten, dass es erst dann richtig voran ging…
HTH
mfg M.L.
Hallo,
kann mir jemand bei der erläuterung des Zitates vom MARX „Die
Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“
weiterhelfen???
Nach Marx entwickelt sich die Geschichte nicht linear, sondern in Schüben, in Etappen.
Den Übergang zwischen diesen Etappen bildet die Revolution, die Umwälzung der bisherigen Verhältnisse.
Man denke etwa an die französische Revolution als das Ende des Ancien Regime und Beginn der bürgerlichen Epoche.
Diese Revolutionen/Umwälzungen sind in ihrem Ausgang an den sogenannten „Entwicklungsstand der Produktivkräfte“ (Technik, Wissen, Verkehrs- und Kommunikationsmittel, etc.) gebunden.
Sobald diese Produktivkräfte genug entwickelt sind, was in diesem Fall gleichbedeutend ist damit, dass die bürgerliche Gesellschaft reif genug ist, findet die sozialistische Revolution statt.
Diese ist unter allen bisherigen Revolutionen dadurch ausgezeichnet, dass sie die letzte Umwälzung ist, weil sie -anders als alle bisherigen Revolutionen- die Ursache der Revolution selbst, den Klassenkampf, beseitigt.
Zwischen diesen Revolutionen steht in gewisser Weise der Zug der Geschichte still, ihm fehlen die Lokomotiven!
Hier möchte ich noch ein (für mich) interessantes Zitat des Marxisten Walter Benjamin anfügen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Benjamin
„Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse“ (in Benjamin, Passagenwerk, 1232).
Viele Grüße
franz
Hallo,
für weitere Antworten wäre ich euch dankbar!
Gruß und Danke für die bisherigen Antworten
Hallo,
gar nicht so einfach, meine Studienzeit liegt schon recht lange zurück und Herr Marx war da mehr Pflicht als Freiwilligkeit…
Das Ganze hängt mit der marxschen Philosopie zusammen. Nach seiner Theorie gibt es da die 3 Grundhesetze der Dialektik. Das 2. besagt, daß irgendwann Quantotät immer in Qualität umschlägt.
Er meint damit u.a. daß es in jeder Gesellschaftsordnung (außer im Kommunismus natürlich) wiedersprüche gibt, die sich so lange anstauen, bis sie so groß werden, daß sich das Ganze in einer Revolution entläd, die das System hinwegfegt und etwas neues schafft.
Zum Beispiel die Feudalgesellschaft. Die Vorherrschaft des Adels hemmt die entwicklung der Bürgertums. Es ist keine Gewerbefreiheit möglich, zudem verhindert die Leibeigenschaft der Bauern die Entsehung freier Lohnarbeiter für die Industrie.
Mit der bürgerlichen Revolution werden diese Hemmnisse beseitigt - es ergebn sich völlig neue Möglichkeiten für die weiterentwicklung.
Das aber ist nach Marx bei jeder Revolution so - es fallen irgendwelche Schranken, die die Entwicklung gehemmt haben. Und darum bezeichnet er revolutionen als Triebkräfte, weil sie ziemlich schlagartige Entfaltungsmöglichkeoten bieten.
Gernot Geyer
Hallo Gernot,
zunächst: Das Zitat mit den Lokomotiven stammt von Marx:
http://www.mlwerke.de/me/me07/me07_064.htm (S. 85). Dieser Text stammt von 1850. Die Lokomotiven waren damals noch relativ neue, gerade mal 15 Jahre alte Maschinen und boten sich daher als Metapher für Innovation an.
Die von dir angeführten dialektischen Gesetze sind aber von Engels und stammen aus den achtziger Jahren. Es ist eine bestimmte Art der (vor allem in der DDR vertretene) Deutung, die Marx und Engels zusammendenkt, aber es ist nicht sicher, dass Marx die erst nach seinem Tod erschienene Schrift wirklich voll zugestimmt hat.
Nach einer anderen Deutung muss man vielmehr streng zwischen Marx (Historischer Materialismus) und Engels (Dialektischer Materialismus) trennen. Den Histomat versteht Engels als Spezialfall des Diamat, aber es ist nicht sicher, ob Marx das auch so gesehen hat.
Gruß
Bona
Hallo Bona,
ich denke ml, daß man zwischen den beiden so streng gar nicht trennen kann.
Zumindest hat sich Karl Marx sehr mit der politischen Ökonomie befaßt. Und dabei müssen im eigentlich zwangsläufig die Probleme ins Auge gefallen sein, um die es da geht. Nämlich daß die Entwicklung der Produktivkräfte vom Stand der Produktionsverhältnisse gefördert oder gehemmt wird. (Habe ich echt so gelernt, die Formulierung war wirklich so.)
Es gent dabei um die Lehre, daß die Eigentumsverhältnisse bzw Produktionsverhältnisse in ihrem jeweiligen Entwicklungsstand die Entwicklung der Produktivkräfte (insbersondere wissenschaftlicher und technischer Fortschritt) erst fördern, später aber zum Hemmnis werden, weil sie sich nicht mitentwickeln.
Gernot Geyer
Hallo cs,
ich denke das ist recht einfach. Wie schon erwähnt waren Lokomotiven recht neu und Zugmaschinen.
kann mir jemand bei der erläuterung des Zitates vom MARX „Die
Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“
Wenn man ein neues Haus bauen will auf einen alten Bauplatz muß das Alte auch erst beseitigt werden.
Gruß Norbert