Erlebnispädagogik als Beruf machbar?

Ich bin GHS-Lehrerin und möchte auf den Bereich Erlebnispädagogik wechseln. Wer kann mir sagen,ob man von diesem Beruf leben kann? Wie schwer ist es eine Vollzeitstelle zu finden? Ich arbeite gerne auch teilweise im Büro…
Gibt es hier vielleicht einen Erlebnispädagogen, der aus eigener Sicht berichten kann?
Oder hat vielleicht jmd andere Alternativen im Kopf, für eine outdoorbegeisterte, ehemalige Lehrerin, die den Beruf wechseln will :smile: ?
Bin für jede Idee, jeden Hinweis dankbar.
Cathrin

Meine Erfahrung stammt aus 1986. Nach einem oder zwei untauglichen Versuchen, als Erlebnispädagoge eine Anstellung zu finden (Vollzeit? Haha!), habe ich mich selbständig gemacht. Ich hätte Anstellungen haben können, in denen die EP ein Aspekt gewesen wäre, nicht aber die Hauptsache. Dafür braucht man weitere Qualifikationen, z. B. den Ropes Course Trainer. Auch dann sind die Stellen an einer Hand abzählbar.

Es war die richtige Entscheidung, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Der Mehraufwand an Arbeit und die größere Unsicherheit wird aufgewogen durch selbstbestimmtes Handeln und die konsequente Umsetzung eigener Ideen.

Gerne für weitere Fragen
Andreas

Die Ausbildung bei EOS-Erlebnispädagogik war gut, aber ich konnte das Gelernte nicht zum Beruf machen. Daher fliege ich heute nach China. An WaldorfChina.org.cn unterrichte ich Deutsch und Englisch.

Hallo Cathrin,

prinzipiell ist es schon möglich als EP zuarbeiten. Im MOment ist es aber oft ein Saisongeschäft. Dazu arbeiten viele Firmen/Vereine mit HOnorarkräften je nach Auftragsarbeit. Deshalb ist es wichtig entweder selbständig mehrere Auftraggebener zu haben, um genügend Aufträge zu erhalten oder sich in einem Unternehmen eine feste Stelle zu suchen (das gibt es selten). Viele UNternehmen arbeiten mit Praktikanten und Festangestellte dann als Ausbilder und Organisator.
Ich habe einige Jahre mit EP gelebt und gearbeitet. Ich fande die Zeit sehr intensiv und die Veranstaltungen sehr anstrengend. Und habe für mich beschlossen, dass es bei nicht leistbar ist.

Tolle Möglichkeiten (aber selten) sind sichlich Pädagogik-Stellen, bei denen man auch EP arbeitet, wie in der offenen Jugendarbeit, JUgendhilfe, evtl. Schulsozialarbeit.

Hängt alles aber auch von deiner EP-Ausbildung, Erfahrung ab.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen

Schönen Gruss
Lukas

hallo,
da kann ich leider nicht weiter helfen.
lg meli

schau mal bei bsj marburg nach.
LG thomas

Hi Cathrin!
Ich bzw wir haben ziemlich genau Deinen Weg bestritten. Also raus aus dem Schuldienst (ok, waren nie so recht drin) und rein in die EP. Längere Arbeitstage, weniger Sicherheit, weniger Geld. Dafür aber tausend Gründe dass wir Dich verstehen und ich persönlich wünsche Dir Kraft und Mut. Wirst DU brauchen. Wird aber auch belohnt!
Zu Deinen Fragen:
In der EP arbeiten meist Freelancer (auf Honorarbasis, nicht grade familienfreundlich) oder eben die mit dem eigenen Laden, die irgendwann das Glück haben dass „es läuft“. Bei uns hat das einige Jahre gedauert…
Vollzeitstellen gibt es kaum.
Wenn es Dich interessiert- wir haben einige spannende Biographien in unseren Reihen. www.new-institut.de/new/team/ Die leben alle von der EP, mehr oder weniger!
Einsatzgebiete in den meisten reinen EP-Anbietern sind mehrtätgige Fahrten. Bei uns sehen die z.B. so aus: www.new-institut.de/klassenfahrten/
Hierfür suchen wir immer wieder neue und zu uns passende TrainerInnen. Die Möglichkeit einer Hospitation ist nach gegenseitigem Kennenlernen immer gegeben. Eine irgendwie geartete Zusatzqualifikation wäre in Deinem Fall noch nützlich. davon gibts viele, bei uns aber auch bei beinahe jedem anderen Anbieter!

Soweit mal von mir. Für weitere Fragen melde Dich gerne!
Viele Grüße aus Freiburg!

Hi Cathrin!
Ich bzw wir haben ziemlich genau Deinen Weg bestritten. Also raus aus dem Schuldienst (ok, waren nie so recht drin) und rein in die EP. Längere Arbeitstage, weniger Sicherheit, weniger Geld. Dafür aber tausend Gründe dass wir Dich verstehen und ich persönlich wünsche Dir Kraft und Mut. Wirst DU brauchen. Wird aber auch belohnt!
Zu Deinen Fragen:
In der EP arbeiten meist Freelancer (auf Honorarbasis, nicht grade familienfreundlich) oder eben die mit dem eigenen Laden, die irgendwann das Glück haben dass „es läuft“. Bei uns hat das einige Jahre gedauert…
Vollzeitstellen gibt es kaum.
Wenn es Dich interessiert- wir haben einige spannende Biographien in unseren Reihen. http://www.new-institut.de/new/team/ Die leben alle von der EP, mehr oder weniger!
Einsatzgebiete in den meisten reinen EP-Anbietern sind mehrtätgige Fahrten. Bei uns sehen die z.B. so aus: http://www.new-institut.de/klassenfahrten/
Hierfür suchen wir immer wieder neue und zu uns passende TrainerInnen. Die Möglichkeit einer Hospitation ist nach gegenseitigem Kennenlernen immer gegeben. Eine irgendwie geartete Zusatzqualifikation wäre in Deinem Fall noch nützlich. davon gibts viele, bei uns aber auch bei beinahe jedem anderen Anbieter!

Soweit mal von mir. Für weitere Fragen melde Dich gerne!
Viele Grüße aus Freiburg!

Hallo nach Freiburg,
danke vielmals für deine Antwort. Es ist das 1. Mal das ich dieses Forum nutze - wusste nicht, dass das so gut und schnell funktioniert!
Zufälligerweise habe ich auch an genau euch gestern eine Anfrage wegen des ausgeschriebenen Praktikums gestellt. Ich empfand die Internetseite als sehr sympatisch, lebendig und ansprechend. Ich komme gerade aus einem 2 monatigen „Job/Praktikum“: 1 Monat Guideassistentin in einem Abenteuercamp, 1 Monat Büro und Firmenveranstaltungen. Alles hat Spaß gemacht. NUR Teamleitung ist nichts für mich, genauso wie NUR Büro, eine Mischung wäre perfekt und wenn ich die habe, habe ich auch nichts gegen lange Arbeitszeiten :smile:.
Bei dieser Frage kannst du mir sicher weiterhelfen:
Macht eine teure erlebnispädagogische Ausbildung Sinn oder sollte man nicht eher versuchen über ein Praktikum und viel Engagement in einer Firma zu landen - parallel dazu gezielte Guideausbildungen?

Würde mich über eine erneute Antwort sehr freuen :smile:
Danke.
Cathrin

Hi Andreas,
danke für deine Antwort.
Was genau meinst du mit … „die EP ein Aspekt gewesen wäre, nicht aber die Hauptsache“? Was sind das genau für Angebote? NUR Outdoortrainer muss für mich gar nicht sein. Ich arbeite auch sehr gerne im Bereich Planung, Organisation, Catering, Werbung etc.
Was meinst du, wie stehen die Chancen da?

Liebe Grüße
Cathrin

Hi,
spannend. DU hast angefragt wegen Praktikum? Hier kam nix an! Schick das doch noch mal an die [email protected] oder ruf einfach an! Wo hast Du denn was hingeschickt? Alles weitere dann gerne per Mail oder Telefon!
Und zu Deiner Frage: bei uns arbeiten relativ viele TrainerInnen, die erstmal über „Praktikum und viel Engagement“ bei uns gelandet sind. Letztendlich haben sich alle für die Zusatzausbildung (bei uns :smile:) entschlossen. Freiwillig, aber einfach weil es einfach Sinn gemacht hat. Das bleibt aber letztendlich allen selbst überlassen. SO. Hier scheint die SOnne und ich muss jetzt raus. Meld Dich gerne bei weiteren Fragen und vor Allem wegen des Praktikums…

Ja, mir hilft jede Meinung, danke :smile:

Das wären Jobs auf Abenteuerspielplätzen gewesen oder in der Heimerziehung, in der damals der Eindruck von EP herrschte, sie sei eine „finale Rettungspädagogik“ für Jugendliche, die mit herkömmlichen pädagogischen Mitteln nicht mehr erreicbar waren. Das wäre ganz normale Jobs gewesen, aber eben mit einem Akzent auf EP.

Gerne für weitere Fragen
Andreas

Hallo Cathrin,
ich persönlich habe den umgekehrten Weg gewählt, ich war Erlebnispädagogin und bin jetzt Lehrerin.
In meinen Augen ist das eher ein Saisongeschäft und die Chancen in dem Bereich Vollzeit zu verdienen sind eher gering. Ich persönlich würde dir daher eher abraten!
Gruß
Alex

Hallo Cathrinchen,

Erlebnispädagoge ist zwar keine geschützte Berufsbezeichnung, aber in der Regel sind das heute Sozialpädagogen mit einer erlebnispädagogischen Zusatzausbildung. Es gibt auch Studiengänge (SozPäd) mit Fachrichtung Erlebnispädagogik.
Wenn man da nicht das entsprechende „Papier“ in Händen hält, ist es wohl schwer, eine Anstellung zu finden. Ich habe auch dieses Papier nicht, obwohl ich schon ewig Erlebnispädagogik betreibe und den „Ausgebildeten“ durchaus das Wasser reichen kann. Aber als Lehrer habe ich da sicher keine Chance, wenn es um die Besetzung irgendwelcher Stellen geht. Da nimmt mich sicher keiner wirklich ernst. Außer ich bin dort bekannt.

Gruß

Walter