Ernährung Diät

Hallo,

ich habe ein Problem :smile:.
Ich bin 26 Jahre alt, und 174cm groß. Ich habe in den letzten drei Jahren immer etwas zwischen 66-69 Kilo gewogen, meist aber 68 Kilo.
Dieses Gewicht konnte ich ohne Sport halten.
Jetzt arbeite ich seit 3 Monaten in einer Wohngruppe für Essgestörte (Magersüchtige) und muss natürlich immer wenn ich Dienst habe, die Mahlzeiten die zum zunehmen ausgerechnet wurden mitessen. Durch die vielen Zwischenmahlzeiten und immer auch noch NAchtisch essen wiege ich jetzt 73 Kilo.
Ich suche jetzt nach einer Strategie wie ich im DIenst mitessen kann und dennoch die Kilos wieder los werde :smile: Im Fitnesstudio hab ich mich schon angemeldet, nur wird es schwer da mehr als einmal die Woche hin zu kommen.
Hast du einen Tipp? Wieviel Sport muss ich wohl machen um abzunehmen?

Vielen Dank!
Antje

Hallo,
Dich kann doch niemand zwingen alles mitzuessen? Vor allem den Nachtisch könnte man doch weglassen?
Also Sport als Ausgleich ist sicher gut, wie viel Sport man machen muss um das zu kompensieren weiß ich auch nicht, das wird glaube ich nicht funktionieren.

Also ich würde die Portionen eben ein bisschen kleiner wählen. Du bist schließlich nicht magersüchtig.

Alles Gute, Maria

Hallo Antje,
zunächst mal kann ich dein Problem sehr gut
nachvollziehen, denn ich arbeite auch im Krankenhaus und
hab da ein ähnliches Problem. Leider muss ich dir aber
auch sagen, dass du mit Sport eigentlich nicht abnehmen
kannst. es wird dir helfen dein Gewicht zu halten, bzw.
Fett ab- und Muskeln aufzubauen. Wenn du ein gutes
Weilchen Sport gemacht hast, wir dir sicherlich eine
Veränderung (im positiven Sinne) an deinem Körper
auffallen und die ein oder andere Tafel Schokolade setzt
sich eben nicht gleich wieder fest. Aber das Gewicht
wird vorerst konstant bleiben, wenn nicht sogar etwas
ansteigen, denn Muskeln sind nun mal schwerer als Fett.
Dafür wird deine ganze Form etwas fester. Einmal die
Woche ist allerdings etwas wenig für Sport. 2-3 mal für
eine Stunde sollte schon drin sein. Wie wäre es denn,
wenn du für die Tage, an welchen du Dienst hast nichts
zu Hause isst und nur mit den Patienten isst. Zum einen
dürfte das relativ regelmäßig sein, so dass dein Körper
auch den ein- oder anderen Nachtisch locker wegsteckt
ohne alles zu resorbieren, wenn er sich einmal an die
bestimmte Zeit zur Nahrungsaufnahme gewöhnt hat.
Alternativ würd ich mal mit dem Wohngruppenleiter
sprechen, denn die Kalorien, die zum Zunehmen
ausgerechnet wurden sind ja aus medizinischer Sicht dir
nicht wirklich dienlich. Vielleicht musst du ja nicht
alles aufessen oder kannst den Nachtisch weglassen.
Evtl. kannst du auch eine Mahlzeit ganz ausfallen lassen

  • je nachdem (kannst ja in dieser Zeit was anderes
    machen - Medikamente auffüllen oder so). Gib doch bitte
    Rückmeldung - vielleicht fällt mir ja auch noch was ein,
    wenn du es genauer schilderst. Auf jeden Fall etwas
    Geduld mitbringen - die Kilos gehen schon runter.
    Hilfreich ists natürlich, wenn jetzt die Weihnachtszeit
    quasi Süßigkeiten-los an dir vorbeigeht. Aber das ist
    psychische Quälerei :wink:
    Wünsche schon mal viel Erfolg und gutes
    Durchhaltevermögen!
    lg, Raffaella

Hallo!

Vorab: Sinn in Sachen Ernährungsumstellung und Sport machen nur all jene Sachen, von denen Du Dir vorstellen kannst, sie bis an Dein Lebensende durchzuhalten! Wenn Du weißt, dass Du nie großer Fan davon sein wirst, 3 x in der Woche ins Fitnessstudion zu gehen und/oder für immer abends auf Dein Schinkenbrot zu verzichten, dann sind das schlichtweg nicht Deine Wege zu Deinem Wunschgewicht. Dazu später mehr.

Also erst einmal wäre es natürlich gut zu wissen, ob Du nur die gleichen Speisen oder auch bestimmte Mengen essen musst.

Wenn Du nur aus den gleichen Töpfen essen sollst und Deine Portionen groß aussehen, aber nicht dick machen sollen, kannst Du Dich eines einfachen Tricks bedienen: Wähle von den angebotenen Speisen, die, die am wenigsten Kalorien haben. Beispiel: Es gibt Putensteak mit Soße, Kartoffeln, Gemüse, vorweg einen Salat, hinterher Pudding.
Du bedienst Dich nach herzenslust am Salat (sparst am Dressing!), isst ein kleines Steak, kaum Soße, mäßig Kartoffeln (wähle kleine, dann sieht es für Deine Patienten nach mehr aus), viel Gemüse. Den Nachtisch fängst Du an zu essen, lässt Dir Zeit und isst ihn dann vielleicht nur halb.

Nur weil Du mit Essgestörten (war ich selber) zusammen essen musst und als „Beispiel“ vorangehen sollst, kann Dich keiner zwingen, mehr zu essen, als für Dich gut ist! Das ist ja quatsch. Da bist Du auch nicht authentisch und bewirkst gegenteilige Gefühle bei den Patienten.

Zweite bzw. Parallelmöglichkeit: Je nach dem wann Deine Dienste sind und welche Mahlzeiten Du in der Einrichtung einnehmen musst, kannst Du alle „privaten“ Mahlzeiten entsprechend anpassen. Vielleicht hast Du ja auch das Glück und weißt schon rechtzeitig vorher, was auf dem Speiseplan steht? Wenn Du z.B. immer gemeinsam und üppig mit den Patienten zu Mittag essen musst, wäre es sinnvoll das Frühstück in der Kalorienmenge und ggf. Zusammensetzung zu reduzieren/verändern. Da müsste ich mal wissen, was Du gern isst und was Du bis jetzt gegessen hast. Gleiches gilt für Dein Abendessen. Vergiss bitte den ganzen Quatsch mit nach 18 Uhr nichts mehr essen und zum Abendbrot nur Eiweiß! Musst du in der Einrichtung zu Abend essen, passt Du Dein Mittagessen und Frühstück an (z.B. morgens Obst wie Apfel und kleine Banane mit ca. 4 EL Müsli oder Cornflakes und fettarmen Joghurt + Kaffee oder Tee…mittags Salat mit Hühnchen oder Thunfisch…).

Zu den Zwischenmahlzeiten: Zwingt man Dich zu essen, wenn Du keinen Hunger hast? Da würde ich nicht mitmachen. Außerdem sind Zwischenmahlzeiten okay, wenn dazu Obst und Gemüse zählen. Oder mal ein Joghurt.

Faustformel: Die Energie, die Du in Form von Essen aufnimmst, und die Energie, die Du durch Bewegung und das „Leben an sich“ aufwendest, müssen sich die Waage halten, damit Du Dein Gewicht hälst. Wenn Du abnehmen willst, muss entweder das erste weniger sein oder das zweite mehr (oder eben beides *grins*).

Wichtig: Viel trinken! Jeder weiß es, die wenigsten tun es. 2 Liter minimum. Dazu zählen Wasser und ungesüsster Tee!

Zum Sport: Leider neigen die meisten Menschen (besonders Frauen), die das Ziel haben, ihren Traumkörper zu erreichen, zur maßlosen Übertreibung. Es bringt nichts, jetzt jeden Tag Sport zu machen. Spätestens nach 3 Wochen bist Du ausgelaugt, genervt, weil alles andere liegen bleibt und vielleicht die Erfolge mäßig sind.

Ob das Fitnessstudio das geeignete Mittel für Dich ist, müsste man mal überlegen…da Du - zumindest habe ich das so interpretiert - eher kein Sportfan bist, halte ich es für rausgeschmissenes Geld. Was Du brauchst ist Gruppenzwang :smile: also eine feste Gruppe z.B. im Sportverein. Oder einen Personal Trainer.

Welche Sportarten empfehle ich Dir: Walken (!!), Schwimmen. Wenn Du fitter geworden bist joggen. Im Studio: Spinning, Taeboe (oder Kickboxen). Nur durch Ausdauersport verlierst Du Gewicht.Wenn die ersten Pfunde gepurzelt sind, solltest Du das Ganze durch Kraft-Ausdauer-Training unterstützen (im Sportverein oder Fitness Studio wären das Bauch-Beine-Po, Pilates, ein Programm an den Kraftgeräten, Aquafitness). Zuhause kannst Du einfache Übungen mit Deinem eigenen Körpergewicht machen oder mit Kleinhanteln/Theraband.

Wichtig: Du musst einsehen, dass das ganze kein kurzfristiges Projekt ist, sondern möglichst für immer Platz in Deinem Leben haben muss. Du musst Dir dafür feste Termine einplanen. Du musst die Termine einhalten und Vollgas geben. Und ja: Das Ganze ist anstrengend und Du hast Deinen inneren Schweinehund immer gegen Dich - die Frage ist nur, wer am Ende stärker ist.

Du musst schauen, dass Du Bewegung in jedem Bereich Deines Lebens einplanst. Fahrradfahren oder Gehen, statt Autofahren. Treppensteigen, statt Fahrstuhl fahren. Jeder Schritt zählt!

Wie könnte der Anfang aussehen: Die ersten 8-12 Wochen solltest Du 2-3 Mal pro Woche für 30-45 Minuten Ausdauersport machen. Also im Idealfall gehst Du ein Mal Walken, ein Mal Schwimmen und ein Mal zum Spinning (bei zwei Malen streichen oder noch mal Walken). Nicht irritieren lassen, wenn die Waage vielleicht anfangs mehr Gewicht anzeigt. Das hängt mit Muskeln und Blutvolumen zusammen.
Wenn Du dann einen zusätzlichen Termin investieren willst, machst Du dann weitere 6-8 Wochen zusätzlich einmal Kraftausdauertraining. Hast Du keinen weiteren Termin, hängst Du an eine Ausdauereinheit eine Krafteinheit dran (z.B. nach 30-45 Walken draußen - Übungen zu Hause, Walken auf dem Laufband - BBP-Kurs, Pilates oder Kraftgeräte, nach dem Schwimmen einen Aquakursus).
Nach der Phase musst Du Dich wieder steigern bzw. Deinem Körper neue Trainingsreize bieten: Steigere die Dauer des Trainings. Wechsel vom Walken zum Laufen (unterstützt durch einen Laufanfängerkursus - nicht alleine!) usw. …

Wichtig: Zu jedem Training gehört die Erholung. Zwischen den Trainingstagen sollte min. ein freier Tag liegen. Dehne Deine Muskulatur. Geh mal in die Sauna. Oder aktiv: Yoga, Autogenes Training. Leider wird dieser Bereich sehr gern vernachlässigt.

Alles Weitere müsste man wirklich individuell besprechen oder mailen…Du kannst Dich gern melden.

Viel Erfolg!

Nene

Hallo!
Danke für eure ausführlichen Antworten! Mal sehen:
Also ja, ich will eine längerfristige Umstellung und weiß, dass es keine kurzfristige Sache ist.
Und ja, der größste Sportfan bin ich nicht, aber ich merke schon, dass ich mich immer super danach fühle und hab die Hoffnung, dass es mir Spass machen könnte wenn ich mich erstmal dran gewöhnt habe es in meinen Alltag einzubauen.
Fitnesstudio: Hab mich mit einer Freundin angemeldet, sprich: Gruppenzwang :smile:
Zu den Ruhetagen: Manchmal hab ich halt so doof Dienst (hab auch Nächte) , dass es schwer wird einen Tag Pause einzulegen. Sprich ich könnte zB Mo. und Die. zum Sport, dann aber erst wieder So., ist das tatsächlich so schlimm?
Schwimmen find ich gut! Hab ein Hallenbad gegenüber, sollte also leicht integrierbar sein.
Und ja, ich hab schon versucht dann zu Hause nix oder wenig zu essen und habs auch schon auf 71,8kg geschafft aber halt nicht lange :smile:.
Zu den Mahlzeiten: Ich hab schon mit den Mitarbeitern gesprochen und wir müssen tatsächlich gut mitessen. Gut heißt eben keine Diätportion. KLar kann ich mal weniger nehmen als die Mädchen aber nicht viel. Und mit den Zwischenmahlzeiten ist es halt ehrlich gesagt auch so, dass es a)nicht gern gesehen wird wenn ich da nur Obst esse und b) es super schwer ist für mich als Schokofan da nein zu sagen. Es ist halt betreutes wohnen, es soll gemütlich und gemeinsam zugehen… aber klar, da ist meine Disziplien gefragt.
Frage: 2 l trinken weil man dann weniger Hunger hat oder beschleunigt dass tatsächlich das Abnehmen?
Die 67 / 68 kg hab ich übrigens immer halten können in dem ich dann wenn ich Richtung 70 gesteuert bin einfach weniger gegessen habe. Das ging immer recht schnell und ohne krasse Diäten.
Ist es eigentlich war, dass manche Lebensmittel die Fettverbrennung ankurbeln oder ist das Quatsch? Ich hab das mal von Zitrone gehört…
Danke für die tolle Hilfe!
[email protected]

LG Antje

Hallo Antje,

das ist tatsächlich eine knifflige Aufgabe!

Wenn es wirklich nicht geht, dass du im Dienst mogelst und mal eine (Zwischen-) Mahlzeit auslässt oder kleinere Portionen isst, ist es um so wichtiger, dass du die überflüssigen Kalorien eben während deiner Freizeit einsparst und auf alles verzichtest, was nicht unbedingt überlebenswichtig ist (klingt hart, ist es auch :wink: ).
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man schon bei der Umstellung auf kalorienlose Getränke gute Erfolge erzielen kann (vielleicht geht das ja auch an deinem Arbeitsplatz?).
Mit dem Sport ist das so eine Sache: wenn du „Sport“ tatsächlich nur einmal pro Woche betreiben kannst, wird es nicht wirklich helfen, weil man in den rd. 2 Stunden, die man im Fitness-Center ist, nicht die ganze Woche ausgleichen kann; sinnvoller wäre es hier, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen: Stiegen steigen statt Aufzug oder Rolltreppe, viel mehr zu Fuß gehen (und zwar in einem flotten Tempo!), (tägliche) Gymnastik in den eigenen vier Wänden und/oder Jogging.
Sport bringt auch eine Veränderung der Körperproportionen mit sich; Muskeln sind schwerer als Fettgewebe, es könnte daher sein, dass du trotz viel Bewegung auf der Waage selbst gar keine Fortschritte siehst, also lass dich davon auf keinen Fall entmutigen!

Liebe Grüße,
Ellie

Mein Dank galt natürlich auch dir :smile: Ist komisch dieses neue System bei wer-weiss-was