Hallo!
Vorab: Sinn in Sachen Ernährungsumstellung und Sport machen nur all jene Sachen, von denen Du Dir vorstellen kannst, sie bis an Dein Lebensende durchzuhalten! Wenn Du weißt, dass Du nie großer Fan davon sein wirst, 3 x in der Woche ins Fitnessstudion zu gehen und/oder für immer abends auf Dein Schinkenbrot zu verzichten, dann sind das schlichtweg nicht Deine Wege zu Deinem Wunschgewicht. Dazu später mehr.
Also erst einmal wäre es natürlich gut zu wissen, ob Du nur die gleichen Speisen oder auch bestimmte Mengen essen musst.
Wenn Du nur aus den gleichen Töpfen essen sollst und Deine Portionen groß aussehen, aber nicht dick machen sollen, kannst Du Dich eines einfachen Tricks bedienen: Wähle von den angebotenen Speisen, die, die am wenigsten Kalorien haben. Beispiel: Es gibt Putensteak mit Soße, Kartoffeln, Gemüse, vorweg einen Salat, hinterher Pudding.
Du bedienst Dich nach herzenslust am Salat (sparst am Dressing!), isst ein kleines Steak, kaum Soße, mäßig Kartoffeln (wähle kleine, dann sieht es für Deine Patienten nach mehr aus), viel Gemüse. Den Nachtisch fängst Du an zu essen, lässt Dir Zeit und isst ihn dann vielleicht nur halb.
Nur weil Du mit Essgestörten (war ich selber) zusammen essen musst und als „Beispiel“ vorangehen sollst, kann Dich keiner zwingen, mehr zu essen, als für Dich gut ist! Das ist ja quatsch. Da bist Du auch nicht authentisch und bewirkst gegenteilige Gefühle bei den Patienten.
Zweite bzw. Parallelmöglichkeit: Je nach dem wann Deine Dienste sind und welche Mahlzeiten Du in der Einrichtung einnehmen musst, kannst Du alle „privaten“ Mahlzeiten entsprechend anpassen. Vielleicht hast Du ja auch das Glück und weißt schon rechtzeitig vorher, was auf dem Speiseplan steht? Wenn Du z.B. immer gemeinsam und üppig mit den Patienten zu Mittag essen musst, wäre es sinnvoll das Frühstück in der Kalorienmenge und ggf. Zusammensetzung zu reduzieren/verändern. Da müsste ich mal wissen, was Du gern isst und was Du bis jetzt gegessen hast. Gleiches gilt für Dein Abendessen. Vergiss bitte den ganzen Quatsch mit nach 18 Uhr nichts mehr essen und zum Abendbrot nur Eiweiß! Musst du in der Einrichtung zu Abend essen, passt Du Dein Mittagessen und Frühstück an (z.B. morgens Obst wie Apfel und kleine Banane mit ca. 4 EL Müsli oder Cornflakes und fettarmen Joghurt + Kaffee oder Tee…mittags Salat mit Hühnchen oder Thunfisch…).
Zu den Zwischenmahlzeiten: Zwingt man Dich zu essen, wenn Du keinen Hunger hast? Da würde ich nicht mitmachen. Außerdem sind Zwischenmahlzeiten okay, wenn dazu Obst und Gemüse zählen. Oder mal ein Joghurt.
Faustformel: Die Energie, die Du in Form von Essen aufnimmst, und die Energie, die Du durch Bewegung und das „Leben an sich“ aufwendest, müssen sich die Waage halten, damit Du Dein Gewicht hälst. Wenn Du abnehmen willst, muss entweder das erste weniger sein oder das zweite mehr (oder eben beides *grins*).
Wichtig: Viel trinken! Jeder weiß es, die wenigsten tun es. 2 Liter minimum. Dazu zählen Wasser und ungesüsster Tee!
Zum Sport: Leider neigen die meisten Menschen (besonders Frauen), die das Ziel haben, ihren Traumkörper zu erreichen, zur maßlosen Übertreibung. Es bringt nichts, jetzt jeden Tag Sport zu machen. Spätestens nach 3 Wochen bist Du ausgelaugt, genervt, weil alles andere liegen bleibt und vielleicht die Erfolge mäßig sind.
Ob das Fitnessstudio das geeignete Mittel für Dich ist, müsste man mal überlegen…da Du - zumindest habe ich das so interpretiert - eher kein Sportfan bist, halte ich es für rausgeschmissenes Geld. Was Du brauchst ist Gruppenzwang
also eine feste Gruppe z.B. im Sportverein. Oder einen Personal Trainer.
Welche Sportarten empfehle ich Dir: Walken (!!), Schwimmen. Wenn Du fitter geworden bist joggen. Im Studio: Spinning, Taeboe (oder Kickboxen). Nur durch Ausdauersport verlierst Du Gewicht.Wenn die ersten Pfunde gepurzelt sind, solltest Du das Ganze durch Kraft-Ausdauer-Training unterstützen (im Sportverein oder Fitness Studio wären das Bauch-Beine-Po, Pilates, ein Programm an den Kraftgeräten, Aquafitness). Zuhause kannst Du einfache Übungen mit Deinem eigenen Körpergewicht machen oder mit Kleinhanteln/Theraband.
Wichtig: Du musst einsehen, dass das ganze kein kurzfristiges Projekt ist, sondern möglichst für immer Platz in Deinem Leben haben muss. Du musst Dir dafür feste Termine einplanen. Du musst die Termine einhalten und Vollgas geben. Und ja: Das Ganze ist anstrengend und Du hast Deinen inneren Schweinehund immer gegen Dich - die Frage ist nur, wer am Ende stärker ist.
Du musst schauen, dass Du Bewegung in jedem Bereich Deines Lebens einplanst. Fahrradfahren oder Gehen, statt Autofahren. Treppensteigen, statt Fahrstuhl fahren. Jeder Schritt zählt!
Wie könnte der Anfang aussehen: Die ersten 8-12 Wochen solltest Du 2-3 Mal pro Woche für 30-45 Minuten Ausdauersport machen. Also im Idealfall gehst Du ein Mal Walken, ein Mal Schwimmen und ein Mal zum Spinning (bei zwei Malen streichen oder noch mal Walken). Nicht irritieren lassen, wenn die Waage vielleicht anfangs mehr Gewicht anzeigt. Das hängt mit Muskeln und Blutvolumen zusammen.
Wenn Du dann einen zusätzlichen Termin investieren willst, machst Du dann weitere 6-8 Wochen zusätzlich einmal Kraftausdauertraining. Hast Du keinen weiteren Termin, hängst Du an eine Ausdauereinheit eine Krafteinheit dran (z.B. nach 30-45 Walken draußen - Übungen zu Hause, Walken auf dem Laufband - BBP-Kurs, Pilates oder Kraftgeräte, nach dem Schwimmen einen Aquakursus).
Nach der Phase musst Du Dich wieder steigern bzw. Deinem Körper neue Trainingsreize bieten: Steigere die Dauer des Trainings. Wechsel vom Walken zum Laufen (unterstützt durch einen Laufanfängerkursus - nicht alleine!) usw. …
Wichtig: Zu jedem Training gehört die Erholung. Zwischen den Trainingstagen sollte min. ein freier Tag liegen. Dehne Deine Muskulatur. Geh mal in die Sauna. Oder aktiv: Yoga, Autogenes Training. Leider wird dieser Bereich sehr gern vernachlässigt.
Alles Weitere müsste man wirklich individuell besprechen oder mailen…Du kannst Dich gern melden.
Viel Erfolg!
Nene