Ernährungsberater

Hallo,

ich bin Pädagogin und arbeite seit 3 Monaten in einer wohngruppe für Esssgestörte junge Mädchen (meist Magersucht und auch Bulemie). Da unsere Ernährungswissenschaftlerin die für die Essenspläne und auch für die Diskussionen rund ums essen verantwortlich ist ganz plötzlich krank geworden ist, versuchen wir das nun selbst aufzufangen. Dies ist natürlich mehr als schwer.
Ich versuche mir nur einen Überblick zu verschaffen worauf man bei Magersüchtigen besonders achten muss.
Liege ich z.B. richtig, dass Ruhezeiten nach dem Essen wichtig sind / Rohkost ohne Dressing verboten sein sollte (weil das Hungergefühl weggeht aber die Mädchen kaum zunehmen)/ dass man auf Hüslefrüchte und alles was leicht aufbläht verzichten sollte / besser ungesättigte Fettsäuren in den Plan einbauen…

Meine Frage ist wenig konkret, ich weiß. Wenn dir irgendwas einfällt worauf man auf jeden fall achten soll (Lebensmittel auswahl / Zusammenstellung) bin ich für jeden Hinweis dankbar!

Liebe Grüße,
Lisa

Hallo Lisa,
diese Fragen gehören in den Bereich der Medizin, also am besten in die Hand einer Ärztin die sich mit diesen
Dingen auskennt.
Magersucht ist eine Krankheit bei der es um das erforschen der Ursachen geht.
Ganz neu hörten wir von einer guten Bekannten, die Heilfasten machte und dies glitt ihr aus dem Ruder. Das Ergebnis ist, sie wurde mit 29 kg eingeliefert.

Wir hatten 2 1/2 Jahre lang einen Mann (50 Jahre) bei uns der über 48 kg nie hinaus kam. Egal was immer er gegessen hat. Vermutlich haben bei ihm Nitrodämpfe die Schleimhäute kaputt gemacht.

Was Sie an Hinweisen aufzählen ist nicht falsch. Ich kenne genügend Personen, die durch Nahrungszusätze ihr Essverhalten ganz wesentlich verbessert haben.
Diese Nahrungszusätze beinhalten das ganze Spektrum aller essentiellen Stoffe, die der Körper grundsätzlich braucht, die aber leider in der heutigen Nahrung nur noch in geringen Mengen vorkommen.

Irgend ein Stoff, ob Vitamin oder Spurenelement etc., wird es wohl sein, der bei Magersucht fehlt oder nicht genügend vorhanden ist.

Aber viel wichtiger scheint mir die Frage zu sein, wie das einzelne Mädchen sich selber sieht. Vielleicht hat es einen Hang zu den spindeldürren Laufstegmädchen… Hat sich einmal so ein Gedanke im Gehirn festgesetzt, strebt der Körper genau dieses an.

Dann spricht man nicht mehr von einer Ess-Störung, das hat dann eher mit der Wahrnehmung von Ästhetik zu tun. Siehe dazu Karl Lagerfeld. Der umgibt sich teilweise nur mit magersüchtigen Mädchen. Natürlich sieht er es nicht so, und doch ist der latente Zwang, blos kein Gramm mehr anzusetzen, vorhanden.

Im Zweigelsfall würde ich das jeweilige Mädchen fragen, auf was sie denn gerne Lust hat. Denn der Körper selber kennt am besten was ihm fehlt.
Unser ältester Sohn, 31 Jahre, ist spindeldünn und war schon immer so. Er ist aber nicht magersüchtig. Wir meinten, ihn richtig ernähren zu sollen und haben ernährungsmäßig alles mögliche versucht. So etwas ist sinnlos. Daniel ißt was im gut tut. Punkt.

Mehr kann ich nicht dazu sagen.
Gruß von
Karl Rapp

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Hallo Lisa.

Ich war sehr lange nicht online und habe deshalb auch nicht geantwortet. Da Dein Problem ja sehr akut war, hast Du sicher viele qualifizierte Antworten bekommen.

Liebe Grüße
Lothar