Ernährungsplan für Veganer

Wo erfährt man mehr über Vegankultur und Vegansimus? Mich interessieren nicht nur vegane Ernährungspläne, sondern auch der Grundgedanke, weshalb viele Menschen streng vegan leben. Hat es nur mit der Haltung dem Tier gegenüber zu tun oder glaubt man, dass veganes Essen wirklich gesünder ist? Es wäre prima, wenn man mich hier darüber aufklären kann - vielen Dank dafür.

hallo dulgon,
hier ein paar links, die dir weiterhelfen werden.
wenn du noch persönliche erfahrungsberichte möchtest, sag beschied, ich erzähl dir gern mehr :wink:
lieben gruß,
stefan

http://www.peta.de/warumvegan

http://www.provegan.info/de/vegan/vorwort/

Hallo Dulgon!

Ich lebe seit meinem 17. Lebensjahr vegan und bin jetzt 23 Jahre alt.

Mir sind auch andere Veganer persönlich bekannt, daher kann ich dir von meinen Erfahrungen berichten:

Der Hauptgrund vegan zu leben ist für alle (ich habe nie eine Ausnahme kennen gelernt) das Leid der Tiere.
Entweder ensteht der Wunsch vegan zu leben einfach nur aus einem enorm starken Mitgefühl mit den Tieren heraus, oder ist gepaart mit dem philosophischen Gedanken, dass wir Menschen uns selbst als Mensch bezeichnen und damit von der Spezies Tier abgrenzen, obwohl wir eigentlich auch nur eine Art Tier sind. Man könnte sagen, dass wir die, die wir „Tiere“ nennen, diskriminieren. Das spiegelt sich auch im Sprachgebrauch wieder. Z.B. bei „mensch-lich“ aber „tier-isch“ und nicht „tierlich“, „essen“ und „fressen“, usw. Es wird uns sehr einfach gemacht eine klare Trennlinie zwischen uns und den Tieren zu ziehen. Tiere sind etwas ganz anderes als Menschen, darum dürfen wir sie benutzen, über sie bestimmen, sie wie Ware behandeln, knechten und umbringen - Das ist was die Gesellschaft uns lehrt. Gleichzeitig gelten Tiere aber doch aufeinmal als guter Vergleich zu uns, nämlich wenn es um Tierversuche geht. Das ist in den Augen vieler ein riesiger Widerspruch. Dieses Thema ist aber auch sehr komplex.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Menschen und Tieren, doch was für Veganer zählt sind nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten.
Bewusstsein, Gefühle und oft auch nachweisbare Intelligenz. Zu dem Thema gibt es ein schönes Zitat:
„the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer?“ Jeremy Bentham (1748 - 1832)

Ich persönlich bin vegan geworden, weil ich mich schon immer mit Tieren verbunden gefühlt habe und sie eher als gleichwertig als als sich bewegende „Dinge“ betrachtet habe.
Vegan zu leben heißt stets zu versuchen so wenig Leid wie möglich zu verursachen. Für mich gilt das für Tiere genau so wie für Menschen, deswegen achte ich immer wenn ich kann z.B. auch auf fair trade wo es gerade geht. Ich bin immer bemüht gerecht zu sein (wenn es Gerechtigkeit überhaupt gibt, sehr subjektiv) und denke ständig auch an die Umwelt. Dass ich Bioprodukte unterstütze, durch die der Acker nicht mit Gift übersprüht wurde, ist für mich selbstverständlich.
Der Umweltfaktor ist beim Thema Veganismus nicht außer Acht zu lassen. Ich habe mir keine Zahlen gemerkt, aber du brauchst nur zu googlen und wirst etliche Gegenüberstellungen von Produkten finden, bei denen manche einfach mal 10.000 liter Wasser in der Herstellung benötigen und andere, die genau so satt machen, nur einen Bruchteil davon. Damit ist z.B. „Fleisch“ gegen „Gemüse“ gemeint. Alles verbraucht Ressourcen und belastet die Umwelt irgendwie, da wollen wir uns mal nichts vormachen, aber man hat immer die Möglichkeit bewusst zu leben und lieber weniger als mehr Schaden anzurichten. Und wenn da noch mehr Leute mitmachen würden, egal ob vegan oder nicht… - Das wäre doch toll! :smile:

Gesundheit:
Ich bin der Meinung, auf Grund dessen was ich über die letzten 7 Jahre hinweg gelesen und selbst erlebt oder von anderen erfahren habe, dass man sich mit JEDER Art der Ernährung schaden oder fit machen kann. Ich glaube nicht, dass es da ein wirkliches Schwarz/weiß gibt. Jeder Organismus ist anders und die Dosis macht das Gift.
Ich persönlich fühle mich genau so fit wie als ich noch omnivor (allesessend) lebte. Meine Hautprobleme hatte ich vorher und ich habe sie jetzt auch noch. Ich kann immer noch 6 Stunden am Stück Radfahren und mir gehts einfach gut. Heißt ich fühle da keine negative oder positive Veränderung.
Weil ich aber ganz sicher gehen will, lasse ich jedes halbe Jahr mein Blut beim Arzt untersuchen. Meine Werte werden stets als positiv benannt, bis auf zwei Mal kleine „fast“-Mangelwerte, gegen die ich aber sofort vorgehen konnte. Und das heißt noch gar nix, denn auch Allesesser können so schnell mal einen Mangel bekommen; es geht nur nicht jeder dauernd zum Arzt und lässt es checken. Soll heißen: Man kann sich immer einseitig ernähren, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Wenn jemand glaubt, er könnte sich nur von Würstchen und Mettbrötchen ernähren und dabei gesund bleiben, der irrt wahrscheinlich genau so wie ein Veganer der nur noch Nudeln mit Ketchup isst. Hier sehe ich nicht die Ernährungsform als Thema, sondern die Abwechslung auf dem Teller und das Wissen über besonders wertvolle Lebensmittel.
Die Überzeugung dass vegane Ernährung auf jeden Fall die gesündere Variante ist, herrscht bei den meisten Veganern vor, doch spalten sich hier wirklich die Geister. Man findet Ernährungswissenschaftler und Ärzte die sich gegenseitig die Argumente nur so um die Ohren knallen, und irgendwie haben alle Recht und doch keiner.
ICH würde nicht einfach sagen dass es gesünder ist. Es kann sicherlich gesünder sein, je nach dem was jemand momentan so für Essgewohnheiten hat, wie z.B. immer nur Fast Food, sehr cholesterinreich, etc., aber prinzipiell würde ich sagen, dass jemand der sich als Allesesser schon schlecht ernährt, sich mit dem selben Unwissen auch mit veganer Ernährung nicht gesünder ernähren wird.

Direkte QUellen wegen deiner Frage zur Vegankultur usw. kann ich dir nicht nennen; ich würde einfach googlen! :smile: Gibt doch soooooooo viele Bücher inzwischen und interessante websites. Bei Wikipedia steht das Wichtigste.

Ich hoffe ich konnte alles höflich und logisch darstellen, denn ich bin schon ziemlich müde :smile:

Ganz liebe Grüße aus Berlin,
Jenny

Hallo,
um Deine Frage zu beantworten, könnte man Bücher füllen. Denn die Überzeugung, dass für eine menschengmässe Ernährung kein Tier sterben und zugleich auch nicht leiden braucht, wird auch individuell begründet. Die Argumente reichen von ethisch philosophischen Überlegungen über Umwelt- und Klimaschutz bis hin zu medizinischen Statistiken und Forschungsergebnissen, die nachweisen, dass vegane Ernährung gesund ist.
Bekannte zeitgenössische Philosophen sind in diesem Zusammenhang der Tierrechte Peter Singer, Tom Regan, Helmut F. Kaplan, u.u.
Es gibt einige gute Webseiten, die das Thema behandeln, von denen ich nur zwei nennen möchte:
www.vegan.de
www.berlin-vegan.de
Da findet man eigentlich das Meiste, was es zum Thema zu sagen gibt, in der Suchfunktion.

Hallo,
ich denke die meisten Menschen entscheiden sich aus ethischen Gründen für eine vegane Ernährung. Das trifft jedenfalls auf mich und alle Veganer, die ich kennen gelernt habe zu.
Viele kommen aus Gründen des Tierschutzes dazu, sei es durch aktive Teilnahme oder „nur“ durch Interesse daran. Denn befasst man sich mit aktuellen Themen, stößt man zwangsläufig immer wieder auf Video- & Bildmaterial, welches die Zustände der „Nutztierhaltung“ wiedergibt. Man fängt an sich mehr darüber zu belesen und irgendwann ist es unmöglich die Zustände zu ignorieren. Und das Bedürfnis nach Milch, Eiern und Fleisch verschwindet automatisch, wenn man auch nur einen Funken Gewissen und Mitgefühl in sich trägt.

Erleichtert wird die Entscheidung zu einer veganen Lebensweise zu wechseln dadurch, dass eine AUSGEWOGENE vegane Ernährung tatsächlich die gesündeste Ernährungsweise ist. Milchprodukte schaden dem Körper in hohem Maße und auf verschiedene Weise, was mittlerweile durch mehrere Studien belegt wurde.
Zum Thema Veganismus gibt es sehr viel Material im Internet. Die vegane Gesellschaft leistet z.B Aufklärungsarbeit und die Tierschutzorganisation peta2 hilft sogar bei der Umstellung auf vegane Ernährung und versorgt Interesssierte mit sehr viel Material zum Thema.

Ich habe selbst auch eine Übersicht erstellt, die die Aufnahme der nötigen „Vitalstoffe“ erleichtern soll. Ich leite sie gern an Sie weiter, wenn Sie mir Ihre E-mail-Adresse zukommen lassen.

Liebe Grüße Conny

P.S. Ich studiere Ernährungswissenschaften im 7. Semester und stehe gern auch für präzisere Fragen zu Nährstoffen & Co. zur Verfügung.