Ernstes Problem - was tun?

Gestern abend nach 23 Uhr ging ich in unserem Treppenhaus nach unten und hörte Geräusche im unteren Flur. Als ich zwei Sekunden später unten angekommen war, sah ich gerade noch eine Gestalt aus der Hintertür entweichen. Diese Person weiß nicht, ob ich sie noch gesehen habe.

Ich bin dann zur Vordertür, hab sie leise einen Spalt geöffnet, um zu sehen, wer unseren Hof verläßt. Es ist der einzige Weg raus durch unsere Einfahrt. Die Person war schon raus aus der Einfahrt und rannte davon und verschwand in der nächsten Seitenstraße.

Ich sollte dazu sagen, daß wir unsere Hintertür nicht verschließen, da kann jeder rein.

Das ist aber alles noch nicht das Problem, weswegen ich hier frage. Sondern: Wir haben einen 14jährigen Sohn, und einer seiner Freunde (15j. ) hat einen auffallenden Körperbau, er ist nämlich ca. 1,50 groß, aber breit wie ein Bär.

Das entspricht genau der Gestalt, die ich zweimal von hinten habe verschwinden sehen, einmal aus 8 m Entfernung und einmal aus 20 m Entfernung.

Ich bin mir zu 90 % sicher, daß es der Freund meines Sohnes war.

Es ist nichts gestohlen worden. Ein Motiv könnte sein, daß meine Frau dazu neigt, ihr Portemonnaie unten an der Garderobe in der Jackentasche zu lassen, und daß bestimmt der eine oder andere Freund mal dabei war, wenn mein Sohn sagte, Mama ich brauch mal n Euro. Und bei den Zigarettenpreisen brauchen die Jungs natürlich dringend Geld.

(Meine Frau sagt aber, ich soll nicht nur das Schlechte in den Menschen vermuten.)

Ich weiß jetzt nicht, was ich machen soll. Einerseits sind 90 % mir nicht genug, um jemanden zu beschuldigen. Andererseits bin ich Anhänger der Methode Zero Tolerance.

Soll ich den Jungen zur Rede stellen, oder soll ich es einfach vergessen? Ich möchte ihn nicht in die Enge treiben, aber wenn er es war, könnte es ihm ja auch eine frühzeitige Lehre sein, daß es nicht klappt.

Wenn ich gar nichts mache, was geschieht dann. Er weiß nicht, ob er noch gesehen (oder erkannt) wurde, es waren nur Sekundenbruchteile in der Hintertür. Und das ich ihn von der Haustür noch gesehen habe, hat er gar nicht gemerkt. Der Arme sitzt jetzt wahrscheinlich zu Hause und bibbert, hat er mich erkannt oder nicht. Wäre ja auch auffallend, wenn er meinen Sohn jetzt plötzlich nicht mehr besucht.

Also wie ihr seht, bin ich mir vollkommen unsicher, ob und was ich jetzt machen soll. Ich bin dankbar für jeden Kommentar.

Dan

Konsistenz
Hallo,
ließ Deine Darstellung noch einmal und überlege, ob hier nicht
eine Menge Annahmen gemacht wurden, die insgesamt widersprüch-
lich sind.

Gruss
Enno

Hi Dan,

wie wärs, wenn du davon ausgehst, daß dein sohn Besuch hatte, der sich unbemerkt verdrücken wollte, um EUCH nicht zu stören.

Und zweitens: Null-Tolerance.

Null tolerance gegen Menschen, die so blöd sind die Türen nicht abzuschließen und daraus den Freunden ihrer Kinder einen Strick drehen.

gruss
winkel

Hai, Dan,

fassen wir doch mal zusammen:

Ihr lasst Eure Hintertür offen…

Du hast jemand gesehen, von dem Du glaubst, daß es sich um einen Kumpel Deines Sohnes handeln könnte…

Du vermutest, daß eben dieser Kumpel sich in Eurem Haus befand, um Euch zu bestehlen…

Und nun fragst Du Dich, ob Du den Jungen zur Rede stellen willst - ja, wegen was denn?

Mit der offenen Tür signalisiert Ihr: Unser Haus steht Euch offen. Wundert es Dich wirklich, daß dieses Angebot angenommen wird?

Wenn es sich um einen Kumpel Deines Sohnes handelte (was der angenehmste Fall wäre), kann der auch einfach nur Deinen Sohn besucht haben wollen, sich es sogar wieder anders überlegt haben. Es kann aber auch jemand ganz anderes gewesen sein, der nur mal sehen wollte, ob es sich lohnt, mit 'nem LKW wiederzukommen…

Selbst wenn es sich um bewussten Kumpel handelte und er tatsächlich gekommen ist, um Deiner Frau in die Tasche zu langen - Du schreibst, daß nichts gestohlen wurde…

Meine Empfehlung: schließt Eure Hintertür ab, oder baut da wenigstens einen Schnapper ein und laß den armen Bengel in Ruhe.

Gruß
Sibylle

Hm ich habe überlegt, aber keinen Widerspruch gefunden. Könntest Du ganz kurz andeuten, welche Widersprüche du siehst.
Danke
Dan

wie wärs, wenn du davon ausgehst, daß dein sohn Besuch hatte,
der sich unbemerkt verdrücken wollte, um EUCH nicht zu stören.

Unser Sohn saß mit uns den ganzen Abend oben. ER ist 14 und immer um 9:30 zu Hause, seine Besucher gehen um diese Zeit. Und wenn er Besuch von Freunden kriegt, klingeln die an der Vordertür, durch die Hintertür kommt nie jemand.

Null tolerance gegen Menschen, die so blöd sind die Türen
nicht abzuschließen und daraus den Freunden ihrer Kinder einen
Strick drehen.

Ich will hier keinen Strick drehen, ganz im Gegenteil, deshalb frage ich ja hier.

Mit dem Abschließen hast du recht, wir werden jetzt immer zumachen. Jedenfalls nachts.

Dan

Und nun fragst Du Dich, ob Du den Jungen zur Rede stellen
willst - ja, wegen was denn?

Mal abgesehen davon, wer es war, würde ich jeden zur Rede stellen, der nicht an der Haustür klingelt sondern einfach durch die Hintertür reinkommt, und das in der Nacht. Fändest Du das akzeptabel?

Mit der offenen Tür signalisiert Ihr: Unser Haus steht Euch
offen. Wundert es Dich wirklich, daß dieses Angebot angenommen
wird?

Das meinst Du hoffentlich scherzhaft.

Wenn es sich um einen Kumpel Deines Sohnes handelte (was der
angenehmste Fall wäre), kann der auch einfach nur Deinen Sohn
besucht haben wollen, sich es sogar wieder anders überlegt
haben.

Kann nicht sein, siehe meine Antwort auf einen anderen Kommentar.

Meine Empfehlung: schließt Eure Hintertür ab, oder baut da
wenigstens einen Schnapper ein und laß den armen Bengel in
Ruhe.

OK.
Dan

Hallo,
ich bin über das „Diese Person weiß nicht, ob ich sie noch
gesehen habe“ (*) und dem bibbernd zu Hause sitzend gestolpert.
Allerdings scheint das „ob“ einzuschließen, daß sie Deine
Anwesenheit/Herannahen noch bemerkt hat. Damit wäre es kein
Widerspruch.

Gruss
Enno

Hallo,

Mit der offenen Tür signalisiert Ihr: Unser Haus steht Euch
offen. Wundert es Dich wirklich, daß dieses Angebot angenommen
wird?

Das meinst Du hoffentlich scherzhaft.

Sie hat schon recht. Unabgeschlossene Haustüren sind in
Deutschland die Ausnahme. Das (prinzipiell strafbare)
Fehlverhalten könnte sich allein daraus erklären.

Gruss
Enno

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Hallo Enno,

das ist tatsächlich etwas unklar. Ich meinte folgendes:

Diese Person hat auf jeden Fall _bemerkt_, daß ich runtergekommen bin, da sie geflüchtet ist. Diese Person kann aber nicht erkannt haben, ob ich oder meine Frau oder eines unserer Kinder die Treppe runtergekommen ist.

Aber diese Person weiß nicht, ob ich sie in dem winzigen letzten Moment noch _gesehen_ und/oder erkannt habe. Deshalb meine Vermutung, daß jemand jetzt überlegen könnte, ob er gesehen und erkannt wurde oder nicht.

Und wenn es tatsächlich besagter Freund gewesen wäre, und ich „vergesse“ die ganze Sache, glaube ich doch, dass es zu einer Änderung in seinem Verhalten mir gegenüber führen muß, bis hin zu Nicht-mehr-hier-Auftauchen. Ich glaube nicht, daß ein 15jähriger so schauspielerisch begabt ist, daß sich sein Verhalten nicht ändern würde.

Dan

Hi Dan,

also ich komm’ da ehrlich gesagt nicht ganz mit. Du titelst: „Ernstes Problem- was tun“ und schreibst ein paar Zeilen weiter: Es ist nichts gestohlen worden.

Das veranlasst mich zu der Annahme, dass Dein eigentliches Problem darin besteht, dass Du Dich fragst:„Soll ich Ihn darauf ansprechen (also den, von dem Du annnimmst er könnte es gewesen sein), oder nicht“??

Aber worauf willst Du den Typen denn ansprechen??
Das er durch eine offene Türe rein und rausgeht und NICHTS stiehlt :smile: ich muss schon ein wenig schmunzeln…

Du hast den Verdacht er wollte etwas stehlen?? Das möchtest Du ansprechen?? Warum? Weil es Deine Aufgabe ist andere Jungs zu erziehen?? Weil Du ihn vor einem kriminellen Werdegang bewahren willst?? Ich weiß nicht was Dein ZIEL ist? Was möchtest Du ERREICHEN und vor allem BEWIRKEN, was ist der Zweck: Aus anderen Jungs bessere Menschen zu machen?

Nun ja, also gut, wenn es Dir so sehr am Herzen liegt und ein Ernstes Problem für Dich darstellt, solltest Du Dir ME als Erstes darüber klar werden, was Du durch ein GESPRÄCH bewirken möchtest. Wenn das für Dich feststeht, solltest Du zum Ausdruck bringen, was Dir wichtig ist und warum Du es sagst.

Ein „zur Rede stellen“ hat für mich etwas „anklagendes“
Ein „Gespräch“ bietet Spielraum und Freiheiten für die Beteiligten.

Wenn Du den Knaben, von dem Du annimmst, dass er schon „bibbert“

-) nicht noch mehr ängstigen möchtest, würde ich in jedem Fall von Vorwürfen und Drohungen absehen.

Da ja alles IMHO auf sehr wackligen Füßen, waagen Annahmen und Vermutungen basiert, sollte es ME kein „zur Rede stellen“ sondern ein ganz einfaches Gespräch geben, indem zum Ausdruck kommen sollte WAS DICH BEWEGT. Es sollte so ausgerichtet sein, dass der Knabe VERSTEHT was DICH bewegt.
Es sollte so ausgerichtet sein, dass er sich nicht angegriffen fühlt, sondern eher so, dass er verstehen kann, was DEIN MOTIV ist.

Weniger hilfreich: „Du hast spät abends hier nichts zu suchen!“
oder: „Wir glauben zu 90%, dass Du Dich hier rumgetrieben hast.“
Das wären Beschuldigungen, die auf wackligen Füßen stehen und sie wirken völlig unglaubwürdig.

Du beschuldigst niemanden wenn Du über Dich sprichst:
eher hilfreich: „Es ängstigt mich und meine Familie, wenn im Dunkeln Gestalten hier auftauchen“ „Wir gehen dann davon aus, dass etwas gestohlen wird“

oder auch eher hilfreich: „Wir machen uns Sorgen, weil wir GLAUBEN Dich erkannt zu haben…“

Alles was sich auf Dein (oder Euer) EMPFINDEN und EURE WAHRNEHMUNG bezieht ist o.K. Dadurch vermeidest Du in jedem Fall ein „In die Enge“ treiben.
ME sollte der Knabe verstehen was Dein Anliegen ist.

Alles was einen Vorwurf, oder eine Bedrohung darstellt, ist ME weniger hilfreich und wirkt „erdrückend und beengend“.
(Das möchtest Du ja nicht)

Meine ganz persönliche Ansicht aber ist :smile: Ich würde dem ganzen nicht so viel Bedeutung zukommen lassen.

Ein schönes Wochenende

Frank

Das sehe ich ein
Unabgeschlossene Haustüren sind in

Deutschland die Ausnahme.

Das muß ich wohl einsehen (ich bin da möglicherweise durch lange Jahre im Ausland, wo niemand abgeschlossen hat, nicht ganz auf dem Laufenden, was die Sitten hierzulande anbetrifft.)

Trotzdem ist eine offene Tür für mich doch keine Einladung! Ich würde höchstens bei allerbesten Freunden da einfach reingehen, aber auch nur nach lautstarkem Bemerkbarmachen. Auch bei den 14jährigen Jungs sehe ich dieses Verhalten, die kommen nie einfach rein, sondern warten höflich an der Tür.

Dan

Lieber Dan,

ich will Dir ja nicht „übertriebene Grübelein“ unterstellen,
aber dazu kann ich nur sagen: Hintertür schließen (auch aus
versicherungstechnischen Gründen) und das Problem ist gelöst.

Da Du mit Sicherheit nichts sagen kannst, mußt Du den Freund
Deines Sohnes (ob Dirs passt oder nicht) vorerst in Ruhe lassen.
Bei abgesperrter Tür wäre es Einbruch, den Du jederzeit anzeigen kannst (mit Täterbeschreibung in diesem Fall).

Herzliche Grüße
d.

Hemmschwelle
Hallo,

Trotzdem ist eine offene Tür für mich doch keine Einladung!

Absolut meine Meinung. Persönliche Grenzen definieren sich
nicht durch bauliche/mechanische Hindernisse. Allerdings dürfte
die Hemmschwelle eine nicht verschlossene Tür zu öffnen
bei mangelnder Erziehung geringer sein, als eine abgeschlos-
sene Tür aufzubrechen (neben evtl. Spuren die letzteres hinter-
läßt).

Gruss
Enno

Hallo,

Unser Sohn saß mit uns den ganzen Abend oben. ER ist 14 und
immer um 9:30 zu Hause, seine Besucher gehen um diese Zeit.
Und wenn er Besuch von Freunden kriegt, klingeln die an der
Vordertür, durch die Hintertür kommt nie jemand.

Haha…sorry ich mußte mich nur an meine eigene Pubertät erinnern und die meines Bruders ist auch noch nicht so lange her…auf einmal ist alles neu alles anders und es gibt plötzlich Dinge, die man NICHT mehr teilen will, sondern für sich behalten. Kinder in diesem Alter kriegen mit, was Intim- oder Privatsphäre bedeutet…und ich kann mich auch noch an heimlich eingeschleuste Leuts erinnern, damit die Eltern nicht mitkriegen, daß noch jemand zu Besuch war…hach Erwachsenwerden ist ja sooooo aufregend :smile:

Aber ehrlich…Tür abschließen! Weißt Du eigentlich welcher Gefahr Ihr auch Euer Kind aussetzt?

Mit dem Abschließen hast du recht, wir werden jetzt immer
zumachen. Jedenfalls nachts.

Eben.
Ansonsten kann ich mich den Anderen nur anschliessen.

Grüße Maja