Eröffnung eines Kinder-Second-Hand

Hallo zusammen,

super das ich auf dieses Forum gestoßen bin. Kurz zur Vorgeschichte: Mein Mann und ich sind leider Hartz IV Empfänger und mein Mann findet leider keine Arbeit. Da ich drei Kinder habe, eins davon erst 15 Wochen alt, bin ich nicht „einsatzbereit“. Da ich mit meiner Tochter einen Baby-Kurs besuche und in diesem Gebäude Räume leer stehen, kam mir die Idee einen Kinder-Second-Hand Laden zu eröffnen. Die Idee hatte ich eigentlich schon lange, da mir die Mieten aber in der City zu teuer sind, kam das nicht in Frage. Die Miete in dem Raum, wären ca. 150 Euro. Als Einrichtung würde ich ein paar preiswerte Regale von IKEA nehmen. Und natürlich die Ware auf Kommision. Ich denke da jeden Tag Kindergruppen da sind, hätte ich bestimmt gut zu tun.

Mir ist klar, das dies keine Vollexistens wäre, sondern nur ein Nebenverdienst. Jetzt meine Fragen:

  1. muß ich trozdem ein Gewerbe anmelden?
  2. Kann ich Probleme mit dem Arbeitsamt bekommen?
  3. Muß ich mich und meine Familie selber Krankenversichern?

Danke schon mal für eure Antworten. Vielleicht hat ja noch jemand gute Tips für mich.

Schöne Grüße
Alice

Hallo

Mir ist klar, das dies keine Vollexistens wäre, sondern nur
ein Nebenverdienst. Jetzt meine Fragen:

  1. muß ich trozdem ein Gewerbe anmelden?

Ja

  1. Kann ich Probleme mit dem Arbeitsamt bekommen?

Ja, wenn du es nicht meldest.

  1. Muß ich mich und meine Familie selber Krankenversichern?

Der jenige, der sich Selbständig macht, muß sich priv. Krankenversichern.( … oder auch nicht, das keine Pflicht besteht). Der Rest der Familie bleibt Familienversichert. Also, dein Mann mit den Kindern z.B. (Denke ich wenigstens)

Vielleicht hat ja noch
jemand gute Tips für mich.

Es dürfte vielleicht in jedem Bundesland anders sein, aber es gibt in irgend einer Form Unterstützung vom Arbeitsamt. Du wirst ein Existensgründungsseminar von drei Tagen besuchen müssen. Aber das sagt dir alles dein Arbeitsvermittler. Einfach mal nachfragen.

Gruß Nino

Hallo Alice,

bitte unbedingt ein Existenzgründungsseminar besuchen.
Bei einer Selbstständigkeit sind unbedingt Grundkenntnisse bzgl. Buchhaltung, Kalkulation (ungleich Buchhaltung !) sowie rechtliche Aspekte (Gewerberecht, Berufsgenossenschaft, ggf. Arbeitsrecht) sowie in Deinem Fall Hartz4-Aspekte erforderlich.

OHNE diese Kenntnisse solltest Du gar nicht erst anfangen. Ich habe schon zu viele Bekannte erlebt, die hinterher Bankrott waren, ohne dass sie’s vorher wussten, weil noch Umsatzsteuer abzuführen war !

Second-Hand-Shops im Allgemeinen sind übrigens eine Sache, der oftmals viel zu viel Erfolg beigemessen wird. Ich kenne nur wenige Läden, die langfristig überleben. Neben einem Baby-Kursraum einen Raum anzumieten ist aber gar keine schlechte Idee, insbesondere, wenn der Baby-Kurs entsprechend Werbung für Dich macht bzw. Du selbst Werbung vor oder nach dem Kurs machen darfst oder evtl. aufgrund Deiner Erfahrung mit 3 Kindern selbst auch mal den Kurs hälst (ggf. ehrenamtlich, da es immer noch die billigste Art der Werbung ist) ?

Grüsse

Sven

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo
du mußt auf alle Fälle Gewerbe anmelden, kostet nicht allzuviel.
Dann gehst du zur Behörde und erklärst denen, was du vorhast. Natürlich willst du das nur nebenberuflich machen, weil die dir keine Vollzeitselbstständigkeit finanzieren und du eigentlich 36 Stunden täglich mit Arbeitsuche beschäftigt bist. Klar ne?
Außer natürlich, du bist im Mutterschaftsurlaub, wie das da genau aussieht weiß ich nicht, - kommt darauf an, von welcher Behörde du deine Gelder beziehst. Ist noch mal ein Sonderfall. Schlaufragen.
Am Anfang eines jeden Monats machst du deine Buchhaltung fertig und reichst die bei der Hartz-Behörde ein. Die schauen sich das an und gehen erst mal davon aus, dass du 80%Reingewinn auf deine Einnahmen hast. Du mußt die wahre Höhe deines Reingewinns möglichst schlicht plausibel machen, weil die sonst im Kreis laufen bis sie tot umfallen, oder du :wink:
Dann darfst du ja auch was dazuverdienen und vom Rest wird dir anteilig was abgezogen.
Übrigens, solange du auch nur 1 Euro Hartz IV kriegst, bist du bei denen auch Krankenversichert.

Ich hoffe ich konnte helfen
viel Glück und toi toi toi
von
Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ach ja…
was mir da noch einfällt,
solange dein UMSATZ unter (lass mich lügen) 17500 Euro jählich liegt fälltst du unter die Kleinunternehmer-Regelung und zahlst keine Umsatzsteuer und machst Ende des Jahres lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Aufstellung fürs Finanzamt.
Ein Existenzgründungsseminar ist da ganz super, die wissen immer sehr viel über die Extras. Such dir eines für Frauen, da mußt du dich dann nicht mit Leuten messen, die für 3 Mille Autos aus Fernost einführen wollen… (du weißt was ich meine, Frauen fangen meist kleiner und realistischer an)
Noch mal Gruß
von
Susanne

Hallo

ist zwar schön, dass in dem Gebäude Kurse stattfinden, aber hast du mal daran gedacht wer deine Sache kaufen soll?
Frau X gibt dir gebrauchte Sachen, die dann Frau Y kauft?
Dann könnte theoretisch Frau Y gleich von Frau X kaufen und hätte es noch billiger.

Auch 150 € Miete wollen erst mal „verdient“ sein, angenommen du machst einen „Gewinn“ von 1 € pro Teil, dann musst du schon mal 150 Teile pro Monat verkaufen und dann hast du deine Miete eingenommen.
Was ist mit Stromkosten, Telefon, Versicherung?

Wie viele Stunden soll der Laden offen sein? Und wer steht hinter dem Tresen und verkauft? Du? Dein Mann? Wer versorgt in der Zeit die Kinder?

Und wenn du keine richtige gute, hochwertige Ware hast kauft die eh keiner, denn jeder möchte ja gern ein Schnäppchen machen und was teures für wenig Geld haben.

Und noch was: für welche Altersgruppen bietest du Waren an?

Mit anderen Worten: es ist nicht einfach sich selbständig zu machen, selbst mit einem Second-Hand-Kinder-Laden.

Gruß