Errichten einer Heizungsanlage

Hallo Ihr schlauen Leute,

ich plane den Kauf einer Immobilie. Diese befindet sich im absoluten Rohzustand. Also auch keine Heizungsanlage. Ich hatte mir folgendes vorgestellt.

1.Öl-Brenner
2.WW-Bereiter als Durchlauferhitzer
3.Heizung mit Kesselspeicher mit drei extra Anschlüssen für zwei Abgaswärmetauscher und einem für spätere Verwirklichungen
4.Schornstein (oder zwei/drei?) für Öl-Brenner und zwei Kaminöfen

Meine Fragen dazu wären:

Darf der Heizungsbauer auch Schornsteine errichten?

Wie viele Schornsteine brauche ich? (Ich weiss hat wahrscheinlich mit der Leistung der einzelnen Geräte zu tun, aber ich meine von den Vorschriften her. Kann ja sein dass an einem Schornstein mit Öl-Heizung kein Kaminofen mehr dran darf.)

Brauche ich Genehmigungen für den Bau von Heizung/Schornstein?

Und zum Schluss, in welchem Preisrahmen bewege ich mich da (Ohne Kaminofen und Rohrleitungssystem im Haus) 5,10 oder 20tausend? (Nur als Beispiel zum rechnen)

Hab selber schon viel gegoogelt, vielleicht zu viel. Was auf der einen Site bestimmt wurde, wurde auf der nächsten gleich wieder verneint.

Vielleicht könnt Ihr mir ja etwas weiter helfen.

Vielen Dank erstmal

Mit freundlichen Grüßen

Christof

Hallo Christoph,

zunächst mal ist da viel Ländersache und der Schornsteinfeger scheint da auch erheblichen Ermessensspielraum zu haben.

Daher der wichtigste Rat: Telefonbuch, Bezirksschornsteinfegermeister suchen, anrufen und um Besuch bitten. Der muss das ganze hinterher eh abnehmen, dann kann man ihn auch vorher fragen.
Meiner hat mir noch nicht mal was berechnet für die gute Stunde Beratung.

Ein paar Anmerkungen:

2.WW-Bereiter als Durchlauferhitzer

Das halte ich für unclever.
Neues Haus = erstklassig gedämmt = niedriger Heizbedarf = eher schwache Heizungsanlage nötig.
In dem Moment, wo du WW mit Durchlauferhitzer realisieren willst, muss die aber eine Mindestleistung von >20 kW haben, um Wasser in Echtzeit heiß zu bekommen - was für die Heizung dann völlig überdimensioniert wäre.
Ich würde dir auch hier zu einem großzügigen Pufferspeicher nebst einer kleinen Heizung raten. Das Wasser im Puffer muss für ausgedehnte Badeorgien reichen, nachgelegt wird dann eher langsam mit der kleinen Leistung. Außerdem könnte man den Speicher später dann auch mit Solar aufpeppen.

Darf der Heizungsbauer auch Schornsteine errichten?

Dürfen - sicher.
Würd mich aber wundern, wenn der mit Steinen, Mörtel und Keller auf einem Gerüst rumturnen würde - dafür gibt’s eigentlich Maurer.
Wir haben den Kamin bei einem Freund selber gemauert (zugegeben: Fertig-Elemente mit Prozelanrohr innen) - hat kein Problem gegeben. Auch hier den schwarzen Mann fragen, was er für Wünsche und Vorstellungen hat.

Wie viele Schornsteine brauche ich?

Minimum zwei.

(Ich weiss hat wahrscheinlich mit der Leistung der einzelnen Geräte zu tun, aber ich meine von den Vorschriften her. Kann ja sein dass an einem Schornstein mit Öl-Heizung kein Kaminofen mehr dran darf.)

Richtig.
Aus der Leistung folgt der Mindest-Querschnitt.
Aber Gas/Öl darf keinesfalls an einem Kamin mit Festbrennstoff angeschlossen werden.

Wahrscheinlich wirst du eh in ein modernes Brennwertgerät investieren?
Dann wird in den (gemauerten) Kamin eh ein Luft-Abgas-System eingeschoben, das ist komplett aus Kunststoff (Wenn nicht sogar gleich als Edlestahlrohr nackt auf der Außenwand). Ein gleichermaßen angeschlossener Holz/Kohle-Ofen dürfte dieses LAS allein mit seiner Temperatur innerhalb weniger Minuten zerstören.

Brauche ich Genehmigungen für den Bau von Heizung/Schornstein?

Frag den schwarzen Mann.
Aus’m Bauch raus: Schornstein ja, der gibt ja letztlich die Höhe des Hauses vor.

Und zum Schluss, in welchem Preisrahmen bewege ich mich da (Ohne Kaminofen und Rohrleitungssystem im Haus) 5,10 oder 20tausend? (Nur als Beispiel zum rechnen)

10 KiloEuronen dürfte da schon die Unterkante sein.
Je nach Hersteller und Größe/Bauart der Pufferspeicher, Lage und Einbauart des nötigen Tanks können die 20k€ auch schnell überschritten werden.
Lass mindestens (!!!) drei Heizungsbauer antraben und einen Kostenvoranschlag machen. Die Spanne kann erheblich sein.
Und erwäge auch das gleiche mit Gas - da musst du halt die Erschließungskosten für die Gasleitung mit der Einsparung für Tank, Pumpe etc. und einen gewissen Komfort-Aufschlag gegenrechnen.

Was auf der einen Site bestimmt wurde, wurde auf der nächsten gleich wieder verneint.

;D
Das kann dir hier auch passieren.

lg, mabuse

Hallo Christof,
bevor Du irgendeine technische Lösung anstrebst, solltest Du für Dich klären:
Wo ist der Platz für die Heizungsanlage (EG, Keller, DG?)
Ölheizung schon beschlossene Sache? Bei Öl ist Lagerraum nötig, besser im Keller aufgehoben -> langer Schornstein durchs ganze Haus. Bei Gas: kein Lagerraum, kann einfach im DG errichtet werden, als Schornstein reicht kurzes Edelstahlrohr.
WW: zentral oder dezentral? Bei guter Dämmung des Hauses und der Leitungen ist eine zentrale Wasserversorgung vermutlich günstiger als eine dezentrale mit Strom. Für den Speicher muss bei Montage im DG allerdings eine Wanne gebaut werden. Dafür ist eine solche Anlage leicht mit Solarthermie zu koppeln.
Heizkörper oder FB-Heizung: Die größeren Flächen der FB-Heizung eignen sich optimal zur Unterstüzung durch Solarthermie, da geringere Vorlauftemperaturen nötig sind.
Von der Beantwortung der obigen Fragen hängt dann ab, was Du grundsätzlich benötigst.
Die Fragen rund um den Schornstein kannst Du entweder mit dem Schornsteinfeger besprechen oder mit einem Heizungsbauer. Der muss sowieso die Fachunternehmererklärung (in NRW) für den Schornsteinfeger erstellen.
Preise:
Heizkessel, Pufferspeicher, Brenner mit Montage, Steuerung: ca 10 t€ als Untergrenze je nach benötigter Leistung. Bei Öl kommen noch die Tanks (google mal nach Roth und dann mit den Typen bei Preisvergleichern) dazu.
Schornstein etwa im Bereich von 2500 € im Haus mit 2 Stockwerken.

Alles bei Bekannten so gesehen, aber es gibt sehr viel Spielraum.
Am besten 3-4 Heizungsbauer anfragen.

Gruß
Vincenz

Moin Moin,

erstmal danke für die schnellen Antworten. Ich werd´ dann wohl mal den Schornsteinfeger antanzen lassen müssen. Auf alle fälle hab ich jetzt ein paar werte mit denen ich mal herumprobieren kann. Es wird dann wohl eine Anlage mit Pufferspeicher sein in dem ein Durchlauferhitzer integriert ist. Damit lässt sich wohl noch am einfachsten der Ofen und eine evtl. Solarthermie realisieren. Von Öl auf Gas umzuschwenken würde ich nur extrem ungern tun und wäre auch das letzte was ich machen würde. Hab schlechte Erfahrungen mit Gas gemacht.

Eine Frage hätte ich da noch:

Ich dachte mir, da das Haus noch im Rohbau ist, dass alle Räume in denen eine Heizung soll per Fußbodenheizung zu heizen. Dazu hab ich mal Vor- und Nachteile aufgelistet. Hab ich da vielleicht wesentliche Punkte vergessen?

Vorteile:

Größerer Wirkungsgrad durch gleichmäßigere Erhitzung des Raumes.

Niedrigere „Schadstoffbelastung“ da sich in den nicht vorhandenen Radiatoren auch kein Staub und damit Hausstaubmilben und Schimmel an lagern kann, der dann mit dem Luftstrom im Raum verteilt wird.

Platzsparend

Nachteile:

Extra Verteiler/Sammler + Beimischventil um 35°C Vorlauftemperatur zu erhalten

Erkennen von Leckagen sehr schwierig

Fehlerbehebung im Fußboden sehr Zeit und Kosten aufwendig

Besten Dank und schönen Tag noch

Christof

Hallo Christof

herumprobieren kann. Es wird dann wohl eine Anlage mit
Pufferspeicher sein in dem ein Durchlauferhitzer integriert
ist. Damit lässt sich wohl noch am einfachsten der Ofen und
eine evtl. Solarthermie realisieren. Von Öl auf Gas

Lass Dir von einem oder mehreren Heizungsbauern doch mal eine entsprechende Anlage projektieren. Sag denen, dass Du zunächst mit Heizung und Warmwasser anfangen möchtest und später erweitern. Dann kann der Pufferspeicher entsprechend gewählt werden. Warmwasser mit Durchlauferhitzer (elektrisch) ist die teuerste Art. Würde ich unbedingt vermeiden.
Leg dich nicht selber mit einer Lösung fest, die dich nur einengt.

umzuschwenken würde ich nur extrem ungern tun und wäre auch
das letzte was ich machen würde. Hab schlechte Erfahrungen mit
Gas gemacht.

Wenn Du genug Platz für die Öltanks hast, ist es fast egal, was du machen willst. Auf jeden Fall auch hier einen Brennwertkessel.

Eine Frage hätte ich da noch:

Ich dachte mir, da das Haus noch im Rohbau ist, dass alle
Räume in denen eine Heizung soll per Fußbodenheizung zu

Gute Idee, finde ich viel angenehmer als Heizkörper.

heizen. Dazu hab ich mal Vor- und Nachteile aufgelistet. Hab
ich da vielleicht wesentliche Punkte vergessen?

Vorteile:

Größerer Wirkungsgrad durch gleichmäßigere Erhitzung des
Raumes.

Niedrigere „Schadstoffbelastung“ da sich in den nicht
vorhandenen Radiatoren auch kein Staub und damit
Hausstaubmilben und Schimmel an lagern kann, der dann mit dem
Luftstrom im Raum verteilt wird.

Aber dann darauf achten, dass die Rohre dicht genug im Fussboden verlaufen. Sonst kann die Vorlauftemperatur nicht niedrig genug gewählt werden und die Fußbodenoberfläche wird ungleichmäßig warm. Lieber etwas dichter legen, dann ist die Heizung auch nicht so träge.

Platzsparend

bei üblicher Montage der Heizkörper unter der Fensterbank fällt das nicht so ins Gewicht.

Nachteile:

Extra Verteiler/Sammler + Beimischventil um 35°C
Vorlauftemperatur zu erhalten

aber keine Heizkörper und Thermostatventile. Die niedrige Vorlauftemperatur zieht auch eine niedrige Rücklauftemperatur nach sich. Damit ein höherer Wirkungsgrad eines Brennwertkessels.

Erkennen von Leckagen sehr schwierig

Fehlerbehebung im Fußboden sehr Zeit und Kosten aufwendig

Habe seit 1988 eine FB-Heizung in Betrieb. In dieser Zeit ist noch nichts passiert.

Gruß
Vincenz