Ersatz v. Batterien in Blitzgeräten durch Netzteil

Hallo Wissende,

ich bin gelernter RF/FS-Techniker und elektronisch „etwas“ bewandert.
Jetzt wollte ich für einige Blitzgeräte meiner Fotoausrüstung die ich stationär in meinem Fotostudio aufbauen will die Batterien durch stabilisierte Netzgeräte ersetzen.
Beim ersten Versuch ist mir der Blitzelko durchgeschlagen, weil er sich auf eine weit höhere Spannung auflud (> 1000 V) als mit Batterien (650 V).
Dann hab ich mal die Spannung der 4 in Serie geschalteten Batterien beim Ladevorgang des Blitzgeräts gemessen und war entsetzt: die 6 Volt brechen auf 1 bis 2 Volt zusammen!!!
Offenbar zieht der Sperrschwinger im Blitzgerät so viel Strom beim Aufladen und kommt deshalb auch nur auf sekundär 650 V.
Mein stabilisiertes Netzgerät hatte natürlich stabil 6 Volt gespeist…

Hat jemand hier einen Tipp, wie ich die Spannungsversorgung „Batterie-ähnlich“ machen kann, damit mir der Blitzkondensator nicht dauernd um die Ohren fliegt?

Gruß
BT

Hallo Wissende,

Hallo, Du bestimmt auch irgend etwas Wissender!

ich bin gelernter RF/FS-Techniker und elektronisch „etwas“ bewandert.
Jetzt wollte ich für einige Blitzgeräte meiner Fotoausrüstung die ich stationär in meinem Fotostudio aufbauen will, die Batterien durch stabilisierte Netzgeräte ersetzen.
Beim ersten Versuch ist mir der Blitzelko durchgeschlagen, weil er sich auf eine weit höhere Spannung auflud (> 1000 V) als mit Batterien (650 V). …

Hat jemand hier einen Tipp, wie ich die Spannungsversorgung „Batterie-ähnlich“ machen kann, damit mir der Blitzkondensator nicht dauernd um die Ohren fliegt?

Für das „batterieähnlich machen“ nicht direkt, aber es gibt vielleicht einen anderen Weg.

Ich habe mich im vorigen Jahrtausend (so um 1960) mal darüber geärgert, dass der Spannungswandler meines Blitzgerätes bei Blitzbereitschaft weiterlief (und die Batterie leerlutschte), auch wenn die Anzeige (eine Glimmlampe) den Blitzelko als geladen signalisierte. Ich habe den Glimmlampenstrom über die Basis/Emitter- Strecke eines Transistors geleitet und mit diesem den Wandler lahmgelegt. Der Blitzelko wurde also nicht konstant geladen, sondern immer nur nachgeladen, wenn der Elko zu viel Ladung verlor.

Die Leistung meines Blitzgerätes wurde nicht nennenswert verringert, die Batterielebensdauer aber merklich vergrößert.

Vielleicht kannst Du Dein Problem ja ähnlich lösen.

Gruß
BT

Gruß merimies

Hallo,

Dann hab ich mal die Spannung der 4 in Serie geschalteten
Batterien

Die Serienschaltung kann man Batterie nennen,
die einzelnen Zellen sind noch keine Batterie.

beim Ladevorgang des Blitzgeräts gemessen und war
entsetzt: die 6 Volt brechen auf 1 bis 2 Volt zusammen!!!

Ja, das passiert, weil doch ein ordentlicher Strom fließt und
die normalen Zellen einen recht hohen Innenwiderstand haben.
Wenn der Blitz aber recht weit aufgeladen ist, sollte die
Spannung an den Zellen auch wieder steigen, weil der Strom
absinkt.
Mit Akkus sähe das deshalb wohl anders aus. Die haben aber
auch nur ca. 1,15V-1,20V unter Last.

Offenbar zieht der Sperrschwinger im Blitzgerät so viel Strom
beim Aufladen und kommt deshalb auch nur auf sekundär 650 V.
Mein stabilisiertes Netzgerät hatte natürlich stabil 6 Volt
gespeist…
Hat jemand hier einen Tipp, wie ich die Spannungsversorgung
„Batterie-ähnlich“ machen kann, damit mir der Blitzkondensator
nicht dauernd um die Ohren fliegt?

Nimm doch die Spannung runter, z.B. auf ca. 4V-4,8V.
Dann sollte es etwa so wie mit Akkus sein.
Kannst ja auch die Elkospannung überwachen, damit das Teil
nicht wieder abfliegt.
Gruß Uwi

Ersatz v. Batterien in Blitzgeräten
Hallo miteinander,

Hallo, Du bestimmt auch irgend etwas Wissender!

…eine weit höhere Spannung auflud (> 1000 V) als mit Batterien (650 V). …

Für das „batterieähnlich machen“ nicht direkt,

Da wäre vielleicht ein ungeregeltes Netzteil geringer Spannung und Leistung geeignet, wenn es nicht dauerüberlastet wird.

aber es gibt vielleicht einen anderen Weg.

Ich habe mich …geärgert,… weiterlief (und die Batterie leerlutschte),

Die Leistung meines Blitzgerätes wurde nicht nennenswert
verringert, die Batterielebensdauer aber merklich vergrößert.

Damals war die Empfehlung, den Blitz doppelt so lange laden zu lassen, als es bis zum Aufleuchten der Glimmlampe braucht, damit war die Nennleistung laut Blitzleitzahl erreicht

Genau merimies` Konstruktion ist heute in besseren Blitzgeräten serienmäßig vorgesehen, da blinkt heute meist eine LED mit dem Nachladen zur Nennspannung, Überspannung am Elko unmöglich.

Gutes Gelingen
wünscht Julius

Hallo Uwi,

mit einem 5-Volt-Stabi-IC werde ich es noch mal probieren.
Zuerst muss ich aber den Biltzelko ersetzen, und das gestaltet sich schwieriger als ich dachte, weil es keine Elkos für 700 V mit 300 bis 500 µF bei CONRAD gibt.
Sind positive Erfahrungen einer Serienschaltung von 2 Elkos mit je 350 V in einem Blitzerät bekannt?
Der höhere Innenwiderstand käme der Brenndauer des Blitzes entgegen, ich mag eh keinen mit einer 1000stel Sekunde, eine 250stel reicht mir dicke.

Gruß
BT

Beim ersten Versuch ist mir der Blitzelko durchgeschlagen,
weil er sich auf eine weit höhere Spannung auflud (> 1000
V) als mit Batterien (650 V).
Dann hab ich mal die Spannung der 4 in Serie geschalteten
Batterien beim Ladevorgang des Blitzgeräts gemessen und war
entsetzt: die 6 Volt brechen auf 1 bis 2 Volt zusammen!!!

Hat jemand hier einen Tipp, wie ich die Spannungsversorgung
„Batterie-ähnlich“ machen kann, damit mir der Blitzkondensator
nicht dauernd um die Ohren fliegt?


Hallo BT,
da einer meiner Söhne viel mit Disco-Musik zu tun hatte, musste ich vor 15 Jahren öfter „Blitzanlagen“ bauen.
Einige größere Blitzgeräte baute ich auch auf Netzbetrieb um. Das Netzgerät sollte nur so einen hohen Strom liefern (Strombegrenzung), dass der Wandlertransistor nicht zu heiß wird (dürfte aber nur bei schneller Blitzfolge passieren). Wie schon ein anderer schrieb, sinkt der Strom, wenn der Elko weit aufgeladen ist. Das bedeutet, dass bei einer intakten Batterie deren Spannung wieder auf den Nennwert steigt. Es sollte also kein Elko überladen werden, wenn das Netzgerät die gleiche Spannung abgibt wie die Batterie.
Womöglich wird die Elektronik Deines Netzgerätes durch die hohe Wandlerfrequenz beeinflusst, und die Spannung steigt an ?? Abhilfe sollte ein Elko parallel mit einem ca. 100nF-Kondensator am Ausgang des Netzgerätes bringen.
Ich habe auch mehrere kleine Blitzgeräte für nur eine 1,5-Volt-Zelle auf Netzbetrieb umgebaut. Mangels exakt passender Z-Dioden betrug die Ausgangsspannung der Netzgeräte 1,8 Volt (20% zu viel), aber die Elkos haben vieele Stunden überlebt, die Xenon-Röhren waren immer vorher kaputt.
Vielleicht war das Sterben Deines Elkos auch einfach Zufall?
Gruß, Edi

Hallo BT


Zuerst muss ich aber den Biltzelko ersetzen, und das gestaltet sich schwieriger als ich dachte, weil es keine Elkos für 700 V mit 300 bis 500 µF bei CONRAD gibt.
Sind positive Erfahrungen einer Serienschaltung von 2 Elkos mit je 350 V in einem Blitzerät bekannt?

Eher nicht.

Bedenke, dass Elkos

  1. eine große Kapazitätstoleranz haben

und

  1. unterschiedliche Restströme haben können.

Dadurch wird die Spannungsverteilung sehr ungünstig und zusätzlich kann es durch unterschiedliche Restströme dazu kommen, dass nach der Blitzentladung einer der Elkos plötzlich eine umgekehrte Ladung hat.
Das mögen Elkos gar nicht gerne.

OK, das Problem mit der umgekehrten Ladung bekommst Du in den Griff, indem Du jedem Elko eine Diode 1N4007 parallel schaltest, aber das Problem der ungleichen Spannungsverteilung bleibt.

Gruß
BT

Gruß merimies

Ersatz v. Batterien durch Netzteeil

Hallo Uwi,

Hallo BT,

mit einem 5-Volt-Stabi-IC werde ich es noch mal probieren.

Lass doch den Stabi weg, der ist nicht nötig. Der Wandler holt sich schon, was er braucht, auch wenn die Spannung zunächst in die Knie geht. Sorge nur für ausreichenden Strom !
Die Elkos für E-Blitzer sind Spezialprodukte, die der Elektronikhandel nicht führt, denn sie müssen impulsfest sein! http://www.epcos.com/web/generator/Web/Sections/Prod… und http://www.rubycon.com/ usw.

Gruß
BT

Gruß
von Julius

Hallo Julius,

ohne Stabi hatte ich es ja als erstes probiert, das Netzteil hatte bei angegebener Nennlast (1 A) 5 Volt, im Leerlauf fast 10, und hat mir den Elko (700 V Nennspannung) gesemmelt.
Der hat bei etwa 1000 V einen Durchschlag innen erlitten, der wie ein Pistolenschuß klang und eine Beule in das Aluminiumgehäuse des Elkos gemacht hat. Wäre der Elko richtig explodiert, wäre ich jetzt vermutlich auf einem Ohr taub.

Gruß
BT

Hallo merimies,

ich wollte sowieso an jeden Elko eine Z-Dioden-Serienschaltung mit 350 V Gesamt-Durchbruchspannung und eine Serienschaltung von 3 antiparallelen 1N4007 legen und eine Widerstand von 1 MegOhm.

Reicht das?

Gruß
BT

Hi Edi,

wie ich oben schon schrieb, nahm ich ein 5 V Netzteil mit 1 A Nennbelastbarkeit. Gemessen hatte das bei 1 A 5 V gebracht, aber unbelastet fast 10 V. Der Blitzelko lud sich daher statt auf knapp 700 auf etwa 1000 V auf, dann gab es einen inneren Durchschlag.

Gruß
BT

was denn nun?
nabend,

ich zitiere mal aus deinem erstposting:

ich bin gelernter RF/FS-Techniker und elektronisch „etwas“
bewandert.
Jetzt wollte ich für einige Blitzgeräte meiner Fotoausrüstung
die ich stationär in meinem Fotostudio aufbauen will die
Batterien durch stabilisierte Netzgeräte ersetzen.
Beim ersten Versuch ist mir der Blitzelko durchgeschlagen,

nu schreibste:

ohne Stabi hatte ich es ja als erstes probiert, das Netzteil
hatte bei angegebener Nennlast (1 A) 5 Volt, im Leerlauf fast
10, und hat mir den Elko (700 V Nennspannung) gesemmelt.

die antworten die du bisher erhalten hast, beziehen sich ausnahmslos auf stabilisierte netzgeräte. das du aber bisher eine gurke mit leerlaufspannung von 10 volt in verwendung hast/hattest verändert die sachlage grundlegend.

bei einem unstabilisierten netzteil kannst du nur die leerlaufspannung etwa auf die nennspannung des batteriepacks einstellen - und gucken obs funktioniert.

gruss wgn

Hallo Merimies,

ich wollte sowieso an jeden Elko eine Z-Dioden-Serienschaltung
mit 350 V Gesamt-Durchbruchspannung und eine Serienschaltung
von 3 antiparallelen 1N4007 legen und eine Widerstand von 1
MegOhm.

Reicht das?

Gruß
BT


Hallo BT,
ich bin nicht Merimies, aber habs grad gelesen und will gleich antworten.
Wenn Du keinen passenden Elko bekommst, kannst Du deine Schaltung mal probieren. Achte aber darauf, dass die Z-Dioden genügend Leistung vertragen. Schlimmsten Falls könnte auch ein Elko den Impulsstrom nicht vertragen, aber probieren geht über studieren.
Übrigens habe ich eine ähnliche Schaltung vor Jahren mal gebaut und die läuft heute noch (kein Blitzgerät).
Gruß, Edi

Hi wgn,

das ist halt so abgelaufen, zuerst hab ich es mit einem 5V/1A-Netzteil das im Leerlauf 10V abgab versucht, dabei ist der Elko durchgeschlagen, dann habe ich es mit einem stabilisierten 5V/1A probiert, musste dabei aber feststellen dass der Sperrwandler irre Strom zieht und habe dann wieder Batterien angeschlossen um zu sehen wie tief die Batteriespannung von 6V im Leerlauf absinkt beim Laden des Blitzelkos.
Dann habe ich den durchgeschlagenen Elko weggeschmissen, weil ich nicht riskieren wollte, dass er nochmal durchschlägt und dabei möglicherweise mir um die Ohren fliegt.

Inzwischen tendiere ich mangels preisgünstiger Quelle für Blitzelkos dazu, das Blitzgerät wegzuwerfen und nur die Fotozelle samt Schaltelektronik für Slave-Blitz-Zündung aufzuheben.

Gruß
BT