Hallo,
mein Mann hatte schwere Deppressionen(Burn-Out), was an mir nicht spurlos vorrüber gegangen ist. Jetzt habe ich damit zu kämpfen. Habe schon ca. 15 Psychologen angerufen,wegen Termin…überall Aufnahmestopp.Habe dann einen Termin bei einer psychologischen Beratungsstelle bekommen,war auch ganz ok…Therapien bieten die leider nicht an. Sie empfahl mir dann eine psychosomatische Kur weit weg von meinen Zuhause.Ich soll mit meinem Hausarzt sprechen. Dieser sagte mir aber gleich, das die Kur keine Kasse genemhmigen wird, weil noch zuwenig psychologisch getan wurde.
Das heißt, ich muss nochmal telefonieren,evtl.Jahre auf einen Termin warten,dann bekomme ich eine Kur???
Hat jemand ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben…danke
lisa
Hallo Lisa,
zwischen Deinen Zeilen glaube ich lesen zu können, dass Dein Hausarzt a) nicht sehr viel Erfahrung in Sachen „psychosomatischer Reha“ und vor allem b) wenig Lust auf die Antragstellung hat . . .
Du könntest Dich an einen Psychologen/Neurologen überweisen lassen und bei/mit dem stellst Du Deinen Reha-Antrag.
danke, werde ich versuchen
Dass es schwierig ist, an eine psychosomatische Reha (nicht Kur) zu kommen, wenn man noch keine ambulante Behandlung gemacht hat, ist grundsätzlich richtig. Das heißt aber nicht, dass es nicht möglich ist.
„Jetzt habe ich damit zu kämpfen“ - heißt was? Du hast mit den Folgen der Depression deines Mannes zu kämpfen oder mit eigener? Konkreter: Gibt es bereits ein diagnostiziertes Krankheitsbild bei dir?
Ansonsten ist für dich wichtig, wer Kostenträger einer solchen Reha ist. Die Frage kann dir deine Krankenkasse beantworten (die gleiche, bei der dein Mann versichert ist? Das kann hilfreich sein). Kostenträger kann die Krankenkasse sein, häufiger ist es aber der Rentenversicherungsträger. Bist du selbst berufstätig und ist die Berufstätigkeit /-fähigkeit möglicherweise bei dir gefährdet? Sind Kinder im Spiel? Wenn ja, wie alt? All das sind Kriterien, die eine Rolle spielen.
Der Ablauf unterscheidet sich ein wenig zwischen Krankenkasse und Rentenversicherung. Letztere lehnt bspw. sehr gerne den Antrag erst einmal ab. Dann kommt der Widerspruch und dann geht es an einen Gutachter, zu dem du müsstest. Da ist es dann zwar hilfreich, wenn man von möglichst verschiedenen Ärzten alles attestiert bekommt, was man so an Beschwerden angesammelt hat (also auch körperliche, falls vorhanden), aber letztlich steht und fällt die Entscheidung eh beim Gutachter. Der fällt sein Urteil meist nach pers. Gespräch. Bei der Krankenkasse kommt es mehr auf die Unterlagen an, da hier die Entscheidung zum MDK geht, der meist nach Aktenlage entscheidet.
Wenn du den Kontakt zur Beratungsstelle hast, dann würde ich da noch einmal vorstellig werden, nachdem du bei der Kasse gefragt hast, wer das überhaupt zahlt.
Hallo Lisa,
der Weg zum Facharzt wurde Dir ja schon empfohlen. Für eine exakte Diagnose ist das sicherlich hilfreich.
Aber auch der „normale“ Hausarzt kann eine entsprechende Diagnose stellen und einen Reha-Antrag begründen.
Grundlage für eine Reha ist die akute Gefährdung der Erwerbsfähigkeit. Ich kenne aus meiner Praxis (und von mir selbst) zahlreiche Fälle, in denen die Betroffenen entweder nach AU oder aber auch direkt aus der Arbeit zur psychotherapeutischen Reha kamen, wenn noch keine ambulante Therapie begonnen worden war.
Wenn dein Arzt unwillig/unfähig ist, findest du hier bei allen Fragen rund um Reha Hilfe und Unterstützung:
http://www.reha-servicestellen.de/
Dein Arzt jedenfalls erzählt Unsinn.
&Tschüß
Wolfgang