Huhu,
Ich war seit Samstag mit Junior im Kraha, wen es interessiert, habe ich unten geschrieben, wie es kam. Aber ich wollte ja etwas zu meinen Erkenntissen schreiben.
Julian lag auf einer Säuglingsstation. Wo teilweise Frühchen aufgepäppelt werden im „reinen“ Zimmer oder im „unreinen“ kranke Säuglinge und Kleinkinder (bis ein Jahr) mit Infekten oder generell von außerhalb des Hauses. Wir lagen im „unreinen“ Zimmer, da von außerhalb. Ich saß die ganze Zeit bei Julian, da ich noch von der Frühchenstation weiß, dass die Schwestern , wenn sie viel zu tun haben, nicht direkt auf die Kinder reagieren können. Zudem haben die aufzupäppelnden Frühchen eh Vorrang. Ich wollte Julian einfach ersparen, ewig weinen zu müssen, bis er was zu essen bekam (also ich gerufen wurde, habe mir ein Zimmer geben lassen), oder einfach nur seinen Schnuller wieder reingestopft wurde. Ich hatte Bücher und Mandalas mit. Konnte jedoch die anderen Kinder wunderbar beobachten.
In unser Zimmer kam am Sonntag ein 8 Monate alter Junge, Teil eines Zwillingspärchens, recht verwöhnt und ein 8-Wochen-Frühchen mit einer Bronchitis. Neben ihm lag ein normaler 9-Monate alter Junge, Fieber und kein Stuhl, Diagnose musste gestellt werden. Die Eltern beider Kinder hatten die Kinder nur „abgeliefert“. Sie hatte noch weitere Kinder zu Hause, bzw. die Väter mussten arbeiten gehen. Sie waren also den ganzen Tag (bis auf vielleicht jeweils eine halbe Stunde am Tag) ohne ihre Eltern. Und was mich sehr verwunderte: Es interessierte sie nicht. Wenn jemand sie umsorgte, fütterte, wickelte waren sie zufrieden. Sie bekamen Spielzeug in ihre Gitterbettchen und der eine konnte sich sehr gut alleine beschäftigen, der Zwilling eher nicht. Die Schwestern fanden jedoch auch für ihn eine Lösung. Er wurde in einen Buggy gesetzt und durfte dann mit zu ihnen.
Jedoch die meiste Zeit waren sie alleine. Und es machte ihnen nichts aus. Klar, sie freuten sich, als ihre Eltern kamen, aber ohne Eltern waren sie auch glückliche Kinder (trotz Krankheit). Das hat mich schwer verwundert und auch ein bischen erschüttert. So komm ich auch zu meinen Fragen:
Ist es nicht so, dass ein Kind seine Eltern liebt? Wieso kommt es dann so gut mit der Trennung klar? Ist es ihnen egal, wer sie umsorgt?
Eltern leiden darunter mehr als ihre Kinder. Als ich die Nachtschwester darauf ansprach meinte sie, das würde sie ja auch immer sagen, aber niemand würde es ihr glauben.
Habe noch eine Erkenntnis gewonnen: Ich verwöhne meinen Zwergi ;o) Das wird nun eingeschränkt. Im Kraha konnte er problemlos die ganze Zeit im Bettchen liegen und essen, bischen Spieluhr gucken und schlafen… Also wird er das hier daheim auch können. Hier gibts zwar bissel mehr Programm als im Kraha, aber nicht mehr so viel dauerrumschleppen wie vorher *g*
liebe Grüße, Dany
P.S.: Für die, die es interessiert, warum wir im Krankenhaus waren:
nur wenige aus dem Forum wussten, wo ich mich seit Samstag befand. Julian fing Samstag Mittag auf der Wickelkommode an zu weinen. Ich nahm ihn hoch um ihn zu trösten. Er war ruhig, aber nicht normal ruhig. Er bewegte sich nicht. Er war starr. Ich nahm ihn vor mich um ihn anzusehen.
Erhielt die Arme hoch, hatte den Mund auf, nach unten verzogen und starre Augen und atmete nicht mehr. Mein Albtraum ! Ich schrie „Julian“ voll Panik und in der Hoffnung, dass er erschrickt und Luft holt. - keine Reaktion - Ich legte ihn aufs Bett und sah ihn an… Er rührte sich einfach nicht und lief blau an. In meiner Furcht gingen Millionen Gedanken durch den Kopf. Ich drückte auf seinen Brustkorb - Er fing wieder an zu atmen. Er war super blass und sehr ruhig, reagierte kaum, weinte auch nicht, wie ich erwartet hätte vor Schreck oder so. Der großen Erleichterung folgten Tränen… Vor Angst, vor Erleichterung… Zwei Zeilen an Petra und ich ließ mich vom Nachbarn direkt ins Krankenhaus fahren.
Er sollte da bleiben. Der Arzt vermutete zwar, es sei nix schlimmes, aber man könne nie wissen. Er wies dieverse Untersuchungen an wie EEG. EKG, Herzultraschall und Ultraschall vom Kopf. Heute sind alle Ergebnisse da und Gott sei Dank keine Befunde. Seit eben sind wir wieder daheim. Er vermutet einen Affekt-Schock
(hab mich mal bischen schlau gemacht: Emotions|stupor
Emotionslähmung, Affektschock, Affektstupor; engl.: emotional stupor
Zustand des – meist vorübergehenden – Versagens (»Erstarrung«) aller psychischen (als »Black out«), gelegentl. auch motorischen Fähigkeiten, wie er bei affektiv Störbaren nach heftiger u. plötzl. seelischer Erschütterung, z.B. im Zusammenhang mit einer lebensbedrohenden Katastrophe, auftritt. Nach Ende der Gefahr tritt evtl. ein Dämmerzustand mit Amnesie oder ein anhaltendes Depersonalisationssyndrom auf. (aus dem Roche-Lexikon der Medizin))
Jedoch meint er auch, dass Julian eigentlich noch zu jung dafür ist. Und da er auch gerade erst angefangen hatte zu weinen, konnte er sich ja noch nirgenwo reingesteigert haben. Jedoch sehe er keine andere Erklärung und medizinisch sei das Kind gesund.
Gruß die Mama,die nun wirklich in Therapie muss, nach dem Schreck :o(
) oder Durst (da nur Wasser :-0) hat, kommt er auch. Seit er allein spielen kann, tut er das auch.
) Und das Beste ist: in der Regel läßt er sich dann auch anstandslos hinlegen und schläft ein?!?