Erste Behandlungen Schlaganfall

Was kann man als Rettungsassistent oder Notarzt mit einem Schlaganfallpazienten
machen,außer ihn in eine Klinik zu bringen, und was passiert dann in der Klinik (Medikamente,etc.)?

Schon mal vielen Dank im Vorraus.

Hallo

so ganz verstehe ich die Frage nicht. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall geht’s sofort ins Krankenhaus. Nix anderes und am besten in eine Stroke Unit. Es wird geprüft ob es sich um eine Blutung oder einen Verschluss handelt.
Die Ärzte Entscheiden dann je nach dem wie lange der Schlaganfall her ist und um was für einen es sich handelt zu einer Lyse (auflösen des trombus mit Streptokinase), einer Operation oder zu einer forciert prospektiven therapie (siehe Dr. Von Hirschhausen Arzt-deutsch/deutsch-Arzt)

Beste Grüße

Na ja, da gibt es ganze Aufsätze und Tagungen drüber, das ist sicher zuviel, um das hier aufzuschreiben :wink:
Für den Rettungsdienst ist die wichtigste Aufgabe, den Patienten so schnell wie möglich in eine geeignete Klinik, möglichst mit Stroke Unit, zu bringen. Dabei natürlich Sicherstellen der Vitalfunktionen, Sauerstoffgabe, ein anfangs oft erhöhter Blutdruck darf, anders als bei anderen Krankheitsbildern, nicht „normalisiert“ werden. In der Klinik kann, nach Differenzierung, ob es sich um den typischen Schlaganfall infolge Mangeldurchblutung und nicht etwa um eine Blutung handelt, eine Auflösungsbehandlung erfolgen.
Im Netz sind die entsprechenden Leitlinien auf diversen Seiten zu finden; diese Übersicht finde ich recht gut:
http://www.medizin-medien.at/dynasite.cfm?dsmid=1065…

LG
TS

nur nach aufnahme in einer fachklinik (mit „stroke unit“)und den wichtigsten untersuchungen kann man eine genaue diagnose geben.

hallo DerSimonator, da kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

lieben Gruß
friesi

Also, auf alle Fälle in eine Klinik mit einer Stroke Unit bringen. Dort bekommt der SA-Patient Lyse-Infusionen, ausserdem werden CT oder MRT-Aufnahmen gemacht, um den „Herd“ des Schlaganfalls festzustellen und die Behandlung entsprechend einzuleiten.

Mehr weiss ich leider auch nicht im Moment.

Hallo!

So wirklich richtig etwas machen kann man vor Ort nicht. Man muss die Vitalfunktionen (Kreislauf, Atmung, Bewusstsein) sichern. In der Klinik wird dann zuerst mittels CT geschaut, ob es eine Hirnblutung oder ein „verstopftes“ Gefäß ist. Bei Blutungen muss man sehen, ob man evtl. den durch das Blut verursachten Druck im Gehirn mittels „Bohrloch“ entlasten kann. Bei einer Verstopfung (ca. 80% der Fälle) gibt es evtl. die Möglichkeit das Blutgerinnsel mittels Medikament aufzulösen. Sonst ist eine frühe Reha nötig - man muss, je nach Befund, ggf. wieder sprechen, laufen etc. lernen…

Hallo,
kann man nicht so einfach beantworten.

  1. Es gibt nämlich die Klinik (= welche Symptome der Schlaganfall hat) eines Schlaganfalles und die Diagnose!!!
    –> Warum gibt es da einen Unterschied?
    –> Es gibt die Blutung im Kopf (ICB abgekürzt) und die Gefäßverstopfung (Apoplex)
    –> Beide können das Gleiche Krankheitsbild machen, werden aber grundverschieden behandelt, bis auf die Einstellung des Blutdruckes auf hoch normale Werte Ziel ca. 160 / 90 mmHg.
    Meist ist der Blutdruck höher!!! --> Somit langsam senken. Oder diesen durch eine Infusion langsam anzuheben versuchen, je nach Nierenfunktion…
    Ziel ist es aber grundsätzlich: Die nächste Stroke Unit anzufahren, ob mit Notarzt oder ohne, Zeit = Gehirn; dann ein schnelles CT vom Kopf um die Blutung auszuschließen --> dann ggf. bei einem Apoplex eine Lyse zu initiieren (wobei hier wieder die Kontraindikationen geprüft werden müssen).
    –> Blutdrucksenkende Medikamente wären am besten natürlich Calciumantagonisten, die sind manchmal nicht möglich, ggf. i.V. Alphablocker zum Blutdruck senken. ASS ist keine gute Idee, da man vor Ort nicht weiß ob es eine Blutung (ICB) ist. Eine ICB sollte auf einer adäqauten Staion versorgt werden (intensivstation / Neurointensiv, ggf. mit Neurochirurgie vor Ort). Monitoring ist das Zauberwort (Puls, Blutdruck, Temperatur (Pat. kann erbrechen und sich dabei verschlucken), Blutzucker sollte bei ca. 150 mg/dl liegen) und es sollte so früh wie möglich mit einer KG begonnen werden.

Memo: Kopf sollte nicht tief beim Transprot liegen…

Reicht dies an Auskunft? Wenn es spezieller sein soll, bitte ich um genauere Daten…
Gruß, Rantanplan

Das Problem bei der Schlaganfallsymptomatik und Erstdiagnose ist, daß man als Ursache ohne weitere Bildgebung nicht zwischen der Ursache 1. Durchblutungsstörung oder 2. Hirnblutung unterscheiden kann. Genau in diesem Unterschied liegt aber die weitere Therapie: 1. wäre Aspisol i.v. und Heparin denkbar ähnlich wie bei der präklinischen Herznifarkt Therapie. 2. Hier steht die adäquate Hirndruck/ EntlastungsTherapie im Vordergrund und falls Blutungsneigung z.B. Marcumar besteht diese zu korrigiren.
Unabhängig davon sollte man bis zum Eintreffen in der Klinik Blutzucker, Blutdruck und Sauerstoffsättigung stabil halten und evt. auftretende Krampfanfälle behandeln. Grundsätzlich muss der schnelle Transport in eine Klinik mit stroke unit und entsprechender Möglichkeit zur Bildgebung CT/MRT vorrang haben.

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Die Auskünfte und Ratschläge, die hier erteilt werden, ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt und sind vollkommen unverbindlich. Ratschläge von Fachkundigen (Ärzten und/oder Heilpraktikern, Apothekern usw.) sind von diesem Vorbehalt nicht ausgenommen, da durch die Schriftform eine echte Diagnosestellung, somit auch ein Therapievorschlag, ausgeschlossen ist.

Gleichzeitig warnen wir ausdrücklich vor Selbstmedikation ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder mit dem Apotheker.

Eigentlich nur so schnell wie möglich ins Krankenhaus am besten in eine sogenannte Stroke Unit, den es kommt wirklich auf jede Minute an, wichtig ist es vorallen aber auch um welche art von SA es sich handelt, ein Gefäßverschluss, dan arbeitet man in der Regel mit Blutverdünner um den Propf zu lösen, aber es kann auch ein Blutung sein, da muss mann ja logischerweise Anders vorgehen, Aber ich bin schlieslich kein Arzt, also kann ich auch nur aus meinen eigenen wissen etwas sagen. Mann muss eben so Schnell wie möglich rausbekommen um welche Art von SA es sich handelt, denn jede Minute die verstreicht sterben mehr Gehirnzellen ab und das Risiko bleibender und schwehrwiegender Schäden steigt mit jeder Minute, Wie gesagt ich kann auch nur aus eigener Erfahrung sprechen,

Vor der Klinikaufnahem kann man, genau genommen, gar nichts machen, weil man erst feststellen muß, ob es sich um ein geplatztes oder verstopftes Blutgefäß handelt.
Würde man auf Verdacht handeln, könnten die Folgen fatal sein.
In der Klinik macht man mit Kernspin- oder Computertomografie zunächst die Unterscheidung.
Handelt es sich um eine Hirnblutung, kann man je nach Lage der Blutungsquelle einen Clip setzen. Das ist aber auch ein Glücksspiel, weil sich einerseits der Blutungsdruck vermindert aber andererseits Hirnregionen
von der Durchblutung abgeschnitten werden können.
Das kann aber nur in Spezialkliniken durchgeführt werden!
Bei einer Gefäßverstopfung gibt man per Spritze oder Infusionen Medikamente zur Auflösung von Blutgerinnseln. Der Erfolg hängt davon ab, wie lange das Gerinnsel schon besteht. Je länger, desto schlechter!
Daher neigt man heute dazu, wenn es Hinweise gibt, daß
es sich höchstwahrscheinlich um einen Verstopfung handelt, schon als Notarzt ein solches Medikament zu
spritzen.

Also gegenüber einem Herzinfarkt hat der Notarzt begrenzte Möglichkeiten bei einem Schlaganfall. Er muss je nach Verlauf und Stärke des Schlaganfalls Atmung, Kreislauf und Bewusstsein wiederherstellen. Unter anderem benötigt er dazu Sauerstoff und kreislaufstabilisierende Medikamente, Kochsalz als Infusion und manchmal muss er auch Blutdruck und Blutzucker einstellen, dann werden blutdrucksenkende Medikamente gegeben und meist Kochsalz oder Elektolyte mit Glucose gegeben. Durch die Gabe der Flüssigkeit wird auch schon mal der Blutfluss besser, das das Blut ein wenig dünner wird.
Ist der Patient stabil muss der Notarzt so schnell wie möglich in ein Krankenhaus, am besten mit einer Stroke unit, einer Station spezialisiert für Schlaganfälle.
Es gibt die Regel der goldenen Stunde. Innerhalb dieser Stunde nach dem der Schlaganfall passiert ist, sollte die Durchblutung wiederhergestellt sein, da sonst die Schäden meist Schwerwiegender und oft auch nicht mehr rückgängig zu machen sind. Sprich je länger es dauert, desto mehr Hirnzellen gehen flöten.
Ist der Patient auf schnellstem Weg in der Schlaganfallstation angekommen, wird er sofort in ein MRT oder CT gebracht. Es muss die Ursache geklärt werden sprich ob es ein Gefäßverschluß oder eine Blutung ist. Außerdem wird das Außmaß des Schadens erneut aufgenommen, alle Reflexe werden durchgetestet und der PAtient wird die ganze Zeit flach gehalten, damit der Blutdruck nicht weiter ansteigt.
Ist alles erkannt, alles notiert, dann kann mit der Behandlung begonnen werden.
Eine Blutung kann manchmal mit Medikamenten behandelt werden, sprich Blutdrucksenker etc., oft muss aber auch, um weiteren Schaden zu verhindern die Blutung operiert werden. Wichtig ist aber auch hier sehr früh heißt bereits auf der Intensivstation mit der Physio zu beginnen, damit das Hirn neu lernen kann, was es vergessen hat. Oft bedeutet es, das bereits Ergo-, Physiotherapeuten wie auch Logopäden am Krankenbett mit den PAtienten arbeiten.
Bei einem verschlossenen Gefäß gibt es ebenso mehrere Möglichkeiten, beide sind aber nicht Komplikationsfrei.
Nummer eins wäre die Lyse-Therapie die auch bei Thromben und HErzinfarkt eingesetzt werden kann. Hier sollte sie wenigstens 3 Stunden nach den ersten Symptomen benutzt werden. Dabei werden dem Patienten Enzyme gespritzt, die den Pfropfen, der den Verschluss auslöste, auflösen. Ist es wirklich erst bis 3 Stunden nach dem Vorfall, wird ein Enzym über die Vene gegeben, dass den Pfropf auflösen kann, der das Gefäß verstopft. Ist es bis 6 stunden nach dem Vorfall, kann es unter Röntgenkontrolle lokal impliziert werden,weil ein Katheter direkt zum Pfropf vorgeschoben wird.
Lokal ist es aber nicht in jeder Klinik möglich, da es einen erfahrenen Arzt benötigt, der sich sicher ist, in dem was er da tut.
Hinzu kommt, das die Lysetherapie nicht für jeden geeignet ist. Sie verdünnt das Blut im gesamten Körper.Deshalb wird immer erst die Ursache des Hirnschlags ermittelt. Bei sehr großen Schlaganfällen kann es auch nach dem Verschluss zu größen Blutungen kommen. Ebenso dürfen Patienten mit einem Leberschaden, Patienten die Blutverdünner nehmen, Patienten nach schweren Reanimationen, Schwangere,Patienten mit Blutdruck über 180 zu 90 und Patienten mit bestimmten Infektionen diese Therapie nicht erhalten.Es kann aber auch ASS als leichter Blutverdünner gegeben werden und das sogar schon bei Zeiten, also schon gleich nach der Diagnose.
Man kann nur hoffen das die Lyse durchführbar ist, damit hat man die beste Chance auf Genesung. Sonst kann man nur noch die Symptome bekämpfen und hoffen, das sich das Gehirn erholt. Zum Beispiel wird bei zu hohem Hirndruck ein Stück der Schädeldecke entfernt. Dies wird wieder eingesetzt, sobald der Druck normal ist. Die Reha ist wichtig, da sich die NErvenbahnen neu bilden können, aber dazu muss die Physio eben so schnell wie möglich beginnen. Hoffe es ist nur intressehalben. LG pillendreher

Was kann man als Rettungsassistent oder Notarzt mit einem Schlaganfallpazienten machen,außer ihn in eine Klinik zu bringen, und was passiert dann in der Klinik (Medikamente,etc.)?

Hallo „Der Simonator“,

zur Beantwortung Deiner Frage zitiere ich über weite Strecken Herrn Prof.Dr.P.Sefrin, Uniklinik Würzburg

In jeder Stunde ohne Behandlung verliert das Gehirn so viele Neuronen, wie es sonst bei normaler Alterung in 3,6 Jahren der Fall ist. Der Schlaganfallpatient sollte spätestens nach 3 Std. einer Lysetherapie in der Klinik zugeführt werden.

Im Rettungsdienst sollte ein qualifiziertes Team in einem Rettungswagen (RTW) – ein Krankentransportwagen (KTW) ist nicht ausreichend – eingesetzt werden. Jeder Patient benötigt einen i.v.-Zugang und sollte Sauerstoff angeboten bekommen, wenn die O 2 -Sättigung