Hallo,
gestern ist mein Sohn(2Jahre) dumm gefallen und war kurz bewusstlos. Danach halt er gebrüllt und den Arm nicht mehr bewegt.
Darauf hin habe ich die 112 gerufen. Hab kein Auto und mit der U-Bahn brauch ich fast 40 Min ins KH.
Jetzt wollte der erst keinen Wagen schicken. Hab ich da jetzt irgendwie zu viel erwartet? Die Bewusstlosigkeit deutet für mich erst mal auf Gehirnerschütterung und darum wollte ich möglichst schnell ins KH. Na jedenfalls hab ich zweimal deutlich gebeten einen Wagen zu bekommen, da hat er mir versprochen „heute noch“ einen zu schicken.
Der war dann aber doch ganz schnell da.
Im KH war das Kind dann kaum ansprechbar. Hat nicht reagiert und eine Schonhaltung eingenommen. Trotzdem musste ich 2,5 Std. warten. Bin ich jetzt überängstlich, oder war das nicht ein wenig lange?
Natürlich wurden wir stationär aufgenommen und ab da wurde das Kind jetzt Std. geweckt und überwacht.
Heute Mittag wurde er dann auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin geröngt und, welch Überraschung, das Schlüsselbein ist gebrochen.
Ohne weitere Behandlung (Rucksackverband, Kontrolltermin?) wurden wir anschließend entlassen.
Und jetzt? Am Montag ab zum Kinderarzt. Und bis dahin? Ich hab nicht mal einen Entlassbrief bekommen. Bisschen doof.
Muss ich noch irgendwas beachten?
Gruß Lulea
Hallo,
tut mir leid was da passiert ist. Ich kenne das nur zu gut, die Ängste die man da als Mutter aussteht! ‚Witzigerweise‘ haben andere Eltern auf dem Krankenhausflut immer Kommentare parat wie „Ach das sind halt Jungs, meiner bricht sich einmal pro Jahr was“ - wenn man gerade völlig mit den Nerven runter ist.
Hier in München ist es eigentlich so, dass die Erwähnung von Bewusstlosigkeit den Krankenwagen erheblich beschleunigt. Ich dachte immer das wäre allgemein so, denn die Bewusstlosigkeit kann auf schlimmeres hinweisen und das ist ja nicht nur in Bayern so.
Ich würde da nochmal nachfragen wenn du dich beruhigt hast, denn ich kann verstehen dass du da ziemlich verärgert warst.
Mit der langen Wartezeit in der Klinik … ja das kenne ich auch. Meine Tochter hatte mit 2 einen komplizierten Trümmerbruch am Bein und lag dann fast 3 Stunden jammernd und wimmernd in der Notaufnahme herum, bis endlich ein Anästhesist Zeit hatte für die OP. Aber das ist schon lange her (18 Jahre), daher hatte ich irgendwie gedacht das hätte sich inzwischen verbessert - scheinbar nicht.
Sprich das an. So würde ich es machen. Frage nach, freundlich aber bestimmt, wie es sein kann dass das alles so lange dauert, gerade bei kleinen Kindern, denen kann man sehr schwer klarmachen warum das sich so hinzieht. Viele Kliniken haben auch „Beschwerdestellen“ - vielleicht wäre das ein Option?
Gute Besserung!
DM
Hallo Lulea,
ich nur etwas zu den Wartezeiten in der Notfallambulanz in einem Suttgarter Krankenhaus sagen.
Ich war mit einem Trümmerbruch am Handgelenk dort. Musste ebenfalls 2 Stunden warten, trotz tierischer Schmerzen und niemand kümmerte sich um mich. Was heisst kümmern - es war definitiv keinerlei Ansprechpartner da!
Hinterher habe ich erfahren, dass wenige Minuten vor mir ein verunglückter Motorradfaher eingeliefert wurde, der dann leider an einem Schädel-Hirn-Trauma noch in der Notfallaufnahme verstarb.
Für Dich und Deinen Sohn tut es mir Leid, dass Ihr so lange warten musstest. Ich kann Dich verstehen. Aber manchmal gibt es noch schlimmere Fälle und leider zu wenig Personal.
Liebe Grüße
Maralena
Hallo,
das ist ärgerlich und verständlich.
Eine Notaufnahme ist eine NOTaufnahme und wird oft gerade am Wochenende missbraucht. Da kommen bringen Eltern ihre Kinder, weil sie Husten haben, eine Fußfehlstellung oder leichtes Fieber. Oftmals sind es keine Notfälle und können oft bis Montag warten, wo sie zum Kinderarzt gehen können.
Dann richten sich die Wartezeiten für die Aufnahme und für die Behandlungen nach Dringlichkeit (zuerst Wiederbelebung und zuletzt den Keuchhusten).
Bei euch würde ich mal sagen, war es aber durchaus ein Notfall. Die Verzögerung der Abholung und die schleppende Behandlung und die dilettantische Entlassung würde ich an eurer Stelle nicht so stehen lassen. Geht gleich Montag früh zum Kinderarzt und bittet ihn darum die notwendigen Unterlagen beim Krankenhaus anzufordern - manchmal funktioniert die Kommunikation unter Ärzten besser.
Also erst um die Versorgung des Kindes kümmern. Dann würde ich aber nochmal nachhaken und einen gepfefferten Brief an die Krankenhausverwaltung schicken (und setzt die Ärztekammer in cc).
Viele Grüße
Hallo,
es ist natürlich immer dumm wenn so was passiert.
Ich habe während meiner Studienzeit selbst in einer Leitstelle gearbeitet und wir wurden immer drauf getrimmt wenn es um Kinder oder Bewustlosigkeit (und noch einige andere Indikationen) ging mit Nachdurck einen RTW oder NAW zu schicken!
Keine Ahnung was in München gestern Nacht los war, aber es kann echt sein das alle Wagen unterwegs sind!
Die Ängste die du hattest sind eine Schutzfunktion deinem Kind gegenüber und das ist auch richtig so, lieber einmal RTW zuviel gerufen!
Zur Situation in der Notaufnahme (hab bis letzte Woche selbst in einer Klink gearbeitet) wenn ich „Kind“ und auch noch „2 Jahre“ gehört hab, hab ich mir wenns ging die Zeit genommen! Aber manchmal ist es einfach so, dass dann genau noch ein Herzinfarkt, ein schwere Unfall oder was auch immer dazu kam!
Gibts bei euch keine Kinderambulanz? Da geht man viel besser auch auf die Ängste der Eltern ein!
Oft ist es leider auch so, dass die Dame am Empfang „Dienst nach Vorschrift“ macht und du als Arzt bekommst davon leider nichts mit!
Das fand ich immer sehr sehr schade und das hat mich auch mitunter dazu gebracht die Klink zuwechseln.
Schreib einen netten Bief an den Patientenfürsprechen und erwarte eine Stellungnahme und nehm deinen Jungen gleich morgen früh mit zum Kinderarzt!
Noch eins zum Schluss, es gibt nichts schlimmeres wie Samstags 22.30 Uhr „die Jungs haben Fieber“ auf die Frage wie hoch und seit wann, dann " 37,5 seit Donnerstag Abend". Da kommst du dir nämlich echt verdammt blöd vor!
Gruß Jule
Hallo Jule,
das war sogar das Kinderkrankenhaus hier in Stuttgart. *grummel*
Es ist schon klar, dass es richtig schlimme Notfälle geben kann. Aber ein Junge der vor und dran gekommen ist, obwohl er nach uns gekommen ist, hatte lediglich einen Insektenstich. Allerdings kamen die Familie gerade aus dem Urlaub und Mama hatte Sorge es könnte eine exotische Mücke gewesen sein.
Da könnt ich mich echt drüber aufregen.
Und es ist sicher nicht leicht für die Ärzte/ Rettungsanis usw. einzuschätzen welche Mama jetzt nur hysterisch ist- siehe Fieber- und welchem Kind es jetzt echt schlecht geht.
Aber wenn das Kind nicht ansprechbar ist und sich seit 2 Std. kaum beweget hat, dann wäre selbst ein Laie vorsichtig…
Aber du hast Recht, ich werde einfach mal bei der Klinikleitung vorsichtig nachfragen. Vielleicht haben die ja eine Erklärung. Vielleicht war ja auch was, was ich einfach nicht mitbekommen habe.
Nur muss ich vielleicht mal wieder in dieses Kinderkrankenhaus. Und da will ich nicht mit so neg. Vorurteilen hin gehen.
Gruß
Hallo,
gestern ist mein Sohn(2Jahre) dumm gefallen und war kurz
bewusstlos. Danach halt er gebrüllt und den Arm nicht mehr
bewegt.
Darauf hin habe ich die 112 gerufen.
Das war auch richtig so. Selbst wenn Du ein Auto gehabt hättest.
Jetzt wollte der erst keinen Wagen schicken.
Zumindest darauf kann ich Dir ganz klar sagen:
Wenn ein Anrufer dem Leitstellenmitarbeiter sagt:
„2jähriges Kind nach Sturz kurz bewusstlos, bewegt Arm nicht mehr.“
dann hat der ein Auto zu schicken - auch ohne Diskussion.
Da, wo ich gearbeitet hatte, wäre ein Rettungswagen und ein Notarzt alarmiert worden, beide „mit Blaulicht“.
Wie das im KH gelaufen ist, kann ich schlecht bewerten.
Oftmals kommt da das Personal (vor allem am WE wird das auch regelmäßig überlastet sein) zu einer anderen Einschätzung der Situation als man selbst.
Hallo,
ich finde du hast es genau richtig gemacht in dem du auf den RTW beharrt hast. In der Notaufnahme würde bei so einem Fall eventuell etwas Druck bei der Aufnahem helfen. Denn ein Mückenstich ist ja wirklich nicht so tragisch wie ein Kind, dass sich kaum bewegt und vorher aufgrund eines Sturzes bewusstlos war.
Gruß
Samira
Hallo,
ich weiß ja nicht, wie es in Stuttgart ist, aber hier bei uns in Heilbronn streiken die Klinikärzte zur Zeit. Könnte ev. eine Erklärung für die „Abfertigung“ sein.
Übrigens habe auch ich schon Stuuuuunnnnden in der Notaufnahme verbracht, ich kenne das Spiel. Meine Tochter hat bei einer Freundin mal die Hand auf die heiße Herdplatte gelegt, selbst da haben wir ewig warten müssen. Obwohl die Kleine (damals 2) gebrüllt hat wie am Spieß. Erst als andere Patienten lautstark verlangten, dass sie umgehend behandelt wird, tat sich was.
Und mein Sohn kam mit Verdacht auf akute Blinddarmentzündung auch erst nach einer Wartezeit von ca. einer Stunde dran…
Naja. Man kann auch immer nur schwer einschätzen, warum es Wartezeiten gibt, und meistens gibt es sicher gute Gründe (schwerer Unfall usw.), aber als Mutter kommt einem jede Minute wie Stunden vor, wenn das eigene Kind betroffen ist.
Wünsche deinem Sohn gute Besserung.
LG, Conny