Hallo,
wir haben einen Blick auf ein über 10.000qm großes Anwesen
(Wohnhaus mit Stall- u.Scheunengebäude sowie Unterstellhallen)
geworfen, welches zum zweiten mal (Wiederholungstermin) zur
Versteigerung steht.
Wo bekomme ich vor der Versteigerung sämtliche wissenswerte
Informationen zu dem Objekt?
Hallo Bine,
alle Informationen erhältst Du als dem Wertgutachten, das i. d. R. beim für die Versteigerung zuständigen Amtsgericht liegt. Anrufen, Termin bzw. Öffnungszeiten erfragen und hinfahren. Manche AG machen auf Wunsch und gegen Kostenerstattung auch Kopien und schicken diese zu (einfach erfragen). Persönlich hinfahren halte ich für besser, manchmal bringt auch das persönliche Gespräch mit den zuständigen MA zusätzliche Informationen.
Was gibt es bei der Versteigerung zu beachten?
10 % des Verkehrswertes lt. Wertgutachten muß der Interessent mittels beglaubigtem Bankscheck dabei haben, um erforderlichenfalls (habe es bisher nie anders erlebt) auf Wunsch eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Personalausweis oder Reisepass als Legitimation, da nur unter dieser Voraussetzung Dein Gebot überhaupt angenommen wird. Unbedingt vorher eine absolute Höchstgrenze festlegen: Bis dahin und auf keinen Fall weiter. Notarkosten fallen nur an, wenn Du die Bank mit ins Boot nehmen möchtest/musst, ansonsten wird der Kauf von Amts wegen im Grundbuch eingetragen, wenn Du den Zuschlag erhältst.
Für den Fall, dass Du den Zuschlag bekommst: Vorher schon mal versicherungstechnisch klären Kosten für Wohngebäudeversicherung bzw. alles was damit im Zusammenhang steht. Denn mit dem Zuschlag bist Du Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten: Brennt das Anwesen Du Blitzschlag in der ersten Nacht Deiner Eigentümerschaft ab - DEIN PECH.
Nach Zuschlagserteilung wird es einen sogenannten VErteilungstermin geben. Zu diesem hat allerspätestens das Geld von Dir oder der Bank beim Amtsgericht zu sein. Wenn nicht, trägt das AG eine Zwangshypothek ein. Also noch vor dem Versteigerungstermin verbindlich mit der Bank klären, welche Konditionen zu tragen kommen. Persönlichen Ansprechpartner bei der Bank rechtzeitig vor dem Termin wegen der evtl. Banküberweisung nochmals kontaktieren. Und möglichst vor dem Verteilungstermin beim AG nochmals klären, ob das Geld eingegangen ist. Kein Scherz - bei mir hatte das AG das Geld der Bank fälschlicherweise auf ein falsche Konto gepackt, durch den netten Amtsrichter und die kompetente MA der Bank konnte einen Tag vor dem VErteilungstermin das Missgeschick noch geklärt werden.
Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu, wenn man ein (so
großes) Grundstück hat?
Grundsteuer, Versicherungen, Müllgebühren, Wasser- und Abwassergebühren. Evtl. Straßenreinigungskosten. Strom.
Und die restlichen Kosten richten sich - wie Gandalf schon schrieb - nach der geplanten Nutzung und natürlich auch nach dem Bauzustand der Aufbauten.
Das müsste es im großen und ganzen fürs erste gewesen sein.
Viel Glück wünscht BM