Ersteigerung eines großen Anwesens - was beachten?

Hallo,

wir haben einen Blick auf ein über 10.000qm großes Anwesen (Wohnhaus mit Stall- u.Scheunengebäude sowie Unterstellhallen) geworfen, welches zum zweiten mal (Wiederholungstermin) zur Versteigerung steht.

Wo bekomme ich vor der Versteigerung sämtliche wissenswerte Informationen zu dem Objekt?

Was gibt es bei der Versteigerung zu beachten?

Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu, wenn man ein (so großes) Grundstück hat?

Vielen Dank schonmal - bei googeln bin ich leider nicht fündig geworden…

Hallo Bine,

Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu, wenn man ein (so
großes) Grundstück hat?

von - bis.
Was möchtest Du mit dem Grundstück machen?
Brach liegen lassen oder als Weide nutzen?
Kosten nahe Null.

Einen riesigen Ziergarten mit vielen pflegeintensiven Pflanzen anlegen?
Wenn das dann ein Gärtner pflegen muß, mehrere k€ pro Monat.

Gandalf

Hallo,

wir haben einen Blick auf ein über 10.000qm großes Anwesen
(Wohnhaus mit Stall- u.Scheunengebäude sowie Unterstellhallen)
geworfen, welches zum zweiten mal (Wiederholungstermin) zur
Versteigerung steht.

Wo bekomme ich vor der Versteigerung sämtliche wissenswerte
Informationen zu dem Objekt?

Hallo Bine,
alle Informationen erhältst Du als dem Wertgutachten, das i. d. R. beim für die Versteigerung zuständigen Amtsgericht liegt. Anrufen, Termin bzw. Öffnungszeiten erfragen und hinfahren. Manche AG machen auf Wunsch und gegen Kostenerstattung auch Kopien und schicken diese zu (einfach erfragen). Persönlich hinfahren halte ich für besser, manchmal bringt auch das persönliche Gespräch mit den zuständigen MA zusätzliche Informationen.

Was gibt es bei der Versteigerung zu beachten?

10 % des Verkehrswertes lt. Wertgutachten muß der Interessent mittels beglaubigtem Bankscheck dabei haben, um erforderlichenfalls (habe es bisher nie anders erlebt) auf Wunsch eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Personalausweis oder Reisepass als Legitimation, da nur unter dieser Voraussetzung Dein Gebot überhaupt angenommen wird. Unbedingt vorher eine absolute Höchstgrenze festlegen: Bis dahin und auf keinen Fall weiter. Notarkosten fallen nur an, wenn Du die Bank mit ins Boot nehmen möchtest/musst, ansonsten wird der Kauf von Amts wegen im Grundbuch eingetragen, wenn Du den Zuschlag erhältst.
Für den Fall, dass Du den Zuschlag bekommst: Vorher schon mal versicherungstechnisch klären Kosten für Wohngebäudeversicherung bzw. alles was damit im Zusammenhang steht. Denn mit dem Zuschlag bist Du Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten: Brennt das Anwesen Du Blitzschlag in der ersten Nacht Deiner Eigentümerschaft ab - DEIN PECH.

Nach Zuschlagserteilung wird es einen sogenannten VErteilungstermin geben. Zu diesem hat allerspätestens das Geld von Dir oder der Bank beim Amtsgericht zu sein. Wenn nicht, trägt das AG eine Zwangshypothek ein. Also noch vor dem Versteigerungstermin verbindlich mit der Bank klären, welche Konditionen zu tragen kommen. Persönlichen Ansprechpartner bei der Bank rechtzeitig vor dem Termin wegen der evtl. Banküberweisung nochmals kontaktieren. Und möglichst vor dem Verteilungstermin beim AG nochmals klären, ob das Geld eingegangen ist. Kein Scherz - bei mir hatte das AG das Geld der Bank fälschlicherweise auf ein falsche Konto gepackt, durch den netten Amtsrichter und die kompetente MA der Bank konnte einen Tag vor dem VErteilungstermin das Missgeschick noch geklärt werden.

Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu, wenn man ein (so
großes) Grundstück hat?

Grundsteuer, Versicherungen, Müllgebühren, Wasser- und Abwassergebühren. Evtl. Straßenreinigungskosten. Strom.
Und die restlichen Kosten richten sich - wie Gandalf schon schrieb - nach der geplanten Nutzung und natürlich auch nach dem Bauzustand der Aufbauten.

Das müsste es im großen und ganzen fürs erste gewesen sein.

Viel Glück wünscht BM

Hallo,

die Kosten für so ein großes Grundstück sind nicht unerheblich. Ich gehe mal davon aus, daß es sich um ein landwirtschaftliches Grundstück handelt. Je nach Zustand der Gebäude kommen evtl. höhere Unterhaltskosten auf Euch zu, wir haben vor ca. 2 Jahren einen neuen Dachstuhl auf eine Scheune gemacht, Kosten ca. 30.000,00 €. Gebäudeversicherungen z. B. ca. 800,00 €/Jahr. Grundsteuer etc.

Zu Beachten ist auch, ob der komplex komplett geräumt ist, ansonsten können noch größere Entsorgungskosten auf Euch zukommen. Auch zu beachten ist der Zeitaufwand für die Pflege des Komplexes. Ihr müßt schon bereit sein oft mehrere Stunden täglich zu investieren, bei so einem Anwesen fällt immer Arbeit an. Wir zum Beispiel brauchen schon einen ganzen Abend zum Rasenmähen, Hofkehren braucht auch 1-2 Stunden, dann kommen noch die ganzen Bauerhaltungsmaßnahmen dazu…

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß mir ein normales Einfamilienhaus oft lieber wäre, da sind die finanziellen Kosten überschaubarer und man hat auch öfter mal Zeit sich in seinen Garten zu setzen.

Gruß
Tina

Auf die Gefahr hin als Spielverderber zu gelten:
Jemand der derartige Fragen stellt, zeigt, dass ihm die Materie fremd ist. Jemand dem die Materie fremd ist, sollte sich eines Fachmannes bedienen, wenn er sich in ein solches Abenteuer stürzen möchte und nicht den Weg des größten Risikos alleine gehen wollen.
Mein Rat: Finger weg !

vnA

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Danke für Eure Antworten!!!
Danke vor allem an Tinchen - es ist doch immer am Besten, wenn man von Leuten hört, die ähnliches schon hinter sich haben!

Ich habe auch schon gelesen, dass man bestenfalls vorher schon bei 1-2 Versteigerungen Erfahrungen durch Beobachten sammeln soll. Das werden wir bei Gelegenheit tun.

Wir haben schon Eigentum (Haus mit Garten), mein Vater wollte jedoch schon immer einen alten Bauernhof oder ähnliches, wo er seinen „Fuhrpark“ unterstellen (Sommerauto, Motorräder) und Reparaturen durchführen kann. Er plant auch mit seinem Kumpel eine Werkstatt zu führen und gewerblich Reparaturen zu tätigen. Hierzu wäre auf dem Grundstück die Möglichkeit gegeben.

Zudem ist ein kleineres Haus mit drauf, dass vermietet werden könnte.

Auch können PKW´s, Wohnwägen etc. z.B. zum Überwintern untergestellt werden.

Vielleicht gibt es noch den ein oder anderen mit Erfahrungen, Tipps, Hinweisen etc.?!

Danke und eine schöne Restwoche!

Moin,

Wir haben schon Eigentum (Haus mit Garten), mein Vater wollte
jedoch schon immer einen alten Bauernhof oder ähnliches, wo er
seinen „Fuhrpark“ unterstellen (Sommerauto, Motorräder) und
Reparaturen durchführen kann. Er plant auch mit seinem Kumpel
eine Werkstatt zu führen und gewerblich Reparaturen zu
tätigen. Hierzu wäre auf dem Grundstück die Möglichkeit
gegeben.
Auch können PKW´s, Wohnwägen etc. z.B. zum Überwintern
untergestellt werden.

Vielleicht gibt es noch den ein oder anderen mit Erfahrungen,
Tipps, Hinweisen etc.?!

Ich würde vorab auch mal mit dem zuständigen Planungs- und Bauamt sprechen. Nicht jede Nutzung ist im Aussenbereich zulässig. Werkstätten sind genehmigungspflichtig und umweltrechtlich nicht unproblematisch.

Danke und eine schöne Restwoche!

Bitte
vnA