Hallo Efchen,
Wenn jemand zu Dir sagt: „Was hat es für einen Ladenbesitzer
für Sportartikel für einen Sinn, wenn ein Rolsltuhlfahrer
seinen Laden nicht betreten kann, weil drei Treppenstufen vor
der Tür sind?“ würdest Du Dich vermutlich tierisch über so
viel Nächstenliebe und Gleichberechtigung aufregen. Warum soll
das im WWW anders sein (öffentlich zugängliche Website immer
vorausgesetzt)?
Eine private Webseite mit einem Gewerblichen Betrieb zu vergleichen, finde ich doch ziemlich übertrieben. Wenn ein Privatmensch Seiten für Verwandte online stellt, lädt er nicht automatisch alle Menschen der Welt zu sich ein. Theoretisch ist die Seite für alle auffindbar, aber der Rest der Welt ist diesem Menschen ja egal. Also warum ihn zwingen, diesen Rest zu berücksichtigen.
Ich habe hier im Haus manchmal meine Wohnungstür geöffnet, und wer im Haus möchte, kommt auf einen Kaffee rein. Den Vorwerkvertreter habe ich aber auf der Schwelle abgewimmelt, und im Flur liegt oft meine Tasche, an der kein Rollstuhlfahrer problemlos vorbeikommt und über die eine Blinde womöglich fallen würde.
Schande auf mein Haupt, weil ich Barrieren im Flur baue???
Ich denke nicht.
Man kann nicht ersthaft verlangen, dass jeder Gartenbesitzer
eine Gärtnerlehre machtNicht, solange er in seinem privaten Garten rummacht.
jeder Autofahrer ersteinmal
Kfz-Meister werden mussAber jeder Autofahrer muss einen Führerschein machen!
oder jemand der nur ein paar Bilder
und Osterwünsche für die Liebsten ins Web stellen will, sich
über Jahre das Handwerkszeug professioneller Webdesigner
aneignet.Muss er nicht. Er kann auch einfach jemanden beauftragen, das
für ihn zu machen, oder er nutzt einen der vielen Angebote für
Fotoalben. Wahrscheinlich muss er dann dafür zahlen. So ist
das im Leben.
Nein. Er MUSS auch niemanden beauftragen oder viel Geld ausgeben. Er darf seine Inhalte ins Netz stellen, wie er möchte, auch wenn sie nicht oder nicht gut funktionieren.
Man wird auch kein Waschbecken selbst anbringen, wenn man
keine Ahnung davon hat, wird keinen Teich ausheben, ohne sich
vorher informiert zu haben und auch nicht glauben, dass Bücher
von einem Laien geschrieben, zu Bestsellern werden.
Ja genau, und die Familienseiten haben auch gar keinen Anspruch, Bestseller zu werden. Zielgruppe ist die Familie, und wer sich sonst darauf verläuft, darf wieder gehen, wenn es nicht gefällt. Es kümmert den Anbietenden ja auch gar nicht. Diese Menschen interessieren ihn nicht.
Fazit: Pech gehabt, dass er die Chance verpasst, doch einen Bestseller zu landen.
Und schau mal, sogar Du als jemand, der hier wie ein Profi erscheint, hast in Deiner Miniplatzhalterseite mit nicht mal 600 Zeichen (aus Deinem Profil) einen MimeType (text/html) benutzt, der für Deinen DocType (XHTML 1.1) gar nicht gültig ist. Das gibt auch der W3C-Validator als Warnung aus. Dann fehlen meines Erachtens im HTML-Tag die Angaben xml:lang=„de“ und lang=„de“, und im Bild ein adäquater alternativer Text, der den Bildinhalt ordentlich beschreibt. Beides sind Bedingungen der Barrierefreien IT-Verordnung.
Dies sind nur Kleinigkeiten, aber sie zeigen, dass auch ein Profi mal schnell die Barrierefreiheit und W3C-Validität vergisst. Ich selbst mache auch ständig solche Fehlerchen und Unachtsamkeiten mit meinen Inhalten, die ich alle halbe Jahr mal wieder korrigiere.
Wer will es also einem Laien, der gerade mal Inhalte tippen bzw Fotos von der Digicam auf einen PC übertragen kann, verdenken, dass er eine technisch schlechte Webseite baut?
Viele Grüße
A