Hallo,
ich habe heute mein Ausbildungszeugnis bekommen. Da ich während der Ausbildung öfters in unterschiedl. Kategorien „beurteilt“ wurde (laut AG soll mit den Aussagen „liegt über“, „entspricht voll“, „entspricht“, „entspricht in Teilbereichen“ und „liegt unter“ nicht auf Noten geschlossen werden; m. E. entsprechen diese Aussagen aber den Noten 1-5), kann ich ziemlich genau sagen, welche „Formulierungen“ mir im Zeugnis zustehen. Nur kann ich einige der Formulierungen nicht genau einordnen.
Hier der Text des Zeugnisses:
Frau Manuela Muster,
geboren am […] in A,
wurde am […] als Auszubildende mit dem Berufsziel
Chemielaborantin
in unserem Werk eingestellt. Sie durchlief eine auf zwei Jahre verkürzte betriebliche Ausbildung im Rahmen der kooperativen Ingenieurausbildung der Hochschule XY und der Industrie- und Handelskammer YZ.
In den Abteilungen
x
y
z
eignete sie sich die nach der gültigen Ausbildungsordnung vorgeschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten an.
Die im berufspraktischen Teil der Ausbildung gestellten Aufgaben löste sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Mit rascher Auffassungsgabe und großem Fleiß erwarb sie hervorragende Fachkenntnisse.
Das persönliche Verhalten und die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und Kollegen waren einwandfrei.
Mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung am xy. Juni 2008 vor der IHK […] wurde von Frau Muster die Ausbildung abgeschlossen.
Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg.
Folgendes schätze ich auf Note 2:
-Die im berufspraktischen […} stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
-Das persönliche Verhalten […] waren einwandfrei.
Stimmt das?
Steckt in dem ersten Teil „Frau Manuela Muster […] Fertigkeiten an.“ überhaupt eine Wertung? Wie sieht das mit dem zweitletzten Satz „Mit einer erfolgreichen […] die Ausbildung abgeschlossen.“ aus? Steckt da eine Wertung drin?
Wie schätzt ihr die Beschreibungen
-großer Fleiß
-rasche Auffassungsgabe und
-hervorragende Fachkenntnisse
ein?
Und den Schlusssatz?
Da sich nur über den Zusammenhang der Tätigkeit das wahre Bild Deiner Ausbildung ergibt, kannst Du davon ausgehen, daß eine genauere Analyse mehr Kaffesatzleserei ist.
Mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung am xy. Juni 2008 vor der IHK […] wurde von Frau Muster die Ausbildung abgeschlossen.
Also Note 4?
Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg.
danke für die Antwort.
Ich dachte die Abteilungen wären unwichtig für die Zeugnis"begutachtung".
Also hier dann die Abteilungen:
-Naturwissenschaftliche Berufsausbildung
-Analytik - Freigabeanalytik
-Kautschukchemikalien - Anwendungstechnik und Produktentwicklung
Ich hab die Ausbildung mit einer guten Zwei abgeschlossen…
Zum Schlusssatz:
Müsste da dann noch ein „weiterhin“ hin?! Oder warum die Aussage „was sie bei uns nie hatte.“?
Ich dachte die Abteilungen wären unwichtig für die Zeugnis"begutachtung".
Nein, denn sie sagen dem künftigen Arbeitgeber sehr viel darüber, ob der vergangenen Tätigkeit eine Struktur zugrunde liegt.
Wenn das nicht der Fall ist, bedeutet das möglicherweise, dass man Mist gebaut hat und deswegen „umgeschichtet“ wurde.
Die gelisteten passen aber irgendwie zusammen.
Ich hab die Ausbildung mit einer guten Zwei abgeschlossen…
Das steht aber nicht im Zeugnis, oder?
„Erfolgreich“ ist alles ab 4.
Um besser zu sein bräuchte man schon mindestens „mit gutem Ergebnis abgeschlossen“
Müsste da dann noch ein „weiterhin“ hin?! Oder warum die Aussage „was sie bei uns nie hatte.“?
Danke für die erneute Antwort.
Ich werde mal versuchen ein neues Zeugnis zu bekommen.
Insgesamt fehlen mir auch irgendwie Aussagen zur Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit,… Was meint ihr?
Könnt ihr vielleicht zu den folgenden Fragen auch noch etwas sagen?
Folgendes schätze ich auf Note 2:
-Die im berufspraktischen […} stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
-Das persönliche Verhalten […] waren einwandfrei.
Stimmt das?
Steckt in dem ersten Teil „Frau Manuela Muster […] Fertigkeiten an.“ überhaupt eine Wertung?
Wie schätzt ihr die Beschreibungen
-großer Fleiß
-rasche Auffassungsgabe und
-hervorragende Fachkenntnisse
ein?
entweder du stellst hier das komplette Zeugnis rein oder du lässt es ganz bleiben!
Die Interprätation von aus dem Zusammenhang gerissenen Details ist fast immer ohne Wert.
Wie schätzt ihr die Beschreibungen
-großer Fleiß
-rasche Auffassungsgabe und
-hervorragende Fachkenntnisse
ein?
Hallo,
ich habe das komplette Zeugnis doch schon im ersten Artikel gepostet bzw. später noch vervollständigt:
Frau Manuela Muster,
geboren am […] in A,
wurde am […] als Auszubildende mit dem Berufsziel
Chemielaborantin
in unserem Werk eingestellt. Sie durchlief eine auf zwei Jahre verkürzte betriebliche Ausbildung im Rahmen der kooperativen Ingenieurausbildung der Hochschule XY und der Industrie- und Handelskammer YZ.
In den Abteilungen
Naturwissenschaftliche Berufsausbildung
Analytik - Freigabeanalytik
Kautschukchemikalien - Anwendungstechnik und Produktentwicklung
eignete sie sich die nach der gültigen Ausbildungsordnung vorgeschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten an.
Die im berufspraktischen Teil der Ausbildung gestellten Aufgaben löste sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Mit rascher Auffassungsgabe und großem Fleiß erwarb sie hervorragende Fachkenntnisse.
Das persönliche Verhalten und die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und Kollegen waren einwandfrei.
Mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung am xy. Juni 2008 vor der IHK […] wurde von Frau Muster die Ausbildung abgeschlossen.
Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg.
Zu nichts im Stande
Faul
Mässig begabt.
Was haben diese Aussagen mit „großem Fleiß“, „rascher Auffassungsgabe“ und „hervorragenden Fachkenntnissen“ zu tun?
Kurz zum Zeugnis: es fehlen konkret genannte Erfolge
wurde am […]
…wann ?
Die im berufspraktischen Teil der Ausbildung gestellten
Aufgaben löste sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Wg. der nicht genannten Erfolge kann das genauso heissen, dass man ganz leichte Aufgaben bekommen hat und es für mehr nicht gelangt hat…
Mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung am xy. Juni 2008 vor
der IHK […] wurde von Frau Muster die Ausbildung
abgeschlossen.
…mit welchem Ergebnis ?
Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg.
…und warum wird sie nicht übernommen/weiterbeschäftigt ?
…:--------------------------------------------------
Zu nichts im Stande
Faul
Mässig begabt.
Was haben diese Aussagen mit „großem Fleiß“, „rascher
Auffassungsgabe“ und „hervorragenden Fachkenntnissen“ zu tun?
Das man in einem Arbeitszeugnis zwar loben, aber nicht tadeln darf. Da werden eben positive Formulierungen verwendet, die aber aus dem konkreten Kontext heraus das genaue Gegenteil besagen…
Also ich hab meine Ausbildung am 9. August 2006 begonnen… Aber was hat das mit den Formulierungen im Zeugnis zu tun?
Konkrete Erfolge…
Für meine Ausbildung konkrete Erfolge bescheinigt zu bekommen, finde ich problematisch… Unsere Ausbildung bestand aus unterschiedlichen Phasen. Da gab es einmal sogenannte Praktika, die wir als Ausbildungsklasse zusammen im Lehrlabor absolviert haben. Dort erhält man Aufgaben, die dann von uns bearbeitet werden. Es ist dort nicht wirklich viel Spielraum vorhanden „Erfolge zu haben“, außer eben durch gute Noten in den theoretischen Tests (Zeugnis: hervorragende Fachkenntnisse) und praktischen Arbeiten (Zeugnis: Die im berufspraktischen Teil der Ausbildung gestellten Aufgaben löste sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.)
Dann gab es Phasen in unterschiedlichen Betrieben (bei mir eben Kautschukchemikalien und Analytik). Dort hat man tägliche Arbeiten erledigt, die ebenfalls mit einer sogenannten „praktischen Beurteiung“ und einer „theoretischen Beurteilung“ bescheinigt wurde, wie in den Praktika. Diese Beurteilungen bestanden aber nur durch Ankreuzen von „liegt über“, „entspricht voll“, „entspricht“, „entspricht in Teilbereichen“ oder „liegt unter“.
Ein „Prosatext“ wurde dazu nie verfasst.
Das Arbeitszeugnis wurde von der Personalabteilung formuliert. Ich denke es ist ein firmeninternes (es handelt sich um eine sehr große Firma) Standardzeugnis für Azubis. Die Personalabteilung nimmt die erteilten Beurteilungen aus den einzelnen Ausbildungsphasen (Praktika und Betriebe), bildet Durchschnittsnoten und setzt dann die entsprechenden Sätze in das Zeugnis ein.
Konkrete Erfolge dringen also gar nicht bis zum Zeugnisersteller durch…
Dass ich nicht übernommen werde stand von vornherein fest. Ich habe - wie es auch bereits im Zeugnis steht - eine kooperative Ausbildung absolviert. Dass heißt ich habe zwei Jahre zwei Tage pro Woche studiert und an 3 Tagen pro Woche meine Ausbildung absolviert. An diese zwei Jahre (die nun rum sind) schließt sich ein Vollzeitstudium an. Eine Weiterbeschäftigung ist daher nicht möglich, das war von Anfang an klar.
Ich habe in den letzten Tagen schon viel über „Geheimcodes“ etc. in Zeugnissen gelesen.
Aber dass „hervorragende Fachkenntnisse“, „großer Fleiß“ und „rasche Auffassungsgabe“ so negativ gemeint sein könnten, wie Thomas Reiter dies formuliert hatte, habe ich nirgendswo gelesen…
Ich weiß, dass das Zeugnis relativ knapp formuliert ist. Dies ist aber Standard bei uns in der Firma. Jeder Auszubildende hat ein so knapp formuliertes Zeugnis bekommen.
deine ausführlichen Erläuterungen rücken die ganze sache natürlich in ein anderes Licht.
Trotzdem finde ich das Zeugnis im Ganzen gesehen nicht besser als eine Drei. Es fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass die Firma was an dir hatte.
Die Frage ist, woher soll ein zukünftiger AG die genaueren Zusammenhänge denn wissen? Der hat doch nur das Zeugnis vor sich, und nicht mehr.
Dass eine grosse Firma alle Azubis zeugnistechnisch ähnlich behandelt, halte ich für möglich, aber nicht für sehr wahrscheinlich.
Hattet ihr denn wirklich keine Gelegenheit, euch nutzbringend für die Firma einzusetzen? Habt ihr keine kleinen Projekte bekommen, wo man unter Anleitung etwas erreichen kann?
Ich glaube nicht, dass eine Firma aus reiner Selbstlosigkeit Leute ausbildet.
Zeugniscodes:
In deinem Zeugnis sind keine drin.
Codes (…„trug zur Erheiterung der Belegschaft bei…“) sind glaub ich verboten, bin mir aber nicht ganz sicher.
Bei dir sind es „nur“ Formulierungen, die man negativ auslegen kann und wohl wird.
Bist du sicher, dass alle Zeugnisse so sind? Hast du welche gesehen?
wir haben mündlich Zeugnisse verglichen, werden dies aber nochmal durch „Nebeneinanderlegen“ tun. Ich bin mir aber eigentlich sicher, dass alle dieselbe Struktur haben.
Nein, also Projekte hab ich nicht wirklich bekommen…
Natürlich ist eine Drei kein Weltuntergang, aber hier mal meine Durchschnittsnoten in den Beurteilungen (wie gesagt es gab keine richtigen Noten, sondern Begriffe wie „liegt über“ (für mich eine 1) bis „liegt unter“ (für mich eine 5):
Wie lautet denn eigentlich die Überschrift von dem Ding?
Wirklich „Zeugnis“ ???
Oder etwa nur "Ausbildungsnachweis (o.ä.)?
Ich kann deine Interprätation „liegt über“ =1 … …=5
gut nachvollziehen.
Andererseits bin ich mir sicher, dass der Prosatext, den wir von dir haben, als ARBEITSZEUGNIS nur mit Wohlwollen als „Befriedigend“ interprätierbar ist.
Wie könnte das Zeugnis denn besser klingen? Was ist zB wenn ich folgende Sätze (1)-4)) einfügen würde (bzw. der Firma dies vorschlage)/verbessern würde:
„Ihre Arbeitsweise zeichnete sich durch große Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit aus.“ (Ich denke dies kann ich anhand meiner Durchschnittsnoten begründen.)
„Frau Muster war stets sehr lernmotiviert und erwarb mit großem Fleiß und rascher Auffassungsgabe hervorragende Fachkenntnisse.“ („stets sehr lernmotiviert“ eingefügt, s. Durchschnittsnote Lernbereitschaft.)
„Mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung am 30. Juni 2008 vor der IHK […] wurde die Ausbildung von Frau Muster mit gutem Ergebnis abgeschlossen.“ („erfolgreich“ und „gutes Ergebnis“ eingefügt)
„Wir danken für die sehr gute Arbeit und wünschen ihr für das weitere Studium und Berufsleben alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ (Schlussatz im Gesamten modifiziert)
Wie würde dann das Zeugnis „rüberkommen“?
@Thomas: Darf ich mal fragen, ob du selbst „Chef“ bist und Zeugnisse ausstellst? Oder hast du schon viele Arbeitszeugnisse bekommen und kennst dich deshalb gut damit aus? Nur, dass ich das mal einschätzen kann.
Dein allererster Betreff hat uns „Arbeitszeugnis“ suggeriert.
„Ausbildungszeugnis“ entschärft die Situation sicherlich, da jetzt nicht erwartet werden kann, dass du primär die ganze Zeit nützlich gewesen bist.
Trotzdem:
Es fehlen durchweg konkrete Fakten.
Bei Einzelnoten durchweg im 1-2er Bereich muss es Sachen gegeben haben, die verbal erwähnenswert sind.
Hast du die Einzelnoten schriftlich? Dann könntest du die deinen zukünftigen Bewerbungen beilegen und im Anschreiben irgendwas von „im Bereich 1,5“ erwähnen.
Dann könnte das Zeugnis auch so bleiben wie es ist, und die Lage wäre viel entspannter.
Deine Verbesserungsvorschläge werten das Ganze sicherlich auf, aber es bleibt das Problem der fehlenden Substanz.
@Thomas: Darf ich mal fragen, ob du selbst „Chef“ bist und
Zeugnisse ausstellst?
Nein, ganz und gar nicht!
Aufgrund meines beruflichen Werdeganges (5 Jobs und ein längerer Vollzeitlehrgang) hatte ich schon viele Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Ich habe überwiegend im Qualitätsmanagement und in führungsnahen Stabsstellen gearbeitet und kenne die Denkweise von Chefs und die Bedürfnisse von Unternehmen. Einblicke in AG Sichtweisen bzw. deren Probleme mit Mitarbeitern im unmittelbaren Bekanntenkreis runden meine „Kenntnisse“ ab.
Hast du die Einzelnoten schriftlich? Dann könntest du die
deinen zukünftigen Bewerbungen beilegen und im Anschreiben
irgendwas von „im Bereich 1,5“ erwähnen.
Die einzelnen Beurteilungen habe ich schon schriftlich. Nur handelt es sich um acht Beurteilungen mit jeweils zwei Seiten (Vorderseite: Formeller Krams; auf der Rückseite wurde dann für die einzelnen Beurteilungskriterien „liegt über“, „entspricht voll“ usw. angekreuzt.)
Die acht Beurteilungen kann ich schlecht immer bei jeder Bewerbung beilegen.
Ich werde jetzt nochmal mit Mitauszubildenden reden und mich dann mal an meine Ex-Firma wenden.