Erstes Gemüsebeet anlegen

Hallo zusammen,

meine Oma hat mir in Ihrem Garten ein freies Beet angeboten und ich habe spontan beschlossen, dieses Jahr mein allererstes Gemüsebeet anzulegen. Gärtnerische Erfahrung = 0… Am Donnerstag grabe ich um (aktuell wächst auf dem Beet ein Brennessel-Urwald), Omi hilft und erklärt, wie’s geht und was wichtig ist.

Nun würde ich gern schon Saatgut kaufen, um Donnerstag gleich die ersten Sachen einpflanzen zu können. Mögt ihr vielleicht mal meine Vorstellungen kommentieren? Ich weiß leider nicht, was ich jetzt noch aussäen kann, und was nicht, was eher was für fortgeschrittene Gärtner ist, was mir die Schnecken unter Garantie wegfressen usw.

Das Gemüse soll für 2 Personen reichen. Vorgestellt habe ich mir:
rote Beete (am liebsten die Rübenform, nicht die Kugelform)
Spinat
Radieschen
Rucola
Raddicchio
Tomaten (2 Pflanzen?)
Kartoffeln (kann ich einfach Bio-Kartoffeln als „Saatgut“ nehmen?)

Ich freue mich über alle Hinweise, meine Erfahrung muss mit den Jahren erst kommen :smile:

Lieben Gruß,
Inka

Oh, ganz vergessen und mit am wichtigsten: Mangold soll noch auf’s Beet.

Sorry.

Hallo!

Eine wichtige Info enthältst Du uns leider: wie groß ist das Beet? Schatten? Sonne? Beschaffenheit des Bodens?

Gruß, Dani

Hallo Dani,

tja, so genau kann ich das nicht sagen, muss ich gestehen. Ich schätze das Beet grob auf so 2x3m, also eher ein kleines Gemüsebeet. Wenn ich mich richtig erinnere, ist es morgens schattig (Haus im Weg), über den Tag halbschattig (Eiche im Weg) und hat abends dann mal kurz direkte Sonne.
Hm und Erdbeschaffenheit… ich würde sagen guter erdiger Boden (nicht sandig, nicht steinig), auch nicht völlig ausgelaugt, die letzten Pflanzen jenseits von Brennesseln hats vielleicht vor 2 Jahren gesehen, seitdem liegt es brach…

Sorry für die ungenauen Angaben, es ist wie gesagt meine erste echte gärtnerische Erfahrung (von ein paar Kapuzinerkressen und Kräutern auf dem Balkon mal abgesehen…)

)

Gruß,
Inka

Hallo Inka,

tja, so genau kann ich das nicht sagen, muss ich gestehen. Ich
schätze das Beet grob auf so 2x3m, also eher ein kleines
Gemüsebeet.

holla! Du wirst zum Bearbeiten überall mit den Armen hinreichen müssen
(bei meiner Körpergröße würde ICH da einen Mittelgang anlegen)

Wenn ich mich richtig erinnere, ist es morgens
schattig (Haus im Weg), über den Tag halbschattig (Eiche im
Weg) und hat abends dann mal kurz direkte Sonne.

Keine guten Voraussetzungen. Tomaten z.B. sind Sonnenkinder
Kartoffeln … nun ja. btw ist es jetzt für dieses Jahr eher zu spät zum setzen. Du kannst auch nicht einfach Biokartoffeln verwenden.
Außerdem muss ein Kartoffelbeet nach einer Weile angehäufelt werden.
Kartoffeln treiben ihre Knollen direkt unter der Erdoberfläche. Machst Du rund um die Blätter einen Erdhaufen, wachsen mehr Kartoffeln.

Hm und Erdbeschaffenheit… ich würde sagen guter erdiger
Boden (nicht sandig, nicht steinig), auch nicht völlig
ausgelaugt, die letzten Pflanzen jenseits von Brennesseln hats
vielleicht vor 2 Jahren gesehen, seitdem liegt es brach…

Brennnesseln sprechen dafür, dass viele Nährstoffe in der Erde sind.
Außerdem „machen“ Brennnesseln einen Superweichen Boden.
Nur, wenn Du sie rodest, grabe sorgfältig alle Wurzelreste aus.
Sonst hast Du Brennnesseln statt Gemüse.

Spinat kannst Du noch sähen. Ruccola auch. Für rote Beete und anderes Gemüse, oder Salat würde ich Jungpflanzen kaufen. Gemüsesaaten bringt man am besten Anfang März in die Erde.

viele Grüße
Geli

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hallo inka,

für bohnen wäre der saatzeitpunkt noch jetzt ein guter.
die kommen auch mit nicht immer vollsonnigen standorten zurecht, ausserdem laugen sie den boden nicht aus, sondern versorgen ihn sogar noch ein wenig mit stickstoff für´s nächste jahr.

tomaten unbedingt volle sonne und gerne unter einem vordach, regenfrei wegen krankheiten.lieber in einen kübel woanders.(und pflanzen kaufen, nicht mehr aussääen!)

alle salatsorten als jungpflanzen jetzt, gibt´s oft sogar im supermarkt,ich würde mal in einen gartenmarkt fahren, und gucken, was die so alles als jungpflanzen anbieten, und mich gegebenenfalls auch dort beraten lassen-oder am besten ein buch zum thema mitnehmen, und das nach und nach alles mal durchlesen.
herrliche beschäftigung im winter, planen für die nächste saison.

kartoffeln auf alle fälle zu spät, und da das beet eben relativ wenig sonne bekommt, würde ich jetzt auch sonst nichts mehr aussääen, ausser ruccola und eben bohnen. (samen eine nacht in ein wasserglas legen).

täglich giessen alles,was auch immer es ist, wenn es nicht gut regnet.
und schon mal auf schnecken vorbereitet sein, würde ich ein beet anlegen, ich würde eine packung ferramol schneckenkorn gleich mit der saat kaufen…

spiel doch mal ein bisschen rum, so sind wir mehr oder weniger alle da hinein gewachsen,

viel spass dabei!

grüße,
zahira

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Na dann mal los
Hi!
Probieren geht über studieren, aber der Blick in das eine oder andere Buch ist sicher hilfreich. Evtl. mal in die Bibliothek und dann erst kaufen. Mein Favourit: marie Louise Kreuter: Mein Biogarten

(aktuell wächst auf dem Beet ein
Brennessel-Urwald),

Schön alle Wurzeln raussortieren. Die Brennnesseln kommten bestimmt noch eine Weile gern wieder, weil noch Samen im Boden sind. Dranbleiben mit jäten, dann ist bald Ruhe.

Omi hilft und erklärt, wie’s geht und was
wichtig ist.

das ist doch die beste Voraussetzung.

und was nicht, was eher was
für fortgeschrittene Gärtner ist,

Manche haben Anfängerglück und es gelingen ihnden Dinge, die manch erfahrener Gärtner schon jahrelang probiert.

was mir die Schnecken unter
Garantie wegfressen usw.

Hm, Schnecken. Eine Einfassung aus Betonborden hilft und außenrum häufig mähen. Zusätzlich regelmäßig morgens und abends absammeln, es werden dann auf jeden Fall weniger. Außerdem empfehle ich bei akuten Problemen ferramol Schneckenkorn, das ist ungefährlich für Mensch und Tier (außer für die Schnecken natürlich ;.-) ).

Das Gemüse soll für 2 Personen reichen.

Plane nicht zu exakt. Manches wird besser wachsen, anderes schlechter.

rote Beete (am liebsten die Rübenform, nicht die Kugelform)

Super, sollte völlig mühelos gelingen

Spinat

Bei mir problematisch, habe den richtigen Dreh noch nicht raus. Wäre vielleicht auch was für die Herbsternte, Aussaat dann ab August bis Oktober.

Radieschen

die richtige Sorte für den Sommer kaufen, der die Hitze verträgt.

Rucola

fressen bei mir die Erdflöhe. Mach ich nicht mehr, auch weil der Erntezeitraum zu kurz ist - bei mir blüht der immer

Raddicchio

Hab ich noch nie probiert, esse ich nicht gern.

Tomaten (2 Pflanzen?)

die sollten ein Dach bekommen oder einen Folienschlauch. Und unbedingt Basilikum dazu sähen!

Kartoffeln (kann ich einfach Bio-Kartoffeln als „Saatgut“
nehmen?)

Das ist fast schon zu spät.
Mangold: gute Idee.

Ergänzen würde ich: Bohnen (Busch oder an Stangen), hier aber massive Schneckengefahr! Kräuter - bei uns gibt es über den Sommer kaum eine Mahlzeit ohne frische Kräuter, für den Winter friere ich manche ein und trockne andere. Eine Zucchini-Pflanze: Die Produktivität ist wirklich erstaunlich - für den Laien ein Riesenerfolgserlebnis :smile:, Hokkaido-Kürbisse (dafür ist das Beet evtl. zu klein).

Mein Philosophie im Garten: Dinge, die ich günstig und frisch zu kaufen bekomme, pflanze und sähe ich nicht an. Kartoffeln etwa, da habe ich nur 2 Reihen Bamberger Hörnchen - als Spezialität. Kohl würde ich nie anbauen, den bekomme ich für Centbeträge beim Bauern, ist mir die Mühe nicht wert.

Für den Saatgutkauf: Lass Dich vom Angebot inspirieren, achte aber darauf, dass Du nicht zuviel kaufst, nur frisches Saatgut keimt wirklich gut und zuverlässig. Probier ruhig was aus, ich garantiere unerwartete Miss- und Erfolgserlebnisse.

Auf den Märkten gibt es grade schöne Gemüsepflanzen - ich selber kaufe nie Pflänzchen, aber für Dich könnte es das richtige sein. Salat und Kohlrabi werden bei mir einfach nix, sind aber an sich als unkompliziert bekannt.

Viel Erfolg!
kernig

Hi kernig
hast Du schon mal „Neuseeländer“ probiert? War bei mir der Renner und die Landfrauen guckten über den Zaun. SEHR bequem. Leider auch schon sehr lange her.
LG aria

Hatt ich schonmal
Hi!
Melde rupf ich aus - als Unkraut :wink:

Ja, hatte ich schonmal, aber noch nicht in diesem Garten.
Bin auch grad beim Blättern drübergestolpert - vielleicht mal einen neuen Anlauf wert.
Oder die Melde, die gibts auch in rot - fast schon als Zierpflanze tauglich.

Hatte auch mal Erdbeerspinat - sah toll aus, hat uns aber nicht geschmeckt.

Grüße
kernig

resistentes Saatgut
Hi!
Ich hab noch was vergessen:

Die Oma wird Dir vielleicht Gemüsesorten nennen, das wäre ein Punkt, in dem ich nicht zu 100% auf sie hören würde.

Beim Kauf auf resistente oder widerstandfähige Sorten achten. Beispiel Tomaten: ‚Harzfeuer‘ ist super-anfällig für Braunfäule, da gibt es inzischen bessere Sorten. Auch bei Bohnen gibt es prima Sorten, die resistent gegen viele Krankheiten sind und kaum noch Fäden bilden oder faserig werden…
So zieht sich das durch, es müssen ja nicht unbedingt die „Industriesorten“ sein, bei denen häufig der Geschmack abhanden gekommen ist, aber nicht alle Neuzüchtungen sind schlecht.

Grüße
kernig

lieben Dank!
Hallo,

vielen Dank für eure hilfreichen Antworten, es hat mir eine erste Planung für den Einkauf in der Gärtnerei schonmal sehr erleichtert. Habe gekürzt, etwas umgeplant und nun, denke ich, für mein erstes Gemüsebeet eine schöne Mischung :smile:

Lieben Gruß,
Inka