Ertrinkbar

Moin, Reinhard,

Vorsicht Glatteis - Briefmarken sind bei der Post erhältlich
(nicht nur für alte Leute), unser altes Postamt ist als
Baudenkmal möglicherweise erhaltbar.

da landen wir jetzt bei Geschmacksfragen - ich würde erhaltenswert eindeutig bevorzugen.

Gruß Ralf

Nicht alles, was sich rein schematisch übertragen und
„vervielfältigen“ lässt, wird tatsächlich zur
„Sprachwirklichkeit“.

das lässt mich hoffen :smile:)) Es bleibt immer noch genug kleben, was mir die Federn aufstellt.

Gruß Ralf

* die Verbhandlung durch jemanden oder etwas
gemacht
werden kann (bei intransitiven Verben, z. B.
brennbar, gerinnbar);

Oha, dann ist meine Theorie wohl doch verkehrt. Gerinnbar hab
ich zwar noch nicht gehört, aber „brennbar“ ist ein gutes
Gegenbeispiel. Aber müsste laut dieser Regel nicht auch
„ertrinkbar“ funktionieren?

sag ich doch :wink:))

Das und auch, was Kreszenz ausgegraben hat („im Prinzip mit jedem Verb“), bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass hier Zügellosigkeit nahtlos in Hirnlosigkeit übergeht. Niemand kann so recht begründen, warum man ein -bar dranhängen darf - oder eben nicht -, aber die paar wenigen, die Bauchschmerzen haben, können das ebensowenig sauber begründen. Anything goes!

Gruß Ralf

Hi!

Spricht irgend etwas dagegen?

Sowas frage ich mich schon seit dem Buchtitel „Preußens streitbare Geschichte“.
Spricht ewas dafür?
Gruß!
H.

Hallo André!

* die Verbhandlung durch jemanden oder etwas
gemacht
werden kann (bei intransitiven Verben, z. B.
brennbar, gerinnbar);

Nach dieser Regel funktioniert „ertrinkbar“ tatsächlich, aber nur im Sinne von „ertränkbar“, nicht von „durch Ertrinken sterblich“.
Denn dort steht ja, dass die Verbhandlung „durch jemanden gemacht“ (ich hätt lieber „hervorgerufen“ statt „gemacht“ geschrieben) werden soll. Etwas ist also brennbar, wenn man es zum Brennen bringen kann; gerinnbar, wenn man es zum Gerinnen bringen kann; und eben ertrinkbar, wenn man es zum Ertrinken bringen kann.

Da liegt dann auch der Unterschied zwischen dem (wohl noch hypotetischen) „sterbbar“ und dem „sterblich“. Während ersteres Synonym zu „tötbar/umbringbar“ (ist auch nicht besser) ist, bedeutet letzteres lediglich, dass irgendwann der Tod eintreten kann.

Liebe Grüße
Immo

Baudenkmal möglicherweise erhaltbar.

da landen wir jetzt bei Geschmacksfragen - ich würde
erhaltenswert eindeutig bevorzugen.

Aber nicht alles, was erhaltbar ist, ist auch erhaltenswert.

Grüße,
Sebastian

Moin, Sebastian,

Baudenkmal möglicherweise erhaltbar.

da landen wir jetzt bei Geschmacksfragen - ich würde
erhaltenswert eindeutig bevorzugen.

Aber nicht alles, was erhaltbar ist, ist auch erhaltenswert.

die Überlegung, ob mit erhaltbar jetzt bekommbar oder erhaltenswert gemeint ist, erscheint mir ziemlich unbekommbar unbekömmlich.

Gruß Ralf

Moin, H.,

Spricht irgend etwas dagegen?

Sowas frage ich mich schon seit dem Buchtitel „Preußens
streitbare Geschichte“.
Spricht ewas dafür?

in der Tat, nichts spricht dafür, und hier zeigt sich sehr schön die „Gefahr“ des -barens: Klingt auf den ersten Blick ([ot] sind Blicke hörbar?) gut, bei genauerer Betrachtung bleibt nichts übrig. Der Mensch ist streitbar, die Geschichte ist es gewiss nicht, vielleicht bestreitbar, bestimmt diskussionswürdig. Aber pack das mal in einen Buchtitel.

Gruß Ralf

Herzlichen Dank!
Danke an alle Mitstreiter, ich habe jede Menge gelernt.

Gruß Ralf