ich habe heute morgen (im Halbschlaf) einen Bericht auf SWR1 gehört. Da ging es um ein Viertel, was orthodoxe Juden in London mit Holzpfählen und Angelschnur abstecken wollen. In diesem Viertel sei es ihnen dann auch während des Sabbats erlaubt, leichte Arbeiten (Schlüssel tragen, Kinderwagen schieben) zu verrichten. Es gälten dort die gleichen Regeln, wie in der eigenen Wohnung.
Ich würde da gerne mehr drüber wissen. Wo gibt es solche Viertel? Nur außerhalb von Israel oder auch dort? Was genau ist ihre Bedeutung? Ich glaube das Viertel hieß „Eruch“ oder so.
alle arbeit ist am shabbat nicht erlaubt. darunter faellt auch das tragen von dingen als eine der 39 hauptarbeiten zum tempelbau, denn davon sind die verbotenen arbeiten am shabbat abgeleitet. es ist somit verboten dinge ausserhalb des privaten bereiches oder vom oeffentlichen bereich in den privaten bereich hineinzutragen. privater bereich wurde eingeteilt auf die wohnung und den eigenen hof. um auch das tragen von dingen wie zum beispiel essen, meinetwegen zum nachbarn oder den verwandten einige haeuser weiter zu ermoeglichen oder das tragen eines gebetsbuches von der wohnung in die synagoge wurden die hoefe und gassen „vereinigt“. das ist wohl ein kleiner trick, etwas pragmatisch halt *g* . zu dieser vereinigung spannt man einen draht oder eine schnur um alle zu „vereinigenden“ hoefe und baut oder markiert anschliessend die strassendurchgaenge, boegen und mauern dieses eruw’s in bestimmter art und weise, da die schnur um den eruw natuerlich nicht ewig bleiben soll sondern nur zum einmaligen abschreiten dient. nun kann man diese eruwim natuerlich nicht ueberall anlegen, also explizit sicher nicht in nicht juedisch gepraegten stadtteilen oder laendern, denn wie wollte man einem hausbesitzer oder der stadt erklaeren, dass man an jener oder dieser ecke der strasse und hauswand ein sichtbares zeichen anbringen moechte. es gibt dann immer noch die moeglichkeit hoefe anders zu „vereinigen“, solange man nicht laenger als 2000 ellen dazu von haus zu haus gehen braucht, also der abstand zwischen den beiden naechsten haeusern.
jedenfalls, das ist es so grob. ein eruw ist eine sichtbare vereinigung verschiedener hoefe bis zur gesamten umfassung von staedten, um es juden zu ermoeglichen, dinge von einem bereich in einen anderen bereich zu tragen ohne das arbeitsverbot am shabbat zu uebertreten. dass wird in israel so gehandhabt und auch immer schon in rein juedischen stadtteilen oder vierteln frueherer zeiten. da es solche letzteren aber kaum gibt ausserhalb israels, sind solche eruwim dort auch selten bis nie vorhanden. in berlin gibt es meines wissens keinen solchen eruw. dies ist nun aber offenbar fuer einen stadtteil in london geplant. und einen trick nenne ich es auch, warum nicht
ach ja, klar ist auch, dass bei weitem nicht alle juden sich so streng an die auslegung halten, was arbeit ist und was nicht arbeit ist nach ueberlieferter auslegung, mithin jeder unterliegt nur seiner freien entscheidung. da gibt es niemanden, der auffpassen wuerde, wer wann was wohin traegt. es ist eine private entscheidung. denn allein von den 4/5 der israelis, welche juedisch sind, sind ca. 70 prozent saekulaer lebend, soviel ich gehoert habe. und auch danach wird es wie immer noch komplizierter wer was wann wie genau tut oder als arbeit auslegt sicherlich.
und sicher wird noch ein kompetenterer user denn meine unbedarfte und nichtjuedische person dazu dir auch noch antworten und mich gegebenenfalls gerne korrigieren.
viele gruesse, lego
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
es gibt dann immer noch die moeglichkeit hoefe anders
zu „vereinigen“, solange man nicht laenger als 2000 ellen dazu
von haus zu haus gehen braucht, also der abstand zwischen den
beiden naechsten haeusern.
Hierbei geht es aber dann um das Verbot zur Heiligung des Schabbes sich nicht zu weit von einem Haus zu entfernen. Dieses hat weder etwas mit den 39 verbotenen Arbeiten noch mit einem Eruw zut tun.
und auch immer schon in rein juedischen stadtteilen oder
verteln frueherer zeiten.
… sobald die Mehrheit der Haushalte jüdisch waren (siehe London).
dies ist nun aber offenbar fuer einen stadtteil in
london geplant.
Es gab vorher in London schon einen Eruw und ansonsten gibt es ausserhalb von Israel überall dort einen, wo eine grosse jüdische Gemeinde sitzt, z. B. Antwerpen, Paris oder New York.
und sicher wird noch ein kompetenterer user denn meine
unbedarfte und nichtjuedische person dazu dir auch noch[…]
Nein, das war eigentlich nicht mehr nötig. Nur obige Aussage fand ich etwas missverständlich.
genau deswegen wurmt es mich seit etlichen stunden und ich wollte diese missverstaendliche textstelle meinerseits heute abend aus dem weg raeumen, ob du es glaubst oder nicht
und vielen dank auch fuer deine meinung zu meinem posting bzgl keiner weiteren noetigkeit, nun ja *g*,
ich hatte mir schon gewuenscht, du wuerdest nach deinem urlaub wieder hier auftauchen.
viele gruesse, lego
es gibt dann immer noch die moeglichkeit hoefe anders
zu „vereinigen“, solange man nicht laenger als 2000 ellen dazu
von haus zu haus gehen braucht, also der abstand zwischen den
beiden naechsten haeusern.
Hierbei geht es aber dann um das Verbot zur Heiligung des
Schabbes sich nicht zu weit von einem Haus zu entfernen.
Dieses hat weder etwas mit den 39 verbotenen Arbeiten noch mit
einem Eruw zut tun.
„…“
und sicher wird noch ein kompetenterer user denn meine
unbedarfte und nichtjuedische person dazu dir auch noch[…]
Nein, das war eigentlich nicht mehr nötig. Nur obige Aussage
fand ich etwas missverständlich.