Erwachsen werden

kann man diesen Prozess bewusst steuern. Woran lässt sich der Grad des Erwachenseins messen.

Kann es sein das man nicht erwachsen ist auch wenn einiges bereits hinter einem liegt (knapp 40,Kinder sind aus dem Haus, die Partnerschaft seit x Jahren normal stabil bis langweilig ist, alle möglichen Ausbildungen absolviert wurden).

Das Gefühl nicht erwachsen zu sein könnte man daran festmachen, dass man

sich nochmal ein Praktikum vorstellen kann , obwohl man dank Studium einen recht gut bezahlten recht abwechslungsreichen Job hat

in der kommunikation mit anfang dreißigjährigen oft den altersunterschied nicht empfindet,eher denkt das das gegenüber doch schon sehr erwachsen sei mehr als man selber

D Kinder als gleichberechtigtes Gegenüber sieht und froh ist das die kinder flügge sind und das hoffentlich und bitteschön auch bleiben, ab und an deren abgelegte sachen aufträgt, mit vornamen angeredet wird, das Kind fragt „du wann kommen den deine Eltern“ (Gemeint sind die Großeltern das Kindes :frowning:?

tagsüber heimlich auf ein abgesperrtes gelände geht um aus neugierde eine dort stehende alte ruine zu begutachten wie mit 12 oder 13

Die Gefahr die ich sehe, dass das Äußeres und Inneres sich nicht in gleichem Masse entwickeln, das erweckt dann ggf im Umfeld Irritationen die dann wiederum schädlich für einen selber sind?- man wird zum Spinner, Außenseiter weil Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden??

also nach den Beispielen wie wird man gefühlsmäßig erwachsen? Was ist zu tun? Oder geht das so nicht. Wie kann die Psychologie hier ggf helfen.

Vielen Dank
Mut

Man müsste erstemal definieren was „erwachsen“ bedeutet und ob das nicht vielleicht eine Kategorisierung von etwas ist was es garnicht gibt.

Jedenfalls kann ich Anhand deiner Beispiele nichts erkennen was in irgendeiner Hinsicht bedenktlich wäre. Eher im Gegenteil.

Hallo,

kann man diesen Prozess bewusst steuern. Woran lässt sich der
Grad des Erwachenseins messen.

kaum.

Das Gefühl nicht erwachsen zu sein könnte man daran
festmachen, dass man

An Deinen Beispielen kann ich nichts krankhaftes erkennen.
Einiges trifft auch auf mich zu und ich mache mir deswegen keine Sorgen.

Ich kenne einen Menschen, der kalendarisch schon ein Senior ist, emotional bzw. von der sozialen Reife her bei zehn bis zwölf Jahren stehengeblieben ist.
Aber auch er hat sein Leben gemeistert, ist Vater ‚normaler‘ Kinder geworden, beruflich seinen Mann gestanden und soweit unauffällig.

Wenn Dich Deine Phantasien und Handlungen belasten, solltest Du etwas daran tun, aber ich nehme meine infantile Seite problemlos mit, denn sie befähigt mich auch, an Probleme anders heranzugehen als viele andere. Oft genug erfolgreicher als die.

Gandalf

Hallo,

kann man diesen Prozess bewusst steuern. Woran lässt sich der
Grad des Erwachenseins messen.

kaum.

Das Gefühl nicht erwachsen zu sein könnte man daran
festmachen, dass man

An Deinen Beispielen kann ich nichts krankhaftes erkennen.
Einiges trifft auch auf mich zu und ich mache mir deswegen
keine Sorgen.

Ich kenne einen Menschen, der kalendarisch schon ein Senior
ist, emotional bzw. von der sozialen Reife

das ist vielleicht eine Idee, dass das Gefühl „erwachsen zu sein“- trotz gezeigten offensichtlich ausreichenden Fähigkeiten für all das was bereits erledigt ist - auf Grund der ggf nicht ausreichend entwickelten emotionalen und sozialen Fähigkeiten - vorhanden ist, weil darin ggf ein dreißigjähriger dank anderer Prägung deutlich die Nase vorn hat, was man dann ja auch beim Gegenüber wahrnimmt - allerdings bleibt auch hier wie beim erwachsen werden die Frage - kann das nachgeholt werden, wenn ja wie wird man eigentlich dann emotional/sozial reif(er) oder muss man sich mit dem abfinden was mit 40 so da ist?

her bei zehn bis

zwölf Jahren stehengeblieben ist.
Aber auch er hat sein Leben gemeistert, ist Vater ‚normaler‘
Kinder geworden, beruflich seinen Mann gestanden und soweit
unauffällig.

das ist mir durchaus symphatisch und macht Hoffnung :smile:

Wenn Dich Deine Phantasien und Handlungen belasten, solltest
Du etwas daran tun, aber ich nehme meine infantile Seite
problemlos mit, denn sie befähigt mich auch, an Probleme
anders heranzugehen als viele andere. Oft genug erfolgreicher
als die.

Gandalf

das ist vielleicht eine Idee, dass das Gefühl „erwachsen zu
sein“- trotz gezeigten offensichtlich ausreichenden
Fähigkeiten für all das was bereits erledigt ist - auf Grund
der ggf nicht ausreichend entwickelten emotionalen und
sozialen Fähigkeiten - vorhanden ist,

Könnte es nicht auch sein, dass bei dem was man sich allgemein unter „erwachsen sein“ vorstellt, die emotionalen Fähigkeiten eher verkümmert sind?

weil darin ggf ein
dreißigjähriger dank anderer Prägung deutlich die Nase vorn
hat, was man dann ja auch beim Gegenüber wahrnimmt -

Die Nase vorn bei was?

allerdings bleibt auch hier wie beim erwachsen werden die
Frage - kann das nachgeholt werden, wenn ja wie wird man
eigentlich dann emotional/sozial reif(er) oder muss man sich
mit dem abfinden was mit 40 so da ist?

Also die Beispiele die die Threaderstellerin beschrieben hat, lassen mich nicht auf emotionale/soziale Unreife schliessen.
Sie geht z.B. auf ein abgesperrtes Gelände um dort eine Ruine zu begutachten. Was ist daran unerwachsen? Die reine Neugier oder das Überwinden einer Absperrung? Es wäre natürlich unerwachsen im Sinne von unvernünftig, würde man sich dadurch in Gefahr begeben (Einsturzgefahr) oder durch das Betreten des Geländes möglicherweise irgendwelche archeologisch interessanten Spuren zerstören, aber davon muss man ja nicht unbedingt ausgehen. Ich sehe da einfach nur eine große Neugier der nachgegeben wurde. Wenn neugierig sein als kindisch angesehen wird, will ich nicht erwachsen sein.

was?
N’Abend Mut,

alles das, was Du da aufzählst, kenne ich selbst und kann es gar nicht als problematisch empfinden.

Vielleicht liegt das „jung geblieben sein“ tatsächlich daran, dass die Kinder relativ jung „empfangen“ wurden?

Aus meiner persönlichen Situation würde ich das bestätigen. Mit noch nicht mal Mitte 40 bin ich Oma eines 2,5 jährigen Enkels. D.h. meine Tochter, 9 Jahre jünger als mein Schwiegersohn, und ihr Mann sind für selbstverständlich ebenbürtige Gesprächspartner, die MIR ebenso wie ich ihnen intellektuell durchaus Gewinn bringen.

Ein Praktikum würde ich auch sofort machen! Und die verrücktesten Ideen hab ich auch immer wieder.

Was ist daran nicht erwachsen?

Ich möchte Dich nicht veralbern, aber ganz im Ernst: wo siehst Du das Problem?

Vielleicht sehnst Du Dich nach einem kleinen Ausbruch aus Deinem Leben (wenn Du schon schreibst, dass Deine Beziehung ruhig bis langweilig ist…). Vielleicht möchtest Du gern was Neues starten? so what?

Ich find’s nicht negativ und ich persönlich bin froh, so nah an meiner Tochter zu sein und durchaus als Mami des Enkels durchzugehen, wenn ich mit den Eseln um die Ecke mit Salatblättern gut Freund werde möchte…

Grüße
Demenzia

Das Gefühl nicht erwachsen zu sein könnte man daran
festmachen, dass man

sich nochmal ein Praktikum vorstellen kann , obwohl man dank
Studium einen recht gut bezahlten recht abwechslungsreichen
Job hat

Was ist daran unerwachsen wenn man das Bedüfnis hat sich fortzubilden?

in der kommunikation mit anfang dreißigjährigen oft den
altersunterschied nicht empfindet,eher denkt das das gegenüber
doch schon sehr erwachsen sei mehr als man selber

Anfang Dreißigjähre „schon“ sehr erwachsen?
Wie äußert sich dieses fortgeschrittenere erwachsen sein?
In unserer Gesellschaft, anders als in vielen anderen Ländern, kategorisiert man sehr stark nach Altern. Man meidet in der Regel nicht-Gleichaltrige. Schon im Kindesalter wäre es unnormal, würde man sich als Zehnjähriger mit Siebenjährigen abgeben, schliesslich sind da ja noch kleinere Kinder. Was bei uns undenkbar wäre, ist z.B. in Griechenland vollkommen normal: Da kann sich ein 40jähriger ohne weiteres in einem Lokal zu einer Gruppe 20jähriger setzen oder umgekehrt. Würde das bei uns passieren, würds gleich heissen: „Was willn der Knacker?“ Es scheint bei uns etwas von Würdelosigkeit zu haben wenn man sich mit Leuten anfreundet die deutlich älter oder jünger sind. Wer 10 Jahre jünger ist, ist nicht auf dem gleichen Level und kann nicht mitreden. Wer 10 Jahre älter ist, hat andere Interessen und versteht nicht mal mehr um was es den Jüngeren geht. Aber können Ältere nicht für sich einen Nutzen daraus ziehen wenn sie Jüngeren einen Teil ihrer Erfahrung vermitteln, oder wenn sie von der jugendlichen Leichtigkeit erheitert werden?

Ausserdem muss es nicht heissen, dass Jemand besonders erwachsen ist nur weil er so wirkt. Es könnte auch vorgespielt sein. Vielleicht weil man sich dem Älteren anpassen will.

D Kinder als gleichberechtigtes Gegenüber sieht und froh ist
das die kinder flügge sind und das hoffentlich und bitteschön
auch bleiben, ab und an deren abgelegte sachen aufträgt,

Nur weil die Kinder eben die Kinder und jünger sind, sollten sie nicht gleichberechtigt (geringer) sein? Viele „Kinder“ leiden sehr darunter, dass sie noch im Erwachsenenalter von ihren eigenen Eltern wie Kinder behandelt werden.

mit
vornamen angeredet wird, das Kind fragt „du wann kommen den
deine Eltern“ (Gemeint sind die Großeltern das Kindes :frowning:?

Ist es denn ein Zeichen von Geringschätzung oder Respektlosigkeit wenn man von seinem Kind beim Vornamen genannt wird? Viele Eltern sagen heutzutage bewusst nicht zu ihren Kindern „Frag mal Papa“ sondern „Frag mal Klaus“. Auch das Titulieren von nahen Verwandten mit „Onkel“ oder „Tante“ scheint nicht mehr zeitgemäß zu sein. Vielleicht folgen deine Kinder da einfach einem Trend den sie z.B. in Familien von Freunden erlebt haben.

„Du, wann kommen denn Deine Eltern?“
Sind die Großeltern Deines Kindes nicht Deine Eltern? Würde Dich „Wann kommen Oma und Opa“ erwachsener fühlen lassen? Würdest Du Dich erwachsener fühlen, würde es heissen „Du wirst übrigens bald Opa/Oma.“?

tagsüber heimlich auf ein abgesperrtes gelände geht um aus
neugierde eine dort stehende alte ruine zu begutachten wie mit
12 oder 13

Wie in dem anderen Posting gesagt, sehe ich in Neugierde keine unerwachsene Eigenschaft.

Die Gefahr die ich sehe, dass das Äußeres und Inneres sich
nicht in gleichem Masse entwickeln, das erweckt dann ggf im
Umfeld Irritationen die dann wiederum schädlich für einen
selber sind?- man wird zum Spinner, Außenseiter weil
Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden??

also nach den Beispielen wie wird man gefühlsmäßig erwachsen?
Was ist zu tun? Oder geht das so nicht. Wie kann die
Psychologie hier ggf helfen.

Auch wenn ich Deine Beispiele nicht als Belege für eine Art von Unerwachsenheit sehen kann, so scheinst Du doch Gründe dafür zu haben anzunehmen, dass etwas nicht so ganz stimmt. Aber mir ist eben nicht klar, an was Du das fest machst. Hattest Du vielleicht in Deiner Jugend bestimmte Vorstellungen von Dir selbst mit 40 (oder allgemein von 40jährigen), und hast Du diese nicht erfüllt?
Hast Du Deiner Meinung nach schonmal Irritationen in Deinem Umfeld erweckt und wurdest als Spinner oder Außenseiter behandelt/bezeichnet?

Hallo Mut,

„Erwachsen werden“ würde ich in deinem Fall als „Erwachsen sein“ bezeichnen.

Gerade wegen des Alters von knapp 40 Jahren. Kinder großgezogen, Studium, gut bezahlter Job, langjährige Beziehung. Alles ordentlich hinbekommen.

Jetzt das Gefühl, etwas anderes verpasst zu haben? Und Nachholbedarf? Und ein wenig Angst davor?

Die „dreißigjährigen“ haben das meiste noch vor sich, müssen sich als Macher zeigen, haben es aber im Gegensatz zu dir noch nicht beweisen können.

Ich denke es wird Zeit (und verdient hast du es dir), dass du auch deine anderen Wünsche und Bedürfnisse lebst, jetzt wo du ein wenig mehr Zeit dafür hast. Und die gewohnte Erwartungshaltung deines Partners (an „normal stabil bis langweilig“ kannst du was ändern), deiner Kids, deiner Freunde und Arbeitskollegen langsam, aber beharrlich aufweichst. Du wirst deshalb nicht gleich zum Spinner oder Außenseiter, andere haben sicherlich auch Verständnis, wenn du deine Möglichkeiten nutzt.

Do it.

Gruß
Der Franke

ich versuche mal auf alles zu antworten
ohne direkt auf jedes einzelne Posting einzugehen

zu erst vielen Dank für alle doch sehr erhellenden, interessanten Antworten und Fragen

Bis vor drei Jahren fragte man mich an der Tankstelle „und was bekommst du“ das war einer von vielen Punkten irgendwann muss das doch mal anders werden (was habe ich eigentlich für eine Ausstrahlung naja)- das habe ich u.a. in Verbindung gebracht mit erwachsen zu sein und auch so gesehen zu werden. Allerdings muss ich sagen, dass es bis dato trotz FAmilie sicher auch dank Studium ein sehr abwechslungsreiches, turbulente Leben mit allen Höhen und Tiefen und verrücktheiten gab und vieles ausprobiert wurde, vielleicht einfach nur das ganz normale, verrückte Leben.

Ich habe mir dann irgendwann gesagt das muss doch mal aufhören und dachte irgendwann kommt der Punkt und habe das u.a. am biologischen Alter festgemacht und mir evtl auch ein wenig Mühe gegeben „erwachsener?“ zu werden - gewonnen wurde mehr an Sicherheit)en), allerdings die Strafe (der Preis) ist die benannte Langeweile :smile:).

Nun woran ich das „erwachsensein“ bei einigen deutlich jüngeren festmache (das sie scheinbar erwachsener sind, sicher nicht so ein turbulentes Leben hatten(oder ich weiß es einfach nnur nicht?) ist evtl. das diese „scheinbar“ gezielter Vorgehen (u.a. im Job) sich besser in Gruppen integrieren können,ehrgeiziger Verantwortung für Gruppen übernehmen.

Dann frage ich mich, warum ich das selber mit deutlich mehr Lebenserfahrung nicht auch will/kann, sondern mir anstatt dessen eine Menge Blödsinn einfällt und ich vieles schlicht und ergreifend nicht ernst nehmen kann.

Mir gefällt es auch echt gut, das die Erziehungsverantwortung hinter mir liegt und ich da guter Dinge bin das beim Nachwuchs alles schon so werden wird wie es soll und hier sehr frei bin und nochmal mehr machen kann was ich will.
Sobald ich merke dass auf Grund des Alters und der Lebenserfahrung/auch Erfahrung in der Arbeit Erwartungshaltungen an mich gerichtet werden, regt sich innerlich deutlicher Widerstand und ich versuche dem meist erfolgreich zu entkommen - insbesondere wenn ich für die Ziele anderer eingespannt werden soll.

Dabei dachte ich jetzt ab und an das entweichen, das ist doch evtl. ein kindisches Verhalten und nicht erwachsen (so wie ein Fußballer Kuranyi einfach geht, was ich durchaus gut nachvollziehen kann) - und wäre es nicht an der Zeit anders damit umzugehen - aber vielleicht verwechsle ich da ja etwas.

Nochmals vielen dank

Mir ist immernoch nicht klar was dein Problem ist, bzw verstehe ich nicht so richtig was du mit dem erwachsen(er) sein meinst.

Wenn sich jemand gut in Gruppen integrieren und Verantwortung für Gruppen übernehmen kann, dann hat er wohl ein gewisses Talent dafür. Und gezieltes Vorgehen, um z.B. beruflich Karriere zu machen, ist wohl durch einen Ehrgeiz erzeugt. Wenn Du mit deiner beruflichen Situation zufrieden bist, wieso solltest Du dann den Ehrgeiz haben da etwas zu verbessern. Davon abgesehen meintest du, dass du dir vorstellen könntest nochmal ein Praktikum anzufangen. Kommt das nicht auch aus einem Ergeiz heraus sich weiter zu entwickeln? Oder meinst du, als „fertiger“ Erwachsener sein man schon vollkommen entwickelt und hätte keinen Bedarf dafür oder auch nicht mehr die Fähigkeit dazu?

Bis vor drei Jahren fragte man mich an der Tankstelle „und was
bekommst du“ das war einer von vielen Punkten irgendwann muss
das doch mal anders werden (was habe ich eigentlich für eine
Ausstrahlung naja)- das habe ich u.a. in Verbindung gebracht
mit erwachsen zu sein und auch so gesehen zu werden.

Ist es denn ein Zeichen von Respektlosigkeit geduzt zu werden, oder könnte man darin eher eine gewisse Sympathie entdecken? Ich bin 37 und fühle mich eher irritiert wenn mich jemand z.B. nach dem Weg fragt und mich dabei siezt (wirke ich schon so alt dass man mich siezen muss?).

Ich habe mir dann irgendwann gesagt das muss doch mal aufhören
und dachte irgendwann kommt der Punkt und habe das u.a. am
biologischen Alter festgemacht und mir evtl auch ein wenig
Mühe gegeben „erwachsener?“ zu werden - gewonnen wurde mehr an
Sicherheit)en), allerdings die Strafe (der Preis) ist die
benannte Langeweile :smile:).

Ist es wirklich das was du willst? Ich hab den Eindruck Du kämpfst da gegen deine eigene Natur an. Und das scheint ohne jeden Sinn zu geschehen - du willst da etwas „richtig stellen“ und kannst garnicht sagen wieso es überhaupt falsch sein sollte.

Dann frage ich mich, warum ich das selber mit deutlich mehr
Lebenserfahrung nicht auch will/kann, sondern mir anstatt
dessen eine Menge Blödsinn einfällt und ich vieles schlicht
und ergreifend nicht ernst nehmen kann.

Vielleicht ist es gerade das Mehr an Erfahrung das dich so sein lässt, dass du nicht alles so ernst nimmst.

Mir gefällt es auch echt gut, das die Erziehungsverantwortung
hinter mir liegt und ich da guter Dinge bin das beim Nachwuchs
alles schon so werden wird wie es soll und hier sehr frei bin
und nochmal mehr machen kann was ich will.
Sobald ich merke dass auf Grund des Alters und der
Lebenserfahrung/auch Erfahrung in der Arbeit
Erwartungshaltungen an mich gerichtet werden, regt sich
innerlich deutlicher Widerstand und ich versuche dem meist
erfolgreich zu entkommen - insbesondere wenn ich für die Ziele
anderer eingespannt werden soll.

Du lässt dich nicht gerne ausnutzen, das ist alles.

Dabei dachte ich jetzt ab und an das entweichen, das ist doch
evtl. ein kindisches Verhalten und nicht erwachsen (so wie ein
Fußballer Kuranyi einfach geht, was ich durchaus gut
nachvollziehen kann) - und wäre es nicht an der Zeit anders
damit umzugehen - aber vielleicht verwechsle ich da ja etwas.

Ob Kuranyi sich kindisch verhalten hat, oder ob der ganze Fussball im Prinzip ein Kinderspiel ist, sind Fragen für deren Beantwortung ich zu erwachsen bin. :stuck_out_tongue:

Hallo Mut,

ich muss an ein Zitat denken, dass ich vor über 20 Jahren zum Thema Erwachsen-werden auf einem Plakat las:
„Entweder man verbürgerlicht oder man begeht Selbstmord, einen anderen Ausweg gibt es nicht!“ Der war von einem so schlauen Kopf wie Camus oder Brecht, so dass ich es glaubte und dachte, lieber sterbe ich als zu verbürgerlichen…
…und bin froh, dass es doch noch einen anderen Weg gab :smile:

Ich denke, man kann erwachsen sein und sich junggeblieben fühlen, das schließt sich nicht aus. Damit assoziiere ich z.B., dass man der Jugend, der allg. gesellschaftlichen Entwicklung und der eigenen offen gegenüber steht.
Dann erscheint auch nicht die als

Strafe benannte Langeweile

Meine persönliche Definition von Erwachsen-sein ist:
-selbstverantwortliches Handeln
-sich weitestgehend von Mustern, die in die Kindheit gehören, gelöst zu haben

Ob du erwachsen erscheinst, ob du dich erwachsen fühlst, können nur du selbst und dein Umfeld entscheiden. Die meisten von dir genannten Beispiele würde ich nicht mit Erwachsen-sein oder nicht in Verbindung bringen.
Hier allerdings

Sobald ich merke dass auf Grund des Alters und der Lebenserfahrung in der Arbeit Erwartungshaltungen an mich gerichtet werden, regt sich innerlich deutlicher Widerstand.
Dabei dachte ich jetzt an das entweichen, das ist doch ein kindisches kindliches Verhalten

stimme ich mit dir überein.

und wäre es nicht an der Zeit anders damit umzugehen

Ja! :smile:))

Und hier:

ich vieles schlicht und ergreifend nicht ernst nehmen kann.

stellt sich mir die Frage, ob du die Realität nicht sehen willst oder ob es die Altersweisheit ist, mit der die Gelassenheit kommt? :wink:

Was ist zu tun?

Du könntest dir anschauen, woraus die von dir beschriebene Abwehrhaltung resultiert. Sind es „reife“ Entscheidungen, die deinem Geist entspringen, der dir sagt, du lässt dich nicht ausnutzen? Oder ist es eine Abwehrhaltung auf an dich gerichtete Erwartungen, die ihren Ursprung in Kindheitstagen findet?
Im zweiten Fall gibt es mehrere Möglichkeiten, an dir zu arbeiten, um deine Reaktionen zu verändern.

Liebe Grüße,
Jennifer

Hallo Mut,

ich muss an ein Zitat denken, dass ich vor über 20 Jahren zum
Thema Erwachsen-werden auf einem Plakat las:
„Entweder man verbürgerlicht oder man begeht Selbstmord, einen
anderen Ausweg gibt es nicht!“ Der war von einem so schlauen
Kopf wie Camus oder Brecht, so dass ich es glaubte und dachte,
lieber sterbe ich als zu verbürgerlichen…
…und bin froh, dass es doch noch einen anderen Weg gab :smile:

Hoffentlich noch mehrere - das hat mich jetzt interessiert und ich habe mal gegoogelt - das Plakat dürfte ein Theaterplakat gewesen sein auf welchem das Stück „Krankheit der Jugend(von 1926)“ von Ferdinand Bruckner (Künstlername) angekündigt wurde - in diesem kommt dieser Satz vor, woher auch immer er das genommen hat - es wurde u.a. von Fassbinder 1968 am Antitheater gespielt

Ich denke, man kann erwachsen sein und sich junggeblieben
fühlen, das schließt sich nicht aus. Damit assoziiere ich
z.B., dass man der Jugend, der allg. gesellschaftlichen
Entwicklung und der eigenen offen gegenüber steht.
Dann erscheint auch nicht die als

Strafe benannte Langeweile

Meine persönliche Definition von Erwachsen-sein ist:
-selbstverantwortliches Handeln
-sich weitestgehend von Mustern, die in die Kindheit gehören,
gelöst zu haben

Ob du erwachsen erscheinst, ob du dich erwachsen fühlst,
können nur du selbst und dein Umfeld entscheiden. Die meisten
von dir genannten Beispiele würde ich nicht mit Erwachsen-sein
oder nicht in Verbindung bringen.
Hier allerdings

Sobald ich merke dass auf Grund des Alters und der Lebenserfahrung in der Arbeit Erwartungshaltungen an mich gerichtet werden, regt sich innerlich deutlicher Widerstand.
Dabei dachte ich jetzt an das entweichen, das ist doch ein kindisches kindliches Verhalten

stimme ich mit dir überein.

Bsp zu Erwartungshaltung und innerer Widerstand
Mit Erwartungshaltung meine ich um ein Bsp. zu nennen, eine innere unausgesprochene Erwartungshaltung eines Gegenüber -der oder die möchte das ich etwas tue ohne es jedoch konkret formulieren zu können, der ich mich bewusst entziehe, denn wenn jemand nicht in der Lage ist direkt anzusprechen was er/sie will und sich später über die Nichteinhaltung dieser unausgesprochenen Erwartungshaltung äußert
kann ich leider nicht weiterhelfen

Ein zweites Bsp. wäre - was ab und an passiert - eine Fragestellung z.Bsp in einer Gruppe (mit meist jüngerenKoll.) kommt auf - die Augen richten sich im ersten Moment oft spontan auf mich und ich entziehe mich auch hier - in dem ich diese Rolle nicht übernehmen will, die finden die Antwort auch ganz gut allein

und wäre es nicht an der Zeit anders damit umzugehen

Ja! :smile:))

Und hier:

ich vieles schlicht und ergreifend nicht ernst nehmen kann.

stellt sich mir die Frage, ob du die Realität nicht sehen
willst oder ob es die Altersweisheit ist, mit der die
Gelassenheit kommt? :wink:

Gelassenheit kenne ich recht gut - nun ich schaue mir an was gespielt wird/was echt ist worum es eigentlich wirklich geht (natürlich geht das nur aus meiner Sicht, die evtl. nicht fehlerfrei ist), sobald ich es gesehen habe, hat das oft ein „nichternstnehmen zur Folge“, vieles ist oft leider einfach lächerlich

Was ist zu tun?

Du könntest dir anschauen, woraus die von dir beschriebene
Abwehrhaltung resultiert. Sind es „reife“ Entscheidungen, die
deinem Geist entspringen, der dir sagt, du lässt dich nicht
ausnutzen? Oder ist es eine Abwehrhaltung auf an dich
gerichtete Erwartungen, die ihren Ursprung in Kindheitstagen
findet?

Das kann ich leider so nicht beantworten - es gibt bereist seit früher Kindehit eine große Portion Eigensinn (womit nicht immer einfach zu leben ist) die die JAhre überdauert und nur die Methode ändert (letzendlich doch zu machen was man will)

Im zweiten Fall gibt es mehrere Möglichkeiten, an dir zu
arbeiten, um deine Reaktionen zu verändern.

Liebe Grüße,
Jennifer

Mir ist immernoch nicht klar was dein Problem ist, bzw
verstehe ich nicht so richtig was du mit dem erwachsen(er)
sein meinst.

Erwachsen im Sinne einer reifen, ausgewogenen Persönlichkeit…

Wenn sich jemand gut in Gruppen integrieren und Verantwortung
für Gruppen übernehmen kann, dann hat er wohl ein gewisses
Talent dafür. Und gezieltes Vorgehen, um z.B. beruflich
Karriere zu machen, ist wohl durch einen Ehrgeiz erzeugt. Wenn
Du mit deiner beruflichen Situation zufrieden bist, wieso
solltest Du dann den Ehrgeiz haben da etwas zu verbessern.
Davon abgesehen meintest du, dass du dir vorstellen könntest
nochmal ein Praktikum anzufangen. Kommt das nicht auch aus
einem Ergeiz heraus sich weiter zu entwickeln?

der wunsch entspringt keinem ehrgeiz nun das ist neugier, ausprobieren die Idee von abwechslung und schauen was daraus wird um aus den bahnen die man ja eh schon kennt mal auzusteigen

Oder meinst du,

als „fertiger“ Erwachsener sein man schon vollkommen
entwickelt und hätte keinen Bedarf dafür oder auch nicht mehr
die Fähigkeit dazu?

Bis vor drei Jahren fragte man mich an der Tankstelle „und was
bekommst du“ das war einer von vielen Punkten irgendwann muss
das doch mal anders werden (was habe ich eigentlich für eine
Ausstrahlung naja)- das habe ich u.a. in Verbindung gebracht
mit erwachsen zu sein und auch so gesehen zu werden.

Ist es denn ein Zeichen von Respektlosigkeit geduzt zu werden,
oder könnte man darin eher eine gewisse Sympathie entdecken?

Nun es war irritierend für mich - ich wollte ja erwachsener sein,wirken,

Ich bin 37 und fühle mich eher irritiert wenn mich jemand z.B.
nach dem Weg fragt und mich dabei siezt (wirke ich schon so
alt dass man mich siezen muss?).

Ich habe mir dann irgendwann gesagt das muss doch mal aufhören
und dachte irgendwann kommt der Punkt und habe das u.a. am
biologischen Alter festgemacht und mir evtl auch ein wenig
Mühe gegeben „erwachsener?“ zu werden - gewonnen wurde mehr an
Sicherheit)en), allerdings die Strafe (der Preis) ist die
benannte Langeweile :smile:).

Ist es wirklich das was du willst? Ich hab den Eindruck Du
kämpfst da gegen deine eigene Natur an. Und das scheint ohne
jeden Sinn zu geschehen - du willst da etwas „richtig stellen“
und kannst garnicht sagen wieso es überhaupt falsch sein
sollte.

rein vom gefühl her ist das möglicherweise des Pudels Kern -

Dann frage ich mich, warum ich das selber mit deutlich mehr
Lebenserfahrung nicht auch will/kann, sondern mir anstatt
dessen eine Menge Blödsinn einfällt und ich vieles schlicht
und ergreifend nicht ernst nehmen kann.

Vielleicht ist es gerade das Mehr an Erfahrung das dich so
sein lässt, dass du nicht alles so ernst nimmst.

Mir gefällt es auch echt gut, das die Erziehungsverantwortung
hinter mir liegt und ich da guter Dinge bin das beim Nachwuchs
alles schon so werden wird wie es soll und hier sehr frei bin
und nochmal mehr machen kann was ich will.
Sobald ich merke dass auf Grund des Alters und der
Lebenserfahrung/auch Erfahrung in der Arbeit
Erwartungshaltungen an mich gerichtet werden, regt sich
innerlich deutlicher Widerstand und ich versuche dem meist
erfolgreich zu entkommen - insbesondere wenn ich für die Ziele
anderer eingespannt werden soll.

Du lässt dich nicht gerne ausnutzen, das ist alles.

Na aber sicher, wer lässt sich schon gerne ausnutzen. Aber es gibt doch sicher noch erwachsnere ggf intelligentere Methoden damit umzugehen als auszuweichen

Dabei dachte ich jetzt ab und an das entweichen, das ist doch
evtl. ein kindisches Verhalten und nicht erwachsen (so wie ein
Fußballer Kuranyi einfach geht, was ich durchaus gut
nachvollziehen kann) - und wäre es nicht an der Zeit anders
damit umzugehen - aber vielleicht verwechsle ich da ja etwas.

Ob Kuranyi sich kindisch verhalten hat, oder ob der ganze
Fussball im Prinzip ein Kinderspiel ist, sind Fragen für deren
Beantwortung ich zu erwachsen bin. :stuck_out_tongue:

Vielen Dank nochmals für alle Antworten und Nachfragen

Hallo,

das würde mich auch interessieren, was „erwachsen sein“ bedeutet.

Verantwortung für das eigene Leben und das anderer zu übernehmen, das
ist schon ganz schön erwachsen :wink:

Hast Du alles gut hingekriegt.

Leute ernst nehmen, egal wie alt sie sind, neugierig auf neue Erfahrungen zu sein … das finde ich auch „erwachsen“. Das zeigt doch eigentlich nur, dass man (noch) keine Lust hat, stehen zu bleiben. Und das ist doch gut so!

Vor einigen Jahren war ich mit Kindern auf einem Spielplatz und angesichts einer Stange habe ich mich daran erinnert, wie gerne ich
„Hähnchen am Grill“ gespielt habe … früher halt, viel früher. Mich überkam es einfach und das war klassisches „learning by doing“ *gg

Theoretisch war mir alles klar, aber nach 35 Jahren hat man die Geschmeidigkeit der Kinderjahre verloren und da man im fortgeschrittenen Alter auch nicht mehr den ganzen Tag unbeschwert durch die Gegend hüpft, sagen bei solchen unerwarteten Übungen auch Knochen, Sehnen und Muskeln Bescheid :wink:

Ja, das war kindisch! *gg

Was Du erzählst, das empfinde ich eher als Spass am Leben, der Fähigkeit sich auf Menschen einzulassen, egal wie alt oder jung sie
sind. Alles in allem positive Eigenschaften, die Dein Leben bereichern.

Liebe Grüße
usch