Erzieherin im KiGa rät zum IQ-Test

Hallo wwwler!

Mein Sohn wird im November 4. Seit Juli geht er in den KiGa. Letzte Woche war der erste Elternsprechtag und die Erzieherin hat meinem Mann geraten, mit unserem Sohn einen IQ-Test durchführen zu lassen, um zu gucken ob er vielleicht anders gefördert werden müsste… Er ist schon ein kleiner Schlaufuchs, kann sehr gut sprechen und liebt Zahlen (rechnet bis 10, ohne dass wir es ihm gezeigt haben), kann die Uhr lesen, puzzelt wie ein Weltmeister, usw. Dachten aber eigentlich, dass sich das noch „verwächst“ und sich das im Rahmen hält. Aber wie ist jetzt die Aussage einer (langjährigen) Erzieherin, die täglich ca 40 Kinder beobachtet, zu bewerten? Und meine dringendere Frage: Was mache ich mit dem Ergebnis eines IQ-Tests?? Ist der in dem Alter schon aussagekräftig? Unser Hausarzt meinte, es wäre Quatsch…
Ihr braucht mir nicht zu sagen, dass Mütter immer meinen, ihre Kinder wären oberschlau. Das ist mir durchaus bewusst. Allerdings würde ich gerne eure Meinung dazu hören, wie die Aussage der Erzieherin evtl zu bewerten wäre.

Dank für Ratschläge,
finnie

Guten Morgen,

sei froh, dass die Erzieherin sich so um das Kind kümmert! Selbstverständlich ist das heutzutage nicht. Auch begabte Kinder benötigen Förderung, Begabung setzt sich - leider - nicht von alleine durch. Lass den Kleinen testen, versucht rauszufinden, wo seine Stärken sind, und seht zu, dass ihr das Kind fördert. Unterforderte Kinder resignieren irgendwann, entwickeln sich oft zu Störenfrieden, manchmal sogar zu Schulversagern, weil sie irgendwann einmal das Lernen verweigern.

Mittlerweile ist es in einigen Bundesländern auch möglich, ein Kind bereits mit fünf Jahren einzuschulen. Allerdings sollte man dann darauf achten, das Kind in eine Schule zu geben, wo das Niveau hoch ist, die Kinder auch gefordert werden.

Liebe Grüße
Hagazussa

Hallo,

ich würde aus den gleichen Gründen das Kind auch testen lassen.
Überbegabte werden in der Regel bei Unterforderung sehr schnell auffällig. Im Vorderung sollte aber immer stehen, ob das Kind in der Schule Freunde hat und sich akzeptiert fühlt.D.h., sich ein
altersentsprechends Sozialverhalten aneigenen kann.
Man könnte dem Kind aber vor der Schule zur Auslastung ein
Instrument zum Erlernen anbieten oder eine Sportart, die ihm
Spaß macht.

Viele Grüsse
elito

Hallo,

ich würde aus den gleichen Gründen das Kind auch testen
lassen.
Überbegabte werden in der Regel bei Unterforderung sehr
schnell auffällig. Im Vorderung sollte aber immer stehen, ob
das Kind in der Schule Freunde hat und sich akzeptiert
fühlt.D.h., sich ein
altersentsprechends Sozialverhalten aneigenen kann.

Das Wort „überbegabt“ ist noch unpassender als „hochbegabt“, sorry, „hochintelligent“ stimmt einfach eher.

Das Sozialverhalten mag zwar im Vordergrund stehen, aber eine angemessene Anforderung und Förderung durch Lehrer und Eltern muss ebenso sein, denn ein hochintelligentes Kind wird nicht genug durch das „durchschnittsintelligente“ Umfeld gefordert, gefördert. Außerdem wird es ein besseres Sozialverhalten entwickeln können, wenn es auch ähnlich intelligente Spielkameraden hat (oder andere Menschen, die sich mit ihm „auf seiner Ebene“ beschäftigen).

Man könnte dem Kind aber vor der Schule zur Auslastung ein
Instrument zum Erlernen anbieten oder eine Sportart, die ihm
Spaß macht.

Viele Grüße,
Anwärter

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Hi,

zunächst würde ich (mich) fragen, was genau die Erzieherin mit der Aussage (wirklich) will und was sie unter „besonderer Förderung“ versteht. Käme Dein Kind dann in eine andere Gruppe oder gar einen anderen Kindergarten oder soll er (ggf. jetzt) in die Schule?

Als vor etlichen Jahren das Thema „Kindesmissbrauch“ in aller Munde und somit sehr verbreitet war, sollen sehr viele Erzieherinnen an allen Eckenund Enden Missbrauch gewittert haben, was sich gottlob in vielen Fällen als unrichtig und sogar oft als Folge von Fehlinterpretationen kindlichen Verhaltens herausstellte . . .

Der Aussage des Hausarztes mag ich allerdings auch nicht folgen - oder welche Kompetenz hat er, um das beurteilen zu können? Ggf. wäre Euer Kinderarzt ein geeigneterer Ansprechpartner in dieser Sache.

Grundsätzlich gibt es m. W. nicht gegen solche „Tests“ einzuwenden. Ich würde den allerdings an konkrete Bedingungen küpfen wollen: Was passiert weiter, wenn dieses oder jenes dabei herauskommt. Ansonsten kann man sich das m. E. sparen.

Hallo finniepuh!

Ist der in dem
Alter schon aussagekräftig?

Ja und nein. Ob er ein Ergebnis ausspuckt, das eine endgültige Bedeutung hat, kann ich Dir nicht sagen; darüber würde ich mit einem seriösen Psychologen sprechen, der solche Tests durchführt. Eine Tendenz dürfte der Test aber mit Sicherheit aufzeigen.

Und meine dringendere Frage: Was
mache ich mit dem Ergebnis eines IQ-Tests??

Im Hinterkopf behalten. :smile: Man muß deswegen weder in Panik verfallen noch in Übereifer. Fördert euer Kind so, wie es gerne gefördert werden möchte. Wenn es etwas neues lernen möchte, gebt ihm die Gelegenheit dazu - wenn nicht, dann nicht. Aber verbietet ihm auch nicht, Neues zu lernen, „weil er noch zu klein dafür ist“, wie das traurigerweise einige Eltern machen. Und ansonsten ihn so nehmen, wie er ist.

Mehr Fragen können euch auch die Kinder- und Jugendleute von Mensa beabntworten: http://www.mensa.de/kontakte/ansprechpartner-ueberre…
Man muß nicht Mitglied sein, um da mal Kontakt aufzunehmen.

Gruß,
Max

Hallo,
mich würde mal interessieren, wie das Kind sich denn verhält? Irgendwie auffällig, isoliert, aggressiv, depressiv, hat er gute Kontakte zu anderen? All das höre ich jetzt aus deinem Bericht nicht raus. Er rechnet, spricht, puzzlet, das hört sich doch alles recht zufrieden an, und du schreibst ja auch, dass ihr selbst dachtet, es wäre alles „im Rahmen“. Ich persönlich finde, um die angeblichen Schwierigkeiten der Hochbegabten (und die Schwierigkeiten der angeblich Hochbegabten :wink: wird ein bisschen zu viel Trara gemacht. Es gibt viele hochintelligente Kinder, die glücklich und zufrieden leben, ohne mehrere Klassen zu überspringen und Schach mit Weltmeistern zu spielen, ich habe das selbst in der Klasse unseres Sohnes gleich zwei mal erlebt. Die beiden „Fälle“ waren und sind auch weiterhin die Klassenbesten, spielen Instrumente, lesen schwierige Literatur und sind glücklich damit, ohne weitere Besonderheiten. Am wichtigsten finde ich weiterhin euren guten, gesunden Elterninstinkt, der euch sagen wird, ob alles o.k. ist, wie es ist, oder welche Anregungen euer Sohn braucht, er wird es euch auf irgendeine Art vermitteln.

Lieben Gruß SusanneAntje

Hallo,
Du stellst bereits die entscheidende Frage: was soll nach dem Test anders laufen? Warum wird er nicht nach seinen Bedürfnissen gefordert (NICHT gefördert) ohne Test - dazu sollte eine Erzieherin in der Lage sein.
Freut euch über ein aufgewecktes Kind und sehr zu dass er seine Neugier ausleben kann - dafür braucht ihr keinen Test.
Unser Sohn hat mit 3 das Alphabet rückwärts aufgesagt und bis über hundert gezählt, mit 4 konnte er lesen und schreiben (selbst beigebracht). Alle (Erzieher, Kinderärzte) sagten: testen lassen! Also haben wir uns eine erfahrene Psychologin gesucht und ihn testen lassen. Mit dem Ergebnis, dass er totalverweigert hat und eine „Punktzahl“ von 115 hatte - also etwas über dem Durchschnitt aber noch lange nicht hochbegabt.

Auf die Rechnung von der Psychologin warten wir noch heute und ob das Testergebnis „stimmt“, bezweifele ich, dennoch würde ich ihn nicht wiederholen lassen. Wozu? Interessant wird es erst in der Schule, denn da wird jedes Kind was den anderen weit voraus ist diverse Schwierigkeiten haben. Es gibt einige Literatur zum Thema Hochbegabung und auch qualifizierte Beratungsstellen. Hole Dir dort Rat - es wird Dir dort aber keiner zu einem Test vor der Einschulung raten, denn das tuen nur die Leute, denen die Erfahrung damit fehlt.

Viele Grüße

Hallo1

Mit dem Ergebnis, dass er
totalverweigert hat und eine „Punktzahl“ von 115 hatte - also
etwas über dem Durchschnitt

„Etwas“ ist gut - mit 115 gehört er zu den oberen 16 Prozent in der IQ-Verteilung. Das ist durchaus ein sehr gutes Ergebnis.

Im Prinzip hast Du recht: Es kommt in dem Alter nicht auf den Test an, wenn man sein Kind so sein lässt, wie es ist, und nach bestem Wissen und Gewissen unterstützt. Leider tun das viele Eltern nicht - ich erinnere mich mit Grausen an die „Nimm deinem Kind die Bücher weg, wenn es im Vorschulalter lesen will“-Pädagogen, die sich hier in WWW schon zu Wort gemeldet haben.

Der Test kann helfen, die Eltern zu sensiblisieren und ihre Wahrnehmung zu ändern. Ich war der kleinste und jüngste in meiner Familie und per Definiotion das Dummerle, und dazu passend habe ich in den Augen auch „dumme“ Sachen gemacht - von denen ich heute weiß, daß sie ein Zeichen für stringentes logisches Denken waren. :smile:

Gruß,
Max

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Vielen Dank…
… für eure Antworten. Sie spiegeln all das wider, worüber mein Mann und ich uns im Moment so unsere Gedanken machen.
Wir sind etwas „aufgeschreckt“, weil wir ein Kind haben, dass ADS hat und wir sehr große Schwierigkeiten haben/hatten bis wir nun endlich einen Arzt gefunden haben, der a) die Diagnose „ADS“ schwarz auf weiß gestellt hat (was uns und unserem Sohn [14] schon sehr hilft, denn „das Kind hat einen Namen“) und b) uns bzw. unserem Sohn mit Therapie und Medikamenten helfen kann, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Ein Hauptschulabschluß ist ohne weitere Behandlung so gut wie ausgeschlossen. Ihr seht, wir sind einigermassen sensibilisiert… :wink:

Also, unser Finn (4) ist mehr der Eigenbrödler (schon immer gewesen), saugt alles auf wie ein Schwamm, sitzt gern allein aufm Sofa und „liest“ Hefte und Bücher. Seit er einen kleinen Bruder hat (1,5) spielt er aber auch viel mit ihm („intrigiert“ wäre das bessere Wort :wink:. Er ist nicht unausgeglichen oder aggressiv. Er spielt auch gerne im Garten, allerdings findet er singen und tanzen total peinlich, was er wohl aber von seinm Vater geerbt hat :wink:
Er ist schon ein „normales“ Kind, worauf wir aber ständig angesprochen werden, weil er eben (schon sehr früh) so gut sprechen konnte.
Nun ja, ich werde mal mit dem Arzt unseres Großen sprechen und evtl in der Diakonie anrufen, mit denen wir sehr gute Erfahrungen zum Erziehungscoaching unseres Großen gemacht haben.

Vielleicht werd ich mich mal melden, ob und was getestet wurde!
Dank und Gruß,
finnie

Ich war der kleinste und jüngste in
meiner Familie und per Definition das Dummerle, und dazu
passend habe ich in den Augen auch „dumme“ Sachen gemacht -
von denen ich heute weiß, daß sie ein Zeichen für stringentes
logisches Denken waren. :smile:

Danke für diese Aussage- einer ist in der Familie immer der Dumme, und „dumme“ Sachen sind wohl öfters Zeichen für unübliches, also intelligentes Denken.

Gruß Anwärter

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