Erziehung !

Hallo !

Mein Sohn ist fast 3 Jahre alt !Er ist sehr lebhaft!Ich muss ihn immer bremsen,er versucht oft die Grenzen zu überschreiten!
Ich Erziehe ihn anti autoritär!
Bei seinen Großeltern werden ihn keine Grenzen gesezt,er kann tun und machen was er möchte!Kommt er nach dem Besuch nach hause ,klingt er total durch!Manchmal weiss ich nicht was ich da machen soll.
Ich habe mit meinen Eltern schon darüber gesprochen,aber die sehen das nicht ein!Ich möchte dem Kind die Großeltern nicht verweigern,sie sind sehr wichtig für ihn,gerade der Opa spielt eine große Rolle für ihn!

Was kann ich tun ?

Danke

Silvia

Hallo Silvia,

ja ja die Großeltern :wink:

Früher waren sie soooooo streng zu uns (als Eltern) und jetzt mit den Enkeln …
Ist bei uns ähnlich undwir haben es so gelöst.
Besuch bei Oma oder Opa ist was besonderes und wenn es da anders abgeht als zu Hause, ist das auch OK, allerdings ändert das nichts an den Regeln, die üblicherweise gelten.
Kinder mit drei jahren beginnen(!) zu begreifen, daß es Unterschiede gibt und das Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen. Sprich mit ihm, daß Oma/Opa was besonderes ist und wenn er das nicht akzeptieren will und die besondere Situation ‚rüberretten‘ will, droh ihm mit dem Entzug von Oma/Opa. Dann mußt Du aber auch konsequent sein und im Fall des Falles einen Besuch ausfallen lassen, damit er merkt, daß Du kein Papiertiger bist. Sprich deswegen auch mit Deinen Eltern/Schwiegereltern, damit die das nicht auf sich münzen!

Bei uns hat es geklappt und wenn z.B. Opa zu Besuch ist, ist es was besonderes, wenn er wieder weg ist, kehrt der Alltag wieder ein.

Gandalf

Hallo Silvia,

was Du schilderst, ist sehr ärgerlich, das kann ich gut nachfühlen, aber angesichts der Umstände ist das normal. Das bessert sich bestimmt in ein paar Monaten, wenn Dein Kind in den Kindergarten kommt. Habe halt Geduld bis dahin, nimms leicht und stelle nicht das Problem in den Vordergrund.

Ich wünsche Dir, daß in Deinem Konzept der „antiautoritären“ Erziehung Kontaktsperren und derlei Beziehungsstrafen oder deren Androhung nicht die Rolle spielen wie bei meinem Vorredner Gandalf.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo !

Hallo Silvia !

Mein Sohn ist fast 3 Jahre alt !Er ist sehr lebhaft!Ich muss
ihn immer bremsen,er versucht oft die Grenzen zu überschreiten!
Ich Erziehe ihn anti autoritär!

Kinder brauchen Grenzen. Antiautoritäre Erziehung heißt beileibe nicht, Kindern keine Grenzen zu setzen !!! Aber 3-Jährige (und auch andere; meine beiden Söhne sind 17 und 16) testen, wie weit sie gehen können.
Dazu ein Literaturtipp:
Jan-Uwe Rogge, Kinder brauchen Grenzen, ISBN: 3499193663 Buch anschauen

Bei seinen Großeltern werden ihn keine Grenzen gesezt,er kann
tun und machen was er möchte!

Das ist ungünstig, aber bei Großeltern durchaus üblich *g*.

Kommt er nach dem Besuch nach hause ,klingt er total durch!Manchmal
weiss ich nicht was ich da machen soll.

Er versucht, bei Dir seine Freiheiten durchzusetzen, die er bei seinen Großeltern genießt.

Ich habe mit meinen Eltern schon darüber gesprochen,aber die
sehen das nicht ein!

Ist auch üblich.

Ich möchte dem Kind die Großeltern nicht verweigern,sie sind sehr
wichtig für ihn,gerade der Opa spielt eine große Rolle für ihn!

Für viele Kinder sind Großeltern bedeutend. Das ist auch wichtig so.

Was kann ich tun ?

Setz Unterschiede ! Mir ist das auch mit meinen Kindern passiert. Ich habe zu ihnen gesagt, dass ich nicht ihre Großmutter bzw. ihr Großvater bin, und dass bei mir andere Regeln gelten.

Ich hab mir dann überlegt, was sie mit mir machen (was ihre Großeltern aber, aus unterschiedlichen Gründen, nicht tun). Ich spiele mit ihnen Fussball, stundenlang. Dazu fehlt einem Großvater die Ausdauer (er spielt das schon, aber nicht so lange), der andere ist zu alt. Ich las und lese ihnen abends vor - auch so Riesenwälzer wie Harry Potter (das haben sie inzwischen auch zig Male selber gelesen), Herr der Ringe und Modernes wie „Also sprach Bellavista“ (Luciano de Crescenzo) und ähnliches. Das tun ihre Großeltern nicht. Ich geh mit ihnen (habe zwei Söhne) in tiefe Klammen, enge Höhlen und auf höhere Berge. Mit mir sind sie so manches Schneefeld auf 2-3 tausend Meter Seehöhe runtergerutscht. Auch das tun ihre Großeltern nicht. Ich habe meinen Kindern Schifahren, Schwimmen und Radfahren beigebracht.

Lass Deine Fantasie spielen ! Find heraus, was seine Großeltern nicht machen und verwend das Deinem Sohn gegenüber als Argumentationshilfe.

Großeltern und Eltern sind zwei Paar Schuhe, hab ich meinen Kindern gesagt. Daher gelten unterschiedliche Regeln. Das haben sie letztlich verstanden. Als Notmaßnahme wär für mich auch der Vorschlag von Gandalf denkbar (Besuchsentzug), wenn ansonsten nichts anderes hilft.

Danke

Bitte

Silvia

Grüße
Wolkenstein

Hallo Silvia,

Grenzen setzen ist schon wichtig, Du tust Deinem Sohn damit ja nichts böses, sondern zeigst ihm einen Weg wie man miteinander umgeht. Ich weiß nicht ob er schon im Kindergarten ist, aber auch dort werden klare Grenzen gesetzt, und später wird er dann automatisch seinen eigenen Weg gehen und das Wertesystem, daß Du ihm jetzt mit auf den Weg gibst weiter ausbauen.
Die Großeltern ihm vorenthalten würde ich auf gar keinen Fall. Aber wie schon Wolkenstein geschrieben hat, vermittle ihm, daß es Unterschiede dort und zuhause gibt. Damit kommt er sicherlich gut klar. Dies wird ihm noch oft begegnen, auch bei Kumpels die er vielleicht mal besucht, wird es andere Regeln geben wir bei Euch zuhause.
Das Buch von Jan-Uwe Rogge kann ich sehr empfehlen.
Liebe Grüße
Sabine

Hallo Silvia!

Jeder Mensch lebt innerhalb einer Gruppe von Menschen.
Diese haben nun mal unterschiedliche Ansichten, Werte, etc.

Somit sind „Grenzen“ in diesem Fall also eben die, welche
das Umfeld setzt. Dies ist natürlich immer verschieden und
sie unterscheiden sich hier oftmals stark.

Um deinen Sohn das „klar zu machen“ (Kinder lernen ja vorbild-
haft, also in dem sie imitieren usw.) braucht er das Verständnis
für die entsprechenden „Grenzen“ der Umgebung. Den eigenen
Weg finden Kindern ja mit den Jahren und entsprechender
Unterstüzung.

Das „Problem“ ist da also: Wie schaffe ich es, das mein Kind
bei „mir“ meine Grenzen akzeptiert und dort die der Grosseltern,
bei denen er auch sicherlich nicht „ALLES“ darf.
Wie das dann im Alltag aussehen könnte, musst du selbst erfahren,
ausprobieren.

Es gibt keine Erziehung, auch kein Leben an sich ohne Grenzen.
Die sind schliesslich immer da. Somit wäre es hilfreich, wenn du dir
über deine Gedanken machst. (Gehe mal davon aus, dass du dies schon längst getan hast!)
Wie du dann Akzente setzt, hängt ja nicht zuletzt von der Persönlichkeit deines Kindes ab.

Buchtipps hast du ja schon bekommen. Mir fällt dazu nur noch ein:
Grenzen zu setzen verlangt vor allem MUT. Denn all zu leicht denkt man, dem Kind damit keinen Gefallen zu tun, es damit „zu begrenzen“.
Nur wie soll dann ein Zusammenleben möglich sein?

Bevor es zu langatmig wird: Ich erlebe im (Berufs-)Alltag, dass gerade die Kinder, welche erlebt haben, dass die Grenzen nie klar definiert wurden, oder werden, „schwimmen“ und nicht wissen, wo ihre eigenen eigentlich sind, krasser ausgedrückt, wer sie eigentlich sind, da ihnen die Reibungspunkte fehlen, durch welche sie eigenes Profil gewinnen und sich erfahren können.

Jetzt reicht es aber.
Erziehung (im weitesten) Sinne sollte SPass machen, wenn auch nicht alles Spass macht (für beide Seiten!).

Lieben Gruss
Lars

ps: schreibe hier aus der Sicht des „Pädagogen“ ohne die Erfahrung der Erziehung (welcher Art auch immer) eigener Kinder!

Mir fällt da noch was ein…:wink::

Das Besondere der Beziehung zu den Grosseltern wurde ja schon
beschrieben, hast du ja auch selbst klar gestellt.
Somit ist es nun deine Aufgabe, den Unterschied deutlich zu
machen - hier du und dort die Grosseltern.
Das kann dauern, auch mal zu Streitereien führen (bei einem
3-Jährigen wohl eher durch absolutes Unverständnis und entsprechende
Verweigerung bzw. andauernde Grenzüberschreitung).

Aushalten, eigene Werte setzen und dabei bleiben ohne halt
das Gefühl zu vermitteln, „den Kleinen“ und seine Bedürnisse
und Äusserungen (in welcher Form auch immer) nicht ernst zu nehmen.

Ich habe da die Erfahrungen mit Kinder im Heim gemacht, dass der Sturm im Wasserglas eben ein Sturm ist, sich wieder beruhigt und hin und wieder aufkommt. Eine feste Struktur, hier darf er dies und dort jenes, bedingt Ab- und Auflehnung, Ausprobieren und Unverständnis.

Aushalten aushalten aushalten.

:wink: