Hi zusammen.
Ich hätte da mal eine etwas theoretische Frage , die sich heute abend aufgetan hat , als ich meinem Patenkind die Modellbahn vorführen wollte .
Was bei einer Modellbahn alles möglich ist , geht natürlich nicht immer in Natura , aber was würde geschehen , wenn man diese Aktion mit den original Lokomotiven machen würde .
folgender Fall : eine kleine Rangierdampflok BR 80 mit ein paar Güterwagen wird auf die Strecke geschickt und bleibt mit einem technichen defekt ausgerechnet an der unzugänglichsten Stelle der Anlage stehen.
Da ich die Anlage von der Wand hätte abrücken müssen und ein Teil des Tunnels abbauen , nahm ich anstelle dieser Umfangreichen Arbeiten an der Anlage , eine grosse schwere Diesellok V 200 aus dem Karton , setzte Sie aufs Gleis und fuhr mit der Lok ins Tunnel , diese kuppelte automatisch an den Havarist an und zog den Zug mit der kaputten Lok raus .
Jetzt zurück zur Natur .
diese Dampflok hat in original eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h , die Diesellok 160 km/h .
was würde passieren , wenn im Original , also bei Abläufen der DB ( hier wohl um die Jahre 1955 ) die Diesellok die kleine Dampflok mit einer Geschwindigkeit von 100km/h ziehen würde , würde dann das Dampfgestänge auseinander fliegen , würde die Dampflok vom Gleis springen , würden diverse Radlager das zeitliche segnen ?
Der Antrieb der Dampflok wäre ja um fast das 3 fache überdreht .
gruss
Toni
Guten Abend,
ich weiß jetzt zwar nicht wie die technischen Vorschriften bei Dampfloks bestehen, bei Dieselhydraulischen Rangierloks, die geschleppt werden müssen, besteht in der Regel die Notwendigkeit die Kardanwelle der Antriebsachsen zum Getriebe zu trennen. Der Grund besteht halt darin, das das die Hydraulikgetriebe, ähnlich wie beim PKW eine Drehzahl am Getriebeeingang brauchen um die Ölpumpen im Getriebe zu betrieben.
Bei der Dampflok könnte ich mir vorstellen, das entweder die Gestänge zu den Dampfzylindern getrennt werden. Das restliche Gestänge hat zumindest bei neueren Modellen eine automatische Schmierreinrichtung, welche alle Lager im Betrieb kontinuierlich mit Fett oder dickem Öl versorgt. Je schnelle die Geschwindigkeit des Gestänges, desdo häufiger wird die Schmiereinrichtung betätigt.
Bei den älteren Modellen wird es sicherlich eine maximale Schleppgeschwindigkeit geben, besonders wenn die Lager manuell geschmiert werden müssen. Habe dazu mal nen Bericht im TV gesehne, wo so eine alte Dampflok durch halb Afrika gezogen wurde. Diese mußte durch einen technikkundigen Lokführer und durch nicht mehr ganz einwandfreie Rad und Stangenlager alle 20 km stehen bleiben, so das nachgeschmiert werden konnte.
Auch wenn es jetzt was länger geworden ist, ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen.
LG
Markus
Hallo,
Habe dazu mal nen Bericht im TV gesehne…
An diesen Bericht musste ich auch gerade denken. Wobei da sicherlich auch das Alter bzw. der Wartungszustand ein großes Problem war. Aber selbst wenn so eine Lok regelmäßig in Betrieb ist bzw. gewartet wird, glaube ich nicht, dass die Radlager eine viel höhere Geschwindigkeit lange aushalten würden.
Beste Grüße
Guido
Hi,
Jetzt zurück zur Natur .
diese Dampflok hat in original eine Höchstgeschwindigkeit von
45 km/h , die Diesellok 160 km/h .
was würde passieren , wenn im Original , also bei Abläufen der
DB ( hier wohl um die Jahre 1955 ) die Diesellok die kleine
Dampflok mit einer Geschwindigkeit von 100km/h ziehen würde ,
würde dann das Dampfgestänge auseinander fliegen , würde die
Dampflok vom Gleis springen , würden diverse Radlager das
zeitliche segnen ?
Der Antrieb der Dampflok wäre ja um fast das 3 fache überdreht
.
In natura wird, wenn keine Lok zur Bergung zur Verfügung steht, ein beliebiger Güterzug angehalten, dessen Lok dann ihren Zug im nächstliegenden Bahnhof stehenlassen muß und als Sperrfahrt (Fahrt in ein gesperrtes Gleis) zum Havaristen fährt und ihn in den Bahnhof zieht, nach Sichtfahrregeln. Bei Tag und guten Sichtbedingungen sind das höchstens 40 km/h, die Frage der Geschwindigkeit stellt sich also gar nicht.
Gruß S
Hallo,
nein…es passiert nichts…weil bei Dampflokomotiven der
Lokführer aufgrund seiner Ausbildung auf der jeweiligen Baureihe
genau weiss,was beim Abschleppen der Lok zu beachten ist.
Da solche Hilfsfahrten aber keine regulären Zugfahrten sind, gilt ohnehin eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 50 Km/h für diese Fahrt.
Denn gemäß dem geltenden Regelwerk (nicht nur bei den deutschen Bahnen)
hat der Lokführer des arbeitenden Triebfahrzeuges seine Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, das er jederzeit vor einem
Hinderniss anhalten kann…