Hallo liebe Sprachexperten .Wenn ich den obigen Satz so formuliere:" Es hat nicht sein sollen " , ergibt der dann einen anderen Sinn oder ist es einfach nur falsch ? Aus dem Bauch heraus würde ich die letzte Variante nehmen , aber die ist wohl nicht ganz korrekt?
Danke schon mal und Grüße
Anna
So hat es gar nicht sollen sein 
Moin, Anna,
gilt somit als stehende Redewendung.
das ist keine stehende Redewendung (gibt’s die überhaupt?), sondern ein geflügeltes Wort.
Gruß Ralf
Behüt Dich Gott, es wär so schön gewesen
das ist keine stehende Redewendung (gibt’s die überhaupt?),
sondern ein geflügeltes Wort.
Hallo, Ralf,
sagen wir mal, es ist ein zum geflügelten Wort mutiertes Zitat.
Gruß
Eckard
Moin, Eckard,
sagen wir mal, es ist ein zum geflügelten
Wort mutiertes Zitat.
Zitat? Da beschleichen mich aber heftige Zweifel - gerade stelle ich mir die Ausarbeitung vor, in der geschrieben steht "Und so erinnere ich an Victor von Scheffel, der da sprach >Es hat nicht sollen sein
Hallo,
Zitat? Da beschleichen mich aber heftige Zweifel -
Warum?
Natürlich ist es ein Zitat, in diesem Fall aus einem Gedicht.
Du würdest z.B. schreiben „Scheffel, in dessen bekanntem Gedicht es heißt: …“
Wie würdest du ein Zitat aus einem literarischen Werk nennen, wenn nicht Zitat?
Gruß
Elke
Hi Elke,
Natürlich ist es ein Zitat, in diesem Fall aus einem Gedicht.
na ja, meist werden Gedichte rezitiert, Zitieren kommt nicht so häufig vor.
Wie würdest du ein Zitat aus einem literarischen Werk nennen,
wenn nicht Zitat?
Möglicherweise bin ich da vorbelastet - unter Zitat stelle ich mir eher eine wörtlich wiedergegebene Textstelle vor, die in einer wissenschaftlichen Arbeit mit Quellenangabe erscheint. Aber stimmt schon, so eng muss man das nicht sehen.
Gruß Ralf
Hallo,
http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat
Gruß
Elke
Hi Elke,
Natürlich ist es ein Zitat, in diesem Fall aus einem Gedicht.
na ja, meist werden Gedichte rezitiert, Zitieren kommt nicht
so häufig vor.
Lieber Ralf,
Du sprichst ein grosses Wort gelassen aus! Ich meinerseits zitiere des öfteren ohne Quellenangabe aus den unterschiedlichsten Gedichten. Beispiele:
‚Da werden Weiber zu Hyänen.‘ (Als altgediente Feministin nehme ich mir solches heraus…)
‚Wir können auch die Trompete blasen, und schmettern weithin übers Land‘ (wenn unser kleiner Köter einen riesengrossen Artgenossen in die Flucht schlägt)
‚Halb zog sie ihn, halb sank er hin‘ (den passenden Anlass herauszufinden überlasse ich Deiner Fantasie!)
etc. etc.
Der geneigte Ralf merkt etwas, hoffe ich…
Nächtliche Grüsse (Bald prangt, den Morgen zu verkünden…)
Susette
Moin, Susette,
Ich meinerseits zitiere des öfteren ohne Quellenangabe
aus den unterschiedlichsten Gedichten.
das ist eine lässliche Sünde. Aber eine Sünde!
‚Halb zog sie ihn, halb sank er hin‘ (den passenden Anlass
herauszufinden überlasse ich Deiner Fantasie!)
Von wegen Fantasie1 - wie geht’s weiter? ‚Und ward nicht mehr gesehn.‘
Der geneigte Ralf merkt etwas, hoffe ich…
Auf die Gefahr hin, meinen Ruf als Kümmelspalter zu verfestigen: Zitiert werden nicht Gedichtzeilen, sondern Personen. Somit setzt das Zitieren zumindest die Kenntnis voraus, wer’s denn geschrieben hat, wenn er / sie schon nicht erwähnt wird. Und genau hier liegt der Unterschied zum geflügelten Wort: Jeder kennt es, keiner kaum einer weiß um die Herkunft.
Gruß Ralf
1 Vom gleichen Verfasser: 'Uf ‚m Bergli bin i gesässe…‘ Klingt ein wenig schräg, geht das als Schwyzerdütsch durch?
Somit setzt das Zitieren zumindest die Kenntnis
voraus, wer’s denn geschrieben hat
Und genau dies, lieber Ralf,
ist des Pudels Kern. Das Erkennen solcher Zitate und das Wissen, wer da wo zitiert wird, zeigt doch die Bildung. Wers nicht weiß, nimmts halt als Redewendung, wers weiß und erkennt kann u.U. sogar das Zitat fortsetzen.
Und wenn wir uns hier die Zitate um die Ohren hauen, so ist es doch vergnüglich, das Ross zu erkennen und den Reiter zu nennen ohne den Büchmann zu bemühen.
Nur ein kleines Beispiel: Wenn heute jemand von einem aufgeblasenen Menschen spricht - wer außer wenigen weiß denn, dass er sich damit auf Phaedrus (20 v. - 50 nChr) und dessen Fabel „Rana rupta et bos“ bezieht?
Niemand muss „eine lebende Bibliothek und ein wandelndes Museum“ (Eunapius, geb 345 n.Chr) sein oder ein „lebendiges Konversationslexikon“ (ETA Hoffmann, „Brautwahl“, 1820). Aber unsere Sprache wird reich von dem, was wir Redewendung, „geflügeltes Wort“ (Homer, „Ilias“/„Odyssee“, ca. 8.Jh.vChr) oder Zitat nennen. „Sapienti sat est“ - „Dem Weisen genügts“ (Plautus, „Persa“, 254-184 vChr).
Gruß
Eckard
Moin, Eckard,
das hast Du wieder mal wunderschön geschrieben, dennoch rätsele ich, was Du mir damit sagen willst.
Dass Redewendungen jedweder Art die Sprache bereichern, ist übrigens nicht zwingend, auch wenn es immer wieder Freude bereitet, Bekanntem zu begegnen.
Gruß Ralf
Hallo,
ich bin zwar kein (lieber
) Sprachexperte, erlaube mir aber trotzdem eine (späte) Antwort:
Ist das eine nicht einfach nur etwas poetischer als das andere? Würde ich so sehen.
Ein (teils unschöner) Vergleich drängt sich auf. Heines Loreley: „Ich weiss nicht was soll es bedeuten.“ Heine war bekanntlich jüdischer Abstammung, was den Nazis natürlich nicht gefiel, sie sagten: Da sieht man’s mal, nicht mal richtiges Deutsch kann der, es muss heissen „ich weiss nicht was es bedeuten soll.“ Hört sich irgendwie eckiger an, das Loreleylied wäre vielleicht gar nicht so berühmt geworden.
Gruss
Laika