„wie wenig Verhältnis die Jugend zur umgebenden Natur, zum Wald oder zum Garten hat.“
Das können wir sicher alle unterschreiben.
Merkwürdig finde ich, dass das Buch von 1949 ist. Da war noch nicht mal meine Mutter in der Jugend.
Machen wir uns also zuviele Gedanken?
Ich habe die Generation meiner Eltern als recht naturverbunden erlebt und meine eigene auch. Vielleicht und weil es viele Biologen in der Familie gibt?
Meine Kinder… keine Ahnung. Man kann nicht sagen, dass ich mit zehn Jahren naturverbunden war. Ich war einfach draußen. Aber wie oft und wie viel, weiß in absoluten Stunden niemand von uns mehr.
„wie wenig Verhältnis die Jugend zur umgebenden Natur, zum Wald oder zum Garten hat.“
Das können wir sicher alle unterschreiben.
Merkwürdig finde ich, dass das Buch von 1949 ist.
Wieso ist das merkwürdig? Die Leute verlieren vielleicht immer mehr das Verhältnis zur Natur.
Ich zum Beispiel bin auch wesentlich naturverbundener als meine Kinder und war es auch früher als ich in deren jetzigem Alter war, und das bilde ich mich auch nicht nur ein. Das heißt aber noch lange nicht, dass da meine Vorfahren nicht noch wesentlich naturverbundener waren.
Es liegt aber bestimmt zum größten Teil daran, dass es immer weniger Natur gibt, und dass immer weniger Leute ihre Lebensmittel reifen sehen.
Bei meinen Eltern kann ich es nicht beurteilen, die waren anscheinend sehr vom Krieg traumatisiert. - Oder meinst du, dass es deswegen merkwürdig ist, diese Jahreszahl 1949? Andererseits, dass die Kriegsgeneration ziemlich wenig Verhältnis zur umgebenden Natur hatte, das liegt ja eigentlich auf der Hand.
Es liegt aber bestimmt zum größten Teil daran, dass es immer weniger :Natur gibt, und dass immer weniger Leute ihre Lebensmittel reifen sehen.
Eben.Wer nicht gerade auf dem Land/in der Nähe lebt, dessen Kinder haben doch meist nur künstlich angelegte Stadtparks oder schmale Randbezirke an „Natur“ in Reichweite. Und WENN irgendwo noch was an Natur ist, dürfen Kinder sie vermutlich noch nicht mal „frei“ erkunden, weil es irgendwen wieder stört. (Man muss ja nur mal versuchen, mit Kindern mal eine Nacht „draussen“ zu verbringen und im kl.Zelt o.s.zu übernachten. Wer keinen eigenen Garten hat,steht schon blöd da…alles nicht erlaubt usw.)
Frag mal rum, wessen Kind in seinem Leben wenigstens schon mal irgendwo in der Natur einen Sonnenaufgang „live“ erlebt hat… oder regelmäßig (und nicht nur während EINER einzigen Klassenfahrt) mal eine geführte Waldbegehung oder Mithilfe-Möglichkeit im Forst, bei der Ernte, im Stall o.s.erlebt hat.Es fehlen die „privaten“ Möglichkeiten, denke ich (läuft dann auf bezahlten Bauernhof-Urlaub o.ä.hinaus). Ich glaube aber NICHT, dass es an fehlendem Interesse der Kinder liegt…ganz im Gegenteil, da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht.Selbst mit Teenagern im "stressigen"Alter… die werden ganz schnell interessiert-hellhörig,wenn sich da was Interessantes ergibt in Flora und Fauna, was sie „live“ selbst erleben können -und nicht nur als Doku-Film im TV oder auf DVD. Die machen da sogar SEHR begeistert mit…
Vielleicht ist „Natur“ heutzutage aber auch einfach ganz anders belegt als früher. Meine Eltern (er)kennen durch die Schule damals schon von klein auf so ziemlich alle bekannten heimischen Vogelarten, Blumen und Bäume (frag MICH mal, ob das da vorm Fenster Fink,Spatz oder Meise ist…öhm…)…und ich finde das echt beneidenswert und ganz toll.
Und die Kinder heute… lernen schon ab der Grundschule beim Thema „Natur“ sehr viel in Richtung z.B. Treibhausgase, saurer Regen, Abholzung Regenwald, Recycling, Klimawandel, Polarschmelze usw…ich finde, da bleiben die "ursprünglichen " Dinge und eigene Erfahrungen mit allen Sinnen etwas auf der Strecke. Leider…
Jugend und Manieren, Autorität,…
Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.)
Aber ich seh das Problem bereits eine generation früher… oder 2 oder sogar 3. Meine Mutter ist lehrerin und da gibts tatsächlich schühler die wissen nicht das die Milch von der Kuh kommt und nicht ein Produkt des Konsums nebenan ist. Wem das auch nie gesagt und gezeigt wird, wird das auch nicht wissen können.
Das Problem liegt halt darin das die Naturverbundenheit nicht mehr vermittelt wird. Das Problem hier liegt meiner einschätzung nach auch darin das gerade das vermitteln nicht mehr so einfach ist. Ich lebe zumindest in einer Grünen Stadt aber auch hier sieht man keine Kuhweiden usw. auch der nachbar ist nicht Bauer. Die möglichkeit mal ein Reh, ein Fux oder etwas in der Richtung zu sehen ist auch schwerer geworden. Und wenn man sich nicht achtet ist es wohl arg an der Grenze vom möglichen überhaupt etwas zu sehen. (abgesehen im tierpark)
Wie bereits vor mir erwähnt, in der Schule werden auch weniger lokale dinge besprochen sondern themen wie der Eisbär der auf eisschollen lebt behandelt an der stelle des Reh oder des luchses.
Es ist nicht die Generation von heute sondern die ganze Menschheit die den Bezug zur natur verliert.
diese plumpe Verallgemeinerung „die Jugend“ treibt mich naturverbundenen Menschen ja gleich auf meine eigene Palme Nein, es ist nicht „die Jugend“, sondern es sind Bevölkerungsteile, die in zunehmend verstädterten Ballungszentren leben, und einfach keinen natürlichen, täglichen Umgang mit der Natur haben. Ich weiß auch nicht, ob ich Sohnemann mit Absicht irgendwo in die Pampa zerren würde, um ihm Kühe, Pferde und Frösche zu zeigen, denn abgesehen vom reinen „Wissen“ hätte er als Stadtkind vermutlich nicht viel davon. Als Kind auf dem Dorfe sieht die Sache aber ganz anders aus. Da ist er nun mal jeden Tag im Garten, wo die Pferde nebenan stehen, spielt mit den Fröschen am Gartenteich, und kommt bei jedem Spaziergang an der Kuhweide vorbei. Da muss auch keine Lehrstunde über die heimische Vogelwelt gehalten werden, weil Mama und Papa jeden Piepmatz ganz automatisch mit dem richtigen Namen benennen, und Sohnemann den so ganz normal aufschnappt.
Da werden auch die Apfelsorten im Garten ohne Schulstunde benannt, und erkennt man auch recht schnell, dass die Enten auf dem Mühlgraben identisch mit denen sind, die dann so lecker auf den Tisch kommen.
Mit besonderer Naturverbundenheit hat dies aber eigentlich wenig zu tun. Es geht einfach darum, dass für Kinder in unterschiedlichen Lebenssituationen unterschiedliche Dinge zum täglichen Erleben gehören.
Echte Naturverbundenheit würde ich allerdings in den - ursprünglich jugendlichen - Kreisen sehen, die über die letzten Jahrzehnte wirklich viel im Umwelt- und Naturschutz erreicht haben, und die durchaus nicht wenig interessierten Nachwuchs haben. Wenn da in aller Herrgottsfrühe Kröten über die Straßen getragen werden, oder Biotope hinter den Schulen angelegt werden, dann sind dies eben oft Kinder und Jugendliche, und zwar nicht nur die „vom Lande“.
Natürlich ist es wichtig, das Interesse an Natur zu wecken und wach zu halten. Aber mit der von Dir zitierten Pauschalkritik kann ich nicht so recht etwas anfangen.
„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
Das Ende der Welt ist nahe.“
(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)
diese plumpe Verallgemeinerung „die Jugend“ treibt mich
naturverbundenen Menschen ja gleich auf meine eigene Palme
danke, danke!
Nein, es ist nicht „die Jugend“, sondern es sind
Bevölkerungsteile, die in zunehmend verstädterten
Ballungszentren leben, und einfach keinen natürlichen,
täglichen Umgang mit der Natur haben.
Und diese Verallgemeinerung treibt mich auf die Palme
Auch dort handelt es sich um Bevoelkerungsteile; ich habe zwischen diesen Teilen auch keinen Zusammenhang mit dem Alter entdeckt. Es gibt alte Leute, die Ameisen zertrampeln und es gibt Jugendliche. Genauso gibt es Jugendliche, die Muecken lieber wegpusten, als sie zu erschlagen und Erwachsene, die Schnecken ueber die Strasse helfen.
und das alles in Berlin
Nein, es ist nicht „die Jugend“, sondern es sind
Bevölkerungsteile, die in zunehmend verstädterten
Ballungszentren leben, und einfach keinen natürlichen,
täglichen Umgang mit der Natur haben.
Und diese Verallgemeinerung treibt mich auf die Palme
Wo findest Du da eine Verallgemeinerung? Es gibt Menschen die keinen täglichen Umgang mit der Natur haben, und es gibt andere, die diesen schon haben. Durchaus auch Menschen in Städten.
Auch dort handelt es sich um Bevoelkerungsteile
Eben, und ein nicht näher bezeichneter Teil kann keine Allgemeinheit sein, oder?
Nein, es ist nicht „die Jugend“, sondern es sind
Bevölkerungsteile, die in zunehmend verstädterten
Ballungszentren leben, und einfach keinen natürlichen,
täglichen Umgang mit der Natur haben.
Dein Satz sagt aus, dass alle Menschen,
die den Bevoelkerungsteilen zugehoeren, die in zunehmend verstädterten Ballungszentren leben,
der Natur entfremdet sein sollen.
Dies ist aber nicht korrekt; ich wohne in einem solchen verstädterten Ballungszentrum und bezeichne mich als Naturverbunden.
Und diese Verallgemeinerung treibt mich auf die Palme
Wo findest Du da eine Verallgemeinerung?
Da du allen Menschen eine Eigenschaft zugeschrieben hast, handelt es sich um eine Verallgemeinerung. Deine vorherige Differenzierung war zwar sehr gut, hebt aber diese Verallgemeinerung nicht auf.